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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-05-03 · Heft 18 (3.5.1907) · p. Seite 210

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 18 (3.5.1907)
Date
1907-05-03
Page
Seite 210 (sequence 6)
Language
German
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210 Herzoglich Anhnltischen Negierung, Abteilung des Innern, wurden 80 Mark überwiesen zum Zwecke der Beschaffung und Verteilung von jährlich 15 000 Exemplaren eines Merkblattes, enthaltend „Ratschläge zur Ernährung und Pflege der Kinder im ersten Lebensjahre". Diese Merkblätter werden bei Anmeldung der Geburt eines Kindes durch die Standesbeamten in Anhalt den Müttern gratis zugestellt. Die Anhaltloge in Dessau erhielt für die Entsendung einer Ferienkolonie von Kindern israelitischen Glaubens aus Anhalt nach Solbad Wittekind 1000 Mark. Für die Kinderheilstätte „Herzogin Marie" bei Oranienbaum erhielt der Verein zur Bekämpfung der Schwindsucht in der Provinz Sachsen und dem Herzogtum Anhalt 1000 Mark. Ferner wurden noch eine Anzahl von Krankenpflegeanstalten unterstützt, welche unbemittelte Kranke kostenlos cmfnehmen und zu ihrer Erhaltung meistens ans freiwillige Beiträge angewiesen sind. Die Mittel des Titels V, welche der Begründung eines Altersheims gelten und mit 20 000 Mark vorgesehen sind, wurden bei der Etatsberatung, weil ein Bedürfnis hierfür noch nicht vorliegt, mit 17 000 Mark auf Titel III und mit 8000 Mark auf Titel VIII überwiesen. Der Titel VI bestimnit für die Förderung der Wissenschaft des Judentums sowie zur Unterstützung solcher Vereine und Anstalten, welche der Erforschung und Pflege dieser Wissenschaft sowie der sozialen und moralischen Hebung des Judentums dienen, 15000 Mark. Leider ist dieser Teil am wenigsten berücksichtigt worden, und die Anstalten, die in den ersten Jahren namhafte Unterstützungen erhielten, sind ganz ausgefallen oder herabgesetzt worden. Das ist mehr als bedauerlich und erheischt dringend im Interesse der Sache wie des Ansehens der Stiftung eine Remedur! Eingegangen sind zu diesem Titel im ganzen 49 Gesuche, wovon 20 berücksichtigt und 29 abgelehnt worden sind. Von den verfügbaren Mitteln wurden verausgabt 13 200 Mark (16 000), hiervon 3500 Mark (1500) in Anhalt und 9700 Mark (14000) außerhalb Anhalts. Es gelangte auch ein Betrag von 2500 Mark zur Ausgabe für eine Anzahl israelitischer russischer Studenten am Städtischen Friedrichs-Polytechnikum in Cöthen, welche durch die Unruhen in ihrem Heimatlande in die bitterste Not geraten sind. Titel VII bezweckt die Unterstützung von Fortbildungs- und gewerblichen Schulen jeder Art und sämtlicher Berufszweige ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses innerhalb des Herzogtums Anhalt (Handwerker-, kaufmännische, kunstgewerbliche Schulen usw.). Nach § 22 der Geschäftsordnung ist der vorgesehene Betrag von 20 000 Mark dauernd der neu errichteten „Städtischen Handelsrealschule zu Dessau" überwiesen worden. Der Titel VIII bestimmt 10 000 Mark zur Gewährung von Stipendien an begabte Schüler und würdige junge Leute, und zwar in erster Linie an solche, welche aus dem Herzogtum Anhalt stammen. Zur Erfüllung der dringendsten Ansprüche wurden bereits bei der Etatsberatung 3000 Mark vom Titel V auf diesen Titel überwiesen. Die Gesamtzahl der eingegangenen Gesuche beträgt 119 Stück, hiervon wurden 58 durch Bewilligungen berücksichtigt und 61 abgelehnt. Die Gesamtausgabe betrügt 17 612 Mark, gegen 14 375 Mark im Jahre 1905. In Erfüllung der Bestimmungen des Titels IX sind die vorgesehenen Mittel mit je 2500 Mark Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Herzogin sowie Ihrer Hoheit der Herzogin-Mutter überwiesen worden. Ein Ueberblick über die zu- Titel I bis IX pro 1906 gemachten Ausgaben ergibt, daß insgesamt 191 847,35 Mark gegen 191 890,80 Mark im Jahre 1905 zur Ausgabe gekommen sind. Die Ausgaben bewegten sich demnach säst in genau denselben Grenzen wie im vorhergehenden Jahre. Mehr verbraucht wurden gegen das Jahr 1905 im Berichtsjahre bei Titel III 4319,50 Mark und bei Titel VIII 3227 Mark, weniger dagegen bei Titel