Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-08-14 · Heft 33 (14.8.1903) · p. Seite 387

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 33 (14.8.1903)
Date
1903-08-14
Page
Seite 387 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3228527-3228561--60043-3296604
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

387 andes des errain ist ig. Nasse lb. „Die lld wurde l heftigen oie man Haffen zu iener und r jüdische jüdischen nte. Der und von auf über zur Bereu haben ter 14 638 sieht, die ie Aubau- )hr Viehrmehrung lber aller ein noch schen Beotz neuer 1899 von Kolonisten le, irgend i ist mit ümero de r direkten schlimmer mio. Der rganisiert und sie tur, durch ie Kinder u. lent aller l in den Palästina bung der selbst der nommen- , die Zubegiullt. uensi scheu Die Junormalen uutigend ihnen eilt :m stände uns alllbständig nr bildet manchen die Bersten Herr c zur Be-- uch über! irgend' em Kolo lmmelten! ist ausm haben 2. Ekrou, das ursprünglich eine reine Getreidekolonie, dann aber gegen den Willen der sich gewaltig sträubenden Kolonisten in . ine reine Obstkolonie umgewandelt wurde, soll nunmehr wieder zum Getreidebau zurückkehren. Zu den 383 Hektar der Kolonie sind jetzt :oeitere 350 Hektar zugekauft und mit 16 Kolonisten bevölkert worden, ie Zurückbleibenden 15 Kolonisten sollen auf dem Boden des eben ingekausteu Dorfes Mansurah untergebracht werden. Im Berichtsjahre haben die 31 Kolonisten aus dem geringen Getreidebau (mit 90087 Franksj, den Mandelbäumen und der Seidenzncht eine Einnahme von zusaulmen ca. 24000 Franks gehabt. 3. Pethach Tikwah. Diese größte jüdische Kolonie Judäas mit 18 Seelen hat 115 000 Franks für Trauben und 26 450 Franks für betreibe eingenommen. Außerdem besitzt die Kolonie 90 Hektar Orangerien. 4. Woad-el-Chauin. Die kleine 120 Hektar umfassende Kolonie »uit 18 Familien hatte im Berichtsjahre 261 600 Kilo Trauben (gegen 82 000 im Vorjahre) eingenommen und von ihrer 16 357 Franks benagende Schuld 14170 Franks zurückgezahlt. Ein Versuch mit dem lnbau von Tabak hat eine Ern te von 560 Kilo pro Hektar ergeben. Der Tabak ist von vorzüglicher Qualität. Der Anbau von Tabak ürd jetzt in sämtlichen jüdischen Kolonien mit bestem Resultat gelacht. Sehr gut geht es der Kolonie 5. Rochowoth, welche zum großen Teil einer Warschauer Geellschast gehört. Trotzdem von den 960 Hektar dieser Kolonie kamn > ie Hälfte in Kultur genommen ist, haben die Aktionäre für das Jahr 902 10 Prozent Dividende bekommen. Die Kolonie hatte für 95169 Franks Trauben gehabt. 6.,Katrah, deren Bewohner sich mit der Fabrikation von Cognac »statt mit dem Getreidebau abgeben. Die 23 Familien dieser Kolonie atten eine Einnahme von 38 828 Franks davon 28 961 aus dem ' ognacverkauf und 10 866 für Trauben. 7. Chederah. Die Einwohner dieser Kolonie haben von jeher unsäglich viel vom Fieber gelitten, das drei große in der Nähe iefindliche Sümpfe ansströmen. Die Juden verzagten aber nicht, andern nahmen den Kampf mit dem tückischen Feind mutig auf. Und! -irklich gelang es ihnen durch Anpflanzung eines wahren Waldes von O0 0O0 Encalhptusbäumen nicht nur des Fiebers Herr zu werden, andern sich auch für die Zukunst eine reichlich fließende Einnahmeuelle zu eröffnen. Im Berichtsjahre war das Klima soweit gebessert, - aß die Kolonisten den Boden bebauen und ihm für 28 000 Franks i -etreide entlocken konnten. Außerdem wurden für 24 000 Franks rauben verkauft. 