Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1903)
- Date
- 1903-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, 26. Juni 1903. rite einige lwundener!s, der es ellt habe: sich nicht rt Jethro, m Sachen Häuptern >A: „Und ach allem, Menschen, r, der sich entziehen serer Ein- ) gelitten? statt der diejenige ruchslosen ine! rzfeld. er Rubrik leger des der Konst tatsächdaß eine Agrarier mierkung, sen, v ortes", das licht nur Als vor ers Heine eine Eri nehmen, ebenst )olt auch Gelegenchiedenen ix andere zu wissen, als ganz lrteiischen können kbetsteiles gesprochen i es uns wrstehenrngemein wir um geschätzten gemeinde jüdischer i7. Jahrgang. No. 26. Der Gemeindebote. Vellage Zur „Allgemeinen Leitung deF Judentums" Korrespondenten und Nachrichten. Deutschland. Berlin, 21. Juni. Die seit dem Jahre 1765 hier bestehende Iesellschaft zur Verteilung von Brennmaterial „Hrrspa- ^atb Lbionim" hielt heute ihre statutenmäßig alle drei Jahre stattsindende Mitgliederversamnllung ab. Nach einigen Begrüßungsworten an die zahlreich erschienenen Mitglieder erstattete der Vorsitzende Herr Bernhard Behrens den Geschäftsbericht über die Wirksamkeit >er Gesellschaft in den letzten drei Jahren: Es erhielten Brennma terial 1900/01 825, 1901/02 844 und 1902/03 1021 Familien. Ursprünglich jat die Gesellschaft auch Brot an Arme verteilt. Da aber die Verteilung voll Brot sich nicht mehr ohne große Unzuträglichkeiten., auch mr die Empfänger, ausführen ließ, hat die Gesellschaft beschlossen, nachdem sie hierzu die Genehmigung des Gemeindevorstandes sowie oer außerordentlichen Mitgliederversammlung vom Juli 1901 erhalten hatte, künftig davon Abstand zu nehmell. Hierdurch aber war die Iesellschaft in der Lage, während der letzten drei Jahre eine große Anzahl von Gesuchen um Brennmaterial berücksichtigen zu können. In vielen Fällen konnte ein größeres Quantum als früher und wenn Erwerbsunfähigkeit vorlag, zweimal im Laufe des Winters Brennmaterial bewilligt werden. Zum Schluß teilte der Vorsitzende noch mit, daß im Besitz der Gesellschaft eine silberne Sammelbüchse sich befindet, die im Jahre 1774 von dem damaligen Vorsteher Herz Rintel gestiftet wurde. Dieselbe trägt aus jener Zeit die Namen edler Wohltäter, die der Gesellschaft größere Beträge zuwendeten. Wir lassen bei dieser Gelegenheit die von dem Spender herrührende auf der kunstooll ausgestatteteu Büchse in hebräischer Sprache eingravierte Inschrift in möglichst wörtlicher Uebersetzung folgen: „Diese Büchse spendete der Vorsteher Herz Rintel für seinen Sohn, den Jüngling Abraham, sein Andenken zum Segen. „Des Menschen Hoffnung gleicht dem Gewürm; der Mensch, wie ein Hauch geht er dahin." Dieses Geld gab «er dem Sohne am Tage seiner Beschneidung, und jetzt gibt es der Vater wegen seines Seelenheils in die Büchse der Gesellschaft Hasjpakatb Ebionim, zu geben Brot den Hungrigen und Holz den Bedürftigen. 27. Tebeth 5534"). Die Gesellschaft hat beschlossen, diese Einrichtung wieder aufzunehmen, und haben bereits zwei edle Frauen: Franziska Ginsberg geb. Sachs und Rosa Sachs geb. Ginsberg ihre Namen auf dieser Büchse verewigen lassen. — Hierauf verlas Herr Theodor Schück den Kassenbericht und beantragte die Dechargeerteilung, die auch einstimmig erfolgt. Der Antrag des Vorstandes auf Statutenänderung wird debattelos genehmigt. Der letzte Punkt der Tagesordnung, Wahl des Vorstandes und der Revisoren, fand durch die per Akklamation vollzogene Wiederwahl derselben schnelle Erledigung. Der Vorstand dieser alten segensreich wirkenden Gesellschaft besteht aus den Herren: Bernhard Behrens, Julius Cohn, Martin Fernbach, Martin Herzfeld, Siegfried Löwenwald, Leopold Friedeberger, Emil pincus, Gustav Sachs. Als Revisoren fungieren: Theodor Schück und Paul Bömstein. ----- Berlin, 22. Juni. Auch zur bevorstehenden Reisesaison wird unsere Leser ein Verzeichnis der antisemitischen Bade-, Kur- und Erholungsorte nicht unwillkommen sein. Es sind die folgenden.