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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-05-08 · Heft 19 (8.5.1903) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 19 (8.5.1903)
Date
1903-05-08
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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tiz besonders gnet machen, die jeweilig : Frische uird tenlassen d> r bst, die Ein- Sprüchen , Lehren und bekannten Sprache redet ationen kl.n nde Buch st er" und soll i, den weit-rlso auch d r :e Einfügui?den, eberno! ob und de n Erbauung^ I i dem Laien rs Studivn j ständms^ d r e Einfügung gt, daß d e zeren Kreii. Der Lehne d religiösen ze Genieße,- ,r Erbauung lßer einigen ru, metrisclne er poetische?' hebräischer hat die Neu ht manche lind Medad, Kapitel 40 tklaffen, fu läuteruugeni l der Schn, zu dienen eine sehr p? rber jüdisch!s Interest de über dt 5chüler ve> lesen. Kur das Bun d der Ver runl geben ner große" all Freund > 8. r. ls jüdische ct a. Mairseine Un. rnt daran stehen un7 rhalte geb abylonier is Dasein' rnd Fürst" anssührlia haffung de »ülerbibliv k. L. i°- rchr,m» «r. io. Dev ^emelndebote» «.«»i ims 'Ueikage zur „Altgerneinen Zeitung öes Iuöenthums". rrlin. Korrespondenten und Nachrichten. Deutschland. Berlin/ 3. Mai. Am 21. und 22. v. M. fand im Bureau di 2 Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes die Ausschußsitzung der ^Gesellschaft zur Förderilng der Wissenschaft des Judent, ms statt. Die Versammlung war recht zahlreich besucht, uno die!r rhandlungen, die zwei Tage hindurch je fünf Stunden gedauert, h. den, wie man wohl hoffen darf, ein erfreuliches Resultat ergeben. «An ersten Tage wurde zunächst der Bericht über die bisherigen Erg bnisse der Propaganda, von dem Vorsitzenden Professor Philippson- L rlin erstattet. Diese Ergebnisse kann man wohl als sehr günstige b zeichnen, da die Jahresbeiträge schon heute, wo die Propaganda mt in ihrem Anfang steht, sich auf ca. 9000 Mark beziffern. Es ist zu hoffen, daß, wenn sämtliche Ausschutzmitglieder und alle Freunde iiud Förderer der Wissenschaft des Judentums in den deutschen Gemeinden sich der Sache warm annehmen, die Zahl der Jahresbeiträge aus mehr als das doppelte steigen wird. Das ist aber auch unbi dingt nötig angesichts der großen und schweren Aufgaben, die die Gesellschaft durchzuführen beabsichtigt. Zu Punkt 2 der Tagesordnung, d e Zeitschrift betreffend, wurde beschlossen, mit dem Herausgeber der altbewährten „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des u identums". Herrn Dr. M. Brann in Breslau, in Verbindung zu t eten behufs Uebernahme dieser Zeitschrift und eventuell Vergrößerung uad Erweiterung. Da die Verhandlungen darüber noch im Gange si ld, erscheint-es nicht angebracht, etwas weiteres darüber mitzuteilen. Lach Abschluß dieser Verhandlungen wird natürlich alles nähere der Geffentlichkeit unterbreitet werden. Von besonderer Bedeutung waren d e sehr eingehenden und gründlichen Verhandlungen zu Punkt 3, der! d is eigentliche Arbeitsgebiet der Gesellschaft umfaßt. Es wurde be- > alosseri, Ausschreiben betreffend die Einreichung von Manuskripten z ir Veröffentlichung aus folgenden Gebieten zu erlassen: 1. Geschichte d r Juden. 2. Literatur und Religionsgeschichte. 3. Ethik und systematische Religionsphilosophie. 4. Die Bibelexegese. 5. Hebräische Sprachwissenschaft. 6. Talmud und Codices. 7. Apologetik und Lidagogik. In Verbindung damit stand ein von Karpeles-Berlin l- ^gebrachter weitgehender Antrag, der nach reiflicher Erwägung von d r Versammlung einstimmig angenommen wurde. Er betrifft die verausgabe eines groß angelegten Werkes, das den Titel führen soll: Grundriß der Wissenschaft des Judentums, und das in ' lbständiger Bearbeitung von tüchtigen jüdischen Gelehrten folgende Lände, von denen jeder für sich abgeschlossen sein wird, umfassen soll, i Einleitung in die Bibel. 2. Die Bibelübersetzungen. 3. Die hebräische L orachlehre. 4. Die aramäische Sprachlehre. 5. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft. 6. Systematische Theologie, Ethik, Religionsl »ilosophie des Judentums. 7. Geschichte der jüdischen Religionsp älosophie. 8. Einleitung in die Talmude. 9. Einleitung Ln die Mdraschliteratur. 10. Die hellenistische Literatur. 11. Die Apokryphen l W Pseudepigraphen. 12. Judentum und Christentum. 13 Judentum > nd Islam. 14. Die rabbinische Literatur. 15. Religionsgeschichte. ^7. Geschichte der jüdischen Sekten. 17. Biblische und lalmudische Archäologie. 18. Mosaisches und talmudisches Recht. 19. Grundriß der p bischen Literaturgeschichte. 20. Geschickte der Juden in vier Abteilungen, v Geschichte des Synagogenkultus. 22. Apologetik. 23. Praktische Theo-! gie. 24. Homiletik. 