6. Galiläa. 8. Die Kolonie Sichron Jacob, welche 1900 noch 116 Familien > eherbergte, ist inzwischen sehr erheblich belastet worden. Es fiub l Familien in den Kolonien um Liberias angesiedelt worden. Von n\ zurückgebliebenen 73 Familien sollen fünf in Sichron Jacob lbst und 28 auf den neugekauften, 543 Hektar umfassenden Boden 's benachbarten Dorfes Bnrdje angesiedelt werden. Für den Rest an 40 Familien wird das Terrain von Sichron Jacob selbst mit inen Weinbergen und Obstbäumen wohl umsomehr ausreichen, als ieses Jahr in Sichron Jacob aus dem Getreidebau 27 268, aus dem ieiubau 34 782uitb aus der Obstkultur 2760, im ganzen 64 810 Frauks 'reinnahmt worden sind. So scheint die Frage über die Zukunft on Sichron Jacob, welche noch vor zwei Jahren dem Verwaltungsrat er J. C. A. nahezu unentwirrbar schien, sich dennoch ihrer beledigenden Lösung zu nähern. Der Verwaltungsrar scheint jetzt ngar in das entgegengesetzte Extrem verfallen zu wollen, wenn er ie rosige Hoffnung ausspricht, die früher als „sogenannte" Kolonisten zeichneten Einwohner von Sichron Jacob werden in zwei bis drei ahren im stände sein mit Rückzahlungen zu beginnen. 9. bis 15. Neue Kolonien. Den guten Erfolg, den die J. C. A. it Sichron Jacob sowie mit anderen an Landknappheit leidenden aliläischen Kolonien erzielt hat, verdankt sie dem ebenso einfachen ie eigentlich ganz selbstverständlichen Entschluß, den notleidenden olonisten Land zuzukaufen. Diese Landankäufe im Umfange on ca. 6000 Hektar find erfolgt einerseits cim Berge Tabor (Meskah), nderseits in der Nähe von Liberias. Bislang sind auf den neuen Bindereien vier Kolonien, nämlich Meskah, Daleika, Abadja und mmma gegründet worden. Im kommenden Winter sollen drei weitere Kolonien auf dem neuen Boden errichtet werden. Jeder wlonist erhält eine vollständige Ausrüstung, bestehend aus einem Haus von drei Räumen. Scheune, Stall, Vieh (5 Ochsen, 2 Kühe, 1 Esel, 20 Schafe und 20 Hammel), Ackergeräte nebst 41 Hektar Land für eine Familie von fünf Köpfen. Auf diese Weise sind bis jetzt 79 Familien installiert worden. Es wird beabsichtigt, diese Familien nach erfolgter Einrichtung vollkommen sich selber zu überlassen und sie nicht im geringst en zu bevormunden. Bis jetzt liegen die ersten Ergebnisse von drei Kolonien vor: In Uamma, wo die Aussaat noch rechtzeitig erfolgen konnte, haben 11 Kolonisten für 20809 Franks Brotfrucht geerntet. Das macht das schöne Einkommen von 1700 Franks pro Familie aus. In Meskah und Dalayka konnte die Besitznahme des Bodens nur sehr spät erfolgen. Die Bestellung konnte nicht rechtzeitig vorgenommen werden, und das Ergebnis war für die 22 Kolonisten von Meskah 33 168 und für die 25 von Dalayka nur 5517 Franks. 16. Rosch-Pinah. Diese 2942 Hektar umfassende Kolonie besitzt nur 1364 Hektar ertragfähigen Bodens. Das Getreide brachte 60 940, die Weinberge 10129 und die von den Kolonisten arg vernachlässigte Seidenzucht 2179 Franks. Die Gesamtsumme von 73 222 Franks reichen nicht aus, um 43 Familien zu ernähren, zumal von diesem Gesamtbeträge noch 21 600 Franks Steuern abgehen. Es sollen daher noch acht Familien in den neuen Kolonien untergebracht werden, so daß die Zurückbleibenden Land genug übrig behalten sollen, um aus ihm ein Einkommen von 1700 Franks erwerben zu können. Der Tabakbau hat 275 Kilo pro Hektar ergeben. 