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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-04-19 · Heft 16 (19.4.1907) · p. Seite 183

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 16 (19.4.1907)
Date
1907-04-19
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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I. 17 Städte mit 2000 bis 5000 Juden. 770 024 12,:> 23 Städte mit 1000 bis 2000 Juden. 522 118 8£ Städte mit mehr als 1000 Inden zusammen. 3 825 604 01,0 r. Gemeinden mit 500 bis 1000 Juden .. 889 972 14,3 7. Gemeinden mit 300 bis 500 Juden. 371 049 5,9 Gemeinden mit weniger als 300 Juden ._ , . ■. 1 181 354 18,8 zusammen 0 208 639 100,0 Ohne Berlin entfällt in Preuszen 15,5 Mark und im uzen Reich 14,2 Mark als Kultnsstener auf den Kops der ji: Ischen Bevölkerung. Wie auch aus anderen Berechnungen >, .vorgeht, können wir 13 bis 15 Mark als die durchv »ittlich auf einen jüdischen Einwohner entsallende jährliche 3 ltnsstener annehinen. Jin Vergleich zu den Kirchensteuern anderer Religionso neinschaften sind die von den Inden anfgebrachten Kultus- >!!>ern verhältnismüszig ganz bedeutend höher, in einigen, 4 ovinzen um das fünfzig- bis sechzigfache. Zum Schluffe sei noch angegeben, wieviel (in Mark) die >', 'amten Gemeindeeinnahmen (oder Ausgaben), auf den Kopf d r jüdischen Bevölkerung berechnet, betrugen: 1. Berlin 01,0, 2. Schleswig-Holstein (Altona) 52,2, > Schlesien 25,9, 4. Brandenburg 25,7, 5. Hannover 25,0, Provinz Sachsen 24,4, 7. Württemberg 24,2, 8. Hessenissan 24,0, 9. Ostpreußen 22,7, 10. Westfalen 22,1, l . Pommern 22,0, 12. Westpreußen 21,4, 13: Posen 21,2,! . Bayern 20,9, 15. Königreich Sachsen 20,4, 16. Kleinü mten 20,0, 17. Rheinproviuz 19,6, 18. Groszherzogtu in Hessen i ,1, 19. Baden 16,3, 20. Elsaß-Lothringen 13,8, 21. Hansai: dte 9,9 Mark. Abgesehen von Berlin und Altona, die einen sehr hohen v at haben, ist die relative Höhe des Etats in den übrigen b bieten eine fast gleichmäßige. In den Preußischen Provinzen d wägt sie 20 bis 25 Mark pro Kopf, in einigen füdd mischen Staaten weniger, am wenigsten in den Hansastädten. 7 e Gleichmäßigkeit dieser Zahlen bedeutet, daß im Grunde e nominen in allen Gebieten des deutschen Reichs die jüdischen meindeu in ungefähr gleicher Weise für ihre Kultusbedürfnisse > gen. Die Höhe der Zahlen aber — etwa 14 Millionen Mark — b veift, welchen Gemeinsinu trotz der schweren Erwerbs- >' hältnisse die deutschen Juden für ihren Kultus hegen. Sit Woche. 4 Berlin, 16. April. Tod hält fürchterliche Ernte unter dem Ueberrest der Männer, die wie hohe Säulen von längst entschwnnd :er Pracht aus der Blütezeit der Wissenschaft des Judentl ns in die Periode des Epigonentums hineinragen. - nlige Wochen nach dem Tode des größten jüdischen 4 bliographen ist auch der Mann gestorben, der nach if)in als l‘ bedeutendste auf diesem Gebiete allgemein anerkannt w rrde. Am 6. d. M. ist m London, int Hanse seines Neffen, M Herrn Professor Dr. A. Büchler, der allgemeitr bekannte u d geschützte Dr. Adolf Neubauer im 76. Lebensjahre gestorben. Die große wissenschaftliche Bedeutung Neubauers eingehend zu schildern, muß eilten: seiner gelehrten Freunde oder Schüler überlassen bleiben. Wir könnet: heute nur in kurzen Worten das aussprechen, .was er der Wissenschaft des Judentums gewesen ist. Eit: geborener Ungar, widmete sich Neubauer schot: in jungen Jahren mit