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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-05-01 · Heft 18 (1.5.1903) · p. Seite 214

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 18 (1.5.1903)
Date
1903-05-01
Page
Seite 214 (sequence 12)
Language
German
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214 Jahren wird der Name Babel auch nicht ein einziges Mal in der Bibel genannt! Im ganzen Pentateuch findet er sich nur zweimal in der Urgeschichte (Gen. 10,10; 11, 9), in den Büchern Josua, Richter, Samuel und 1. Könige nicht ein einziges Mal, zum erstenmal erscheint er unter dem König Hiskia (ca. 720 v. Chr.) II. Könige 17,24,30; 20,12; aber erst in den letzten Zeiten des Reiches Juda (von ca. 600 an) mit der Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezar, den König von Babel, wird der Name in den biblischen Büchern häufig, so daß er z. B. bei dem Propheten Jeremias, dem Zeugen dieser Zeit, nicht weniger als 170 mal genannt wird. Ein ähnliches Verhältnis nehmen wir bei dem Worte Asch ur wahr. Das Land Assyrien wird in der älteren Geschichte vielleicht zweimal genannt (wieder in der Urgeschichte Gen. 2, 14; 10, 11, denn Num. 24, 22 und 24 ist sicher ein anderes Aschur), in den Büchern Josna, Richter, Samuel, I. Könige kommt das Wort niemals vor, es beginnt erst unter dem König Menahei», den der König Phnl von Assyrien tributpflichtig machte, zu erscheinen, und ist dann von dem König Hiskias ab, der eine assyrische Invasion Judas und Belagerung Jerusalems zu bestehen hatte, sehr häufig, z. B. in den Reden seines Zeitgenossen Jesaias, der es 44 mal nennt, während es der Prophet Jeremia, für den die assyrische Zeit längst Vergangenheit geworden war, nicht öfter als viermal erwähnt. Die Schlüsse ans dieser Statistik sind ebenso einfach wie zwingend. Sobald die politischen Verhältnisse Israel mit den Ländern am Euphrat und Tigris in Verbindung bringen, erscheinen auch die Namen in den geschichtlichen und prophetischen Büchern, das vollständige Schweigen von ihnen ist ein Beweis, daß man nichts mit ihnen zu tun hatte. Aber auch da, wo die Namen häufig genannt werden, genügt dies noch keineswegs, um einen tiefgehenden Einfluß Babyloniens und Assyriens auf die israelitische Denkweise anznnehmeii, Denn die Umstände, unter denen die Israeliten diese Völker kennen lernen, sind derart, daß sie eine Beeinflussung eher ausschließen als fördern. Bis zum babylonischen Exil sind Soldaten oderArmeeiywelche Plündernd durch dasLand ziehen oder ihre festen Städte belagern, alles, was die Israeliten von ihnen sehen, und oft nur von weitem sehen! In solcher Lage nimmt wohl bisweilen der Soldat etwas von den Sitten des fremden Landes an, in dem er Monate oder Jahre von der Heimat losgerisscn lebt, denn er muß mit den Bewohnern in Beziehung treten und sich ihnen verständlich zu machen suchen, er lernt ihre Familien und häuslichen Gewohnheiten kennen und bringt schließlich in die Heimat nicht bloß Beutegegenstände, sondern auch neue Anschauungen, Gedanken und Brocken der fremden Sprache mit. Aber bei den Einheimischen hinterläßt er nichts als Verwüstung, Abscheu und Haß. Daran, daß sie die fundamentalsten religiösen Begriffe und Einrichtungen von den barbarischen Landsknechten angenommen haben sollten, ist nicht zu denken. Als die uns Deutschen am nächsten liegenden modernen Beispiele brauche ich nur die Namen Frankreich und China zu nennen. Für unsere Krieger ist der Aufenthalt in diesen Ländern in mancher Hinsicht lehrreich gewesen," aber daß die Franzosen von den Prussiens und die Chinesen von den fremden Teufeln im geringsten in ihrer Denkweise beeinflußt worden seien, wird wohl niemand behaupten. Zwei Völker treten nur dann in einen nachhaltigen Austausch ihrer Anschauungen, wenn sie untereinander oder dicht neben einander wohnen oder wenn zwischen ihnen ein natürlicher und andauernder direkter oder durch einen