Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1903)
- Date
- 1903-04-10
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
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3 cht, haben segensreich mit großer Hertragung ^verdienten ukung mit lt bei uni Mitglieder t wurde in l) Mark an;en Mutter ,nr Begrün den Fondc erten Fort! Erbauunc urde. Das durch Er dauerndem m 8 Kindei;r (17 Mäd Der Unter!lassendaue: l und einei ihriger ist ulkollegimn l wie in den der allge : Unterricht, e alljährlil! 3. Dezember nhalle statt Jahre be Ausbildung men Appel l zu wirken l. An de. ß ein Hilfregriffen st diese neu >en gedruä Revision^ stimmig er lag sür da n bilanzier! d die Wal l Vorstandschal, Loui soren Osca: Lkklamatioferner de > ll a g o g e n 34. Berich - enen Schn sucht wurd erteilt. Dr n und Fe' - uild ^o> > ten und e r den Schwur verga Direktor d r rt der jüd? lusgabe pro :uer werd >r m Vorjahrn Ostrowo r, D. Harrlronsohn rn — Der Eiet ^o 1903 aut ^200 Mark. Es kommen 85 Prozent der Staatseinkommensieucr zur Erhebung. — Der deutsche Männerturnverein in Ostrowo hat zu Ehren des von dort scheidenden Bureauvorstehers Tuch, langjährigen IZorstaudsmitgliedes des Vereins eine Abschiedsfeier veranstaltet, wobei hn der Vorsitzende, Rittmeister von Hennig mit einer ehrenden Anprache bedachte und ihm im Namen des Vereines ein kostbares Ehrengeschenk aus Silber überreichte. Herr Tuch siedelte nach Stettin über. - Das Rentier I. Plotke'sche Ehepaar in Lissa feierte neulich das Jest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlasse hat Herr Plotke '00 Mark zur Verteilung an Arme in seiner Vaterstadt Borek gespendet. - Witwe Schloß in Ostrowo hat der dortigen Synagogengemeinde wei Synagogensitzplätze als Geschenk überwiesen. — Kaufmann Neuliark in Kro Losch in ist zum Magistratsmitgliede daselbst nengewählt worden. 17. Bremen, 28. März. Der hiesige israelitische Kranken- Ä ohltätigkei tsvere in feierte am 15. d. M. sein 50jähriges .Znbiläum. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Rosenak. Es war eine ^greifende Rede, die auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Den Ausgangspunkt bildete das Wort aus Job 8, 7: „So dein früheres auch gering erscheint, wird dein Späteres sich doch entfalten." Als der Verein vor 50 Jahren gegründet wurde, zählte er nur wellige Mitglieder. Es waren dies einige junge Leute, die hier in Geschäften ätig waren — die ersten Juden, die in Bremen wohnen durften. Zm Laufe der Jahre entwickelte sich der Verein zu immer größerer Leistungsfähigkeit, und in seiner jetzigen Gestalt verdient er — dank ^er opferfreudigen Wirksamkeit seiner Mitglieder und der umsichtigen Leitung des Vorstandes — den größten und besten jüdischen Wohlätigkeitsvereinen würdig an die Seite gestellt zu werden. An der Hand des Hillelscheu Ausspruches „Wenn ich selbst nicht für mich bin, wer soll denn für mich sein", entwickelte der Redner die Bedeutung der Ehebra Kaddischa und kennzeichnete die Pflicht eines jeden Jsraelitew sich einem Vereine anzuschließen, der wie dieser Wohltätigkeit, Bruderliebe u. s. w. auf seine Fahne geschrieben hat. denn kein Verein wie dieser führt es uns so klar vor Augen, daß die Menschen gegenseitig aufeinander angewiesen sind, einer der Hilfe des andern nicht entraten könne. Diesen Gedanken erläuterte der Herr Rabbiner in rhetorischer Meisterschaft durch einzelne Bilder, die aus dem Leben gegriffen waren und gerade deshalb ihren Eindruck nicht