17. Jessod-Hamaal oh. Die Kolonie hat sehr guten Boden, aber ein sehr schlechtes Klima. Ihre Lage, in einer nach dem Meromsee sich öffnenden Talschlucht bewirkt, daß der Sirocco ungehindert über den Boden streicht und deren Fluren versengt. Jessod Hamaaloh hat schon hintereinander drei Mißernten gehabt. Nur die Tabakernte war glänzend und hat ca. 600 Kilo pro Hektar ergeben. Die Getreideernte brachte nur 26 676 Franks, was zur Ernährung von 32 Familien um so weniger ausreicht, als der Stenerpächter die Kolonisten geradezu ausgeplündert und ihnen 33 Prozent ihrer Ernte als „Zehnten" abgenommen hat. Die Kolonisten werden wohl etwas mehr Boden bekommen müssen, damit ihre Existenz gesichert ist. 18. Meth ule. Von den 60 Kolonisten dieser nördlichsten Kolonie Palästinas sind 21 in den neuen Kolonien nntergebracht worden, so daß die 774 Hektar anbausähigen Bodens dieser Kolonie nebst den in der Nähe erworbenen Terrains von Merdj und Abel für die zurückgebliebenen 39 Familien vollkommen ausreichen. Die Kolonisten haben neue Wohnungen erhalten, die alle zusammen von einer Malier und einem breiten Graben umgeben sind, um sie so vor den Ueberfällen der Drusen zu schützen. Der Tabaksbau'hat 286 Kilo pro Hektar, der Getreidebau 18 646 Franks ergeben. 19. Mischmar Hajarden. Die 12 Kolonisten von Mischmar müssen immer noch unterstützt werden, da die Kolonie nur 250 Hektaranbaufähigen Bodens besitzt. Es sind deshalb 140 Hektar Land hinzugekaust worden. 20. Sedjera. Die Ernteergebnisse dieses in eigener Verwaltung der J. C. A. mit Hilfe von jüdischen Tagelöhnern bewirtschafteten, etwa 1700 Hektar umfassendeil Bodenkomplexes läßt sehr viel zu wünschen übrig, da Dürre und Sirocco seit zwei Jahren die Ernten vernichten. Vis jetzt sind 567 Hektar in Anbau genommen. C. Die indnstrielle Kolonisation. Zn den industriellen Etablisseruents, welche im Verlaufe der Kvlouisationsbewegung in Palästina ins Leben gerllfeil wurden, gehören nebst den Kellereien in Rischon-Lezion, Sichron-Jacob und Rosch-Pina noch die Spinnerei und Weberei von Rosch-Pina, die Weberei in Jerusalem, sowie die Färberei ulld die Appreturaustalt. 1. Der Keller von Rischon-Lizon hat in dem Berichtsjahre 5 315 400 Kilo Träubel: verarbeitet. Da der Versllch einer Böttcherei irr Palästina selbst aus Mangel an einem geschickten Böttchernleister einstweilen gescheitert ist, werden die Weinfässer eiuftiueiteu noch in Europa gekauft. Die Transportkosten des Weines konnten bebenteub herabgesetzt werden und es sind Aussichten vorhanden, sie lloch weiter zll verringern. Der Weinverkauf nach Europa, Asten, Afrika xtiib Amerika hat eine derartige Allsdehnung gewonnen, daß die Existellz der nur Wein bauenden Kolollisten bald gesichert erscheiilt. 2. Der Keller von Sichron-Jacob hat im Berichtsjahre 778300 Kilo Trauben 311 4679 Hektoliter Wein verarbeitet. Es wird

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.