Dritten vermittelter Verkehr, welcher die Personen nahebrincy besteht. Der erste Fall tritt für Israel und Babel erst mit de „ Exil ein. Ter größte Teil des Volkes wird in das Zweistroi land verpflanzt und lebt dort zwei Generationen unter du, Fremden. Alsbald sind auch die Folgen zu bemerken. As die Exulanten in ihre alte Heimat zurückkehren, bringen sie o viel Babylonisches mit, daß sie kaum wiederzuerkennen sinx Das ganze israelitische Wesen hat Veränderungen erlitte ,, welche nie wieder gänzlich rückgängig gemacht worden sinx Ihre Muttersprache haben sie größtenteils vergessen, und ba d beginnt das Hebräische eine tote Sprache zu werde». Im tä liehen Leben wird babylonische Gewohnheit herrschend, m,» gebraucht zum Beispiel von jetzt ab die babylonischen Monat - namen (Nissan, Jjjar u. s. w.), die vorher niemals vorkvnime,, ja wir begegnen Eigennamen, die sogar mit den Namen bab > Ionischer Götter zusammengesetzt sind (Mordechai). Vor alle» ist die Religion stark und nicht günstig beeinflußt. Der Mam « an Engel nimmt in einem Maße und in Formen überhanx die vorher unbekannt waren; der Ritualismns nimmt nnleu; bar mächtig zu, und in den religiös Unreiferen nisten st h babylonische Phantastik, Magie und allerlei Aberglaube ei > Erst vom babylonischen Exil an dürfte man von Babel m d Bibel sprechen, wenn nicht der allergrößte Teil der Bibel je seits dieser Zeit läge. Daß Israeliten und Babylonier oder Assyrer meine 4 nebeneinander gewohnt haben, lehrt ein Blick auf die Kar e, es hat aber auch niemals ein unmittelbarer regelmäßiger Be kehr zwischen ihnen stattgefunden. Niemals hören wir, d> >, ein Israelit freiwillig eine Reise nach den Ländern am Euphr! und Tigris gemacht hätte. Eine solche Reise hätte nur asi zwei Wegen gemacht werden können, entweder nach Norden d , Küste entlang (oder über die Berge) bis an den oberen La i des Euphrats und dann diesem Flusse folgend abwärts od r nach Osten quer durch die große syrische Wüste. Der erste w.u der gewöhnliche für die assyrisch-babylonischen Armeen m d die phönizischen Handelskarawanen, der andere, der ebenso l - schwerlich und gefahrvoll wie langwierig ivar, wurde nur ,» Notfälle eingeschlagen. Aber Israeliten sehen wir weder d n einen noch den andern wandern, denn die Juden waren wer , ein kriegerisches noch ein handeltreibendes Volk, sondern i > gewöhnlich seßhaft und an der Scholle haftend. Machten ic doch während der ganzen biblischen Zeit nicht einmal den V rsuch, sich in den Besitz der Küste ihres eigenen Landes l> setzen. Sie überließen sie den Philistern und Phöniziern. Das Schweigen der älteren biblischen Bücher von Ast u und Babel ist somit in der Natur der Verhältnisse begründ t Um so beredter sind sie über den Verkehr mit einem andc » Lande, mit Aegypten, das durch alle biblischen Bücher ca. < ", Mal genannt wird. Von den allerältesten Zeiten bis auf d.» heutigen Tag gravitiert Palästina durchaus nach dem Lai dc des Nil, speziell nach dem Nildelta. Nach diesem gesegnet'" fruchtreichen Lande, der Kornkammer der alten Welt, geht s über den Isthmus von Suez durch alle Jahrhunderte unaushörlich hin und her. Wenn in Kanaan Mißwachs und Hunge -- not eintritt, dann wandert man nach Aegypten. So sehen > >r schon Abraham dorthin ziehen, später sendet Jakob währe id einer Hungersnot seine Söhne nach dem Nachbarlande, wo Korn j„ hnen » Später > stark, na zahlreich Jahren geworde, großen s an diese, hundert« Verbind, sogar m der Edo Zerstör» dorthin. Kolonie taläst,'iw alls au Wen tischen R stanaani in der Z tiver. Z eils beti Aegypte, tiefen A! Predigt Den Vetracht wn Abr m Süd oeitercn l mnion Stanimv Abei -ud trotz tets ein rigentü» Vvn 'aher f,", Die Ver Aber laben, d n tuninier Babel infolgede »iterbliek »ter aut Seite 'oiüber t Seite welchen ( tehemia i aupt die Seite chen,- Sj ,a„ es n Seite »läge; inte 40: 'leidung; Bort!)

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