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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-07-12 · Heft 28 (12.7.1907) · p. Seite 331

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 28 (12.7.1907)
Date
1907-07-12
Page
Seite 331 (sequence 7)
Language
German
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331 \ gewährt. Hier fehlt es noch an einer ausreichenden Schutzwehr, denn öffentliche Mahnungen und Belehrungen richten nicht viel ans gegen diese Mächte, welche gewöhnlich in den stillen Winkeln des Tageslebens ihren gewaltigen Einfluß entfalten. Da tut inan gut, nicht bloß die lichten Seiten des Judentums zu beleuchten, sondern noch mehr den von Gabriel Niesser vertretenen Standpunkt der jüdischen Ehre nachdrücklich zu betonen and durch charakteristische Beispiele aus der heutigen Gesellschaft — eine Sammlung derselben täte sehr not — auf die »erderblichen Folgen solcher Charakterlosigkeit imnrer und innrer wieder hinzuweisen. 3. Der dritte Gegner ersteht dem Juderrtum aus dem Reiche der Naturwissenschaft.. Nicht als ob seine Weltanschauung ihren gesicherten Ergebnissen widerspräche, sic wird vielmehr durch dieselben in außerordentlicher Weise bereichert' denn sie geben ihr, wenn auch nicht eiiren größeren Umfang, w doch eine größere Klarheit, Fülle und Ordnung im einzelnen. Wenn uns früher mehr ein unbewußter Tiefblick die Erhabenheit und Herrlichkeit des Weltalls offenbarte, so wird etzt durch ein bedeutendes positives Tatsachenmaterial, durch genauere Kenntnis von den inneren Kräften, Grundstoffen urd Einzelgeschöpfen der Natur unserer Auscharmng von Himmel und Erde" eine breite, feste Grundlage gegeben, ein Gewinn, der nicht mit Widerstand, sondern mit freudigem Zeifall begrüßt werden muß. Allein es hat sich unter den Naturforschern die Ueberzeugung hcrausgebildet, daß unsere löelt das Werk einer blinden Kraft sei, welche unveränderlichen, unerklärlichen Gesetzen gehorche, und da diese Überzeugung gegenwärtig die herrschende ist und durch Mchners „Kraft und Stoff", Haeckels „Welträtsel" und den Ronistenbund sich energisch in die Reihen der Gebildeten ginein drängt, da sie auch unter den Juden, namentlich unter am jüdischen Aerzten, nicht wenige Bekenner zählt, so ist es gohe Zeit, daß ihr das Judentum seine Lehre von dem Weltchöpfer entgegenstellt, von dem nach allen Richtungen vollkommenen Urgründe alles Seins, der aber Persönlichkeit ist, oaß man mit den Waffen der Naturwissenschaft nachweist, wie gerade das Höchste unter dem Geschaffenen die Färbung der Eigenart, des Persönlichen, des Charakters trügt, die ohne Annahme einer ersten Persönlichkeit undenkbar wäre, wie das All ohne diese Voraussetzung den Eindruck einer gewaltigen aewegten Maschine machen würde, nicht aber den eines cbendigen Organismus, dessen Wesen um so stärker hervorritt, je höher seine Gattungen entwickelt sind. Eine zweite große, wenn auch nicht so bedeutende Aufgabe äge darin, die Rassenidee, die Vorstellung von unveränderlichen Namenseigentümlichkeiten, diese Ausgeburt des rohen Natcrialismus, dahin zurückzuweisen, wohin sie gehört, nämlich n das Reich der Phantasie, an der körperlichen und geistigen Entwicklung der Volker, und namentlich des jüdischen Volkes, klar zu zeigen, daß Natur und Kultur, physische und geistige grüste allein den Menschen gestalten und daß mit ihrer Veränderung auch er sich notwendig verändern muß. Es tollte und kann dem Vorurteilslosen zur Klarheit gebracht iverden, daß der Jude des 20. Jahrhunderts von dem des 16. Jahrhunderts sich erheblich unterscheidet, daß in der Gegenwart der deutsche Jude dem amerikanischen, und beide dem Ghettojuden durchaus nicht gleichen, ja daß sogar innerhalb des eigenen Vaterlandes verschiedene Gesellschastsschichten verschiedene jüdische Charaktere hervorbringen, daß die angeborenen Anlagen auf die Lebensweise imb Leistungen der Vorfahren zurückgehen, daß die Juden ihre Vorzüge