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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-05-03 · Heft 18 (3.5.1907) · p. Seite 209

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 18 (3.5.1907)
Date
1907-05-03
Page
Seite 209 (sequence 5)
Language
German
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209 11 (122) von Korporationen. Non 1180 Gesuchen wurden berück-!> lstigt 790 (741), davon 707 (659) von Einzelpersonen und 83 (82) i’ n Korporationen, während 390 (258) haben abgelehnt werden n i'tffeit. Von den ab ge lehnten Gesuchen waren 352 von Einzelp csonen und 38 von Korporationen. Von den genehmigten Gesuchen U men aus Dessau 441, sonst aus Anhalt 172, aus Orten außerhalb Inhalts 177. Soviel int Jahre 1906 Bewilligungen an Einzelpersonen e-iolgten, waren diese ihreut Geschlechte nach 455 (473) weiblich ttnd ' 2 (186) männlich. Die unterstützten weiblichen Personen waren Mit Familienstände nach 296 Witwen, 58 Ehefrauen und 101 ledige! rsonen. Die männlichen Personen waren ihrent Berufe nach 48 v>1validen, 40 Handwerker, 32 Handelsleute, 22 Beamte, 20 Arbeiter. 1 Kanfleute und 18 verschiedenen Berufes; außerdem 40 Studierende,! Lehrlinge und 9 Schulkinder. Ein Vergleich mit dem vorheri] henden Jahre ergibt, daß sich die Gesuche um 181 Stück vermehrt! ven und auch die Anzahl der berücksichtigten Gesuche ttm 49 i höht worden ist. Die größte Anzahl von Gesuchen lag auch dies- > U wieder zu den Titeln III und VIII vor. Obgleich das Knra- , rinnt bei der Etatsberatung bereits 17 000 Mark auf den Titel III i ,d 3000 Mark auf den Titel VIII von den nicht zur Verwendung > iommenctt Mitteln des Titels V überwies, haben sich die zitr Ver- ' gung stehenden Mittel für diesen Titel dennoch als unzulänglich - diesen, so daß hierfür noch die gemäß 8 8 der Stiftungsurkunde zu i rivendenden Mittel in der Hauptsache verbraucht worden sind, wie ' \) aus den rtunmehr folgenden Erläuterungen ztl den eittzeltten teilt ergibt. Titel I. Ter Stiftungsurkunde gemäß erhält die israelitische * iiltusgemeinde zu Dessau zur Förderung des sittlich-religiösen ' .bens in der Gemeinde sowie als Beihilfe zur Pflege der Jugend- ')iehung innerhalb derselben und zur Unterstützung solcher Vereine, elche Zwecken allgemeiner menschlicher Liebe und Fürsorge dienen, ehrlich 30 000 Mark. Diese Zuwendung ist für das Jahr 1906 im ilen Betrage der Bestimmung erfolgt. Aus dem Zufluß dieser Ittel errichtet die Gemeinde eine tteue Synagoge und ein neues < emeindehaus. Die Fertigstellung dieser Bauten ist soweit forti schritten, daß das Gemeindehaus zum 1. April bezugsfähig sein i ird und die Synagoge int Herbst dieses Jahres ihrer Bestiutmung ' ud übergeben werden kötttten. Die neue Synagoge läßt schon jetzt * lennen, daß sie nach ihrer Vollendtmg eilt schönes monumentales nt werk, einen Schmuck der Stadt Dessau bilden wird. Der Titel II bestimmt, daß die Stiftung Beihilfen alt die lterstütznugs bedürftigett anha ltischett israelitischen Ge-; Indett zu gleichen Zwecken, wie in Titel I angeführt ist, gewährt W ferner Zuwendmtgen an eilte zu begründeltde Pensionsultd liktenkasse der Kultusbeamten in den anhaltischen israelitischen ' irteinden gentacht werden. Etatsmäßig stehelt für diesen Tite^ 000 Mark zur Verfügung. Insgesamt verausgabt worden sind 890,50 Mark (18 822 Mark). Hiervon wurden überlviesen alt die! aelitischen Kultnsgemeinden in Anhalt die denselben ehedem voll ' ailicher Seite gemachten Beihilfen für die Kultusausgabeit der < meinden in Höhe von 2740,50 Mark, welche seit der Begründung j r Stiftung von dieser übernommen worden sind. Ferner erhielten- ' e Kllltusgemeuide in Zerbst für die errichtete neue Synagoge 90 Mark; die Kultusgemeinde in Balleitstedt 1000 Mark; - die illusgemeinde ilt Gröbzig 1000 Mark; die Kultusgeuteiude in Hoym '»Mark, die Kultusgelneinde in Sandersleben 550 Mark; die ' iUllsgenteinde in Harzgerode 300 Mark zu Reparaturzlvecken am ' nteindehause; die Kultusgemeinde in Eöthen zu Gehaltsäuj- : iserungen' 1500 Mark; die Kultusgeiueinde in Coswig 100 Mark ' -r die zu begründende Pensionsultd Reliktenkasse für die anj l ltischen israelitischen Kultusbeamten wurden 5000 Mark bewilligt,! cx bisher für diese Kasse angesamlnelte Fonds betrug am Schluffe, d s Jahres 1906 18 123,60 Mark. Die Mittel des Titels III dienen der Unterstützung Arnler l'itd Hilfsbedürftiger ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses? u>ie ’ bei* Förderultg von Vereinen ulld Veranstaltungen, ' lche der utoralischen, sozialen und wirtschaftlichen Hebung der 5 luen sowie sonstigen Werken der Nächstenliebe gewidutet sind. Die ' i' diesen Titel vorgesehenen