25.Pädagogik. Selbstverständlich ist dieser Plan nicht vollständig, und es werden wahrscheinlich noch einige Nebenfächer dazu l inmen. Die Hauptsache bleibt aber, daß der Beschluß einstimmig u saßt wurde, das Werk ernstlich in Angriff zu nehmen und, wenn möglich, in jedem Jahr einen Band herauszugeben. Zur Ausarbeitung d s Plans wurde eine größere Kommission eingesetzt, die sofort in Wirksamkeit treten soll. Der Zweck der einzelnen Werke dieses Grundrisses soll der sein, jedem, der über die Wissenschaft des Judentums vch unterrichten will, vor allem aber Religionslehrern, Studenten und Gelehrten das zum Verständnis der einzelnen Disziplinen Wissenswerte in systematischer Weise vorzuführen, möglichst knapp, dabei aber klar und lesbar. Einige andere Anträge von Bloch-Posen, einen Gelehrten nach Rom zur Erforschung der päpstlichen Archive zu schicken, und von Kayserling-Budapeft, der das gleiche für Madrid hinsichtlich der spanischen Jnquisitionsakten wünscht, wurden vorläufig zurückgestellt. Ein Antrag Ziemlich-Nüvnberg, die Apologetik besonders zu betreiben, war durch den vorhergehenden Antrag im zustimmenden Sinne erledigt. Hierauf gelangte man zu Punkt 4 der Tagesordnung : Bildung der Fachkommissionen. Es wurden für die einzelnen oben erwähnten Disziplinen zehn Fachkommissionen, bestehend ans den hervorragendsten jüdischen Gelehrten, gebildet. Alle wissenschaftlichen Angelegenheiten, die an den Verein herantreteu lBeurteilung einzelner Manuskripte, Anfragen, Auswahl der Stipendiaten rc.) müssen diesen Fachkommissionen unterbreitet werden. Ein Antrag von Cohen- Marburg: Errichtung von Lehrstühlen für Ethik und systematische Neligionsphilosophie an den jüdisch-theologischen Lehranstalten, wurde vorläufig zurückgestellt. Die Referate der Herren Cohen-Marburg und Maybaum-Berlin über Neligionsphilosophie und Pädagogik wurden für die nächste Vollversammlung der Mitglieder der Gesellschaft reserviert, der auch die Anträge von Klausner-Berlin auf Aeuderung der Statuten vorgelegt werden sollen. Mit der Erledigung einiger formaler Anträge wurde die Sitzung des Ausschusses am Mittwoch nachmittag um 4 Uhr geschlossen. Es ist zuversichtlich zu hoffen, daß, nachdem nun das Arbeitsgebiet der Gesellschaft abgesteckt und die großen Aufgaben derselben in Angriff genommen worden sind, weite Kreise innerhalb des Judentums sich für diese Ausgaben interessieren und der Gesellschaft Mitglieder und Jahresbeiträge zuwenden werden. Eine umfangreiche Propaganda in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands und Oesterreichs erscheint in dieser Beziehung dringend notwendig, ja unerläßlich, wenn es der Gesellschaft gelingen soll, etwas Ersprießliches für die Wissenschaft des Judentums zu leisten. Wir hoffen, schon in nächster Zeit in der Lage zu sein, ausführlicheres über die Propaganda und die Zeitschrift, sowie über die anderen wissenschaftlichen Fragen des Unternehmens der Gesellschaft berichten zu können. V H? Berlin, 4. Mai. Der Verein „Leh rl i ngsheim Pa nkow" hielt gestern seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Kommerzienrat I. Löwe, eröffnet die Sitzung und verweist auf den den Mitgliedern zngegangenen Verwaltungsbericht, der neben einem Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahre zugleich einige interessante Daten über die Erfolge der Anstalt seit ihrer Begründung im Oktober 1891 enthält. Es haben seit dem Bestehen der Anstalt 48 Zöglinge ihre Lehrzeit beendet. Keiner dieser Zöglinge, die die verschiedensten Handwerke betreiben, ist bis jetzt in Not geraten, keiner hat den erlernten Berus aufgegeben, alle verbindet das Gefühl dankbarer Erinnerung mit der Anstalt. So sind zehn ehemalige Zöglinge nach erlangter Großjährigkeit dem Vereine „Lehrlingsheim Pankow" als zahlende Mitglieder beigetreten. Einer beträchtlichen Anzahl der entlassenen Zöglinge ist es gelungen, an verschiedenen Orten des In- und Auslandes eine lohnende Tätigkeit zu finden. Leider stehen die geringen Mittel, über die der Verein verfügt, außer jedem Verhältnis zu den Ansprüchen, die an ihn gestellt werden. So gingen dem Verein während des Berichtsjahres 35 Aufnahmegesuche zu, von denen aber nur 14 berücksichtigt werden konnten. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 781, die Jahresbeiträge weisen die respektable Summe von 9855 Mark auf, Geschenke, respektive einmalige Beiträge 6637 Mark; allein der Voranschlag des Etats für das Jahr 1903—1904 ist bei einem Bestände von mir 45—50 Zöglingen und bei einer äußerst geringen Bemessung der einzelnen Positionen auf 27 000 Mark festgesetzt, und kann man sich so eine Vorstellung von der finanziellen Lage des Vereins machen, dre wirklich nichts weniger als günstig ist. Wir geben daher an dieser Stelle der berechtigten dringenden Bitte des Kuratoriums . an unsere Glaubensgenossen Raum, durch größere Geldgeschenke ihr Streben nach Bildung eines tüchtigen jüdischen Handwerkerstandes

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