in erster Reihe der Jahrhunderte langen, ununterbrochen starken Einwirkung ihres großartigen Religionsgesetzes und ihre Mängel vor allem der ihnen von seiten der herrschenden Umgebung zuteil gewordenen Behandlung verdanken und jene wie diese mit ihren Ursachen sich verlieren müssen. Ich bin der Meinung, daß eine solche Verteidigung, die wohl zu führen wäre aber meines Wissens noch nicht hinreichend geführt worden ist, sehr wichtig und dringend sei, und ich grüße den Mann, der es unternimmt, von dem jüdischen Gcistesgut jene fremden Modegedanken endgültig fernzuhälteu; Gedanken, die in unseren eigenen Reihen nur darum Einfluß gewinnen konnten, weil wir uns den herrschenden Zeitanschanungen widerstandslos hingegeben haben. 4. Die Rassentheorie hat aber nicht bloß die Anschauungen verwirrt, sondern auch die Gesinnungen vergiftet; sie hat eine neue Spielart des Judenhasses gezeitigt, den Rassen - antisemitismus. Denen um Stöcker ist der Jude nur so lange der Ausbund alles Bösen, als er der jüdischen Religion angehört; mit dem Augenblicke des Uebertritts zum Christentuin sind die Schlacken von ihm gewichen. „Ich sprenge auf euch reines Wasser und ihr seid rein, von all' euren Unreinheiten und vou all" euren Scheusalen reinige ich euch" (Ezechiel ül», 26); seine Gefühlsverwandteu, die den Spüren Paul de Lagardes, Engere Dühriugs und I. St. Chamberlains folgen, sind in ihrer Abneigung weit konsegrientcr und nachdrücklicher. Sie ist ihnen ein angeborerrer Instinkt, den keine Berwarrdluirg aufzuheben vermag, weil sie ans deur Gegensätze der Naturen fließt. Sie rühmen sich der Abkunft von den alten Germanen, Jndogermaneu, Ariern; die notarielle Beglaubigung haben sie natürlich in der Tasche, während die Juden dem Stamme der Semiten angehören und daher nicht das Recht haben, Deutschland oder andere europäische Lander als ihr Vaterland zu betrachten. Die Germanen bilden selbstverständlich von vornherein die edelste Menschengattung; ihr Körperbau ist von der herrlichsten Schönheit, stark, hoch, reckenhaft; sie sind treu, tapfer, gutmütig, ehrlich, wahrhaftig, sie lieben Ehre und Freiheit, ihr Geist ist schöpferisch, besonders der Kunst und Wissenschaft geneigt, ihre Tal ist glanzvoll, sie sind die lvahren Kulturträger der Menschheit. Wie anders die Juden! Feige, treulos, ohne Gefühl für Wahrheit, Ehre und Gerechtigkeit sind sie nur daraus bedacht zu zerstören und zu verschlingen; eine echte Raubtiernatur, lauern sie auf die Schwäche anderer, um sie ausznbeuten; äußerlich voll kriechender Schmeichelei, sind sie in Wahrheit unduldsam, grausam, in ihrem Auftreten vorlarrt, zudringlich, eitel, zersetzt ihr Geist, statt auszubanen, was ihm in den Weg tritt; von maßloser Herrschsucht getrieben, sehen sie sich in ihren Träumen als Herren der Welt und die „Gojim" als ihre gehorsamen Knechte, und kein Mittel ist ihnen zu schlecht, wenn es sie diesem Ziele näher bringt. Bei diesem verruchten Charakter einer niederen Rasse sind denn auch jene Tatsachen durchaus begreiflich, welche Vergangenheit und Gegenwart iir ihrer Mitte gezeitigt haben: die Minne« Israelite will den Juden die Weltherrschaft erobern, und der berühmte Jude Moses Montefiore gibt ihnen den Rat, alle Zeitungen in ihre Hände zu bringen, um mit ihrer Hilfe die Andersgläubigen zu unterjochen; ein Großrabbiner hat in einer geheimen Versammlung zum Vernichtungskrieg gegen die Christen aufgcfordert, ein anderer hat in einem öffentlichen Blatte die gemeinsien Schmähungen gegen den Heiland ausgestoßen; die Statistik beweist, daß die Juden air den Verbrechen stärker beteiligt seien als die Christen, und nur vou solchen hielten sie sich fern, zu denen Mut und Tatkraft gehört; so ist der Wucher wie im Mittelalter bei ihnen heimisch; hier treiben sie Geldwucher, dort Viehwucher, hier richten sie durch Güterschlächtereien die armen, gutmütigen Bauern zugrunde,

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