Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1903)
- Date
- 1903-08-21
- Page
- Seite 403 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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403 ung der Herzens ist ein sterischenichtlicheu ndlichkeil lfmal im za 2. 1, als aber el" wird r ebenso «fälliger Dehnung n darf, avischen, räischeu veilz. B. tivs als somaua;n, wäre die Erin Jrrde nc, daß utt liest, labe, die imselben sten die Urtieren, r seines ter, laß t, mein fahl der gegeben rg vom der anzkeit der sten der eise der Delitzsch :o oder rährend ihn als gs und deshalb het geid das Ltab zu n nicht liglicher den sich .8 viele lährend ich vorat den cnikus " Und kühnen mß sie te Volk u nicht : „gott- -pender i bisher Mg, wo man sie für ein gottauserwähltes Volk hielt. Mehr als die Nachkommen der Offenbarungsträger ihres Glaubens .'egen lebendig verbrennen, wie im Mittelalter, und sie entrechten und verleumden, mißhandeln und töten, wie heute, i;n Jahrhundert der Assyriologie irr Rumänien, in Polna, ,'konitz, Tisza-Eslar, auf der Teufelsinsel, Algier, Marokko,?usa rc. kann man doch nicht! Als „gottauserwählt" mißhandelt zu werden ist gleich schmerzhaft, wie als bloße „Nach- - mpfinder" der„edlen"Affyrerzu gelten, die ätoutprix ad minorem .udaei gloriam im Grunde eines einzigen, noch dazu mehrdeutigen Wortes aus einer Tontafel, trotz ihrer in allen wnstigen Denkmälern bekundeten Vielgötterei — zu Monoiheisten (!) gestempelt werden sollen. dirjjijks Kopk und her?. ' Von Dr. B. Placzek (Brünn). III. ir finden die platonische Lehre vom Sitze der Seele ferner im 12. Jahrhundert bei Bernhard von Chartres?) Mlhelm von Conches (Dialogus de substantiis physicis [ed. ( ratarolus] p. 44) und Wilhelm von Thierry (Werner, Der Entl ickelungsgang der mittelalterlichen Philologie, 14 ff.); bei den leiden letzteren im wesentlichen nicht alteriert, aber mehr entwickelt und fortgebildet durch die bereits erfolgte Erweiterung des Gesichtskreises für die Auffassung physiologischer Prozesse, sowie lurch die aus den Schriften des Constantinus Africanus geschöpfte bessere Kenntnis des Gehirnes und des Nervensystems, .'tark mit Elementen arabischen Ursprungs versetzt, erscheint i'ie platonische Vorstellung vom Seelenorgan als ein wesentl eher Bestandteil der psychologischen Betrachtungsweise der i em Alcher von Clairvaux (nach Liebner, Hugo v. St. Viktor, 494 ff.) zugeschriebenen Kompilation: de spiritu et anima * tefeti Titel trägt sie unter den Werken des Augustinus). Von allen den genannten Schriftstellern wird das Gehirn orzugsweise als Seelenorgan bezeichnet, insofern bei den *) In der in Nummer 32 abgedruckten Fortsetzung dieses Artikels! ud folgende Druckfehler zu berichtigen : Seite 380, Spalte 2: Bedaresi ''att Bedarasia; Seite 380, Spalte2: Lippmann stattLizmann; Seite381, Palte 2: Sahagun statt Sahazun; Seite 382, Spalte 2: Saturr aliorum statt Saturnalivrum; metaphysische statt methaphysische. 2) Bernhard Silvester (1070—1121) widmet in seinem Buche mundi universitate (ed. Barach und Wrobel Innsbruck 1876) \ 65—69, dem Streite zwischen Kopf- und Herzseele folgende Verse: Delegisse caput propriam sapientia sedem Creditur et thalamis exseeuisse tribus .... Dignaque post cerebrum sequitur substantia cordis, Quam vis et in cerebro conferat, unde viget .... Humida vis cerebrum, cor iguea, mixtus utroque Aärius sanguis wolle creavit epar. Ueber einer phrenologischen Büste, welche Albertus Magnus im '3. Jahrhundert gezeichnet, finden sich folgende Reime: „Nel capo son tre celle, Ed io dirö di quelle, Davanti e lo intelletto E la forza d’apprendere, Quello, che puote intendere. Ju mezzo e la ragione E la discrezione, Che scherne buono e malo, E lo terno, e l’iguale. Dirietro sta con gloria, La valente memoria, Che ricorda e ritiene Ouello ch’in essa viene.