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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-04-17 · Heft 16 (17.4.1903) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 16 (17.4.1903)
Date
1903-04-17
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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67. Jahrgang. Nr. 16. Berlin. 17. April 1903 Der Gemeindebote. Vertage zur „Allgemeinen Zeitung des IuöenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. §2 Berlin, 14. April. Die zweite Ausschußsitzung des Vereins zur Förderung der Wissenschaft des Judentums findet am 21. und 22. d. M. zu Berlin. Steglitzerstraße 85, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die bisherigen Ergebnisse der Propaganda. Weitere Einrichtung der Propaganda. 2. Beschluß über Ausschreiben betreffend Bewerb um die Jahressubventionen des Vereins an jüdische Gelehrte, sowie betreffend die Einreichung von Manuskripten behufs Veröffentlichung. Antrag des Vorstandes: Die Arbeiten, die bei beiden Arten der Bewerbung in Betracht kommen, sollen sich auf einen der folgenden Gegenstände beziehen: a) Wirtschasts- und Kulturgeschichte,!>) Literaturgeschichte, e) Religionsgeschichte, 6) Religionsphilosophie und Religionssystematik, s) Bibelexegese, f) Hebräische Sprachwissenschaft. Antrag des Vorstandes: Zur Veröffentlichung gelangen mit Hilfe des Vereins nur solche Arbeiten, die 1. in klarer und guter Sprache abgefaßt, Ergebnisse der Forschungen darsteüen, 2. neue wesentliche Resultate der Forschung enthalten, 3. Zeitschrift. Soll 1. eine schon bestehende vom Verein übernommen werden, und unter welchen redaktionellen und materiellen Bedingungen; oder soll 2. eine neue begründet werden? In letzterem Falle a> mit welchen Ausgaben, bj unter welcher Redaktion, e) in welchem Umfang. <1j unter welchen pekuniären Bedingungen 4. In welchem Umfange sollen die Veröffentlichungen des Vereins seinen ordentlichen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden? Antrag des Vorstandes: Die Zeitschrift soll jedem ordentlichen Mitgliede des Vereins kostenlos geliefert, jede anderweitige Veröffentlichung zu herabgesetzten Preisen (70 Prozent des Buchhändlerpreises) zur Verfügung gestellt werden. Alle immerwährenden Mitglieder, sowie solche ordentlichen Mitglieder, die jährlich mindestens 20 Mark beitragen, erhalten sämtliche Veröffentlichungen des Vereins kostenlos geliefert. 5. Bildung der Fachkommissionen. Der Vorstand beantragt Kommissionen zu bilden für a) alte Geschichte, d) Mittelalter, e) Neuzeit, ä) Literatur und Religionsgeschichte, Talmud und s) Religionsphilosophie und Religionsgymnastik, k) Bibelexegese g) Sprachwissenschaft, k) Apologetik, L) Pädagogik. Der Vorstand beantragt: Jede Kommission besteht aus drei Mitgliedern, alle wissenschaftlichen Angelegenheiten ihres Faches, die an den Verein herantreten (Auswahl der Stipendiaten, Beurteilung eingereichter Manukripte, Anfragen rc.), müssen derselben innerhalb acht Tagen unterbreitet werden. Dem Vorstand steht das Recht zu. den Beschlüssen der Kommissionen die Zustimmung zu verweigern, in diesem Falle hat die Mitgliederversammlung endgiltig zu entscheiden; sechs Referate über den derzeitigen Stand der Forschung und Darlegung über die Fortentwickelung derselben auf allen Gebieten unserer Wissenschaft. Wie sehr der Verein einem tiefempfundenen Bedürfnis entspricht, wird durch die erfreuliche Tatsache erwiesen, daß ihm bereits jetzt ohne persönliche Propaganda jährliche Beiträge in der Höhe von 8000 Mark zu Gebote stehen. Die Gemeinden Berlin, Frankfurt a. Main und Breslau haben jede 1000 Mark gezeichnet. 30 andere Gemeinden Beträge je zwischen 200 und 8 Mark. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund ist mit jährlich 200 Mark, mehrere Bue-Berith-Logen und viele Vereine für jüdische Geschichte und Literatur sind ebenfalls beigetreten. Die bereits zugesagten Zeichnungen verschiedener Gemeinden und Vereine stehen noch aus. An 200 Privatpersonen haben sich ange, schlossen — hier steht der Propaganda freilich noch ein weites Feld offen. ^2-Berlin, 14. April. