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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-03-27 · Heft 13 (27.3.1903) · p. Seite 148

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 13 (27.3.1903)
Date
1903-03-27
Page
Seite 148 (sequence 6)
Language
German
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bleiben die meisteil von den Beamten gegen die Juden begangenen Missetaten für immer ungesühnt. Um diese allgemeine Kalamität wenigstens in ihren schlimmsten Erscheinungen zu bekämpfen, haben sich nun einige jüdische Anwälte in Petersburg bereit erklärt, allen Juden, denen von seiten der Behörden Unrecht geschehen ist, mit Rat und Tat beizustehen und erforderlichenfalls kostenlos ihre Sache vordem Senat zu führen. Von da bis zu einen: llgemeineu Rechtsschutzbureau ist der Weg freilich noch sehr > it, allein der Anfang ist gemacht, und wir zweifeln nicht, daß kleine Schutzvereinignng weniger Petersburger Anwälte sich mit der Zeit zu dem von allen intelligenten russischen Juden so sehnlich gewünschten, über ganz Rußland verzweigteil Bureau für jüdischen Rechtsschutz auswachsen wird. * Ter Verwaltungsrat der Psvvisü Lolanisation Jssoeiation hat sich an das englische Parlament mit der Bitte gewandt, durch Statutänderung den Bereich seiner Tätigkeit auszudehnen, wie wir bereits gemeldet haben. Die von Baron Hirsch im Jahre 1894 mit einem Kapital von 50 Millionen Francs begründete und bei seinem Tode mit einem Legat von 200 Millionen Franks bedachte ^.L.^.soll nach der ursprünglichen Absicht ihres Gründers die Juden aus den Ländern, in welchen sie keine Gleichberechtigung haben, nach Ländern verpflanzen, in denen ihnen dieselben politischen und bürgerlichen Rechte wie allen anderen Konsessionen eingeräumt werden. In einem mit Rußland im Namen der von ihm ins Leben gerufenen Gesellschaft abgeschlossenen Vertrage verpflichtete sich Baron Hirsch unter Stellung einer großen, in russischen Staatspapieren hinterlegten Kaution alljährlich mehrere tausend russische Inden nach Argentinien übersiedeln zu lassen, das der edle Philanthrop irrtümlicherweise für das Eldorado der Emigration hielt. Die in den darauffolgenden Jahren gemachten Erfahrungen haben aber zur Evidenz bewiesen, daß die Voraussetzungen des Barons Hirsch leider in keiner Hinsicht zutreffend waren. Weder erwies sich Argentinien als das erhoffte Eldorado, noch waren die Inden, die seit mehr als tausend Jahren keinen Ackerbau mehr treiben, fähig, ohne langjährige Trainierung eine auf Ackerbau beruhende Kolonisation im großen Stile einzuleiten und durchzuführen. Die Auswanderung nach Argentinien mußte sistiert werden, und die gegenwärtige Verwaltung der -I. <?.. sah sich außer Stande, der vom Baron Hirsch Rußland gegenüber eingegangenen Verpflichtung nachzukommen und alljährlich 10 bis 25 000 Juden auS Rußland zu exportiren. Da einerseits der Verlust der an Rußland hinterlegten, auf viele Millionen sich belaufenden Kaution drohte, andererseits aber die >1. li. verpflichtet ist, ihre Revenuen nicht zu kapitalisieren, sondern zu dem bestimmten Zweck zu verabreichen, so entschloß sich der Verwaltungsrat der «l. 6. die Jahreseinnahmen der von ihm geleiteten Gesellschaft einstweilen den armen Juden in Rußland, Galizien, Rumänien und Palästina zugute kommen zu lassen, um durch Errichtung von billigen Wohnungen, Gründung von technischen und landwirtschaftlichen Schulen, sowie Schaffung von neuen Industrien ihnen das schwere Dasein zu erleichtern. Durch die Verwendung eines großen Teils der Gelder in Rußland selbst durfte man zunächst hoffen, die russische Regierung soweit beschwichtigen zu können, daß sie nicht