Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1903)
- Date
- 1903-04-03
- Page
- Seite 159 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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159 cht gerade n niedrighlen, ausel wieder^ lf den dac in Zeiter zu seinem r wahrsten m Kultur gt werden lichen Be t erst aus zerren Zu r unserer zezwunge; , und wa . . wenn';r Kollege veis „kein agesarbei ihr find, ärzlich, de me zu viel Poliklinü übrigen^ kulose ar chmen zu der dies steht de >en zurück niedrige mien, vor msatz zürn r Arzt. 'Präsiden! s seinenl aber hatte die Polizei bei meiner vorschriftsmäßigen Anmeldung euien prüfenden Blick in meinen Paß getan und aus dem russischen Lisurn das inhaltsschwere Wort „Jude" herausgelesen, als mir in geringschätziger Weise mein Paß zurückgegeben und mir die Weisung erteilt wurde, schleunigst abzureisen, um einer Verhaftung zu entgehen. Ich habe mich darauf an das Auswärtige Amt zu Berlin gewendet uud nach längerer Zeit durch das deutsche Konsulat zu Rostow a. D. d u Bescheid erhalten, daß es sich um eine Polizeiverordnung der russischen Regierung handele, gegen welche die deutsche Regierung unmöglich einschreiten könne. Warum ist seitens der deutschen Regierung keine Mahnung an d e deutschen Kaufleute jüdischen Glaubens ergangen, das Dongebiet u ld Kaukasier: nicht zu bereisen? Möglicherweise gibt es noch andere Geb ete im großen Zarenreiche, für welche ähnliche Polizei- und Lokalm rordnungen erlassen worden sind, um dieselben vor dem „schädlichen (nnfluß der deutschen Juden zu bewahren. Der bestehende Handelsvertrag räumt also der russischen Regierung d -s Recht ein, Polizeiverordnungen zu erlassen, durch welche für einen .il der deutschen Staatsbürger der Handelsvertrag illusorisch wird. 7 iese Klausel müßte unter allen Umständen im neuen Vertrag wegsulen. Wenn von berufener Seite der russischen Regierung klipp und Na auseinandergesetzt würde, daß sie keinen Vertrag mit einer A ligionsgesellfchaft, sondern mit dem Deutschen Reiche abschließt, das a s gleichwertigen und gleichberechtigten Staatsbürgern besteht, so w ade sicherlich die russische Regierung den Klügeren spielen, der b 'anntlich nachgibt. Das Beste wäre überhaupt, jede Konfessionsb Zeichnung von dem einmal unerläßlichen Visum des russischen z msulates grundsätzlich zu beseitigen. Es kann doch wahrlich der r ssischen Regierung völlig gleichgültig sein, nach welcher Fa^on der d Nische Kaufmann, den seine Geschäfte nach Rußland führen, selig )> rden will. Zu wünschen ist noch schließlich, daß die An- und Abmeldeb stimmungen, denen die deutschen Pässe in Rußland unterliegen, entweder aufgehoben oder abgeändert werden. Der Deutsche, der mit e rem Passe die russische Grenze passiert, steht von diesem Momente a unter Polizeiaufsicht, und welche Mühe sowie welcher Zeitverlust ü! der Erlangung der zur Heimreise erforderlichen polizeilichen Bereinigung verknüpft sind, davon kann derjenige, dem die russischen K rhältnisse unbekannt sind, sich keinen Begriff machen. * sollen sw politischen r der Lieb Deutsche Zaterland en: „Wi l! Don g'.' : Rußlan esentlichcr Trotz de te Gebick Glauben vorherig bei hohe renze nieln wsten und gleich da erlangun, öffentlich! hren nach en. Kaum In der Sitzung vom 9. d. M. verkündete der Vorsitzende d ' englischen Fremdenkommission, Lord James von Herein cd, daß die Vernehmung der Zeugen, welche gegen die s emdeneinwanderung aussagen wollten, abgeschlossen ist, und i s; nunmehr die Kommission zum zweiten Teil ihrer Aufgabe, z r Vernehmung der Zeugen, die zu Gunsten der Fremden aus-! gen wollen, schreiten werde. Es haben sich 50 solche Zeugen meldet, welche keineswegs alle Juden sind. Es wird sich nun v gen, ob die englische Presse, welche den Verhandlungen vor dm Kommission bis jetzt lebhaft gefolgt ist, auch jetzt, da sie n m für die Juden günstig lauten werden, der Angelegenheit d s gleiche Interesse widmen wird. Als erster Zeuge dieser v eiten Kategorie trat am 12. d. M. der Vorsitzende des -c mdoner „Lonrck ol duarckians*', Mr. Leonhard