Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1903)
- Date
- 1903-05-29
- Page
- Seite 259 (sequence 9)
- Language
- German
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259 5amuel ing von Gründung, rügen. die nacht hat. x Vereinen urse seien lszusüllen. Daneben aachlässigt : gepflegt ngskursen )es Unter- , Frageferat seien den. Die zt werden, lebhaftem folgenden ben wird: en nahe, e (Damen mgsknrse) Geschichte neu Zeitv in fortvornehmi, können steslebens lcher Zeitedle Geung wird - Organi- >en; doch esonderen Uer enteller und m spricht rednerngen der der Verwahrend nd etwas ls bieten, s diesem geschaffen eichendes r beträgt nswertes u lassen, s bleibe r dessen als die >as Geld finden, lle. Um dehnung rauf beschließen heranonen zu dors gerk Subin mehr ie Hälfte könnte , welch Wahr- Berlin lerfonds ior, sich lenheim in Verbindung zu sehen. Herr Flechtheim-Brakei bittet den Verband, Mitglieder zu werben, welche alljährlich Beiträge zum Fonds zusteuern. Herr Albert Katz erinnert, daß bereits in Nr. 6 der Mitteilungen des Verbandes die eben genannte Propaganda dringend angeregt worden sei. Ein Antrag Klausner: „DieKonferenz sämtlicher Üteraturvereine in Deutschland beauftragt den Vorstand, von den Verwaltungen der jüdischen Gemeinden und aus öffentlichen Vermächtnissen für Wohlfahrts- und gemeinnützige Zwecke, die denen der Ateraturvereine entsprechen, regelmäßige Zuschüsse zur Ausstattung )es Wanderrednerfonds und zur Förderung der sonstigen Ziele der Ziteraturvereine zu erlangen," wird widerspruchslos angenommen. Zum vierten Punkt der Tagesordnung brachte Herr W. Bambus-Berlin >en Vorschlag, eine Organisation zu gründen, welche gegen einen geringen Abonnementsbetrag ihren Mitgliedern alljährlich Schriften populären Inhalts zur Verfügung stellt und diese auch dem buchländlerischen 'Verkehr übergibt. Redner denkt sich diese in Form iner Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Kapital von;0000 Mark. Bei 3000 Abonnenten ä 10 Mark jährlich würden bereits die Kosten gedeckt und alljährlich könnten 100 Druckbogen gerausgegeben werden. Das Bedenken der Unausführbarkeit der Anregung teilt er nicht, da die erforderliche Abonnentenzahl leicht zu erreichen sei. Mit der neugegründeten Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums werde die Idee nicht ollidieren, da sich die erwähnte Gesellschaft in ihren Schriften naturgemäß nur an die Gelehrten wenden müsse, während vurch das Projekt die Popularisierung der jüdischen Wissenschaft rftrebt werde. Die Schaffung einer Art jüdischen Kolportage sei eine unbedingte Notwendigkeit, um den Erzeugnissen der jüdischen Literatur inen Leserkreis zu schaffen. Der Referent bittet zum Schluß seiner Ausführungen, eine Kommission zu wählen, um das Projekt nach der literarischen und materiellen Seite in Erwägung zu ziehen. Ein Antrag Spiewkowski, der Jugendliteratur Aufmerksamkeit zu chenken. wird in die lange Debatte mit einbezogen. Gegen die Ausührungen Dr. Bernfelds, daß die Ideen der neuen Organisation und der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums üe gleichen, wendet sich Dr. Karpeles, welcher die wissenschaftliche Konkurrenz bestreitet, eine ideale Konkurrenz jedoch zugibt, und bittet, -nit der Anregung noch bis zur Konsolidierung der Gesellschaft zu warten. Herr Hühnlein wünscht die Ernennung einer fünfgliedrigen Kommission, welche zur Ausführung der Idee mit der Gesellschaft Fühlung nimmt, damit letztere das zu Erstrebende als eigenen Zweig ihrer Tätigkeit zur Ausführung bringe. Herr Klausner glaubt, daß :egen den Vorschlag, eine Kommission zu ernennen, nichts eingewendet werden könne; die Kommission werde erst nach der Aufbringung des ^forderlichen Kapitals etwas tun können. Rabb. Dr. Eschelbacherbetont das dringende Bedürfnis nach einer Volks- und Jugendliteratur; aus alten Jahrgängen jüdischer Zeitungen, aus alten Kalendern aeßen sich vorzügliche Erzählungen zusammenstellen, welche für ein aaar Jahre Material bilden und zum Muster für andere Jugendchriststeller dienen würden. Herr Willibald Loewenthal bittet dringend den Verband, von geschäftlichen Unternehmungen sich fern zu dalteu. Die Idee sei nur ausführbar, wenn ein tüchtiger Buchhändler .ur Leitung des Unternehmens gewonnen würde. Der Referent ist nit der Uebergabe der Ausführung an einen Buchhändler vollständig Unverstanden. Die Wahl der Kommission wurde einstimmig genehmigt und in dieselbe die Herren Dr. Karpeles, Klausner, Katz, Bambus und Dr. Eschelbacher gewählt. Die Konferenz hat sich alsdann noch. mit den bis zum Schluß zurückgestellten Berliner- Anträgen zu befassen. In mehrfach erregter Debatte wurde gegen die Verbindung der drei Anträge Protestiert und ihre Einzelberatung deshalb beschlossen. Der bereits im Berliner Literaturverein angenommene Antrag