Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1903)
- Date
- 1903-06-26
- Page
- Seite 312 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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fir 312 auss eifrigste bestrebt ist, jeden einzelnen Kenner des Orients für die Mitarbeit zu gewinnen. k Und um es jedem zu ermöglichen, sich ein Urteil zu bilden, was es mit der Zusammensetzung der „durch keinerlei Sachkenntnis getrübten Laienhaftigkeil" gerade des „Vereines zur wirtschaftlichen Erforschung Palästinas" auf sich hat, so seien hier einige der Namen hergesetzt, die in der jüdischen Kolonisationssrage einen guten Klang haben. Leo Motzkin, Dr. Alfred Nossig, Prof. Dr. Otto Marburg, Leo Weiß. Wien, U. Ginzburg (Achad Haam), Dr. Kohan-Bernstein^ Kischinew, und von Palästinensern: Agronom A. Aronson, Dr. jur» Jellin, Agronom Meirowitz, Dr. S. Soskin, Ing. I. Treidel und Dr. Hillel Joffö. Berlin, Juni 1903. Davis Trietsch. Dr. Franz Oppenheimer. * Geehrter Herr! ^^err Dr. S. Carpin hat mit seiner Beurteilung der kulturgeschichtlichen Monographie „Das Judentum in der deutschen Vergangenheit" von Georg Liebe (Elfter Band der Monographien zur deutschen Kulturgeschichte, Verlag von E. Diederichs, Leipzig) in der letzten Nummer der Allgemeinen Zeitung des Judentums gewiß vielen Ihrer Leser aus dem Herzen gesprochen. Die lieblose Tendenz dieses Werkes — das Judentum nur von seiner unschönen Seite zu zeigen — ist zu augenscheinlich und tritt schon bei flüchtigem Dnrchblättern genügend zu Tage, so daß man die Absicht des Verfassers bemerkt und gründlich verstimmt wird. „Der überwiegend größte Teil der Schrift," sagt mit Recht Dr. Carpin, dessen Worte ich hier für diejenigen wiederhole, die seinen Artikel nicht gelesen haben, „ist der Schilderung jüdischen Wuchers gewidmet. Keine in dieser Hinsicht gegen unsre Vorfahren erhobene Beschuldigung ist blöde genug, um von Liebe nicht ohne weiteres geglaubt und angewendet zu werden." Und weiter unten: „Mit umso größerem Behagen verweilt Liebe bei der Schilderung angeblicher oder tatsächlicher jüdischer Fehler." Und in der Besprechung des Buches im Berliner Tageblatt, Nummer 282, heißt es: „Dem Verfasser des Textes fehlt es ebenso an warmem Mitgefühl für das Leid jener Zeit, wie an dem freudigen Verständnis für die erlösende Tat, mit der Lessings „Nathan" die Zukunft vor deü Vorurteilen der Vergangenheit hüten wollte." Ich aber frage: „Sollen wir ein derartiges Zerrbild des Judentums in der deutschen Vergangenheit unwidersprochen und vor allem unkorrigiert in die Welt gehen lassen?" Nein und abermals nein! Wir müssen dem Liebeffchen Werk eine andre, den Tatsachen gerecht werdende Monographie „Das Judentum in der deutschen Vergangenheit" entgegenstellen, ebenso geschmackvoll ausgestattet, mit ebenso schönen, aber weniger einseitigen Illustrationen geschmückt, deren Inhalt alle Seiten der jüdischen Vergangenheit in Deutschland berücksichtigt, utu so denjenigen, die sich über unsere Vorfahren, ihr Leben und Treiben, ihre Leiden und Freuden unterrichten wollen, ein objektives, der Wahrheit entsprechendes Buch in die Hand zu geben. Das verdienstvolle Buch von Prof. Dr. A. Berliner „Aus dem Leben der deutschen Juden im Mittelalter" ist bei allen seinen Vorzügen zu diesem Zweck zu wissenschaftlich, zu teuer und ohne Illustrationen, die heutzutage so oft ein Anreiz zum Kaufen und Lesen des Buches sind. Dagegen zweifle ich nicht, daß sich kompetente jüdische und christliche Gelehrte genug finden, die die Mitarbeiterschaft an diesem Werke als Ehrenpflicht betrachten und gerne ein Kapitel zur Bearbeitung übernehmen werden, nachdem sich ein Redaktionskomitee gebildet haben wird. Zur Bestreitung der Kosten aber sind gewiß viele Glaubensgenossen gerne bereit, ihr Scherflein beizutragen, damit das Werk recht billig verkauft werden kann, um so dem Liebe'schen Buch erfolgreich Konkurrenz zu machen. Vielleicht ist der Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland oder die „Allgem. Zeitung des Judentums" bereit, die Sache in die Wege zu leiten und Beiträge in Empfang zu nehmen. In diesem Falle erlaube ich mir die Sammlung mit einem Beitrag von 20 Mark zu eröffnen. Hochachtungsvoll