L. Cohen, auf, o r unter enormem Andrang des Publikums im Aufträge si nes Boards über die jüdischen Armen in London erschöpfende Auskunft gab. Die fremden jüdischen Armen werden zum l nneren Teil ans dem Fonds für vertriebene russische Juden, ' ust aber vom Board unterstützt. Außer diesen beider! Jnstit ttonen und der jüdischen Volksküche giebt es in ganz London ke ne andere für die armen jüdischen Immigranten tätige Körperhaft. In den ersten sechs Monaten nach ihrer Einwanderung k'halten die fremden Juden vom öoarä ok OnaräianL eine Unterstützung nur zu ihrer Rückreise, nach sechs Monaten Werder:! ' auch zu anderen Zwecken unterstützt. Im Ganzen hat das Lom'ck ot'LckiLU'tliLms in den letzten acht Jahren 11700arme jüdische Einwanderer unterstützt, davon aber nur 3350 im ersten Jahre nach ihrer Ankunft. Diese Zahl beweist unwiderleglich, daß die jüdischen Einwanderer, weit davon entfernt „Paupers" zu sein, alle Geld mitbringen, hinlänglich genug, um sie länger als ein Jahr über Wasser zu halten. Erst der schwere Kampf ums Dasein auf einem ungekannten Terrain zwingt sie in: Verlaufe von sieben Jahren, die Hilfe ihrer Glaubensbrüder in Anspruch zu nehmen. Die Zahl dieser Ertrinkenden, die sich an den Loarä ot duarcküms zu klammern versucht Haber:, betrug in dem angegebenen Zeitraum 8512. Daß London für die fremden Juden durchaus kein goldener Boden ist, beweisen die 2835 Leute, welche nach siebenjähriger Anwesenheit in London jüdische Hilfe in Anspruch nehmen mußte;:. Die neue amerikanische Einwanderungs-Bill ist am 8. d. M. vom Kongreß genehmigt und vom Präsidenten unterzeichnet worden. Der Wortlaut des Gesetzes und die Tragweite einer Reihe von Bestimmungen ist noch nicht ganz genau bekannt, aber wie es heißt, wurden weitgehende Aenderungen nicht vorgenommen. Nur der „Bildungs-Test" ist gestrichen worden, die Bestimmung, unter der jeder Einwanderer lesen, schreiben können und die notwendigste Schulbildung haben müsse, widrigenfalls ihm die Einwanderung untersagt werde. Es war unverkennbar, daß man dadurch die Einwanderung aus dem östlichen Europa treffen wollte, da die hiesigen Arbeiter in den Einwanderern aus diesen Ländern Konkurrenten sehen. Aber diesbezüglich erwiesen sich die vereinigten Trust- und Kapitalsinteressen mächtiger, welche im Interesse billiger Arbeitskräfte und Streikbrecher die Einwanderung dieser Eiuwanderungsklassen vertraten. Die Kopfsteuer für die Einwanderer wird durch die neue Bill von 1 auf 2 Dollars per Kopf erhöht, der Einwanderungskommissar wird ferner das Recht haben, Epileptiker, Personen, welche fünf Jahre vor ihrer Ankunft in einem Jrrenhause waren, und Anarchisten zu deportieren. Außerdem können Leute zurückgesandt werden, welche bis zwei Jahre nach ihrer Ankunft der Wohltätigkeit zur Last fallen, während diese Frist bisher nur ein Jahr betragen hatte. — Es wird der: neuen Bestimmungen zur Last gelegt, daß sie dem Einwanderungskornmissar und dessen Untergebenen eine zu große Macht verleihen und daß durch dieselben der Willkür und Ungerechtigkeit sowie einem unwürdigen Spioniershstem Tür und Tor geöffnet würden; andererseits wird geltend gemacht, daß die stets in größerer: Mengen zuströmenden unerwünschten Einwanderer eine rigorosere Praxis, als sie vielleicht bisher nötig war, erscheinen lasse. Hoffentlich werden die Funktionäre des betreffenden Amtes es verstehen, sich von Willkür und frerndenfeindlichen Bestrebungen gleich fern zu halten. * Ir: Kanada herrschen zum Teil noch mittelalterliche Zustände. Klagen darüber sind oft schon durch die Blätter gegangen, leider, wie es scheint, erfolglos. Jetzt veröffentlicht die „Frankfurter Zeitung" folgende Mitteilung aus Montreal: „In Kanada, speziell in der Provinz Quebec, sind noch Gesetze aus der Zeit Ludwigs XIV. und aus der frühesten Periode der englischen Herrschaft in Wirksamkeit. Ein Fall, der am 11. Februar im hiesigen Obergerichte von Richter Davidson entschieden wurde, mag als Illustration hierzu dienen. In der Provinz Quebec existieren, dem alten Brauch gemäß, nur zwei Konfessionen, die katholische und