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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-03-22 · Heft 12 (22.3.1907) · p. Seite 137

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 12 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
Seite 137 (sequence 5)
Language
German
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137 MSM h c-'i, e, it ' die' ng b i en v i Lrwe l ssrnh i länd.r ffifd en )N h\ ft tu fikt hms en Jut Ml man in llkl; 19<: nein io d. . :eitbt i broi utsdn ii, bau n- )osn r Bill vtinci ii, Ball r- :ig 1 >pUK i= ^eßl ri. D.I., ittflrt t, 1Ö inö tt ii ib nd nde tef iec bbii or injlc trän u 1t U L> ^end u s ai e e ne nsch u Zud 11n, ' flä In 'ie n L oruf c ne -UN -'-.'re g .-eS lge.ft, en id) icfltiiö du ch zr ßere Zuwettduttgen in den' Stand setzen, den aus größerer Enter nung zu ' den . Versammlungen kommenden Kollegen, wenigstens -wen Teil ihrer Auslagen zu ersetzen; dann wird der Vorstand ui erlich nicht zögern, die Vereinsmitglieder öfter als bisher zusammen;it rufen und ihnen Gelegenheit zu belehrendem Meinungsaustausch ii geben. . Da der Rabbinerverband die Wa^l von Prüfungskommissionen ü diejenigen Rabbinatskandidaten, die an den bestehenden theologjichen Lehranstalten nach den für diese geltenden Bestimmungen das kramen nicht ablegen können, abgelehnt und ihre Einsetzung den inderverbänden überlassen hat, sah sich der Vorstand genötigt, provisorisch eine solche Kommission zu ernennen, zu deren Mitgliedern Vcgelstein-Stettin, Bloch-Posen und Richter-Filehne gewählt wurden. T c Letztere. dem hauptsächlich die Prüfung aus Talmud und Ritualo ices zufiel, und der sich der verantwortungsreichen Aufgabe mit ki er und Hingabe unterzog, ist leider im Februar des verflossenen )res verstorben; unsere Vereinigung, die ihm zu großem Danke ve pflichtet ist, wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Dreimal ist die Prüfungskommission, die ein sämtlichen Mitgl odern zugesandles Regulativ ausgearbeitet hat, zur Vornahme von Pulsungen in Stettin zusammengetreten und hat vier Kandidaten 9! bbinatsdiplome erteilt; ein fünfter hat noch in einem Lehrgegenide die Prüfung abzulegen. Herr Professor Mahbaum hat einen Teil der Zinsen des ihm ogentlich seines Jubiläums als Ehrengeschenk überreichten Kapitals Preisarbeiten aus der religiösen Praxis bestimmt und dem jeligen Vorstand unserer Vereinigung, der auch das Thema der 91 jeit stellen soll, das Preisrichteramt übertragen. Der Vorstand hat, re seine Nachfolger im Amte zu binden, das Ehrenamt mit herzem Danke angenommen. In der letzten Mitgliederversammlung war über einen Antrag chfeld-Vogelstein-Königsberg verhandelt worden, der den Zweck ho te, wichtige, bisher noch wenig bearbeitete theologische Disziplinen Angriff zu nehmen oder doch zu ihrer Bearbeitung anzuregen, zur Erledigung der Vorarbeiten eingesetzte Kommission, die im 91: dt 1903 in Berlin getagt hat, hielt es, da inzwischen die Gesellift zur Förderung der Wissenschaft des Judentums gegründet war, ii ht für ratsam, mit ihr, die ja auch die Bearbeitung eines Teiles der Disziplinen in ihr Programm ausgenommen hat, in Konkurrenz zi treten. Allein andere Aufgaben harren dringend ihrer Lösung; 'iegt uns ob, dem praktischen Bedürfnisse nach einer guten Bibelrsetzung, das sich immer mehr geltend macht und das ja auch m einmal in einen: Anträge des Kollegen Winter zum Ausdruck rächt ist, Rechnung zu tragen. Auch bedürfen wir eines auf raler Grundlage ausgearbeiteten Religionsbuches, das namentlich die Religionslehrer unentbehrlich ist. Denn darüber besteht wohl Zweifel, daß die von konservativer Seite verfaßten Religions-;er für uns größtenteils nicht brauchbar sind, da wir Liberale nches für minder wichtig und bedeutsam halten, aufdas von Konservativen ein besonderer Nachdruck gelegt wird, und um- 'hrt. Die Vereinigung hat bei verschiedenen freudigen und traurigen d ignissen ihre Anteilnahme den Kollegen und ihren Angehörigen d nndet, so anläßlich des siebzigsten Geburtstages Silbersteins-Wiest oen, der fünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläen Mahbaums und gelsteins-Stettin, des sünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläums 10 unds-Görlitz. des Todes Rahmers-Magdeburg, Tobias Cohns! emals in Potsdam), Wolffsohns (ehemals in Stargard i. Pom.) u ö Richters-Filehne. (Bei der Erwähnung der verstorbenen Vereinsu tglieder erhob sich die Versammlung, um das Andenken der Toten l ehren, von ihren Plätzen.) Die Vereinigung zählt jetzt 63 Mitglieder, gegen 56 im Jahre 1902. I' fehlen aber noch manche Amtsbrüder, von denen wir wissen, daß H der liberalen Richtung angehören. Es ist zu wünschen, daß alle liegen, die in einer gedeihlichen Entwicklung und nicht im starren ^llstand das Heil des Judentums erblicken, sich