Eifer den: Studium der rabbiuischen Literatttr. Man kann sagen, daß er von Atlfang an der Bibliographie seit: Hauptaugenmerk zugewettdet hat. Seine ersten Arbeitet: auf diesem Gebiete erschienen in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums". Es waren sehrwertvolle Studien über die karüischen Schätze der Petersburger Bibliothek, die sein literarisches Ansehen begründeten. Es folgte eine Arbeit über die Geographie des Talmud, die als Löstmg einer Preisfrage der Pariser Akademie 1868 erschien. In demselben Jahre erhielt Neubauer den Auftrag, die hebräischen Matmskripte der Bodleiana zu katalogisieret:. Nach 18 jähriger, mühevoller Arbeit erschien dieser Katalog im Jahre 1886; bald darauf wurde Neubauer zum Bibliothekar an der Bodleiatta ernanttt. Attßerdem hat Neubauer in der Histoire Litteraire de ]a France das große Werk über die französischen Nabbinen des Mittelalters verfaßt, das Erttst Renan unbedenklich unter seinem Namen in die Welt gehen ließ. Bon verschiedenen anderen sehr wichtigen m:d wertvollen Arbeitet: nennet: wir nur noch die zwei Bände der Mediaeval Jewish (llironides, in denen die Texte alter jüdischer Geschichtsquellen in vorzüglicher Weise ediert wurdet:. Int Jahre 1884 wurde Neubauer als Lektor für das Nabbiuisch- Hebräische in Oxford angestellt, welchen wichtigen Posten er 16 Jahre lang bekleidete. Die hervorragendsten englischen Orientalisten waren während dieser Zeit seine tretten Schüler. Erst im Jahre I960 sah sich Neubauer infolge anhaltende^ Krankheit gettötigt, auf feine Stelle zu resignieren. Mit ihm ist ein Mann von uns geschieden, der der Wissenschaft des Judenttttns große und uttvergängliche Dienste geleistet Hat7 In der Geschichte der jüdischen Bibliographie wird sein Nattte neben dem Steinschneiders stehen. Jedes einzelne seiner Werke ist ein Gewittt: für das Studitttn der jüdischen Literatur, denn nicht um die toten Gerippe von Namen und Zahlen handelt es sich bei ihm, sondern tun die unumgänglichen Borarbeiten für eine geschichtliche Darstellung unseres großen :md weitverzweigten Schrifttums. Die eigentliche Literatttrgeschichte war Neubauer der große Leitstern, der ihm bei seinen: mühevollen und schweren Lebenswerk beftättdig vorattlettchteke. In der Ehrenreihe der Männer, denet: wir die Wiederbelebung der Wissenschaft des Judetttttitts verdanken, wird sein Name in Hellen: Glanze erstrahlen. Schon in seiner ersten Sitzung nach dett Ferien hatte das Abgeordnetenhaus Gelegettheit, sich mit einer Frage zu befassen, die uns aus bestimtuten Gründet: näher angeht. Wie beka::t:t, wttrde schon in der Sitzttttg der Budgetkommissiot: beitu Kapitel „Uttiversitäten" auch die Ausländersrage zur Sprache gebracht. Aus den Ausführunget: des Regiernngskottttnissars zt: diesem Thema war neben der Konstatierttng, daß die Zahl der Ausländer konstant (8 v. H.) sei, die Erklärung bedeutsam, daß die Negierung weitere Maßnahtnen gegen dieselben an preußischen Uttiversitäten ablehne Nichtsdestoweniger versttchten Konservative und Nationalliberale in der Plenarsitzung voit: 10. d. Bk. einen neuen Vorstoß. Der konservative Herr.v. Arnitn-Züsedom meinte sogar, daß die in Berlin außerordentlich hohe Anzahl vor: Auslättdern vielleicht die Schuld an den Mehrfordermtge»: in: Etat für die Universität trage. Man nutß anerkennen, daß der Kttlttts-

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