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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-06-21 · Heft 25 (21.6.1907) · p. Seite 293

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 25 (21.6.1907)
Date
1907-06-21
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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55 573 . (Hört i wisse: - ). Tie s mühsau itnafiui.i hat be i aus be i efultot iröche i (Lei - herwei e äligun ] r zwei? rrsprecl e preche.. ine Ve jl nid t Wirker, er Vm stellnn rtzunge - sie kein ei übe^ rsamm n bau Sinne en will. Enget an aw tu Au5 wollt lenfall Tod abbine-' s. De.) le. Ji-.i rieh ai? rs Her »st Iud Ansicht. ukt ver werde»., solche an da bentfdi erzöge trlandt slehret Vater te, da oß bei ihn zut ei nich ldigkei terrich soll eit rer fü i — e dieser Cohn legebe rit de >e cuu en, bi er aus gt jetzt uriftei: )irektor ^rzygode sofort Mitteilung gemacht worden ist. Daß der Vorstand .^errn Direktor Przhgode von den weiteren Vorgängen Kenntnis . ab, war seine Pflicht. (Beifall.) Wir standen ja vor der Frage, i b nach den Vorgängen auf den beiden Gymnasien überhaupt in Zukunft i och ein jüdischer Religionsunterricht zugelassen wird. Die Art, wie ler Vorstand mit Herrn Dr. Cohn "verfahren ist, ist durchaus gerechtfertigt. Es sollte nicht seine Gesinnung bestraft werden, sondern die lrt der Betätigung seiner Ansicht, wie er sie zu unterlassen dem Vorf and versprochen hatte. Dem Vorstande gebührt Dank, daß er einbegriffen hat. (Beisall.) Und der weitere Verlauf hat gezeigt, daß das Verfahren des Vor-! andes gerechtfertigt war. Was ist das für eine Art und Weise, die Tätigkeit des Rabbiners durch die Volksversammlungen zu ziehen und sie dem Hohn und Spott der Oeffentlichkeit preiszugeben? Dal or haben wir Juden uns noch immer bewahrt. Unsere Verwaltung i at immer dafür gesorgt, daß wir unter uns das abzumachen haben, >as uns angeht, und daß wir nicht nach draußen unseren Feinden Veranlassung geben, über uns mit Hohn und Spott zu sprechen. Die natürliche Folge war, daß die Angelegenheit in die „Staatsbürger >eitung" kam. Dem Syndikus Lilienthql ist gar nicht eingefallen u sagen, Dr. Cohn habe die Sache in die „Staatsbürger Zeitung" ebracht. Die Hauptsache war die Art und Weise, wie die Sache betrieben mrde. Herr Cohn ist zu Maximilian Harden persönlich gegangen, ahat gebeten, die Sache in der „Zukunft" zu besprechen. Er hat die genauen Daten angegeben. (Pfuirufe.) Derselbe Herr, den man uuuer angriff wegen seiner Stellung zu den Juden und wegen eines Glaubenswechsels, wird jetzt auf den Schild erhoben, nur nett er für Herrn Dr. Cohn eingetreten ist. Nun der bedauerliche Ton der Broschüre. Die Art. wie sie gechrieben ist, ist nicht die eines Rabbiners. Kann man einen solchen Stil schreiben, wenn man je im Leben etwas von Ethik gehört hat? Darf man in solchen Worten und Redensarten, wie es geschehen ist, iber die Gemeindeverwaltung herziehen? Diese Broschüre zeigt am oeften, daß die Gemeindeverwaltung gegen Herrn Dr. Cohn recht gehandelt hat. (Beifall.) Tenn aus dieser Broschüre geht bedauerlicherweise der Zug der Unwahrhaftigkeit, der diese ganze Affäre kenn- .eichnet, klar hervor. Herr Dr. Cohn muß selbst zugeben, daß er die Sache falsch dargestellt hat. Aber immer behauptet er. er allein sage ne Wahrheit, alle andern aber die Unwahrheit. Und unserm alten ^3 jährigen Vorsteher Jacobh hält er sein makelloses Alter von 25 .jahren vor. (Große Heiterkeit.) Bis zu 18 Jahren war er aus der Schule, dann 7 Jahre auf der Universität. Wenn er dann nicht makellos wäre, das wäre ja noch schöner! Was hat er für die Juden, was hat er für die Berliner Gemeinde getan? Wie kann er derartig einem Mann gegenübertreten, der so große Verdienste besitzt! (Beifall.) In der Gemeindeverwaltung sitzen Männer verschiedenster Richtungen und Ansichten. Sie haben die Ansichten der Gegner bekämpft, aber schließlich haben sie immer den Weg gefunden, der zum Wohle der Gemeinde führt. Diesem glänzenden Bilde gegenüber 'eher: Sie das Zerrbild von draußen. Der Lärm draußen muß aber wieder schwinden ruhiger, ehrlicher Arbeit gegenüber. Der Lärm wird aufhören. Der junge Herr hat weniger schuld daran, als vielmehr seine Freunde, die die Sache zu einem Skandal benutzten. 