Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-05-29 · Heft 22 (29.5.1903) · p. Seite 257

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 22 (29.5.1903)
Date
1903-05-29
Page
Seite 257 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3228527-3228550--59814-3296358
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

267 uf uns alle dieser Be- Hte unseres die Juden d daran ist tord lenkte. ,e von der üe „russische noch eine durch sein Ketten geix Sklaven, hrer Rechte die bereit nicht störe, ßtsein, und cr Kischinew ht minder deten nicht an ergötzte nd langer , die schon Nacht und r Burenin, ruschewan, rollen und ischeulichen gehören, — ezeichnung n, die der lenier und schütten sie n und gefort: die willenlosen er des Getelkeit und Aufhetzerei m. daß sie 3 sie nicht ie noch ein »mach und verwaisten ci, die der tz des Entmer Lehrer en gehöria noch nicht reine. , 21. Mai ligung de teiches de Verein^ rts chland rbandsvorrndes ent bot im Namen des hiesigen Rabbinats Rabbiner Dr. Eschelbacher der Versammlung herzliche Grüße und Glückwünsche. Er wies aus die segensreiche Entwicklung der Vereine hin, auf die Tätigkeit derselben, ihre Mitglieder aus der Vergangenheit die Gegenwart lieben und schätzen zu lehren und sie an diesen Betrachtungen wieder aufzurichten; ans der Erkenntnis der Vergangenheit werde sich alsdann eine neue schöpferische Kraft entwickeln. In das Bureau der heutigen Versammlung wurden alsdann gewählt die Herren Justizrat Basch als erster Vorsitzender, Rabbiner Dr. Eschelbacher als Stellvertreter, Rabbiner Dr. Freu nd-Ostrowo als Schriftführer und die Herren Hähnlein-Bochum und Fränkel-Hirschberg. Um Wiederholungen der Debatte vorzubeugen, wird auf Vorschlag des Herrn Dr. Karp eles Punkt 1 der Tagesordnung der Generalversammlung — Bericht des geschäftsführenden Ausschusses — bis zur Nachmittags-Konferenz sämtlicher Literaturvereine zurückgestellt. Herr Willibald Loewenthal gibt alsdann den Bericht der Revisionskommission und bittet um Erteilung der Decharge an den Schatzmeister Herrn Oskar Berlin- Letzterer bestätigt, daß die Kassenverhältnisse nur schwache sind, und fügt auf Anfrage hinzu, daß für den Wanderrednerfonds in diesen» Jahre erhebliche Beträge aufgewendet worden sind. Die Decharge wird einstimmig gewährt. Zur Wahl des Vorstandes des Verbandes wird Akklamation vorgeschlagen und widerspruchslos angenommen. Herr Albert Katz empfiehlt, den Vorstand des Verbandes in Ermangelung eines Vertreters für Baden und Württemberg durch die Zuwahl des Herrn Regierungsrats Dr. Meher-Karlsruhe, eines eifrigen Förderers der Bestrebungen der Literaturvereine, zu ergänzen. Da jedoch die Zuwahl statutenwidrig ist — die Zahl der Mitglieder des Vorstandes ist auf neun festgesetzt — so spricht die Versammlung den einstimmigen Wunsch aus, an den genannten Herrn das Ersuchen zu richten, für den Verband in Baden und Württemberg tätig zu sein. Mehrfach wird bei dieser Debatte das Verlangen nach einer Aenderung des Statuts geäußert. Zu Revisoren werden die Herren Willibald Loewenthal und Justizrat Basch bestellt. Der einzige Punkt, der eine lange Debatte hervorries, betrifft die gestellten Anträge. Die Versammlung einigt sich auf Antrag Karpeles dahin, jetzt nur die Verbandsvereine interessierenden Anträge Bochum, Elberfeld und Thorn zu beraten und die Anträge Berlin für die Konferenz zurückzustellen. Die