verfehlten. Mit Recht wurde der Redner zu dieser Glanzleistung allseitig beglückwünscht. Nach der Synagogenseier fand ein Festessen statt, bei welchem mehrere Tischreden gehalten wurden. Herr M. Schragenheim als Vorsitzender des Vereins begrüßte die Anwesenden und hielt eitlen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Herr N. Abraham sprach als Vorsteher der Gemeinde. Herr Rabbiner Dr. Rosenak hielt eine zündende Rede über die Pflichten i.ner Chebra Kadischa und über den reichen Segen, der auf treue Pflichterfüllung folgt. Im ganzen war die Jubiläumsfeier ein Ereignis m der Geschichte des Vereins, welchem wir auch an dieser Stelle ein Vivat 86YN6N8 Zurufen. 8. Hannover, 27. März. In dem von dem hiesigen israelitischen Erauenverein errichteten Mädchenheim fand in den neuen schönen eit Oktober bezogenen Räumen eine Purimseier statt. Unterteilung der Vorsteherin führten die Kinder ein Festspiel auf, angen einige Lieder und wurden zum Schluß mit neuer Kleidung und Spielsachen beschenkt. Die Feier, die ihre Weihe durch eine sehrgehaltvolle aus die Bedeutung des Purimfestes hinweisende Ansprache des Herrn Seminarlehrer Levy erhielt, verlief zur vollen Befriedigung ^lller Anwesenden, besonders erfreute allgemein das blühende, zufriedene Aussehen der Kinder, die ausnahmslos ihre Sache vortrefflich machten. Die Anstalt ist jetzt nach Ueberwindung mancher Schwierigkeiten auf dem besten Wege, das bei ihrer Gründung gesteckte Ziel zu verwirkicheu. Nachdem es dem Frauenverein gelungen ist, sich der Heineuann'schen Stiftung zur Errichtung eines Mädchenwaisenhauses anzuschließen, dürfte sich sogar bald die Notwendigkeit, die von vorn herein ins Auge gefaßte Erweiterung, ergeben. Wünschen wir der wahrhaft wohltätigen Anstalt ferner Blühen und Gedeihen. NsV Bochum, 2. April. Am 17. v. M. hielt Herr S. Berget aus Berlin vor einer Anzahl von Mitgliedern der hiesigen Synagogen" gemeinde einen Vortrag über die Ausgaben des „Hilfsvereins verdeutschen Juden". „Der Hilfsverein, führte der Redner ans, wurde nn Mai 1901 in Berlin begründet. Er verfolgt dieselben Zwecke wie ähnliche Vereine in andern Ländern, von denen insbesondere die Vllüuwe 'isrrwl'lta universelle in Frankreich genannt sei, die seit einem halben Jahrhundert segensreich für die Juden im Orient wirkt. Da aber im letzten Jahrzehnt der deutsche Handel in osteuropäischen Ländern wie im Orient eine große Bedeutung erlangt hat, so ist auch die Einrichtung deutscher Schulen für das wirtschaftliche Fortkommen der Juden jener Länder geboten, zumal sie von Hans aus den deutschen Jargon sprechen. Der deutsche Hilfsverein. der gemeinschaftlich mit den anderen Hilfsvereinen arbeitet, um die Juden im Osten aus wirtschaftlicher und geistiger Not zu befreien, hat sich zunächst Galizien als seine Domäne vorgeuommen. Hier leben 800 000 Juden im größten Elend, da das Land an sich arm und ohne Industrie ist. Dazu kommt die antisernitisch-polnische Hetze, welche die jüdischen Handwerker und Kleinhändler zu verdrängen bestrebt ist. Ein Drittel der Bevölkerung besteht aus Bettlern. Das wirtschaftliche Elend hat auch eine sittliche Not, den Mädchenhandel geschaffen. Der Hilfsverein will das Uebel an der Wurzel ansassen, indem er diesen Menschen Gelegenheit zur Arbeit schafft und sie den Segen der Arbeit lehrt. 