Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1903)
- Date
- 1903-06-26
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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crZilenzige ie Regelung. lngs biefei t Markus Synagogen: bsens ha! chlossen. — Rogaser scheu Hai issteuer als orstand in schlossen. - beschlossen, lrozent der r der V e r - Anwesend n-Beuthen, ick-Oppeln, irdlung geervor eine Erörterung und ihre l die Auslf dankens-;e Fragen agogenlicht seinen Gemeinden Verbände gestiegen r Provinz rusgesührt albe a. S., ., Magde- Quedlin- Auch die irtlich verrufen und trächtliche »tzdem ist hmen bendet sind örderung n gehört Hilfe von n Gardein Zeitz, durchweg lg haben ung von peftionen 32 ist hier emselben erner die )rstandes rg. Der Jahren er setzte in der hat am efunden. oektionss anderes des und Halberegenheit bhafteste ersleben lg nach jüdischem Ritus untersagt. Die sofort eingeleiteten Schritte lassen aber zuversichtlich erhoffen, daß diese Verbote binnen kurzem wieder aufgehoben werden. (In Stendal ist das inzwischen bereits geschehen). Zo wenig erfreulich dieser Anlaß auch war, so bot er dem Verbände )och willkommene Gelegenheit, seinen Satzungen gemäß für die gemeinsamen Interessen der Verbandsgemeinden wirksam einzutreten. Mitglieder des Verbandsausschusses sind: Benjamin Hirsch, Halberstadt, Herbandsvorsteher; Rechtsanwalt Lichtwitz, Magdeburg. Stellvertreter; Z. Lindenthal, Magdeburg, Schatzmeister; A. Krojanker, Burg b. M.. ). Lamm, Erfurt, Ad. Meyer, Stendal, W. Oppenheimer, Nordhauser:,?ld. Sernau, Halle, Herrn. Wolff, Egeln. . — Hamburg, 18. Juni. Unsere Voraussage, den starken Rückgang der antisemitischen Partei in Hamburg betreffend, hat sich >ei den Wahlen erfüllt. 1898 haben die Antisemiten noch 9132 Stimmen ms ihre Kandidaten vereinigt, gestern erhielten ihre Kandidaten nur noch 3043 Stimmen und zwar trotzdem sie besondere Hoffnungen mrauf gesetzt hatten, daß sie im zweiten Wahlkreis einen einfachen lrbeiter als Kandidaten aufgestellt hatten; derselbe erhielt jedoch nicht mehr als 321 Stimmen! Dieser Rückgang des Antisemitismus muß ich auch bei den nächstjährigen Bürgerschaftswahlen geltend machen, >ei denen die Antisemiten ihre drei Bürgerschaftsmandate zu vereidigen haben. I. Köln, 19. Juni. Am 28. v. M. fand im Saale der Rheinandloge die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins für irdische Krankenpflegerinnen statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Dr. B. Auerbach der leider zu rüh verstorbenen Vorstandsmitglieder, PH. Neckarsulmer und Fritz Rothschild, die in aufopfernder Tätigkeit sich stets mit Herz und Hand?es Vereins angenommen haben. Herr Neckarsulmer hat letztwillig >em Pensionsfond 10 000 Mark vermacht; von den Angehörigen des Herrn Rothschild wurde demselben Fond 1500 Mark überwiesen. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren der Verstorbenen. Der Vorsitzende erstattete alsdann einen eingehenden Bericht über die Lage des Vereins und dessen Tätigkeit im abgelaufenen Jahre. Nach Verlesung des Kassenberichts, der von den Rechnungsprüfern als richtig befunden worden ist, wurde dem Vorstande Entlastung erteilt. Die bisherigen Rechnungsprüfer, die Herren T. Baer und I. Strauß, wurden für '903 wiedergewählt. Für den verstorbenen Herrn F. Rothschild wurde Herr Simon Herzbach als Mitglied des Vorstandes gewählt, )er das Amt des Schatzmeisters übernimmt. Auf eine Anfrage aus der Versammlung nach den für die Privatpflege verfügbaren Schwestern rwiderte der Vorsitzende, daß eine ausgebildete Pflegerin wegen Heirat aus dem Verein ausgetreten, eine zweite wegen schwerer Errankung ihrer Mutter auf unbestimmte Zeit beurlaubt worden sei und dadurch die Zahl der Schwestern für die Pflege in Familien sich uf fünf vermindert habe; naturgemäß sei der Verein mit diesen räften noch nicht in der Lage, allen an ihn von hier und auswärts estellten Anforderungen zu entsprechen. Bei der Entsendung von Schwestern werde immer die Reihenfolge der Anmeldung und die Schwere der Krankheitsfälle in Rechnung gezogen. Die bisherige ortschreitende Entwicklung des Vereins lasse eine stetige Zunahme der jahl der Pflegerinnen erhoffen. — Am 16. d. M. feierte der Vortzende des Vorstandes unserer Gemeinde Herr Jacob de Jon ge lit seiner Gattin in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit t Wiesbaden, wo beide zur Kur weilen Zahlreiche Adressen, Glückwünsche, Briefe und Telegramme brachten dem verehrten Jubelpaar rüße aus der Heimatsstadt. Auch eine Deputation, bestehend aus en Herren I. Dülken, S. Bielefeld und Rabbiner Dr. Rosenthal, -.schien in Wiesbaden, um dem Jubelpaare die Glückwünsche der Semeindemitglieder persönlich zu überbringen. Möge dem verehrten ubelpaar, das durch den Tod eines Sohnes vor kurzem erst in Trauer versetzt wurde, nunmehr ein ungetrübter Lebensabend be° chieden sein! Frankfurt a. M., 19. Juni. Am 15. d. M. fand hier die Jahresversammlung der israelitischen Lehrer Hessens statt, dieselbe war zahlreich besucht. Von Rabbinen wohnten derselben bei ie Herren Dr. Plaut und Seligmann in Frankfurt a. M., Goldchmidt-Offenbach und Levy-Alzey. Dr. Goldschmidt hielt eine Probe- Aktion über den Gebrauch seines Gebetbuches in der Schule. In der ebhaften Debatte, an welcher sich die Herren Dr. Adler-Frankfurt a. M.. Dr. Levy-Alzey und Rothschild-Worms beteiligten, kam man zur Ueber- Mgung, daß sich das sonst treffliche Buch für die Schule nicht eigne. Lehrer Halberstadt-BÄdmgen referierte über das Apolantsche Gebetbuch, das für die Hand ib'ß§: Lehrers sehr zu empfehlen sei. Es folgten alsdann geschäftliche Mitteilungen, von denen die in Aussicht stehende staatliche Regelung der israelitischer: Lehrerverhältnisse am meisten interessierte und miit großem Beifall ausgenommen wurde. Besonders erfreute in dieser Beziehung die Verlesung eines Schreibens des Obmanns Abgeordnetem Backes in Darmstadt. Nach erstatteter Rechnungsablage fand man sich um 3 Uhr zu einem Mittagsmahle ein, welchem auch Dr. Salfeld-Mainz, der vorher dienstlich verhindert war zu kommen, beiwohnte,, und das durch verschiedene geistvolle Trinksprüche gewürzt wurde. Grsterreich-Angsrn. □ Wien, 22, Juni. Es war glücklicherweise nur ein Sturm im Wasserglase, imsere Vorstandskrise. Die beiden Vorsitzenden haben ihre Demission zurückgenommen. Wie ich höre, handelte es sich um einen vom Vorsitzenden des Vorstandes gestellten Antrag auf Erhöhung des Gehaltes: für ein schlecht dotiertes Mitglied des Rabbinats, welcher im Plenum ubgelehnt wurde, und darum Räuber und Mörder, während in der Gemeinde selbst der Jndifferentismus