Anträge Bochum werden in ihren fünf Teilen durch den Vorsitzenden des westfälischen Provinzialverbandes Herrn Hühnlein ausführlich vertreten. Zu Antragi: „Der Centralverband möge die Rednerliste frühzeitiger als bisher herausgeben. Dieselbe soll auch eine Rubrik enthalten über die Bereitwilligkeit der Redner- Tournes zu übernehmen nebst Angabe der Zeit und Kosten derselben", klagt der Referent, daß es sehr schwer halte, Redner für Tournvs zu gewinnen; die Schwierigkeit werde erhöht, weil die Redner meist Rabbiner seien. Er verlangt Angabe der Zeit und für die Tonrnvs auch Angabe der Kosten. Dr. Fink-Hamburg wünscht auch bei Einzelvorträgen Angabe des Preises. Demgegenüber wünschen Loew enthal-Berlin, Fränkel-Berlin, Dr. Freund-Ostrowo die Fortlassung des Preises, da diese Frage in der doch notwendigen Korrespondenz erledigt werden könne. Herr Goldschmidt-Brakel regt an, daß die Redner die Preise der Verbandsleitung Mitteilen; die letztere könnte aus die Redner einwirken, bei den kleinen Vereinen mäßige Ansprüche zu stellen. Rabbiner Dr. Bähr-Prenzlau möchte aus der Liste nur die Namen der Redner haben und wünscht die Rabbiner mit Rücksicht aus die Würde ihres Berufs vollständig zu streichen. Redakteur Klausner-Berlin erklärt sich gegen den Antrag Bochum in allen seinen Teilen. Die Honorierung bezeichnet er als beschämend und hält es für erforderlich, daß den Vereinen, welche nicht in der Lage seien, schickliche Honorare zu zahlen, von anderer Seite Beihilfen gegeben werden. Nach Ablehnung eines Schlußantrages verweist Dr. Moses-Berlin auf das Muster der kaufmännischen Vereine und die Höhe ihrer Honorierung. Es sei außerordentlich wichtig, den Mitgliedern der Vereine vor Augen zu führen, daß die geistige Tätigkeit denn doch etwas höher eingeschätzt werden sollte, als das bisher der Fall gewesen sei. Dr. Bernfeld-Berlin bemängelt die alljährliche Wiederkehr derselben Themata; die Rednerlisten, welche der Geschichte einverleibt blieben, würden hierdurch ein geistiges Armutszeugnis bilden. Die Herren Fränkel-Hirschberg und Prediger Ellguther-Neisse treten für die kleinen Vereine ein, welche sich nach der Decke strecken müssen und an die Opferfreudigkeit ihrer Mitglieder keine höhere»! Ansprüche stellen können, ohne ihren Bestand zu gefährden. Dr. Karpeles sagt zu, daß die Rednerliste bestimmt früher erscheineu und aus die Angabe der Zeit der Vorträge besonderer Wert gelegt werden solle. Zur Erhöhung der Honorare wünscht auch er, daß die Gemeinden für die Literaturvereine, die doch eine Fortsetzung des Religionsunterrichts bilden, einen Posten in ihr Budget aufnehmen. Er bestreitet, daß die Rednerliste ein kulturgeschichtliches Dokument sei; die Redner brauchten nicht prüder zu sein als die großen anderskonfessionellen Gelehrten ersten Ranges, welche sich nicht gescheut hätten, ihre Honorare auf den Listen der kaufmännischen Vereine anzugeben. Auf die Themata der Redner habe der Verband gar keinen Einfluß. Inzwischen ist ein Antrag Spiewkowski-Berlin eingegangen, in dem Antrag Bochum die Worte „und Kosten" zu streichen. Bei der Abstimmung »vird der Antrag 1 angenommen unter Streichung der eben erwähnten Worte. Die ferneren Anträge Bochum und zwar: 2. Der Centralverband rnöge bei Entsendung von Wanderrednern auch die kleinen Gemeinden Westdeutschlands berücksichtigen; 3. Der Centralverband möge einen