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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-04-24 · Heft 17 (24.4.1903) · p. Seite 202

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 17 (24.4.1903)
Date
1903-04-24
Page
Seite 202 (sequence 12)
Language
German
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202 Der.Jude wird gleich zum Typus: die Juden. .. Mau weude nur ja nicht ein, wie es in einer hiesigen Zeitung geschehen ist. diese Gestalten seien bieder-komisch und wirkten beruhigend, mildernd... Nein! Ich kann es belegen. Allerdings nur mit einem Beweise — doch ist er charakteristisch und kennzeichnend genug, weil er heransgriffen ist aus der Schicht der Bevölkerung, die zu den beständigen Besuchern des Herrnfeld-Theaters gehört. Meine Wirtin kam eines Abends nach Hause. . . Sie hustete und pustete vor Vergnügen. . . „Was ist geschehen?" „So sind die Juden im Herzen. .." „Wie so?" „Wie ich sie heute Abend gesehen habe!" „Wo?" „Im Herrnfeld-Theater." „Bös?" „Nein . .. aber so — so patzig .. ." Nach langer Unterhaltung erfuhr ich, sie meine patzig in sittlicher Beziehung ... „Eine meiner Freundinnen, die nimmt keinen Juden ans Miete. .." Soll ich noch mehr sagen?! Die Herrnfelds sind geniale Künstler in ihrer Art; müssen sie uns so schaden? Wir haben tragi-komische Seiten genug — durch die Verhältnisse gezeitigt — warum nicht eine ganze Gestalt auf die Bühne bringen, nicht in solch grotesken Sprüngen. .. Daß der Erfolg auch da nicht ausbleibt, beweist „Nachtdienst". wenn ich auch noch weit entfernt davon bin, zu meinen: Hier sei ein wahrer Jude geschildert. . . Der Jude ist immer die Juden — drum: Mehr Zensur! Versunkene Welten. Historische Erzählung aus Judäas Königszeit. Von Carola Buchheiin. IV. eht, eilt, ruft schnell Lysippe her, die Herrin besiehlts!" Der Befehl ging von Mund zu Mund, eine Dienerin rief es der andereil zu, in atemloser Verwirrung eilten sie in den weiten Hallen des Palastes umher, die Gesuchte zu finden und an Ort und Stelle zu bringen. Eile war notwendig, sie wussten-es, wenn es galt, einem Befehle der Fürstin Salome zu gehorchen, denn Salome war streng und herrisch und wenn ihr Zorn erwachte, dann kannte sie keine Grenzen. Die armen, gepeinigten Sklavinnen wußten davon zu erzählen, wie hart und grausam die Schwester des Königs diejenigen strafen ließ, die es an hündischem Gehorsam fehlen ließen und wehe derjenigen, die durch irgend ein Vergehen den Zorn der Herrin entsacht hatte. Darum machte sie der Befehl Salomes, unverzüglich Lysippe herbeizuschasten, so ratlos, und sie wußten in bebender Bestürzung nicht, wo sich die Gesuchte im Augenblicke befinde und wie sie herbeischaffen. Allein, die Zeit drängte, Salome hatte ein zweitesmal nach LysiPPen verlangt, und wenn die Gesuchte nicht augenblicklich erschien, dann gnade Gott ihren gepeinigten Leibern, dann trafen die scharfen Geißelhiebe sie, und nicht diejenige, die an der Verzögerung die Schuld trug, denn daß Lysippe straflos ausging, das war sicher, zu sehr stand sie in der Gunst der Herrin, die sie liebte, mehr als ihre Mutter, und der sie vertraute, mehr als ihrer Schwester. Ob Lysippe, die heuchlerische Griechin, sich diese Zuneigung dadurch erworben, daß sie die Schwester des Königs, die ein schwächliches Kind gewesen, mit mehr als mütterlicher Zärtlichkeit gepflegt und gewartet hatte, oder ob die Gunst Salomes mehr der alten Ränkeschmiedin und Zauberin galt, als der treuen Kindsfrau, das war unentschieden. Allein das wußte man, daß durch ihre dürren Hände so manche Fäden gesponnen wurden, und daß sie stets und überall zu sehen und zu fürchten war. wo es galt, etwas auszuhorchen und ihrer Herrin zu hinterbringen. Sicher war sie auch jetzt auf einem solchen Wege, war den Spuren einer Hos intrigue gefolgt und nun galt es, alles ausznspionieren, alle» Klatsch zusammenzutragen, um Salome damit zu unterhalten oder auch die Weisungen der Fürstin zu empfangen, wie und gegen wen eine Kabale anzustiften wäre. Aber da kam sie gerade schleppendeil Schrittes, den Blick gedankenvoll zu Boden gerichtet, schritt sie geradewegs auf die Gemächer der Fürstin zu. „Nun, Lob dem Herrn, daß Du nahst, Lysippe. meine Augen suchten Dich im ganzen Palaste." „Hat die Herrin mein verlangt?" unterbrach die Griechin die hastenden Worte der Dienerin. „Zweimal schon ertönte der Ruf nach Dir, Lysippe, und wir. . . ." Aber die Griechin hörte nicht mehr, mit einem Male hatte sie ihre gedankenvolle Haltung verändert, das Auge blickte mit stolzem Ausdrucke vor sich hin und raschen Schrittes verschwand sie in dem Vorfaal, der in die Gemächer der Fürstin Salome führte. „Deine Sklavin grüßt Dich, mein Täubchen!" sagte sie, auf Salome zutretend und den Saum ihres herabhängeuden Gewandes inbrünstig an die Lippen Pressend, „die Du so hold und rosig gleich dem lachenden Frühlingsmorgen erwacht bist." „Geh doch, alte Schmeichlerin," wehrte Salome lächelnd der Griechin, „wohl nicht jeder findet mich so hold und rosig wie ich Deinen kindischen Augen erscheine." „Wer Augen hat, zu sehen, meine süße Fürstin, der wird sie wohl dazu gebrauchen, Deinen Liebreiz zu bewundern... „Für den so mancher dennoch kein Auge hat," unterdrück Salome unwillig den Redestrom der Alten. „Kein Auge hat? sagst Du. Nenne mir ihn doch, de> Deinem Reize zu widerstehen vermag, nenne ihn mir und ick will ihu sehend machen, wenn er blind ist, — nenne ihn mir bist Du denn nicht die schönste und herrlichste unter alle» Frauen des Landes? Wer gleicht Dir an Liebreiz, an Anmui der Seele und prangender Schönheit des Leibes? Ist meine Fürstin Salome nicht die Schönste auf dem Erdenrund, und sind nicht alle Edlen und Vornehmen in Zion ihre Sklaven? „Nein, Salome, nicht, nicht, solange jene mir die Herrschest streitig macht, solange ich mit einer anderen um die Palme des Sieges ringen muß!" „Die Hasmonäeriu? Ha, ha, ha!" „Du die mich „Da Dein Erden Ged Milchges Nein, si hohe üp! Deine r dem schr „Ack Fürstin, Schönste ach. . . „Ur und her fliegen. Geschlech bemühe» „Ja werden/ von all des Kön nicht, de daß mai mächtig« „Uv Kampfe! nur ein der Heb wäre du Deinen küssen, , „Ni Verhaßt „De ausgero '„O, verhaßt« Tat beb ,,D« der Be daran z und da rechtmä! 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