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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-01-18 · Heft 3 (18.1.1907) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 3 (18.1.1907)
Date
1907-01-18
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 herzlichster Weise zum Ausdruck gebracht wurde. — Aus deu auswärtigen Literaturvereinen: JnKottbus sprach Herr S. Fränkel- Görlitz über „Jüdische Kunst", Dr. Rosenrhat-Stargardt über „Tie drei Rätselbücher der Menschheit", in Tilsit Dr. Ehrlich über Chasdai ibn Schaprut, in Königsberg Dr. Stein-Dresden über „Aberglaube und Judentum", Herr Fritz Stahl-Berlin über „Jüdische Künstler", Frau H. Fürth-Frankfurt a. M. über „Die jüdische Frau im Erwerbsleben", in Strasburg Herr Adols Bnkofzer-Tanzig: „Die Kunst zu leben und als Jude zu leben", Dr. Ludwig Cohn-Berlin: „Der Jude im Roman", Dr. AdolfKohut-Berlin: „Dienamhaftesten jüdischen Humoristen Deutschlands in der Gegenwart", Herr BernhardLöwe nthal- Graudenz: „Rezitation von jüdischen Dichtungen", in Rakel Dr. Wilensky über die „Gegenwartsgeschichte der russischen Juden in ökonomischer Beziehung", in Schneidemühl und Lissa Herr Albert Katz über ,Christen und Juden als Förderer der hebräischen Literatur", in Pinne Dr. Grünthal über „Raschis Leben und Wirken", Tr. Joseph-Stolp über „Zionismus", in Mystowitz Herr S. La queur-Breslan über „Adolphe Crömieux", Dr. Wilerisky-Nikolajeff über „Die russischen Juden in politischer, sozialer und ökonomischer Beziehung", in Hannover Dr. Leimdörfer-Hamburg über „Wie entstand die Religion und was glauben wir?", in Hamburg Dr. Löwenthal über „Deu Talmud", in Würzburg Tr. D. Braunschweiger-Kattolvitz über „Jüdische Frauencharaktere in modernen Dramen", in Westhofen i. E. Tr. Marx über „Gottesdienstlichen Gesang im Judentum", Kantor Kauffen über „Den makkabäischen Staat", in Mülhausen Dr. N hry-Schlettstadt über „Die Juden in Spanien", in Hochfelden Tr. Levy-Brumat über „Die sozialen Einrichtungen im alten Israel", in Ingweiler Herr Jos. Berger-Köln über „Moderne Romantik im Judentum". — Frau Marie Pospischil hat das biblische Charakterdrama „Jacob" von Ludwig Klansner-Dawoc, das sie bekanntlich in der hiesigen Philharmonie vor einer großen Versammlung vorgetragen hat, auch in Hamburg und zwar mit solchem Erfolge öffentlich rezitiert, daß eine nochmalige Vorlesung angeregt worden ist und wahrscheinlich demnächst stattfindet. £2 Berlin, 14. Januar. Der Hi l fs verein der Deutschen Juden hat gemeinschaftlich mit der Großloge für Deutschland in Hamburg eine besondere Abteilung seines „Zentralbureaus für jüdische Auswanderungsaugelegenheiten" errichtet. Mit der Erweiterung der Fürsorgetätigkeit für die jüdischen Emigranten, die infolge der traurigen Verhältnisse in Rußland erforderlich geworden war, und mit den neuen Aufgaben, die der Plan einer zweckmäßigen Verteilung der Auswanderer in den Vereinigten Staaten all den Hilfsverein stellt, war die Etablierung eines solchen Bureaus im Haupthafeu der jüdischen Auswailderung notwendig gewordeil. Die Adresse des neuen Bureaus ist: Zentralbureau für jüdische Auswanderungsangelegenheiten (Hilfsverein der Deutschen Juden, Großloge sür Deutschland). Abteilung Hamburg, Kleine Bäckerstraße 21. Das Bureall untersteht dem Hamburger Lokalkomitee des Hilfsvereins, das sich aus folgenden Herren zusammensetzt: A. Lewandowski, erster Vorsitzender; Moritz Marburg, zweiter Vorsitzender; D. Frischlnann, Dr. N. Hinrichsen. Oberrabbiner M. Hirsch, Dr. E. Kalmus. Paul Laskar, Tr. H. C. Plaut, Dr. Hermann Samson. Mit der ehrenamtlichen Geschäftsführung wurde Herr Paul Laskar betraut, der in segensreicher Weise auch bisher die Arbeiten in Hanlburg geleitet hat. Die Tätigkeit des Bureaus hat bereits am 1. Januar begonnen. Gelegentlich der Versammlung des Hilfsvereins in Hamburg haben die Herren Generalkonsul Landau und Dr. Nathan zusammen mit den Hamburger Herren das Bureau besichtigt und die Zweckllläßigkeit seiner Einrichtllngen anerkannt. In Verbindung mit dem Hauptbureau in Berlin unb mit den zahlreichen Schutzkomitees des Hilfsvereins an der Grenze und im Innern Deutschlands wird das Hamburger Bureau es als seine Aufgabe betrachten, die mit der Auslvanderung verbundenen Härten und Beschwerlichkeiten für die Emigranten zu mildern und allen Allswanderern helfend und ratend zllr Seite zu stehen. s. Berlin, 14. Januar. Die Königliche Akademie der Künste schreibt das Stipendium der Natalie Hirsch, geb. Wolfs- Stiftung ans. Die Stiftung hat den Zweck, jüngere anerkannt talentvolle, fleißige