Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-03-20 · Heft 12 (20.3.1903) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 12 (20.3.1903)
Date
1903-03-20
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3228527-3228540--59604-3296132
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

le Fragen tn Namen . der bei lug, doch Weib bei Plötzliche räch eine ärgerlich: anderen laudernd, das Herz :ft!" nd ging denen;m Lehnwie ein n linken it; aber damals ür ewige er diesen m er die . folgt.» gemeinen ihren im Nummer ur Unteren kann ,t sterben ,en schon »ren auch z es eben ld nichts ren. Und nten viel pensionsvon 500 rve Mit- )L eiirem chen mit ag haben vor zu h große l Unteres aber zu lassen ser Weise rd es in zlen, die )ahre jal. in. 37. Lahrgang. Nr. 12. Weitage gur „Allgemeinen Zeitung des IuöenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. — Berlin, 15. März. Der Kaiser hatte sich für Donnerstagabend bei dem Reichskanzler und der Gräfin Bülow zum Diner angesagt. Unter den Geladenen befanden sich u. a. Admiral Hollmann. Ministerialdirektor Dr. Althoff, die Generalsuperintendenten VV. Faber und Dryander, die Professoren Delitzsch und Slaby.das Vorstandsmitglied der Orientgesellschaft James Simon, Baron Alfred v. Berger und Neiuhold Begas. Das Hauptgesprächsthema bildete, wie die Blätter melden, wiederum „Babel und Pibel", und der Kaiser hielt mit seinen Anschauungen gegenüber Professor Delitzsch, wie er sie in dem bekannten Schreiben an den Admiral Hollmann niedergelegt hatte, nicht zurück. Die angeregte Diskussion über dieses Thema dehnte sich bis gegen Mitternacht aus. und erst um V412 Uhr verließ der Kaiser die Räume des Neichskanzlerpalais. — Wie die Deutsche Verlagsattstalt meldet, wird in den nächsten Tagen von dem „Zweiten Vortrag über Babel und Bibel" von Professor Friedrich Delitzsch das 26. bis 30. Tausend erscheinen, eingeleitet durch ein „Zur Klärung" überschriebenes Vorwort, in dem der Verfasser, ohne aus die jüngsten Ereignisse selbst einzugehen, jedoch mit unverkennbarer Bezugnahme ans sie, seinen Standpunkt gegenüber dem alttestamentlichen Schrifttum, speziell gegenüber dem israelitischen Prophetismus, noch weiter präzisieren wird. Delitzsch gelangt auf seinem Präzisionswege merkwürdigerweise immer mehr auf die Bahn, die die hervorragendsten Bibelforscher und Assyriologen als den allein richtigen erkannt haben. ----- Berlin, 16. März. Das Jüdische Mädchenstist, Lothringerstrabe 16, welches in eitlem besonderen, von der Hausmutter Frau H. Bave geleiteten Heim unbemittelte jüdische Mädchen hauswirtschaftlich heranbildet und für den Dienstbotenberuf vorbereitet, versendet seinen 13. Jahresbericht. Die Anstalt hat im abgelaufenen Jahre 4 und im ganzen bereits 58 Zöglinge in den Dienst treten lassen, aus deren Zahl bisher 11 für mehrjährigen treuen Dienst bei derselben Herrschaft eine auszeichnende Belohnung erhalten haben. Zur Deckung der insgesamt 9087 Mark, d. h. 605 Mark pro Kops betragenden Ausgaben reichte die satznngsgemäß dazu bestimmte Einnahme nicht aus, und mußte der dadurch bis auf einen geringen Rest zusammengeschmotzene Reservefonds in Anspruch genommen werden. Vorsitzende sind Waisenhausdirektor Dr. Strelitz und Frau Julie Reumann. Die Generalversammlung fand am 18. d. M. statt. ----- Berlin, 15. März. Die Tätigkeit des „Vereins jüdischer Studenten zu Berlin" bewegte sich im vergangenen Wintersemester in den alten, bewährten Bahnen. A. H. Dr. Biram erteilte wiederum den Fuchsenunterricht, indem