mit uns zu gemeiniu üer Arbeit verbinden, damit wir nach außen hin kräftig auftreten 11 i;£> furchtlos, pietäts- und maßvoll fortschreitend, die Zukunft unserer i' ligen Religion vor den ihr drohenden Gefahren des Rückschrittes d des Jndifserentismus stcherstellen können. Für alle Schattierungen des Liberalismus ist in unserer Vereinigung Raun:, da Abstimmungen über religiöse Zeitfragen nach 8 3 unserer Satzungen nur.die Ansicht der Mehrheit zum Ausdruck bringen, aber sür kein Mitglied verbindlich sind. Mit der Mahnung: pjp| “löK1 ms1?! TW injn DK V'i« („Einer stehe dem anderen bei und spreche zu seinem Bruder: Sei stark!") und mit dem Gebet, daß Gott auf unseren Beratungen Seinen Segen ruhen lasse, daß Er uns den rechten Weg finden, die rechten Mittel anwenden lehre, damit wir zu Seiner Ehre, zum Heile der unserer religiösen Leitung anvertrauten Gemeinden und zur Kräftigung unserer heiligen Religion wirken, schloß der Vorsitzende den Bericht. In der darauf folgenden Diskussion wird der Wunsch nach einem engeren Zusammenschluß der liberalen Rabbiner von mehreren Seiten ausgesprochen, und schließlich ein Antrag Samuel-Freudenthal angenommen: „Der Vorstand der Vereinigung der liberalen Rabbiner möge Vertrauensmänner in den Provinzen bestellen behufs Herbeiführung eines regeren Verkehrs zwischen Vorstand und Mitgliedern." 2. Kassenbericht. In Vertretung des Kollegen Plaut vom Vorsitzenden erstattet: Der Kassenbestand beträgt jetzt nur 184 Mark, gegen 358 Mark bei der vorigen Rechnungsablegung. Die Verminderung ist veranlaßt durch Ausbleiben von Beiträgen, mit denen manche Kollegen seit mehreren Jahren im Rückstände sind; es ist in Zukunft auf eine pünktlichere Entrichtung der Beiträge Bedacht zu nehmen. Die von den Revisoren beantragte Entlastung wird erteilt. 3. Vortrag des Kollegen Silberstein-Elbing: „lieber das Priestertum der Ahroniden." Nachdem der Vortragende in der Eillleitung auf die Wichtigkeit der Behandlung religiöser Fragen in Rabbiner- Verbänden hingewiesen und sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß der Rabbinerverband in Deutschland solche Fragen durch 8 16 seiner Satzungen ausschließt, sprach er über den Ursprung des Priestertums der Ahroniden. Er kennzeichnete die Bedeutung dieses Priestertums, seine Pflichten, Rechte und Vorrechte nach der biblischen Auffassung und während des Bestandes des Tempels und verwies auf den Unterschied in der Bedeutung desselben nach dem Untergange des Heiligtums. Alsdann ging er des näheren aus die sür die Ahroniden in heutiger Zeit noch geltenden biblischen und rabbiuischen Bestimmungen ein, aus den Priestersegen, die Auslösung der Erstgeburt, die Priesterabgaben, die Vorrechte der Priester bei der Thora» Vorlesung, die verbotenen Ehen und die Verhaltungsmaßregeln bei Bestattung der Toten. Hierbei erinnerte er an die aus den Zeit- Verhältnissen erwachsene Reform des Priestersegens, der seit langer Zeit nur an Festtagen von den Ahroniden gesprochen wird, während er früher täglich gesprochen wurde, und hob die Schwierigkeiten hervor, die bei- Beobachtung der Priestergesetze für die Gem einden die einzelnen Priester und Rabbiner sich ergeben. — Nach dieser ausführlichen Erörterung führte der Redner die Anschauungen konservativer und liberaler Vertreter des Judentums über die Bedeutung des Opserdienstes überhaupt und des Priestertums in gegenwärtiger Zeit an (Hirsch, Hoffmann, Geiger und Vogelstein) und sprach zum Schluß über Jichuse Kehunnah. In der sich anschließenden sehr lebhaften Diskussion, an der sich Tawrogi, Walter, Porges, Vogelstein-Stettin, Samuel, Baron, Kellermann, Sonderling, Freudenthal, Rüls, Vogelstein-Königsberg, Jacob, Norden und Blumenthal beteiligten, wird von allen Seiten eine Resolution der liberalen Rabbiner sür notlvendig gehalten, die schließlich in folgender Form von sämtlichen anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen wird: „Seit der Zerstörung des Tempels hat sich die religiöse Entwicklung des Judentums vom Opferwesen losgelöst und kann auch in Zukunft ihr Ziel nicht mehr in der Wiedereinführung eines Opferkultus erblicken. — Die init dem Bestand des Opsertempels zusammenhängenden Priestergesetze haben damit ihre ursprüngliche Bedeutung verloren und können als erschwerend für die religiöse Praxis nicht mehr in Betracht kommen." 4. In Vertretung Winters, der durch Amtspflichten am Erscheinen behindert war, referiert Vogelstein-Stettin über einige aktuelle Fragen. Wegen vorgerückter Zeit behandelt der Redner nur kurz die eine Frage über die Möglichkeit einer Scheidung gegen den Willen des Mannes. Da der Redner sich wegen Zeitmangels nicht weiter verbreiten kann, wird beschlossen, eine Kommission von sieben Personen, •1! ii

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