Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 29 (17.6.1903)
- Date
- 1903-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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ung fest- )7. Jahrgang. No. 29. Berlin, 17. Juli 1903. ebersetzen zweifellos t, wobei iädagoge den, daß tsatz mit das alte aur desbißchen wäre, so abe und mde aner als Existenz schichtig, en will worden hältnisse st mühend den ken und daß er ntismus nur im ' wirken, nnaßen. ller An- » öffentkntums" ug des des ge-! jetzigen darum ajorität beamtet m\ Geitanten- )t. Damachen, t. Mit ion für >ozu er scheint, hörigen hineinaft gebigende t, was m doch ki. ilgende ich für e. Ich Stich- ^eralen l überr hier :s. Der Gemeindevote. Vellage zur „Allgemeinen Leitung de^ Judentums KorrrlponLrnrrn und Aachrichtrn. Deutschland. B. Berlin, 5. Juli. Die Wissenscha stliche Vereinigung irdischer Schulmänner zu Berlin hielt am 6. Juni eine Sitzung rb, in welcher Herr Hirschfeld über „Die unterrichtliche Behandlung >es Talmud in der nachbiblischen Geschichte" sprach. Indem der Vorragende sein eigenes praktisches Verfahren im Unterrichte den Ausührungen zu Grunde legte, bezeichnet er als Ziel dieses unterrichtlichen vegenstandes, daß den Kindern ein Begriff von dem wesentlichen Inhalt und der Bedeutung des Talmud gegeben werde. Die Verwirklichung dieses Unterrichtszieles ist bereits auf der Unter- und Mittelstufe vorzubereiten, indem die Kinder im Anschluß an die biblischen Erzählungen mit midraschischen und agadischen Auslegungen nd Erklärungen bekannt und mit dem Gedanken an eine lebendige Entwicklung des Gesetzes vertraut gemacht werden. Aus der Oberstufe ollen zunächst Lebensbilder einzelner Tonarm und Amoraim geboten, >ue Schicksale erzählt und ihre wichtigsten agadischen und halachischen lussprüche mitgeteilt werden. Sodann soll eine zusammenfassende Darstellung des Talmud nach seiner Entstehung, seinem Aufbau, seiner inteilung nach inneren und äußeren Gesichtspunkten und seinem inhalt gegeben werden, die.durch reichliche Beispiele zu beleben ist. abei ist im Anfang auf Früheres zurückzuweisen, am Ende die oätere Entwicklung anzudeuten. — Der Vortrag, welcher eine reiche Rille von Stoff bot, wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. In emeinsamer Aussprache wird betont, daß der sittliche Lehrgehalt des almud aus den Sprüchen der Väter festzustellen sei und dadurch zur Ehrenrettung des Talmud beigetragen werde. Im übrigen wird die Bedeutung des Talmud als Entwicklungsstufe der jüdischen Lehre einehend erörtert. — Berlin, 12. Juli. Der Jahresbericht pro 1902/1903 der oilfskasse für israelitische Kultusbeamte und deren Witwen ad Waisen in Deutschland gibt ein erfreuliches Bild der stetigen ntwickelung dieser segensreichen Institution. Der Vorstand der Hilfskasse" entfaltete während des verflossenen Vereinsjahres eine ege Propaganda über Berlin zur Gewinnung außerordentlicher Mitglieder und darf als Resultat dieser Bemühungen die erfreuliche Tatsache konstatieren, daß eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Mitliedern mit einem regelmäßigen Jahresbeiträge, sowie Spender von inmaligen Beiträgen gewonnen worden sind. Ferner wurden amtliche Kultusbeamte Deutschlands durch Aufruf aufgefordert, der Hilfskasse" als Mitglieder beizutreten. Der Verein erhielt hierdurch inen Zuwachs von dreiundzwanzig ordentlichen und nenn außerordentlichen Mitgliedern. An Witwen verstorbener Mitglieder und Invalidenunterstützungen wurden im verflossenen Vereinsjahre insgesamt 2200 Mark, an Nichtmitglieder einmalige Unterstützungen im Gesamtbeträge von 110 Mark gezahlt. Zur Hebung des Vereinsonds wurde am 15. Januar d. I. im großen Saale der hiesigen Philharmonie" ein Konzert veranstaltet, dessen Reinertrag aus der Rechnungslegung ersichtlich ist. Die Einnahmen des Vereins betrugen 077 Mark, die- Ausgaben 5543 Mark, das Vermögen 39 075 Mark. 3ott der Verein aber das Ziel, das er sich gesteckt — eine gründliche Förderung und Besserung der ideellen und materiellen Lage der Rultusbeamten Deutschlands — einst erreichen, so ist es unbedingt ^forderlich, das sowohl von privaten Wohltätern, als auch von Ltandesgenossen den Bestrebungen der „Hilsskasse" ein regeres Interesse zugewendet wird. Der Vorstand richtet daher in erster Reihe an die Kultusbeamten Deutschlands den ernsten, wohlgemeinten Mahnruf: Tretet der „Hilfskasse" als Mitglieder bei, helft deren Ziele durch eine rührige Agitation zur Gewinnung zahlreicher ordentlicher und außerordentlicher Mitglieder, ein jeder nach seinen Kräften, fördern! Einigkeit macht stark! Der Vorstand besteht aus den Herren: Dr. Fedor Stern. Justizrat, Ehrenvorsitzender, A. Friedmann, 1. Vorsitzender, A. Rosenthal. I. Epstein, Beisitzer, L. Kalischer, 1. Schriftführer, Hauptkantor an der jüdischen Gemeinde zu Berlin; I. Schönberger, Oberkantor in Potsdam. 