länger auf die pünktliche Erfüllung deS Vertrages verharren werde; dann aber würden durch Errichtung von Anstalten, in denen die Juden auf theoretischem wie praktischem Wege den Ackerbau erlernen, diese befähigt, dereinst in großen Massen auch nach schwachbevölkerten Ländern auszuwandern. Nur so dürfte die L. I. hoffen, die ihr von hrem Gründer, dem seligen Baron Hirsch, gestellte Aufgabe die große, das Judentum bewegende Emigrationsfrage zu lösen Freilich involviere der vom Verwaltungsrat der 4. L. L. eingeschlagene Weg eine Ueberschreitung des Statuts, allein man glaubte sich dieselbe um so mehr gestatten zu dürfen al ein anderer Ausweg wirklich kaum vorhanden war, und mar bei dem Mangel eines Klägers auch keinen Richter zn fürchten brauchte. Leider hat sich aber dieser i»i Schoße des Verwaltungsratder.tevvisb Lolonisatioii ^ssoeiation selber gefunden. Die engli schen Herren, welchen nach der testamentarischen Verfügung desBaron Hirsch einige Sitze im Verwaltungsrat haben eingeräum werden müssen, haben gegen die nach ihrer Ansicht statuten widrigen Ausgaben für Rußland und Rumänien lebhaft und energisch protestiert. Am liebsten würden sie die Million« der ,1. <?,. ^V. für England und dessen Kolonien ausgegebei haben, da aber die Majorität des Verwaltungsrats dafür nich zu haben war, sondern ungeachtet des Widerspruchs der eng tischen Mitglieder fortfuhr, alljährlich viele Millionen für di notleidenden Juden in Rußland, Galizien und Rumänien auszu geben, entstanden Differenzen verschiedener Art. Angesichts solche Schwierigkeiten, welche namentlich mit der gegen den Willen de Engländer erfolgten Uebernahme der Rothschildschen Kolonie: immer aktueller wurden, entschloß sich der Verwaltungsrat de L. endlich eine Statutenänderung anzustreben. Durc? diese soll die Jüdische Kolonisationsgesellschaft berechtigt sei» Schulen, Musterfarmen, Kreditbanken, Industrien, Fabrik« und Werkstätten zu errichten, zu unterhalten und zu unter stützen und alle Schritte zu fördern, die geeignet sind, di Juden für eine spätere Auswanderung zu erziehen und si fähig zu machen, sich in den verschiedensten Gegenden de- Welt niederzulassen. Die Gesellschaft soll namentlich berechtig! sein, ihre Einnahinen auch auf anderem als auf dem vo l dem bisherigen Statut vorgesehenen Wege zu verwenden mn so die Lage der aus Rußland stammenden, aber außerhalb Rußlands lebenden Juden zu verbessern. Es wäre zi wünschen, daß die «l. H. mit ihrem Gesuche beim englischen Parlament Glück hat, da sie sonst für ihre großen Mittel zn Zeit absolut keine vernünftige Verwendung hätte. Uor den Mahlen. L.?b. Posen, im Mär . 6Ä8^ie Neichstagswahlen stehen vor der Türe, und der We t der Wähler beginnt zu steigen. Im engen Kreise steigen die untergeordneten Mandarinen zum Volke herniede Mit einem Male werden alle wieder für die Wünsche der „Volkes" zugäugig. Mit einem Male verschwindet die Exklusivität der Personen und der Anschauungen. Es gibt jei t sogar Aristokraten, die von dem souveränen Willen des Volkes sprechen. Auch will kein Mensch mehr seinem Nächsten etwas unangenehmes zufügen. Friedensschalmeien ertönen. Keine Partei hafft di Recht v, beginnt Wähler welchen darum die Heu sie, wen Die Antisew befände Ich hak in seine alle Jui Kampfe des kor Ist die ein rechtferl den In was wi diesesm bei and gonism dem Tu aber ni Da schaftliä Nation Kompre kompro für das erheben Veränd Da ist Wähler zeiten s Iw Mitkont sich mit zufriede daß ne die er sehen, noch ni Paktiere Parteiei Jude vi Partei j Dei erwoger Subord Lobesht das wii vertrete genehm legenhei die trau Kandidc unsere

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