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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-08-07 · Heft 32 (7.8.1903) · p. Seite 375

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 32 (7.8.1903)
Date
1903-08-07
Page
Seite 375 (sequence 5)
Language
German
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375 wie die ommert d diese e man Selbstlangenannten n Vvrlnglück, 's Buch Georg icht ist. . ivenn ter als its als WeiiiietwaS andere nschen, August, lg der »i g e n macht, f den sichern, u>. sei -töckers soziale Lnglich ur des ütages er als tivnaln und rtuin." eraus- Jcr. nderer jensatz st besoweit istliche zelnen rfrage gegen möglich etliche men." leiden zialen An- >naler ages-;eiten Uten, rie deren Wert illusorisch machen. — Zunächst hat der seinereit eingehend von uns behandelte Fall, daß der Handlungsl ommis Hauptmann in Breslau erst als Zweijährig-Freiwilliger angenonlmen, dann aber nachträglich mit der Motivierung urückgewiesen wurde, weil man nicht gewußt habe, daß er -zwischen Glaubens sei, hat zwar noch nicht seinen Abschluß, l.ber doch eine erfreuliche Fortsetzung gefunden. Der Kr ie gsainister hat, wie wir bereits kurz mitgeteilt, in seinem Antvortschreiberl auf die betreffende Beschwerde das Verhalten -'es Kompagniechefs getadelt und erklärt, daß er dle Angelegenheit 3iir weiteren Veranlassung an das Generalkommando in Jreslau abgegeben habe. Uns gereicht schon zur Genugtuung >er vom Kriegsminister ausgesprochene Tadel und die darin uthaltene, übrigens nur selbstverständliche Anerkennung des Prinzips der Gleichberechtigung. In der Sache selbst wird aber chwerlich eine Aenderung eintreten. Man wird in Zukunft lch nicht durch einen nichtjüdischen Namen täuschen lassen und wrher sich vergewissern, ob der freiwillig sich Meldende Jude st und wenn das der Fall, ohne die Motivierung, die soviel Staub aufgewirbelt und schließlich getadelt worden ist, das besuch — ablehnen. So wird zwar nicht das Unrecht, aber wch des Unrechts Schein von manchen vermieden. Nicht anders liegt die Sache mit dem zweiten Dementi. Jur Sache des Assessors Freund, der in Oels vom Juristentische verwiesen worden war, weil er Jude sei, schreibt )ie „Breslauer Morgenzeitung": „In verschiedenen Zeitungen wird übereinstinnnend berichtet, daß cm Assessor Freund auf seine Beschwerde und Bitte um Versetzung )onl Justizminister abschlägiger Bescheid geworden sei. Das kann ücht zutreffen. Uns wird versichert, daß Freund schon feit längerer heit für die Dauer von 11 Monaten als Hilfsrichter am Breslauer Gericht tätig ist. Da sein Oelser Kommissorium auf mehrere Monate >erechuet war, so muß also seine Versetzung auf seinen Antrag geid)et)ett sein." Assessor Freund hat also vom Justizminister keine abschlägige Antwort erhalten — weil er sich überhaupt nicht bechwert hat. Aber von einer Rektifizierung des Juristentisches >u Oels ist natürlich auch nicht die Rede. * Die Generalversammlung der Jewish ColonisaUon Association fand am 26. v. M. unter dem Vorsitz von N. Leven, dem Präsidenten des Verwaltungsrates in Paris statt. Wir erhalten darüber den folgenden Bericht: Anwesend waren der Präsident N. Leven, der Vizepräsident Fr. Philippson, die Direktoren Grand Rabbin Zadok Kahn, Professor- Paul Errera, Dr. Edmund Lachmaun, Herbert G. Lousada, Salomon Neinach, Dr. S. Sonnenfeld, Th. Adler, E. Meyerson und der Schriftührer D. E. Schwarzseld. Die Generalversammlung genehmigte den Geschäftsbericht und den Jahresbericht der Zentralverwaltung für das Jahr 1902. Hierauf hielt der Präsident eine Rede, deren Wortlaut mir weiter unten folgen lassen. Professor Paul Errera hatte an den Vorsitzenden die Anfrage gestellt, welche Maßnahmen der Verwaltungsrat zu treffen gedächte, um den aus Kischiuew kommenden Forderungen wegen Ansiedlung zu entsprechen. Hierauf verlas dieser folgenden Beschluß: Der Verwaltungsrat hat von den Kolonisationssorderungen, die an ihn aus Kischinew ergangen sind, Kenntnis genommen: Er erinnert daran, daß: 1. die Association in Argentinien Ländereien besitzt, wo sie berechtigt ist, zur Ansiedlung geeignete Familien anzusiedelu und daß sie gerade zur Zeit den Transport einer bestimmten Zahl von Familien vorbereitet, die von ihren Agenten ausgewählt sind; 2. daß sie sich in Betreff ihres asiatischen Landbesitzes die Entscheidung auf eine spätere Sitzung vorbehält. Wir lassen jetzt die Rede des Herrn N. Leven folgen: Meine Herren! Uns ist soeben vom englischen Parlament eine Note zugegangen, die unseren Statuten zu ihrer Erläuterung einen Paragraphen