alljährlichen Geschäftsbericht herausgeben; 4. Der Centralverband möge dahin wirken, daß möglichst sämtliche Literaturvereine eine Bibliothek unter Mitwirkung des Gemeinde- Vorstandes einrichten; 5. Die Centralleitung rnöge den einzelnen Literaturvereinen von Neuerscheinungen Kenntnis verschaffen und durch gemeinsamen Bezug eine Verbilligung der betreffenden Werke herbeizuführen suchen", rverden in »veit kürzerer Zeit erledigt. Antrag 2 »vird auf Anregung von Dr. Karpeles fallen gelassen, weil Westdeutschland bereits in diesem Winter berücksichtigt ist. Antrag 3, welcher sich übrigens mit dem zweiten Thorner Antrag vollständig deckt, wird debattelos angenommen, Antrag 4 ebenfalls nach kurzer Befürwortung durch die Herren Hähnlein-Bochum und Sichel-Cassel. Herr Treuen fels- Stettin hält es für wichtiger, daß die Literaturvereine darauf hin- »virken, daß Gemeindebibliotheken, mit denen Archive zu verbinden seien, errichtet »verden. Punkt 5 »vird von der Verbandsleitung auch fernerhin, wie bisher, veranlaßt werden. Ueber den Antrag Elberfeld: „Die Versammlung wolle beschließen, bei Feststellung der Rednerliste dafür Sorge zu tragen, daß nicht wie bisher vorherrschend Rabbiner die Rednerliste ausfüllen, sondern mehr Gelehrte anderer Berufsarten", bittet Dr. Karpeles zur Tagesordnung überzugehen. In seiner kurzen Begründung weist er darauf hin, daß man den Rabbinern, welche die geborenen Leiter der Vereine seien, nur dankbar für ihre Vorträge sein müsse. Die Versammlung beschließt demgemäß. Mit dem Beschluß, den ersten Antrag Thorn, „nach geeigneten Mitteln zu suchen, um das Interesse für die Bestrebungen der Literaturvereine, »velches in letzter Zeit zu erkalten scheint, wieder zu beleben", mit Punkt 1 der Nachlnittagskonferenz zu verbinden, ist die Tagesordnung erschöpft. Daran schließt sich das vom Berliner Literaturverein gebotene Mittagsmahl, bei rvelchem Dr. Karpeles den einleitenden Toast auf die Gäste ausbrachte. Er erlvähnte bei dieser Gelegenheit, daß neuerdings in Melbourne und in Konstantinopel — dieser nach dem Muster des Kölner Vereins — Literaturvereine begründet sind, daß ferner auch in England genau nach dem Muster des deutschen ein Verband der Literaturvereine zu stände gekommen ist, dessen Glückwunschdepesche zum Verlaufe der heutigen Versammlung eingetroffen ist. Dr. Bernfeld toastete auf den Verbandsvorsitzenden, Rabbiner Dr. Samuel-Essen auf den Berliner Literaturverein und die Berliner Gemeinde, Dr. Hirsch Hildesheimer auf die auswärtigen Delegierten. Eine von Rabbiner Dr. Eschelbacher in warmen Worten angeregte Kollekte für die Juden in Kischinew ergab einen recht ansehnlichen Beitrag zu den bisherigen Sammlungen. * * * Die sich nachmittags anschließende Konferenz sämtlicher Literaturvereine in Deutschland, welcher ebenfalls Justizrat Basch präsidierte, wurde kurz nach 3 Uhr eröffnet. Auch hier »var die Beteiligung eine lebhafte. Namens des hiesigen Gemeindevorstandes hieß Sanitätsrat Dr. Stern die Versammlung herzlich »villkommen und gab die Versicherung ab, daß der Gemeindevorstand den Bestrebungen der Vereine nach wie vor mit vollster Sympathie gegenüberstehe und an den Arbeiten und stetig wachsenden Erfolgen lebhaften Anteil nehme. Er sprach den Wunsch aus, daß den Vereinen, die, wenn auch schwierige, aber dankbare Aufgabe getingen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.