3000 Männer und Frauen sind bereits in der Anfertigung von Haarnetzen ausgebildet. Die Unternehmer zahlten bereits monatlich etwa 50000 Kronen Arbeitslohn aus." Die sachlichen Ausführungen des Redners sprachen für sich und warben alle Anwesende als Mitglieder des Hilfsvereins. Außerdem wurde ihm in Aussicht gestellt, daß man aus der Synagogengemeinde dem Hilfs- Verein noch Mitglieder zuführen werde. Herr Bergel sprach auch in Witten, Münster und Essen und erzielte überall nennenswerte Erfolge. I. Köln, 2. April. Unsere Gemeinde hat jüngst durch den Tod zwei Männer verloren, die beide auf verschiedenen Gebieten unseres Gemeindelebens eine umfang- und segensreiche Tätigkeit entfaltet haben. Am 12. v. M. starb Herr Fritz Rothschild im 61. Lebensjahre. Rothschild, der 1866 von Trier nach hier verzog, gehörte seit zwei Jahren dem Repräsentantenkollegium an. dessen Vorsitzender er seit dem letzten Jahre war. Während dieser Zeit hat der Verstorbene der Synagogengemeinde Köln mit Eifer und treuer Hingabe gedient. An allen Institutionen unserer Gemeinde nahm er innigen Anteil und stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Der Verstorbene gehörte dem Kuratorium des israelitischen Asyls an, er war Vorstandsmitglied des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen, ebenso war er auch Vorsitzender der Ortskrankenkaffen für die Fabrikarbeiter des Stadtbezirks. Köln-Rothschild nahm in der liberalen Partei unserer Gemeinde eine führende Rolle ein, deren Prinzipien er mit Ausdauer und Energie verfocht. Bei allen seinen Kämpfen sür diese Prinzipien wurde er geleitet durch seine Ueberzeugungstreue, an der niemand auch nur einen Zweifel zu hegen wagte; dabei war er ein Mann von vornehmster Denkungsweise und von liebenswürdigem Wesen, der eine offene Hand sür alles Gute und Edle besaß. — Herr PH. Neckarsulmer, der am 15. v. M. plötzlich verschied, hätte am 23. d. M. seinen 70. Geburtstag seiern können. Als er vor zehn Jahren von Aachen nach einem Leben, reich an Arbeit, aber auch an Erfolgen, seinen Wohnsitz nach hier verlegte, hatte er sich für den Feierabend seines Lebens eine Aufgabe gestellt, wie sie sich edler kein Mensch stellen kann; der Rest seiner Lebenstage sollte nur noch Werken der Wohltätigkeit gewidmet sein. Und diese Ausgabe hat der seltene Mann treu erfüllt; für die Stiefkinder des Glückes hat der Dahingeschiedene seine ganze reiche Erfahrung, sein ganzes Können eingesetzt; keine Mühe war ihm zu viel und manchen Lebensgenuß hat er sich versagt, im Dienste der Armen. Fünf Jahre lang war er Vorsitzender des israelitischen Unterstützungsvereins; unter seinem Regime ist die Zentralisation der Armenpflege in der hiesigen jüdischen Gemeinde durchgeführt und damit eine mustergültige Institution geschaffen worden, die sür alle anderen jüdischen Gemeinden Deutschlands vorbildlich ist. Seit fünf Jahren war Neckarsulmer Mitglied des Nepräsentanten-Kollegiums; ferner war er Mitglied des Kuratoriums des israelitischen Asyls sür Kranke und Altersschwache, Vorstandsmitglied der Israelitischen Waisenstistung. Vorstandsmitglied des Vereins sür jüdische Krankenpflegerinnen, des Vorstandsmitglied des Vereins Lehrlingsheim und Rendant des Wohltätigkeitsvereins der Stadt Köln. In allen Korporationen, deren Leitung er angehörte, hat er ganz und voll gearbeitet, für ihn bedeutete das Amt alles, die Ehre nichts. Das Andenken dieser Männer wird in unserer Gemeinde fortleben. — Köln, 3. April. Es dürfte nur Wenigen bekannt sein, daß hier eine Fürsorge-Erziehungsanstalt sür die Israeliten der Nheinprovinz und der benachbarten Provinzen besteht. Gegen Ende