Nürnberg, 8. Juni. Jakob Seifensieder, Obere Turnstraße 1. * Sehr geehrter Herr Redakteur! /gestatten Sie, daß auch ich in Ihrem geschätzten Blatte einige Sßoxte zu „Babel und Bibel" sage. Wer hat wohl unumwundener den Einfluß fremder Kultur zugestanden, als gerade Moses, der es nicht verschweigt, wie sein Schwäher Jethro ihm vorgestellt habe: über alle Streitigkeiten des Volkes selbst zu richten, werde sich nicht durchführen lassen; „die Einrichtung ist nicht gut", erklärt Jethro, und nachdem dieser auseinandergesetzt, wie nur die großen Sachen vor den Führer gebracht, die kleineren aber von niederen Häuptern entschieden werden müßten, heißt es im 2. Buch Moses 18, 24: „Und Moses hörte auf die Stimme seines Schwähers und tat nach allem, wie er gesprochen." — So erzählt dieser bescheidenste aller Menschen, wie sein midjanitischer Anverwandter, ein heidnischer Priester, der sich freilich der Anerkennung des höchsten Gottes nun nicht mehr entziehen kann, auf ihn eingewirkt habe, und wie er unbedenklich dessen besserer Einsicht gefolgt sei. Hat der Glanz Moses, unseres Lehrers, dadurch gelitten? Möchte doch auch Professor Delitzsch und sein Gefolge, statt der Bibel ihre Stellung nehmen zu wollen, nur ein klein wenig diejenige Moral beherzigen, welche aus der unvergleichlich anspruchslosen Schilderung jenes Vorganges hervorleuchtet: Jedem das Seine! Braun schweig, 16. Juni. Ihr ergebenster Felix Herzfeld. ir Sehr geehrter Herr Redakteur! ^ln Nr. 19 Ihrer geschätzten Zeitung bringen Sie unter der Rubrik „Die Woche" die Mitteilung von dem jüdischen Verleger des „Generalanzeigers" in Cöslin, der sein Blatt in den Dienst der Konservativen und Agrarier stellt, und fügen hinzu: „Es besteht tatsächlich der in Deutschland wohl einzige und sehr traurige Fall, daß eine jüdische Gemeinde einen Anhänger der Konservativen und Agrarier zum Repräsentanten hat rc." Gestalten Sie hierzu die Bemerkung, daß derselbe Fall auch in Wöllstein, Kr. Bomst, Provinz Posen, vorliegt. Hier ist aber der Verleger des „Amtlichen Kreisblattes", das dieselbe Tendenz hat wie der Cösliner Generalanzeiger, nicht nur Repräsentant, sondern erster Gemeindevorsteher! Als vor einigen Jahren eine antisemitische Verunglimpfung des Dichters Heine in jenem Blatte erschien und dem Redakteur und Verleger eine Erwiderung zuging, bat er von der Veröffentlichung Abstand zu nehmen. Wöllstein, 11. Juni. Ganz ergebenst Sehr geehrter Herr Redakteur! H^on einigen unserer Gemeindemitglieder, welche wiederholt auch dem Gottesdienste in andern Synagogen beizuwohnen Gelegenheit hatten, ist des Oefteren behauptet worden, daß in verschiedenen Gemeinden das Gebet 28 nur bis der andere Teil aber nicht mehr gesprochen wird. Das Bestreben, auch bei uns diese Neuerung eingeführt zu wissen, wird dadurch begründet, daß man den wegzulassenden Teil als ganz unzeitgemäß betrachten muß. Nun wird man sich, vom unparteiischen Standpunkte aus betrachtet, der Einsicht kaum verschließen können daß, im Hinblick auf den Inhalt des wegzulassenden Gebetsteiles eine gewisse Berechtigung vorgenanntem Wunsche nicht abgesprochen werden kann. Bevor wir uns jedoch zu einer Aktion entschließen, wäre es uns sehr erwünscht, die Ansicht Sach- und Fachverständiger über vorstehenden Punkt, welcher sicherlich noch viele andere Gemeinden ungemein interessieren wird, zu vernehmen. Zu diesem Zwecke bitten wir um geneigte Kundgabe dieser Zeilen im „Sprechsaal" Ihres geschätzten Blattes. Hochachtungsvoll Lalldsberg O.-S. Der Vorstand der Synagogengemeinde Matzdorff. * Briefkasten der Redaktion. —t. — l. Solche Sonderbestimmungen für die Anstellung jüdischer Lehrer in der Rheinprovinz existieren unseres Wissells nicht. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin, verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. 07. Ja! ko »4 Gesell tath ' findend an die Lern! >er Ge 1900/01 hat du teiluns mr di nachdem )er au hatte, Gefells. Anzah! In vie Erwerl materi mit, d> findet, gestifte täter, bei bic ooll ai in mö Borste Anden der M Sohne wegen Ebion: 27. Te wiede: Äinsb auf di Schiit auch < ander ordnu per A Der 3 den £ Marti pincu und l unser Erhi Augu weiße Hause Einö! und < bei 2 Hof i Hahn Höfe Adle, Mor; San- Mm