Mittel betragen 30 000 Marl. Dieser Betrag hat jedoch auch nicht annähernd gereicht. Das Kuratorium sah sich schon bei der Etatsberatltng für das Jahr 1906 genötigt, um die dringendsten Gesuche berücksichtigett zu können, von dem Titel V (Altersheim) 17 OOO Mark auf den Titel III zu überweisen. Es sind aber auch diese Mittel noch unzulänglich gewesen, so das; allßerdem noch die meisten der laut 8 8 der Stiftungsurkunde zur Verwendung gekommeueu Gelder bei diesem Titel verbraucht worden silld. Die Ausgabe beträgt insgesamt 69 321,50 Mark, gegen 65 002 Mk. im Jahre 1905. Die Bestimlnung der Stiftungsurkunde, daß -5, der Ausgaben dieses Titels in Anhalt zu verwenden sind, ist innegehalten worden. Gegen das Jahr 1905 sind 4319,50 Mark im Berichtsjahre mehr ausgegebeu wordett. Die Ausgaben in Dessau haben sich tun 6195,50 Mark, im übrigen Anhalt um 625 Mark vermehrt, während sie für Orte außerhalb Anhalts um 2501 Mark zurückgegangen sind- Der Bestimutung. daß an dent Todestage der Stifteriu ein Seeleugottesdienst für dieselbe in der Synagoge zu Dessatt stattsindet. und an diesem Tage zahlreiche Spenden zur Verteilung kommen, ist entsprochen worden. Der Gottesdienst fand am 22. Dezember 1906 (bctit Todestage nach jüdischer Zeitrechttung) unter Beteiligung des Kuratoriums und vieler Gemeindemitglieder statt. Am Todestage nach bürgerlicher Zeitrechttung (5. Januar 1907) wurden 267 Personen, tueistens erwerbsunfähige und greise Gesuchsteller, mit Spenden im Betrage von 20 bis 100 Mark bedacht und hiersür 7195 Mark verausgabt. Besonders oft hat die Stiftung helfend eingegriffen, wo es sich bei beit Gesuchstellern um die Erlangung einer dauernden Arbeit und die Begründung eines Erwerbes gehandelt hat. In der Hauptsache jedoch wurden die Mittel verwendet für Personen, welche infolge hohen Alters oder Gebrechlichkeit des Körpers erwerbsunfähig waren und durch ihre Würdigkeit die Unterstützung verdienten. Gewerbsmäßige Bettler oder Personen, welche die hier bestehenden vielfachen Wohltätigkeitsaustalten aus Neigung zum Müßiggang in Anspruch zu nehmen suchen, wurden grundsätzlich zurückgewiesen. — Non den an Korporationen erfolgten Bewilligungen sind zu nennen: Elisabethhaus in Dessau 300 Mark. Nechtsschutzverein für Frauen in Dessau zum Zwecke der Hauspflege 200 Mark, für seine sonstigen Arbeitsgebiete 100 Mark, Herberge zur Heimat in Dessau 100 Mark, Gemeinnütziger Verein in Dessau 50 Mark, Waisenrat der Stadt Dessau zur Weihnachtsbescherung armer Waisenkinder 150 Mk., Iluterstützungsverein für israelitische Studenten am Polytechnikum in Eöthen 500 Mark, Verein für die Errichtung eines rituellen Speisehauses für die Besucher des Polytechuikttms in Eöthen 400 Mark, Unterstützungskasse jüdischer Kantoren in Berlin 100 Mark, Strafanstalten in Brandenburg, respektive Insterburg, zur Speisung jüdischer Strafgefangener am Passahfeste 50 Mark, respektive 30 Mark. Der Titel IV dient Zwecken der K r a n k e n p f l e g e ohne Unterschied des Glaubens dekenntnisses, insbesondere auch für Zuwendungen au Krankenhäuser, Heilstättett usw. Die für den Titel vorgesehenen Mittel betragen 20 000 Mark. Im ganzen lagert 108 Gesuche vor, wovon 85 berücksichkigk werden konnten und 23 abgelehnt werden mußten. Die verwendete Summe beträgt zusammen 21823,35 Mark, gegen 23 191.80 Mark im Jahre 1905. mithin rveniger 1368,45 Mark. — Es verblieben von bett Gesamtausgaben des Titels in Anhalt 16 252,80 Mark (15 641,80), außerhalb Anhalte 5570,55 Mark (7550), oder prozentualiter in Anhalt 741 2 Prozent (67Vo Prozent), außerhalb Anhalts 251 o Prozent (321,., Prozent). — Bon den au Korporationen erfolgten Zuwendungen erhielten die Freiwillige Sauitätskolonne vom Noten Kreuz ilt Dessau zur Erhaltung des von derselben eingerichteten ständigen öffentlichen Sanitätsdienstes für die Stadt Dessau 3000 Mark, der Kreisverein vom Roten Kreuz in Dessau für die Errichtung ittib Erhaltung 'von Kraukenpflegestationen in den Ortschaftelt des Landkreises Dessatt 8000 Mark, das Krankenpflege-Institut der Grauert Schwestern in Dessau 720 Mark. Der auf Anregung des Herzoglichen Skaaksministeriums im Jahre 1905 den Kreisdirektionen ztt Dessau, Eöthen, Zerbst und Ballenstedt nverwiesene Betrag von 1000 Mark zum Zwecke der Unterbringung lungenkranker Personen in Heilstätten ist auch in btefem Jahre wieder mit je 250 Mark an jede der betreffenden Behörden überwiesen lvorden. In die Malderholungsstätten I und II zu Dessau entsandte die Stiftung int letzten Jahre acht Personen^ mit zusammen 1176 Anfenthaltstagen, wofür 178,80 Mart verausgabt lvorden sind. Der

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