II 3431,50 Mark, Titel IV 1368,45 Mark und Titel VI 2800 Mark. Von den Ausgaben erhielten Korporationen 92 239,85 Mark (108 290), Einzelpersonen 99 607,50 Mark (83 620,80). In örtlicher Ordnung gesichtet wurden verausgabt: Für Dessau 123 955,30 Mark (117 956,30), davon an Korporationen 66 728,80 Mark (70 005,50), an Einzelpersonen 57 236,50 Mark (47 950,80). Für das übrige Anhalt 32 082.50 Mark <26 230,50), davon an Korporationen 12 640,50 Mark (12 754,50), an Einzel^ Personen 19 446 Mark (13 485). In Anhalt zusammen: 156 037,^ Mark (144 195,80), davon au Korporationen 79 369,30 Mark (82 760 an Einzelpersonen 76 688,50 Mark (61 435,80). Außerhalb Anhalt kamen zur Ausgabe insgesamt 35 809,55 Mark (47 715), davon ar Korporationen 12 877,55 Mark (25 530), an Einzelpersonen 22 93: Mark (22 185). Im Vergleiche mit dem Jahre 1905 hat eine Ver änderilng in der Weise stattgefunden, daß die Bewilligungen cu Korporationen um zirka 16 000 Mark zurückgegangen und die Au-: gaben für Einzelpersonen um etwa den gleichen Betrag gestiegc sind. In Dessau und Anhalt sind die Ausgaben um je zirka 600 ■ Mark mit zusammen zirka 12 000 Mark gestiegen, während die 'Aufgaben für Zwecke außerhalb Anhalts um den gleichen Betrag zurücgegangen sind. — In Prozenten ausgedrückt wurden verbraucht: I Dessau 64^ io Prozent (614;10 Prozent), im sonstigen Anhalt 167 Prozent (187/io Prozent), zusammen in Anhalt 813/10 Prozent (751 .t Prozent), außerhalb Anhalts 187/io Prozent (249/10 Prozent). An Steuern hat die Stiftung im Jahre 1906 bezahlt 25 12 Mark, gegen 24 072,50 Mark im Jahre 1905. Die Kosten der Ver waltung betragen im Jahre 1906 9257,58 Mark, gegen 8749,04 Mar im Jahre 1905, mithin mehr 508,54 Mark. Die Gesamtausgabe der Stiftung beträgt demnach in; Jahre 1905 226 239,93 Mark, gegen 224 712,34 Mark int Jahre 1903 mithin mehr pro 1906 1517,59 Mark. Die Einnahme der Stiftung m Berichtsjahre beträgt 229 169,22 Mark, gegen 228 736,07 Mark in Jahre 1905, mithin mehr 432,22 Mark. Das Ergebnis der Ein nahmen wurde erzielt aus: Hypotheken-Zinsen 100 255,62 Mark. Effekten-Zinsen 94 774,40 Mark, Zinsen aus Beteiligungen 26 416,5' Mark. Zinsen aus Darlehn 2467,10 Mark, Zuschuß der städtische! Cohu-Oppenheim-Stiftung 1010 Mark, Bankier-Zinsen 4245,55 Mart Die Einnahme bewegt sich fast in denselben Grenzen wie im Jahr 1905. Nach Abzug der Ausgaben verbleibt am 31. Dezember 190« ein Einnahme-Ueberschuß von 2938,29 Mark.. Dieser Betrag u mit dem am 31. Dezember 1905 vorgetragenen Saldo von 6536,4 Mark mit zusammen 9475,73 Mark für das Jahr 1907 vorgetragei worden. Das Stiftungsvermögen beträgt nach dem Bücherabschlus vom 31. Dezember 1906 5 282 346.67 Mark, gegen 5 312 038,21 Mat am 31. Dezember 1905. Es hat demnach eine Abnahme de Stiftungsvermögens um 29 691,75 Mark stattgefunden. Der Rückgaiu ist hauptsächlich auf niedrigere Kurse bei Effekten zurückzuführen Was sm Nhem pslüert. enne mir, Muse, den Mann, der „Jettchen Gebert geschrieben! — Oder nenne ihn mir lieber nicht, denn es ist ein zu schlimmer Konkurrent von uns jüdischen Schriftstellern. Wenigstens hier bei uns nimmt jede Mama und jeder Papa nach Tisch seine paar Seiten „Jettchen Gebert" zu sich und schlummert dann ein über die „gediegene" Lektüre. Was dem einen sein „Uhl" ist, scheint dem andern sein „Jettchen" zu werden. Glücklicher Georg Hermann! Du bist ein gottbegnadeter Lokalschilderer, und da Dir vielleicht das heutige Berliner Milieu nicht so sehr gefällt, lenkst Du Deine Phantasie rückwärts in die Zeit, wo das 19. Jahrhundert, das so viel Ungemütliches brachte, so urgemütlich anfing. Ach, hätte Rhenanus doch auch so viel Zeit, sich liebevoll in jene Zei! zurückzuversetzen; wie viele „Rheinische Briefe" könnte er dann schreiben. Dann brauchte er kein Vierteljahr zu warten, bie einmal in unserer guten Provinz etwas zu passieren beliebt Aber so! „Ist denn bei Ihnen gar nichts los?" wettert die verehrliche Redaktion. Ich habe Ihnen zwar seit Dezember nicht mehr geschrieben; aber untätig war ich nicht. Ich weiß, daß man durch Noblesse vbligiert wird. Und wenn mir beim

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