“ spezifischen Funktionen das Gehirn vor allem beteiligt ist. Da sie aber auch darauf achten, daß das Gehirn selbst nur ein Teil des ganzen Organismus ist und nur durch die Beziehungen zum ganzen Organismus sein Leben erhält, so nehmen sie neben der Seele, welche im Gehirn ihren Sitz hat, noch eine Art von Lebenskraft oder von niedrigerer Seele an, welche sie in andern Teilen des Körpers oder in dem ganzen Leibe lozieren. In dieser halbniaterialistischen Umbildung und Zuspitzung finden wir die platonische Ansicht vom Seelenorgan schon zur Zeit des Wilhelm von Auvergne (nach dessen eigenem Bericht: de universo sec. partis pars II. cap. XCI) einer neuen eben aufkommenden Lehre gegenüberstehen, welche auf Aristoteles zurückgeführt wird, nach welcher nicht das Gehirn, sondern das Herz der Sitz der Seele ist. Der erste, welcher diese Ansicht zu begründen und zu verteidigen suchte, war Alsredus Anglus in seiner Schrift: de motu cordis. Die erste Anregung aber dazu, den Sitz der Seele, im Gegensätze zu der älteren Vorstellungsweise, im Herzen nachzuweisen, scheint Alsredus in der Tat von Alexander Neckam empfangen zu haben. Sein eigenes Bekenntnis in der Dedikationsepistel der Schrift: de motu cordis wird durch folgende Verse Alexanders bestätigt: „Est igitur sedes animae dignissima cordis Hospitium [De naturis rerum (ed. Thom. Wright) pag. 494, vers. 449). Alfred denkt nämlich das Verhältnis von Seele und Leib, wie Jbn Gebirol das von Gott und Welt. Wie die Form die Materie, die Sonne, die Erde, so bestrahlt die Seele die Glieder des Leibes und dringt in sie «in. Die Materie, sagt Jbn Gebirol (Avieebron) steht in der Erkenntnis des Schöpfers' wie die Erde im Zentrum des Himmelsraumes, die Form bestrahlt sie und dringt in sie ein, wie das Licht der Sonne Luft und Erde bestrahlt und in sie eindringt (Munk, Melanges etc. Extraits de la source de vic V. 41). Denselben Vergleich gebraucht wiederholt die Schrift de motu cordis, aber nicht um das Wirken Gottes in der Welt zu bezeichnen, sondern das der Seele im lebendigen Leibe. Irradiation ist das Zauberwort' durch welches Aristoteles ihr wunderbares Wirken bezeichnet. Es ist in hohem Maße belehrend und aufklärend, die Art und Weise zu erkennen, in der es A. verstand, die Aristotelische Ansicht von der Seele mit seiner an den Pantheismus der Amalricauer erinnernden, aus dem Schoße arabisch-jüdischer Ideen hervorgewachsenen Metaphysik zu vermitteln. Die Seele ivird von A. ganz im Aristotelischen Sinne als erste den einzelnen Akten zu Grunde liegende Form oder Entelechie eines zum Leben geeigneten d. h. organischen Körpers gefaßt. Sie ist daher das bewegende, gestaltende und zweckursächliche Prinzip aller in den Bereich eines organischen Körpers fallenden Funktionen. Leib ohne Seele oder Seele ohne Leib zu denken ist also nach unserm Autor ein ganz vollkommener Widerspruch. Die Seele ist nur Seele durch den Leib, der Leib nur Leib durch die Seele. Getrennt von einander ist jedes ein anderes, der Leib nicht mehr Leib, die Seele nicht mehr Seele. Das ist allerdings nicht der Aristoteles, wie er einige Jahrzehnte später in der Literatur der Scholastik erscheint, der, von dem Apostelgewande umflossen, das ihm Albertus und Thomas umgetan, seine Stelle in der Hierarchie einnimmt. Das ist auch nicht der Aristoteles, der zur Mode und Manier, zum herrschenden Tyrannen der Schule werden kann. A. gelangte zur Forderung eines besonder« Seelenorganes, das zu dem ganzen Organismus in demselben Verhältnisse stehen muß, wie die Seele zum ganzen Leibe. Welches ist nun dieses Organ? Es kann nur jenes sein, dessen Funktion eine der Seele ähnliche ist, gegen das nämlich alle anderen Orggne mit ihre» Funktionen widerstandslos, von