- Augustusbad bei Nadeberg; Bansin; Bozen: Cafe Schgraffer, „zur weißen Rosen", „zum Reußen"; Braunlage (Vraunschweig); Bruchhausen (Bad. Schwarzwald); Borkum; Chiemsee: Die Fraueninsel; Einöd, Lust- und Wafferkurort bei Priesach in Obersteiermark; Ebbs und Erl am Inn; Ettliugerweiler (Bad. Schwarzwald); Fmstenblick bei Trömbach in Thüringen; Gaisenstein; Gehlbergermühle bei Oberhof in Thüringen; Graal bei Ribnitz; Großtabarz (Thüringen); Hahnenklee: Pension Bergfriede; Heiligenhafen; Innsbruck: Die Gasthöfe „zum weißen Kreuz", „zum goldenen Adler" und „zum roten Adler"; St. Johann bei Heiden in Appenzell; Juist; Karlsbad: Hotel Morgenstern, Hotel National, Hotel de Russie, Residenz-Hotel, Cafä Sanssouci, Cafö Schweizerhos, Haus Grillparzer, Alte Wiese, Haus Röm. Feldherr, Neue Wiese, Haus Oelzweig, Marienbaderstraße, Haus Jtalia, Schloßberg, Haus Florenz, Schloßberg, Haus Stadt Warschau, Kaiserstraße, Haus Malta, Kaiserstraße, Haus Rosenstock, Kaiserstraße, Haus Brandenburger Thor, Kreuzstratze, Haus Germania, Schloßberg, Haus Preuß. Krone, Egerstraße, Haus Egeria, Egerstraße, Haus Diamant. Egerstraße, Haus Englische Krone. Egerstraße, Haus Schubert, Parkstraße. Kieferfelden am Inn: Gasthof zur Gräfin von Kussteiu; Kissingeu: Logierhaus Renner; Kitzbühel (Tirol); Klausen: Gasthof zur Post; Kussteiu: Gasthaus zur Schanz bei K. Sandwirt zum Sparchen bei K.; Lakolk auf Röm; Langhampfen; Ligau bei Dresden; Metlisalp (Berner Oberland); Mezzelombardo: Restaurant Gröbner; Montavon: Innerer Bartholomä und Bandaus (Vorarlberg); Mühlenthal (Ferienheim bei Wernigerode); Mühlgraben bei Oberaudor (Tirol); Müritz: St. Nikolai bei Ebbs; Oberaudorf am Inn; Oberbozen; Oberweiler: Kurhaus im Schwarzwald; Pyrmont: Richter's Pension; Prag: Altstadt, Katholisches Kasino; Nensch bei Bozen; Rupolding in Oberbayern; Schierke (Harz): Hotel Hoppe und Haus Tannenheim; Schärding am Inn: Kuranstalt Dr. Ebenhecht; Schliersee: Hofhaus; Sellin; Sermione am Gardasee: Hotel promess! sposi; Swinemünde: Britter's Strandhotel; Thiersee; Unterriß (Bayern): Forsthaus; Vilm: Insel auf Rügen; Volderbad bei Hall in Tirol; Walchsee; Wildbihl (Tirol); Zinnowitz. Etwaige Berichtigungen beziehungsweise Ergänzungen der vorstehenden Liste sind wir natürlich gern bereit zu veröffentlichen. 0. Berlin, 4. Juni. Der lang angestrebte „Verband zur Förderung des Handwerks und der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" ist vor kurzer Zeit nunmehr gegründet worden. Die 88 1 und 2 der Statuten lauten: 8 1. Zweck des Verbandes ist der Zusammenschluß der Vereine zur Förderung des Handwerks und der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands. § 2. Der Zweck des Verbandes soll hauptsächlich erreicht werden: 1., durch Austausch von Erfahrungen; 2. durch Anregung der Jugend zu Handwerk, technischen Berufen und zur Bodenkultur; 3. durch Bekämpfung des gegen Handwerk und jüdische Handwerker bestehenden Vorurteils; 4. durch Einwirkung an maßgebenden Stellen bei Vergebung von Arbeiten tunlichst jüdische Handwerker zum Mitbewerb heranzuziehen; 5. durch Zusannuenschluß der bestehenden und neu zu gründenden Arbeitsnachweise; 6. durch Gründung und Unterstützung von Darlehenskassen. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren: Dr. Julius Moses, I. Vorsitzender; Max Herz. II. Vorsitzender; Dr. Ernst Tuch, Schriftführer; Jlia Ber, Kassenführer; Professor M. Philippson, Marcus Adler, Louis Rosenbaum, Lehrer Falkenberg, Konsul Simon, Alphons Jacobson und Auerbach ----- Berlin, 21. Juni. Am 17. d. ist in Kissingen, wo er sich zur Kur aufhielt, Herr Salomon Mosse, Seniorchef der gleichnamigen hiesigen Wäschefabrik, im Alter voll 66 Jahren an einem Herzschlage gestorben. 1865 begründete er in Gemeinschaft mit seinem Bruder Theodor die Firma Gebrüder Mosse und übernahm nach einer längeren Reihe von Jahren eine Wäschefabrik, der er in dreißigjähriger Tätigkeit, gemeinsam mit seinem Bruder Paul, zu hoher Prosperität und großem Ansehen verhalf. Das Vertrauen seiner Berufsgenossen, das ihn auch zur Wahrnehmung öffentlicher Interessen ansersehen hatte, rechtfertigte er als Mitglied des Vorstandes der Textilberussgenossenschaft wie als Handelsrichter. Ein besonderer Vorzug seiner Persönlichkeit war, daß sich in ihm mit großer Tüchtigkeit ein seltenes Maß von Schlichtheit verband. Seine Geschwister betrauern in ihm den ältesten unter den Brüdern. Aber auch ein weiter Kreis von Freunden und Verehrern wird den tüchtigen, charaktervollen und anspruchslosen Mann schmerzlich vermissen. Das Leichenbegängnis fand heute in Weißensee statt. Vorher versammelten sich die zahlreichen Verwandten zu einer kurzen Gedächtnisfeier im Trauerhause, wo die Leiche ausgebahrt war. Eine überaus große Anzahl von Kränzen und Blumenarrangements wurde dem Verstorbenen als Scheidegruß gewidmet. Die Beisetzungsfeierlichkeit in der Friedhofs* kapelle wurde durch einen Gesang des Chores von der Synagoge in der Lützowstraße eingeleitet, worauf Rabbiner Dr. Maybaum dem Scheidenden einen herzlichen und liefergreifenden Nachruf widmete.