hinzufügt. Die Erteilung dieser Bill schien uns notwendig, um einigen Meinungsverschiedenheiten ein Ende zu setzen, die im Verwaltungsrat entstanden sind und sich aus die Machtvollkommenheit beziehen, die uns durch die Statuten erteilt wird. Wir sind also demnach bevollmächtigt, die von uns begonnenen Werke fortzusetzeu und Werke gleicher Art zu schaffen — weiter wollen wir auch gar nichts. Diese Arbeiten sind in unserem Jahresbericht aufgezählt. Ergibt aber nur ihre wichtigsten Daten an. Ihre Zahl, ihre Mannigfaltigkeit, ihre Wichtigkeit ist derart, daß, um über sie nur kurz zu berichten, ein Druckwerk von nicht weniger als 132 Seiten notwendig gewesen ist. Wir haben ^nicht die Absicht, dem vorliegenden Bericht, der sich mit dem, was wir erreicht haben, beschäftigt, irgend eine Erläuterung zuzufügen. Was man hieraus ersehen kann, ist, daß wir unseren Hauptplan, die Kolonisation, aufrecht erhalten haben. Wir haben zwar noch Werke anderer Art geschaffen, aber — auf jeden Fall — an der Ansiedlung sestgehalten. Wir haben an der inneren Festigung unserer Kolonien in Argentinien und Palästina gearbeitet, um so ihr Aufblühen vorzubereiten. Wir haben auch neue Kolonisationszentreu in Kanada, Brasilien und Kleinasien geschaffen. Von dieser Kolonifation hat eine große Zahl unserer verfolgten Glaubensbrüder noch keinen Nutzen gezogen. Wir haben auch nicht die Absicht, alle rumänischen, galizischen und russischen Auswanderer zu Kolonisten zu machen: ein solches Untersangen würde unsere Kräfte überschreiten. Unseren Glaubensgenossen die Landwirtschaft nahezulegen, von der sie gewaltsam während so vieler Jahrhunderte ferngehalten worden sind, und die ihnen entweder ganz untersagt oder zum mindesten sehr erschwert ist in den Ländern, wo sie gerade am zahlreichstell wohnen, blühende, gut geleitete Mittelpunkte landwirtschaftlichen Lebens in den verschiedensten Erdteilen zu schaffen, wo immer Ackerbau gedeihen kann, Mittelpunkte, die geeignet sind, diejenigen, denen die Bearbeitung des Erdbodens zusagt, heralizuziehen, dort Niederlassungen zu bilden, aus denen wieder wichtigere sich vorbereiten, dies zu erreichen ist unser einziger Ehrgeiz. Die Arbeit der Einzelnen und die Zeit werden es vollenden. . Diese Ansiedlungsversuche haben uns nicht die große Zahl derer aus den Augen verlieren lassen, die alljährlich Rnmälliell, Galizien und Rußland verlassen, um in den Vereilligten Staatell, in Kanada oder in anderen Ländern Beschäftigung und Freiheit zu suchen. Unser Bericht gibt Ihnen ein Bild von dem Beistand, beit wir ihnen geleistet haben, um sie in ihrer industriellen und landwirtschaftlichen Arbeit zu. fördert; wir haben für sie zweifellos weniger getan, als sie für sich selbst tun können: denn keine Institution ist so mächtig, daß sie im stände wäre, allen ihren Anhängern — wenn sie Leid und Elend aus der Heimat treibt, — auch nur eine Reiseunterstützung angedeihen zu lassen. Die eigene Energie jener Leute, die Stütze, die ihnen die gewähren, die ein gleiches Schicksal vormals unglücklich machte und die in jenen Ländern frei geworden sind und sich nun im stände sehen, ihren Eltern und Freunden zu helfen, diese Momente sind es, die der Auswanderung die ihr innenwohnende, immer wachsende Kraft verleihen. Unser Bericht schildert Ihnen auch, wie wir tätig gewesen sind, um in Rumänien, Galizien, in Rußland und iui Orient unsere Glaubensgenossen zu heben; wir haben beobachtet, wie sie in den Ländern ausblühten, die sie als wichtigen Teil unseres Rayons bewohnen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, wie beträchtliche Summen zur Ansiedlung nötig sind, und wie wenige im Vergleich dazu einen Nutzen daraus ziehen. Das Seßhaftmachen einer Familie kostet 8—10000 Franks. Und wenn die Ansiedlung eine solche Allsgabe verdient, so ist es, weil sie viel für die Zukunft verspricht: aus einer Gruppe entwickelt sich ein Volk von Kolonisten. Aber können uns jene Ausblicke auf die Zukunft das Elend der Gegenwart vergessen lassen? Und wann werden wir soweit gekommen sein, um mit einem Teile des uns zur Verfügung stehenden Geldes —- ohne die Kolonisation zu beeinträchtigen, die man nicht unterbrechen darf, ohne sie zu gefährden, — einem größern Kreise unserer Glaubensbrüder eine erste Anweisung zu teil werden zu lassen, einen Unterricht, der das Industrielle uild Agrarische betrifft, um Arbeit nach allen Richtungen hin, Vorschußkassen und Jlldustrien, Muster hygienischer Einrichtungen zu schaffen? Wenn wir das erreicht haben werden,

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