2. Vorsitzender; S. Dubowski, Oberkantor der Synagogengemeinde Adaß-Jisroel in Berlin, 2. Schriftführer; I. Sarasohn, Oberkantor, Stettin; H. Lewit, Kantor, Berlin; Emil Benjamin, Schatzmeister, Charlottenburg. — Berlin, 12. Juli. Am 28. v. M. fand hier die Jahresversammlung des „Esra, Vereins zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien" statt. Unter den hiesigen und auswärtigen Delegierten befanden sich die Herren Rabbiner Dr. Rosenthal-Breslau und Dr. Werner-München. Als Gäste waren die Herren Agronom Dr. Soskin-Sichron Jakob und mehrere Vertreter der russischen Schwestervereine anwesend. Der Vorsitzende, Herr M. Dorn, erstattete eingehenden Bericht über die Entwicklung des Vereins und seine Wirksamkeit im abgelaufenen Jahre. Die Zahl der Mitglieder hat 5000 überschritten mit Jahresbeiträgen von 12 767 Mark. Die Tätigkeit des „Esra" war im Vorjahre vorwiegend der Kolonie B'ne Jehüda zugewandt, welche nach mannigfachen Schwierigkeiten nunmehr auf dem Wege gedeihlicher Entwicklung sei und zu den schönsten Hoffnungen berechtige. Der Vorsitzende schildert sodann die Fortschritte derKolonisation Palästinas überhaupt, namentlich den günstigen Absatz des Hauptprodukts, des Weins, welcher sich, wie überall, auch in Deutschland einen Markt erobert habe. Vermochte doch die „Import-Gesellschaft Palästina" im Vorjahre eine Dividende von 6 Prozent zu verteilen. Sodann verlas der Schatzmeister, Konsul I. Friedemann, den Kassenbericht. Danach stellten sich im Jahre 1902 die Jahresbeiträge aus 12 767 Mark (gegen 13 556 Mark im Vorjahre). Zinsen und Spenden ans 1302 Mark, mit sonstigen außerordentlichen die Einnahmen auf insgesamt 16 062,14 Mark. Die Ausgaben für Kolonisationszwecke betrugen 7700 Mark. Bei den hierauf folgenden Wahlen des Zentralkomitees wurden die ausscheidenden Herren W. Bambus, Dr. med. Caspari, Konsul Friedemann, Willib. Loewenthal und Professor O. Marburg einstimmig wiedergewählt. Nach Erledigung der Tagesordnung berichtete Dr. Soskin über die Situation der Kolonie B'ne Jehuda und über die von ihm im Aufträge und mit den Mitteln des Vereins „Esra" in Angriff genommene Sanierung dieser ersten und einzigen jüdischen Ansiedelung im Ostjordanlande. Durch den Ausbruch der Cholera sei die Aktion verzögert worden; sie werde jedoch mit verstärkter Energie wieder ausgenommen werden und verheiße sicheren Erfolg. Nach einem längeren Gedankenaustausch über interne Vereinsangelegenheiten schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Bitte an die Anwesenden. tu weiteren Kreisen das Interesse für den Verein und seine Bestrebungen zu wecken. ----- Königsberg, im Juli. Ueber die vierzehnte Jahres. Versammlung des Vereins jüdischer Rel i gio nslehrer Ostpreußens erhalten wir folgenden Bericht: Der Vorsitzende, Prediger Sturmann-Osterode, erklärte die Generalversammlung, zu welcher zahlreiche Mitglieder erschienen waren, am 20. v. M. für eröffnet und erstattete den Jahresbericht, in dem er alle bedeutsamen Vorkommnisse innerhalb des Vereins wie des „Verbandes der jüdischen Lehrervereine" berührte. Der zur Zeit 65 Mitglieder zählende Verein umfaßt ohne Ausnahme alle jüdischen Beamten (Rabbiner und Lehrer) der Provinz. Der Vorsitzende konstatierte noch besonders das allzeit friedliche Verhältnis zwischen beiden Beamtenkategorien und er hofft, daß dasselbe stets bei uns bestehen werde. Die auch von unserm Verein früher geäußerten Klagen über die Leitung des Verbandsorgans haben durch den Beschluß des Verbandsvorstands Berücksichtigung gefunden; die Hoffnung scheint berechtigt, daß unser Verhältnis zum Verband fortan ein freundlicheres werden wird. Noch nicht befriedigt sind wir von der Gestaltung der Verbands-Pensionskasse, bezüglich deren wir noch später Stellung nehnten werden. Der vom Verband eingesetzten Literatur- Prüfungskommission ist der Vorsitzende als Mitglied beigetreten. Die vom Verbandsvorstand jüngst zur Verteilung gebrachte Denkschrift „Zur Frage der Lehrerbildung" verlangt eine so aufmerksame Betrachtung, daß die Einsetzung einer besonderen Kommission zur Vorberatung notwendig ^erscheint. Auf Antrag des Vorsitzenden wird diese Kommission aus Rabbiner Dr. Beermann, Gymnasialoberlehrer Levy, Waisenhausinspektor Peritz, Prediger Sturmann und Rabbiner Dr. Vogelstein zusantmengesetzt. Waisenhausinspektor Peritz