und strebsame Personen weiblichen Geschlechts und jüdischer Religion, die' sich in Notlage befinden, zu ihrer Ausbildung zu unterstützen. Das Stipendium sür 1907 mit 300 Mark, zahlbar am 5. Mai, soll eine in der Königlichen akademischen Hochschule für Musik sich der Gesangskunst widmende Schülerin erhalten, in zweiter Linie Schülerinnen der akademischen Meisterschule, sür musikalische Kompositionen, eventuell solche, die sich auf der Hochschule auf Klavier oder anderen Instrumenten ansbilden. Bewerbungen sind bis zum 15. Mürz 1907 an den Unterzeichneten Senat. Berlin W. 64, Pariserplatz 4, einzureichen mit ausführlichem Lebenslauf, aus dem insbesondere der Gang der künstlerischen Ausbildung ersichtlich ist, ferner Nachweis der Religion, Bedürftigkeitsattest, 'voll Schülerinnen der Hochschule sür Musik ein Zeugnis dieser Anstalt darüber, daß die Bewerberin dem Studium der Gesangskunst, beziehungsweise der Jnstrumentalkunst an der Hochschule obliegt. Berlin, 13. Januar. In der Nacht zum 9. d. M. ist hier der Reichsgerichtsrat a. D. Dr. Jakob Friedrich Wehrend im Alter von 73 Jahren gestorben, der dem höchsten deutschen Gerichtshöfe von 1887—1900 angehört hat, nachdem er vorher 24 Jahre lang als hervorragender Lehrer des Handelsrechts auf akademischen Lehrstühlen gewirkt hatte. Wehrend war am 13. September 1833 in Berlin als Sprößling einer alten jüdischen Familie geboren, am 24. April 1854 als Auskultator beim Kammergericht in den preußischen Justizdienst getreten, 1856 Referendar und 1859 Gericlstsassessor gelvorden. Als solcher habilitierte er sich 1863 bei der hiesigen Universität als Privatdozent und schied zu Beginn des Jahres 1870, nachdem er schon seit 1866 beurlaubt gewesen war, aus dem Justizdienst, um sich gänzlich der akademischen Laufbahn zu widmen. 1873 folgte er einem Rufe an die Universität Greifswald, bei der er als ordentlicher Professor das Lehramt für deutsches, preußisches und Handelsrecht übernahm. Es ist noch unvergessen, welches Geschrei konservative und antisemitische Blätter erhoben, als Wehrend zum Rektor der Universität gewählt wurde. Man wollte damals die Regierung bestimmen, der Wahl die Bestätigung zu versagen. Aber Kaiser Wilhelm I. vollzog trotzdem diese Bestätigung. 1884 wurde Behrend als Ordinarius nach Breslau berufen und im Oktober 1887 zum Reichsgerichtsrat ernannt, ohne vorher ein richterliches Amt bekleidet zu hüben; er hat dann 13 Jahre lang dem ersten Zivilsenat des Reichsgerichts angehört. Neben seiner akademischen und richterlichen, hat Behrend auch eine ausgedehnte literarische Tätigkeit entfaltet. Tie meisten seiner wissenschaftlichen Arbeiten betreffen das deutsche Recht; als sein Hauptwerk gilt das „Lehrbuch des Handelsrechts", das ebenso bei Studierenden wie bei den praktischen Juristen viel Anklang gefunden hat. Am 1. Oktober 1900 war Behrend in den Ruhestand getreten und lebte wieder in seiner Vaterstadt. Heute wurde er auf dem Friedhof in Weißensee zur letzten Ruhe bestattet. Kp. Aus -er Provinz Posen, im Januar. In Janowitz ist ein israelitischer Frauenverein ins Leben getreten, dem gleich 35 Mitglieder beigetreten sind. — Stadtrat Neumark in Krotoschin ist zum Mitglied der Posener Handelskammer neugewählt worden. — Zum Vorsitzenden des jüngst in Samter gegründeten Gewerbevereins ist Kaufmann Moritz Nathan daselbst gewühlt worden- Herr Nathan bekleidet ohnedies schon eine Reihe der höchsten Ehrenämter in Stadt und Kreis Samter. — Zur Vorsitzenden des israelitischen Frauenvereins in Koschmin ist Frau Dorothea Fuchs gewählt worden. — In Posen starb neulich im 94. Lebensjahre der Rentier Aron Thorner. Derselbe gehörte früher lange Jahre dem Repräsentantenkollegium und dem Vorstande der Synagogengemeinde daselbst an. — Ter langjährige Repräsentant der Synagogengemeinde und Vorstandsmitglied des kaufmännischen Vereins in P o se n, Kaufmann Julius Köllen sch er, ist im Alter von 59 Jahren gestorben. — Lehrer Puczynski in Filehne tritt nach 25 jähriger Amtstätigkeit in den Ruhestand. — Im Alter von 82 Jahren starb neulich Kaufmann Moses Kiewe in Gallub. Derselbe gehörte viele Jahrzehnte der dortigen Stadtvertretung, zuletzt als Magistratsmitglied, an und war 25 Jahre hindurch Vorsitzender des Aufsichtsrats des Vorschußvereins daselbst. — Der in Columbus, Staat Ohio, lebende. aus Ostrowo stammende Kaufmann Charles Ledermann hat der Synagogengemeinde seiner Vaterstadt auch in diesem Jahre einen namhaften Betrag zur Verteilung an Arme gesandt. — Geheimer

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