und der Abfall von Tag zu Tag gimchmen. — So lesen wir heute in den Zeitungen die folgende AtMiige: „In der Hof- und Stadtpfarrkirche zu St. Augustin fand cvm Dienstag vormittags um halb zwölf Uhr die Trauung des Fräulein Maria Hermine Kohn, Tochter des Großindustriellen und Vizepräsidenten des Zentralverbandes der österreichischen Jndustrielten, Herrn Kohn, mit dem Fabrikbesitzer Herrn Wilhelm Fundulus statt. Den feierlichen Trauungsakt vollzog Prälat Dörfler unter großen: geistlicher Assistenz." Derartiges passiert hier alle Tage. Man braucht mtr die Heirats- und Todesanzeigen zu sehen, bei welch' letztere meist genau die Zahl der Seelenmessen und Exequien angegeben wird, die für die Täuflinge in der und der Pfarrkirche abgehalten werden. Sogar die Witzblätter und Poffenfabrikanten habeir sich schon des Stoffes bemächtigt. Uns aber ist gar nicht witzig zu Mute, wenn wir an die Zukunft denken. — Wie wir erfahren, hat die hiesige Israelitische Allianz ihren Sekretär Dr. Kaminka nach Kischinew entsendet, um an Ort und Stelle über die dortigen Vorkomm niste, sowie über den Stand der Hilfsaktion Informationen eimzuholen. Derselbe hat die Rückreise über Rumänien genommen und toffft in den nächsten Tagen in Wien ein. — Eine bei der Trauerseier stau die Opfer von Kischinew im Tempel des IX. Bezirkes von Rabbmer Dr. Gelb Haus gehaltene Gedenkrede ist im Verlage von R. Ubwtt, Rotenturmstraße 22, erschienen. Das Reinerträgnis ist den von der Katastrophe Heimgesuchren gewidmet. Die Predigt ist edel mld tiefempfunden. Sie rechtfertigt den guten Ruf, den Dr. Gelbhcms> als Kanzelredner sich hier in verhältnismäßig kurzer Zeit erworL'M Hai. — Der Kaiser hat dem Professor der allgemeinen Geschichte an der Preßburger Rechtsakademie Eduard Wertheim er mid> seinen gesetzlichen Nachkommen als Anerkennung für seine Verdiente auf dem Gebiete des Unterrichtswesens und der Wissenschaft den Ungarischen Adel mit dem Prädikat „Monori" verliehen. Professor Wertheimer ist als Forscher auf dem Gebiete der österreichischen ittnib« ungarischen Geschichte tätig, und groß ist die Zahl der historischen State, die er seit 1884 teils in ungarischer, teils in deutscher Sprache erscheinen ließ. — Am 19. d. M. ist hier Frau Cäcilie Adler, idle verdienstvolle und aufopfernde Kuratorin des Blindeninstituts Kuiif der Hohen Warte, die Schwester von Lina Morgenstern in DMiiig, gestorben. Rußland. PetersbM'g/ 19. Juni. Das Wolffsche Telegraphenbureau berichtet von hier am 17. d. M.: Der Verleger der antisemitischen Blätter „Snamju'^ in Petersburg und „Bessarabetz" in Kischinew, Kruschewan, winde heute Nachmittag auf dem Newsky-Prospekt von einem JsraeMen, angeblich einem ehemaligen Studenten des Polytechnikums in KwvM, von hinten mit einem Messer gestochen und am Halse verwundet;; die Verwundung ist nicht lebensgefährlich. Kruschewan hielt den Aiiiter mit Hilfe des Publikums fest. Der Mann ist ein früherer Student des Kiewer Polytechnikums und heißt Pinkus Daschewski. Beim Verhör sagte Daschewski aus, daß er Kruschewan für den Urheber freä Massakres in Kischinew halte und Rache nehmen wollte. — Der berüchtigte russische Wundertäter Propst Johan von Kronstadt Hai foeben die erstaunlichste seiner Wundertaten vollbracht — diesmal an sich selbst. Vor kurzem hat er einen offenen