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin versendet das Programm ihrer Vorlesungen für das Sommersemester 1903. Dr. Baueth wird lesen: 1. Irrlmuä 6ab!i stat. ^ebmnot Oap. XV, 4 Stunden, Montags und Donnerstags 8—10 Uhr. 2. «lore Vo'a (lur und Aekuletian '^rueb), 1.XXV1—I.XXVIII) Montags und Donnerstags 10-11 Uhr. 3. Lben tm'ervr dXIX, 1 Stunde, Donnerstags 11—12 Uhr. -4. Msebue Lora» IV. Buch (Fortsetzung), Montags und Donnerstags 12—1 Uhr.! 5. 6usari, 2 Stunden, Dienstags und Freitags 11—12 Uhr. 6. Pentateuch mit alten Kommentaren. 2 Stunden, Sonntags 11—1 Uhr. 7. Der jüdische Kalender, 1 Stunde Montags 11—12 Uhr. — Dr. El bogen wird lesen: 1. Irckmuä knlili eur8.» ösraekotb, 4 Stunden. Sonntags und Mittwochs 8—10 Uhr. 2. Erklärung der Bücher Samuel, 2 Stunden Sonntags und Mittwochs 10 -11 Uhr. 3. Erklärung der Psalmen, 2 Stunden. Montags und Donnerstags 10—11 Uhr. 4. Geschichte der gaonäischen Zeit. 2 Stunden. Dienstags 9—10, Freitags 10—11 Uhr. 5. Historische Hebungen, 1 Stunde. Dienstags 10—11 Uhr. 6. Die Religion der Pharisäer, 1 Stunde, Dienstags 6—7 Uhr (für Studierende aller Fakultäten). — Dr. Maybaum wird lesen: 1. Wdrnseir Hekumrr, 1 Stunde. Dienstags 8 -9 Uhr. 2. Homiletische Hebungen, 2 Stunden, Freitags 8—10 Uhr. Die Eröffnung des Sommersemesters findet am 22. April um 12 Uhr Mittags statt. — Berlin, 14. April. Das Vorkommnis in der neuesten Alterve r s or g UN g s anstal t, welches in der Repräsentanteu-Versammlung eine so starke Erregung verursacht hat, endet mit den nachstehenden Erklärungen, aus denen die Konservativen doch die Lehre ziehen sollten, etwas vorsichtiger mit ihren Anklagen zu sein, durch welche sie Institutionen, welche seit Jahrzehnten gedeihlich wirken, und mittelbar dadurch die Männer, welche um diese Institutionen sich in so hervorragender Weise verdient gemacht hoben, angreifen: Geehrte Redaktion! In Ihrer Zeitung wollen Sie gefl. folgende Berichtigung aufnehmen: In der Sitzung der Repräsentanten-Versammlung am 29. März hat der Repräsentant Herr Oskar Berlin behauptet, daß eine Hospitalitin in der 3. Alterversorgungsanstalt (Exerzierstraße) am Sabbath aufgefordert worden sei, an drei hintereinander folgenden Sabbathen ihr Zimmer selbst zu Heizen, und da sie sich hiergegen gesträubt habe, im ungeheizten hatte verweilen müssen. Nachdem in der Sitzung am 5. d. M. bereits Herr Moritz Manheimer die Erklärung abgegeben hat, daß nach eingehender Untersuchung die obigen Angaben den Tatsachen nicht entsprechen, teilt Herr Berliner dem Vorstande der Alterversorgungsanstalt mit, daß er zu seinem aufrichtigsten Bedauern das Opfer einer Täuschung gewesen sei und er seine Behauptungen für hinfällig erklärt. Achtungsvoll Der Vorstand der Alterversorgungsanstalt Berlin, 7. April. der jüdischen Gemeinde Moritz Manheimer. Geehrter Herr Redakteur! Der verehrlichen Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" Hierselbst gestatte ich mir in der Anlage Abdruck eineheute von mir an den Herrn Vorsitzenden der Repräsentanten- Versammlung gerichteten Schreibens zu übersenden. Mit vorzüglicher Hochachtung Oscar Berlin. Berlin, 6. April. An den Herrn Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung Hierselbst. In Bezug auf die gestrige Erörterung in der Repräsentantenversammlung über ein angebliches Vorkommnis in der dritten Alterversorgnngs-Anstalt geht mir von meinem Gewährsmann, Herrn Joel Mayer, Königin Augustastraße 24. nachstehendes Schreiben zu: Sehr geehrter Herr Berlin! Leider verhält sich die bewußte Angelegenheit nach einer eingehenden Aussprache mit der S. doch anders, als ich nach der Aussage, die sie sowohl meinem jungen Manne wie mir gemacht, annehmen mußte, und ich bedauere von ganzem Herzen. Sie mit einer Angelegenheit behelligt zu haben, die uns Beiden Verdruß bereitet. Freundlichst grüßend Berlin, 5. 4. 03. hochachtend gez. Joel Mayer.

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