Willibald Loewenthal: „Die Generalversammlung beschließt, eine kurz gefaßte Schrift von ca. drei Bogen herauszugeben, in welcher die im Neuen Testament enthaltenen Lehrsätze den entsprechenden Quellen aus dem jüdischen Schrifttum gegenübergestellt werden. Den Verbandsvereinen sind Exemplare für jedes ihrer Mitglieder zur Verfügung zu stellen", wird ebenfalls genehmigt und die Abfassung der Schrift den Herren Prediger Dr. Lev in und Dozent Dr. El bogen übertragen. Ein Antrag Bambus: „Der Verein beauftragt seine Delegierten, auf dem Verbandstage zur Sprache zu bringen, in welcher Weise wissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiete der jüdischen Kulturgeschichte anzuregen sind", wird der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums überwiesen. Es folgt zum Schluß folgender Antrag Bern seid und^Levin: „Es soll die jüdische Geschichte von Esra bis zur Gegenwart nach einem bestimmten Plane in kurz bemessenen Zeiträumen behandelt werden, in deren Mittelpunkt stets eine hervorragende Persönlichkeit zu stellen ist. Diese Zeiträume sind in Vorträgen darzustellen, die den Rednern des Verbandes der Literatur-Vereine zu übertragen wären. Nach Jahren sollen diese Vorträge von einem Redaktions-Bureau aneinandergereiht und so ein Volksbuch geschaffen werden, welches die Neligions-, Literatur-, Leidens-, Emanzipations- und Kulturgeschichte, die das jeweilige Leben des Volkes behandelt/ enthält." In seinen mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Ausführungen begründet der eine der Antragsteller, Herr Prediger Dr. Leviu, kurz diesen Antrag. Er führt die Mängel der bisher vorliegenden Werke an, welche in keiner Weise Volksbücher seien; das zu schaffende Werk, dessen Ausführung er im einzelnen augibt, solle nicht nur das Volksgemüt ergreifen, sondern auch den Volksgeist beleben. Die Form des Vortrages, welcher eine gewisse strenge Wissenschaftlichkeit voraussetze, würde der Sache am besten dienen. Personenkultus solle in dem Werke auf keinen Fall getrieben werden, die Persönlichkeiten seien nur als Vertreter einer bestimmten Zeit zu betrachten. Der Verband sollte eine bestimmte Zahl von Rednern auswählen. um die Vorträge — etwa 30 — halten zu lassen. In 3 bis 4 J ahren könnte das Werk abgeschlossen sein. Die Idee begegnete bei allen Rednern in der Debatte freudiger Zustimmung und der Alltrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Punkt 2 der Tagesordnung betreffend die Organisation von Provinzialverbänden findet dadurch seine Crledigllng, daß, nachdem Rabbiner Dr. Freund - Ostrowo das Tätigkeitsgebiet der Provinzial- und Bezirksverbände umgrenzt und Dr. Karpeles die Notwendigkeit der Errichtung von 2 Provinzialverbänden in Schlesien, 2 in der Nheinprovinz und je eines in Ost- und Westpreußen dringend hervorgehoben hatte. Rabbine Ellguther-Neiße sich bereit erklärt, einen Verband für Schlesien in die Wege zu leiten. Damit war um 7 Uhr abends die Tagesordnung erschöpft. Redakteur Klausner dankte dem Vorsitzenden der Versammlung für die „energievolle Nachsicht", mit der er die Verhandlungen geleitet. Dr. Karpeles versicherte, daß der Verband das beste wolle und daß, wenn der Verband die nötige Unterstützung finde, auch aus den heutigen Beschlüssen etwas Gedeihliches ersprießen werde. Die Delegierten trennten sich, augenscheinlich befriedigt von dem günstigen Eindruck der Verhandlungen, welche für die Fortbildungskurse, die Bezirks- und Provinzialverbände und für die literarischen Publikationen hoffentlich gute Resultate zeitigen werden. aM Florentiner Srieß /^gelegentlich des kurzen Besuches des Königs von Italien in unserer Blumenstadt wurde am 13. d. M. dem Direktor des Collegio Rabbinico Italiano, Oberrabbiner Tr, Margulies und dem Vorsitzenden des Kuratoriums Bankier Prato die hohe Ehre zu teil, vom König Viktor Emanuel in besonderer Audienz empfangen zu werden und ihm einen Bericht ihrer Anstalt überreichen zu dürfen. Sämtliche Blätter der Provinz berichten über die allgemein Aufsehen erregende Audienz wie folgt: Mit der ihm eigenen gewinnenden Liebenswürdigkeit lud der König die beiden Herren zum Sitzen ein, willigte jedoch auf Verlangen des Rabbiners darin ein, daß dieser zunächst bedeckten Hauptes hebräisch und italienisch den Segen sprach, den der König mit wohlwollendem Ernst anhörte. Nach dem Segen ließ der König sich eingehend über Einrichtung und Besuch der Anstalt, über den Umfang und die Art der Studien unterrichten. In angeregter Unterhaltung zeigte der König lebhaftes Interesse für die hebräischen Studien und gediegene Vertrautheit mit einzelnen Zweigen derselben. Er erzählte in leutseligster Weise von den Reisen, die er „als er noch freier über sich verfügen konnte" in Palästina gemacht hatte und berichtete von alten hebräischen und samaritanischen