'Beifall.) Sie wissen ja im Grunde nicht, was sie wollen. Sie möchten nur der Gemeinde etwas am Zeuge flicken. Wir aber wollen toeiter ehrlich unsere Wege gehen und uns von dem Lärm draußen nicht beirren lassen. (Lebhafter Beifall.) Mit lebhaftem Beisall begrüßt, nahm dann zum Schlüsse Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Senator das Wort. Er stimmte der Auffassung der beiden Redner völlig zu. Zum Falle Cohn erklärt er als Mitglied der Repräsentantenversammlung: „Wenn der Fall Cohn, dieser häßliche,schmerzliche Fall, etwas Gutes gehabt hat, so ist es das, daß er gezeigt hat, daß die sämtlichen Gemeindebehörden und Repräsentanten sich auf einem gemeinsamen Boden befinden und auch im Falle Cohn ohne Ausnahme nur eine Meinung haben. (Lebhafter Beisall.) Diese Meinung ist die, daß Dr. Cohns Auftreten — ich wähle den allermildesten Ausdruck — durchaus verkehrt und unpassend war." (Lebhafter Beifall.) Damit fand die Versammlung des „Liberalen Vereins" ihren allseitig befriedigenden Abschluß. Die Woche. Berlin, 18. Juni. /Vs bleibt dabei. Der Antisemitismus ist eine Giftpflanze, die nur in Norddeutschland und etwa noch in Mitteldeutschland gedeiht. In: Süden unseres Vaterlandes kommt sie nur kümmerlich weg. Das zeigt das Beispiel Bayerns. Die bayerischen Antisemiten haben unter der glorreichen Führung des Herrn Wengg, des Agenten des Bundes der Landwirte, bei den letzten Landtagswahle,r genau so klüglich abgeschuitten, wie bei den früheren Landtagswahlen und den letzten Münchener Gemeinderatswahlen. Außer in den 12 Münchener Wahlkreisen hatten sie nur noch in Pfaffenhofen „Ernst"-Kandidaturen aufgestellt, die indes sämtlich nur winzige Minoritäten auf sich vereinigten. In sämtlichen Münchener Bezirken entfielen von insgesamt abgegebenen 68068 Stimmen auf die christlich-sozialen Kandidaten ganze 1519 Stimmen; die in Pfaffenhofen erzielte Stimmenzahl scheint ebenfalls eine so lächerlich niedrige zu sein, daß das antisemitische Organ sich geniert, die genaue Ziffer anzugeben. Aber Herrn Wenggs Kampfesmut ist durch dieses klägliche Ergebnis nicht gebrochen; an. Grabe noch pflanzt er die Hoffnung auf; er schließt seinen Artikel über das Ergebnis der Wahl mit den bombastischen Worten: „Zehnmal zurückgewiesen, werden wir immer wieder von neuem anstürmen, bis wir einstens das antisemitische Panier von den Türmen unserer Stadt wehen sehen." Hoffentlich haben die Antisemiten das nötige Quantum Geduld; vorläufig sind ihre Chancen auch in München aus den Nullpunkt herabgesunken. Genau so geht es ihnen in anderen Ländern. Höchstens in Sachsen-Weimar-Eisenach und Hessen erreichen sie hie und da ein Mandat. In letzterem Lande hauptsächlich durch ihre Agitation gegen die jüdischen Güterschlächter. Da ist es nun sehr interessant, daß gerade bei den Landtagswahlen in Bayern sogar ein jüdischer Güterschlächter gewählt worden, nicht aber etwa als Kandidat der „Judenliberalen", sondern des Zentrums; die bauernbündlerische, antisemitische „Neue Bayerische Landeszeitung" bemerkt hierzu: „Dem bayerischen Landtag ist am 31. Mai großes Heil ividersahren. Oderpfälzische Wäldler habe), als ihren Vertreter einen Gnterhündler, den Herrn Rothfischer gewählt, dem dieser Titel sogar gerichtlich zuerkanirt wurde und der sich trotz heftigsten Sträubens in den Lokalblättern acht Gutszertrümmerungen und Gutshandelsschastcn unter Angabe der Geschäftsteilhaber, der Verkäufer, der Ern- und Verkaufspreise, Gewinnanteile und notarieller Kaufbriefe usw. auszählen lassen mußte." Die sozialdemokratische „Münchener Post" spottet bereits: „Wir plädiere» für Herrn Rothfischer, damit das Zentrum einen Eüterhändlersachmann bekomme, der es in seinen gesetzgeberischen Bestrebungen unterstützen kann." * Die Lage der Juden in Rumänien wird immer schlimmer. Soeben geht uns aus dem deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle folgende Mitteilung zu

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