Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1903)
- Date
- 1903-07-24
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3228527-3228558--59992-3296550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3;te den Bewürbe die Verbands- Breslau- . Um den Lhigkeit zu ihe daraus .ige Propal des Vorjt 197 Milden. Aber stützung zu itz 5, aus i 7 weitere unter Hinzlieder aus inden insk dem Ver- .eläuft sich en 1798 M. l um ihre her sie sich >en wiederge gehabt, t geringer« Bewährung Zusendung n konnten vurden denen Jahre Schülern, »unterricht Gemeinden gemeinden; Vorsitz des Konferenz llbuchsrage )l der Geielche zum geben, daß zwei Lehrid diese in Gin neuer lten unter lfolge eines ein. Acht wirkenden flau, Vorwsitzender;; H. Cohn, l, Glogan; i. Vorige Soolbade iabbiner lgdeburger Oberstabs- 9 Vereins, ender Ansgestattete hwürdiger ^eneralvertv hat in oürden in llgemeinen iede und ernennen, czeir Glück;r Gesund- ^örderung e widmen mögen! Magdeburg, den 25. Mai 1908. Der Vorstand des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur: Dr. No s ent ha l, A. Choyke, Max Singer. Max Weil, Dr. Wiesenthal." Der Herr Rabbiner, überrascht von der ehrenvollen Auszeichnung,, dankte in herzlicher Erwiderung für dieselbe und versprach, seine Kräfte mit Gottes Hilfe noch gern und freudig den Interessen des Vereins, der ihm so oft Gelegenheit gegeben, lehrend zu lernen, zuzuwenden. Wenn er gestärkt heimkehre, wolle er im Laufe des Winters auch wieder seine Vorträge in demselben aufnehmen. Möge sich dieser Wunsch erfüllen! M. Hamburg, 14. Juli. Herr Martin Goldschmidt, Seniorchef der weit über Hamburg hinaus hochgeachteten Baukfirma D Goldschmidt Sohn, ist im 80. Lebensjahre an allgemeiner Entkräftung aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene erfreute sich in weiteren Kreisen hoher Wertschätzung, namentlich in der Finanzwelt hinterläßt sein Scheiden eine schwer ausfüllbare Lücke. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde ihm die Ehre zu teil, daß er in :>ie Sachverständigenkommission für den Effektenhandel deputiert wurde; er gehörte dem Aufsichtsrate der Wechslerbank und der Maklerdank all, auch hat er an der Verwaltung zahlreicher Wohltätigkeitsanstalten sich rege beteiligt. Die Bestattung, welche von: Trauerhause am Mittelweg stattfand, gestaltete sich zu einer bedeutenden Trauerkundgebung. Außer den Verwandten und zahlreichen Freunden hatten sich die hervorragendsten Vertreter der hiesigen Handels- und Finallzwelt .ingefunden. Der einfache Sarg war vollständig bedeckt von kostbaren Blumen und Kränzen, welche Liebe und Freundschaft gewidmet hatten; besonders fiel das herrliche Blumenarrangement auf, welches non der Sachverständigenkommission für den Effektenhandel am Sarge niedergelegt wurde. Eingeleitet wurde die Trauerfeier durch den vom lempelchor wirkungsvoll vorgetragenen Choral: „Seele, was betrübst du dich!" Die Trauerrede hielt der langjährige Freund des Dahingeschiedenen, Herr Dr. jur. H. Embden, der in ergreifender Weise den leidtragenden das Lebensbild des Verblichenen vors Auge führte; mit Lwostesworten an die Hinterbliebenen schloß die Rede, welche bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Unter den Klängen ines Chorals wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben; die Beisetzung fand auf dein Ohlsdorfer Friedhof statt. — In der gestern Abend stattgefnndenen Sitzung des Vorstandes der Neuen Dammtor-Synagoge (Beneckestraße) wurde an Stelle des nach Wien berufenen Herrn Rabbiner Dr. Max Gruuwald, Herr Rabbiner Dr. A. Loewenthal iu Tarnowitz zum Rabbiner gewählt. Die Wahl erfolgte einstimmig; Dr. Loewenthal wird sein Amt aereits Anfang September antreten. — Vor einigen Jahren machte gch in den Nordseebädern Amrum, Wittdün u. s. w., die namentlich viel von Hamburger Familien besucht wurden, eine wüste antisemitische Hetze gegen jüdische Badegäste bemerkbar. Die Folge war, daß nicht nur Juden, sondern alle anständigen Menschen jene Bäder mieden. Das scheint geholfen zu haben. Der hiesige bekannte Arzt Dr. E. Fink erhielt auf seine Anfrage folgendes Schreiben von l er Badeverwaltung: „Anläßlich Ihres Ersuchens an den Pächter des -trandhotels um Veröffentlichung seines Schreibens, betreffs angeblich antisemitischer Tendenzen unseres Bades, teilen wir Ihnen folgendes Mit: Vor vier Jahren war durch Bestreben des damaligen Badekom- .uissars Herrn v. B. eine antisemitische Agitation ins Werk gesetzt norden, derselben wurde aber sofort nach dem baldigen Ausscheiden dieses Herrn von seiten der Badedirektion ein energisches Ende bereitet mit Zuhilfenahmediesbezüglicher Annoncen in den meisten Zeitschriften. Anschließend hieran wird nochmals betont, daß die Direktion des Bades Wittdün streng parteilos jeder Konfession gegen- "bersteht, um Badegästen jedweder Glaubensrichtung den Genuß ihrer orzüglichen Badeeinrichtungen zu gewähren und denselben den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Auch seitens der Hoteliers wird das gleiche Entgegenkommen gegen alle Gäste geübt. Direktion der Nordseebäder auf Amrum, Wittdün und Satteldüne." l. Krefeld, 16. Juli. Am 8. d. M. wurde hier die erweiterte und erneuerte Synagoge ihrer Bestimmung übergeben. Das Innere Ms Baues macht in seiner schönen Farbenharmonie und der gediegenen,;ebe§ Zuviel geschickt vermeidenden Pracht einen in hohem Grade freundlichen Eindruck. Das Helle Weiß des leicht geäderten Marmors und das tiefe Schwarz der Syenitsäulen an Altar und Brüstung geben den ernsten Grundton an, in den die leuchtende Pracht der Fenster einen frohen Farbeneinklang hineinbringt. Die Apsis, in der Altar und Kanzel stehen, ist in halber Höhe mit weißem Gußmarmor verkleidet. Darüber breiten sich die von einem Stern im Scheitel ausgehenden goldenen Strahlen nach allen Seiten aus. Der Altar ist aus Eichenholz geschnitzt. Die Bundeslade ist mit einem roten Sammetvorhang verdeckt. Die Kanzel und die den Raum abschließende niedrige Ballnstrade sind aus weißem Marmor mit schwarzen Säulen. Die an den drei Seiten der Synagoge angebrachte, für die Frauen bestimmte Galerie ist sehr geräumig. Mächtige Säulenstellungen tragen von der Galerie aus das Gewölbe. Dem Altar gegenüber ist die Orgel aufgestellt. Von den zur Einweihungsfeier eingeladenen Gästen waren erschienen: Oberbürgermeister Dr. Hammerschmidt, Beigeordneter Dr. Bertram. Amtsgerichtsrat Dr. Bitter, als Vertreter der evangelischen Gemeinde der derzeitige Vorsitzende des Presbyteriums Pfarrer Lic. Everling, und der Senior Pfarrer Schütz, von der altkatholischen Gemeinde Pfarrer Lic. Moog, ferner die Vorsteher der Filialgemeinden Krefelds. Ein von Herrn Ernst Wülsung ausgeführtes Vorspiel, das die Orgel in ihren mannigfaltigen Klangschönheiten zeigte, leitete die Feier ein. Der über #50 Stimmen umfassende, von Lehrer Alexander vortrefflich geleitete gemischte Chor sang sodann mit Orgelbegleitung das „Mah tauwu". Oberrabbiner Dr. Horowitz trug die Worte, nachdem der Gesang verklungen war, in deutscher liebersetzung vor. Nun wurde, während unter lautloser Stille der Gemeinde die Orgel pianissimo und in höchsten Lagen zarte Akkordfolgen vernehmen ließ, die Bundeslade geöffnet und die Vorstandsmitglieder der Gemeinde begaben sich in das Nebenhaus, um die Thorarollen abzuholen. Als der Zug in die Synagoge zurückkehrte, flammte das elektrische Licht auf, ein Umstand, der den feierlichen Eindruck des Augenblicks wesentlich erhöhte. Unter den üblichen Gesängen wurden die Thorarollen in die Bundeslade eingestellt, worauf der Oberrabbiner das in prächtiger silberner Ampel vor der Kanzel herabhängende ewige Licht anzündete und dazu Gebete sprach. Dr. Horowitz hielt sodann eine schwungvolle Predigt, in der er die Bedeutung des neuen Gotteshauses für die israelitische Gemeinde schilderte. Dem feierlichen Weihespruch folgte der Gesang des Chores „Herr, Herr wir danken Dir!" und der Schlußsegen. Ein festliches, von den Organisten Gräßner und Wülfing ausgesührtes vierhändlges Nachspiel mit Doppelpedal schloß die erhebende Feier. ■A- Pirmasens, 6. Juli. Für alle, die den hiesigen Platz und Umgebung besuchen, dürsten nachstehende drei „Eingesandt" der Pirmasenser Zeitung von Interesse sein. Ich bemerke, daß die drei Brüder des antisemitischen Bürgermeisters größere Schuhfabriken und bedeutende jüdische Abnehmer und Lieferanten haben. Das erste Eingesandt lautet: Das gemütliche, friedliche Zusammenleben der konfessionell gemischten Bevölkerung der Pfalz soll nunmehr einen Riß bekommen. Kein Geringerer als der hochwohllöbliche Bürgermeister von Münchweiler a. d. Rodalb hat die „Schmach des Jahrhunderts", wie Könige und Fürsten den Antisemitismus benannt haben, nach dem ihm unterstellten Dorse Münchweiler verpflanzt, denn an seinem Geschäftslokale prangen zwei mit Tinte geschriebene Plakate: „Juden ist der Eintritt in dieses Lokal unter allen Umständen untersagt." Hat der betreffende Gastwirt das Plakat nur angehestet, um sein Lokal „jndenrein" zu erhalten, so werden sich die israelitischen Besucher Münchweilers zu trösten wissen, allein, da dieser Herr gleichzeitig Bürgermeister ist, so bekommt die Sache einen amtlichen Charakter, denn wenn kein Jude dessen Lokalitäten betreten soll, so ist es demselben unmöglich gemacht, zu dem Bürgermeister von Münchweiler a. d. Rodalb zu gelangen. Wir fragen aber, ist dies die christliche Nächstenliebe, die bei jeder Gelegenheit im Munde geführt wird? Ist das die Toleranz, mit der sich gerade die Religionsgesellschaft, welcher der betreffende Bürgermeister angehört, stets brüstet? Mehrere deutsche Staatsbürger israelitischer Konfession." Darauf folgte nun eine Antwort, in der es u. a. heißt: „Auf das Eingesandt von gestern sehe ich mich veranlaßt, folgendes zu erwidern: Durch die Plakate „Juden ist der Eintritt strengstens verboten", die ich an meiner Ladentüre angebracht habe, störe ich wohl nicht im geringsten den konfessionellen Frieden in der Pfalz, sondern schütze mich vor manchem Ungemach und spare Zeit und Aergernisse. Meine Handlungsweise ist also ganz privater Natur, und wer mich als Bürgermeister sprechen will, kann dies wohl im Gemeindehaus. Außerdem wäre es für Münchweiler gar kein Schaden, wenn es künftig von israelitischen Besuchern gänzlich verschont bliebe. Jakob Wadle, Bürgermeister." Die Einsender der ersten Notiz erwiderten darauf an