er die gesamte jüdische Geschichte und die gegenwärtige soziale Lage derJudenheit behandelte. Zu dem für alle Aktiven obligatorischen Geschichtsknrsus sprach A. H. Dr. Theodor Zlocisti über „die Geschichte der Juden im 13. Jahrhundert". Geistige Anregung boten weiterhin die alle Gebiete des Judentums berührenden Vorträge, die regelmäßig an den Vereinsabenden gehalten wurden, u. zwar die folgenden : 1. A. H. Dr. Biram: „Die Organisation der jüdischen Wissenschaft"; 2. A. H. Dr. Heinrich Loewe: „Die Juden und chre Sprachen"; 3. Herr Dr. Julius Moses: „Das Handwerk unter den Inden"; 4. A. H. Dr. Max Eschelbacher: „Die rechtliche Stellung der Juden im Mittelalter"; 5. Herr Davis Tritsch: „Die jüdische Emigrationsfrage"; 6. Herr Rosenbaum: „Gibt es eine jüdische Kunst?"; Herr Albert Katz: „Lord Byron und seine hebräischen Melodien"; Herr Dr. Alfred Nossig: „Das Wesen des Mosaismus"; 9. Bbr. cancl. pbil. Weil: „Der jüdische Arbeiterbund in Polen und Rußland"; 10. Herr Dr. S. Bernfeld: „Babel und Bibel im Lichte der lnstorischen Kritik"; 11. Bbr. eand.z'ur. Mayer: „Die rechtliche Stellung der Juden in Rußland." Außerdem hielten mehrere Bbr. Bbr. kürzere Referate. Auch die körperliche Ausbildung der Bundesbrüder wurde nicht vernachlässigt, indem sie zwei Stunden wöchentlich unter Leitung von Bbr. Jul. Cohn turnten. Die einflußreiche Stellung des Vereins in der Studentenschaft kamin-besondere bei den Lesehallenzahlen zum Ausdruck, bei denen über 200 Stimmen sür diesen abgegeben wurden, so daß er zwei Vertreter in das Direktorium entsenden konnte. — Anläßlich der Wahlen berief der Vorstand eine öffentliche Versammlung jüdischer Akademiker, in der A. H. Dr. Oppenheimer über das Thema: „Der jüdische Student in der Gegenwart" sprach. Die Semesterschlußkneipe fand am 3. d. M. statt und war, namentlich von den alten Herren, zahlreich besucht. Bbr. Hans Meseritz hielt eine vortreffliche Tendenzrede. Das Ferienpräsidium besteht aus: ebsm. Jacobsohn, msä. Salinger,!ur. Meseritz. Zuschriften sind zu richten an ernnl. iur. H. Meseritz, Auguststraße 27. ----- Berlin, 16. März. Der Verein Israelitisches Heimat- Haus und Volksküche richtet an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde einen Aufruf, um sie zu veranlassen, mitznwirken an den edlen Bestrebungen, welche sich derselbe zur Aufgabe gestellt hat. In dem Mädchenheim finden alleinstehende, ordentliche Mädchen für eine mäßige Vergütung Schutz und Obdach. Dasselbe wurde von 119 Mädchen bewohnt. In dem Altenheim werden alleinstehende alte Leute, welche keine Häuslichkeit haben, in liebevoller Weise versorgt. Im abgelcmsenen Jahre waren daselbst 48 Insassen. In der Hans- Haltungsschule werden jüdische Mädchen wirtschaftlich ausgebildet, um später sich selbst ihr Brot verdienen zu können. Diesmal 18 junge Mädchen. Ganz besondere Sorgfalt wendet der Verein der Speisung armer, notleidender Glaubensgenossen zu. In den mit der Haushaltnngsschule verbundenen Speiseränmen erhalten unbemittelte Studenten, Künstler, Schüler von Konservatorien sowie stellenlose Kaufleute, Lehrlinge rc. unentgeltlich Mittag- und Abendessen. In der Volksküche wird, sofern man es nicht mit Arbeitsscheuen zu tun hat. kein Hungriger znrückgewiesen (im Jahre 1902 sind 66731 Portionen verteilt). Durch Zubereitung und Verabreichung von Krankenkost nach ärztlicher Vorschrift werden kranke und notleidende Glaubensgenossen unterstützt. So spendet der Verein reichen Segen. Am 12. d. besuchte die Frau Kultnsminister Studt das Heimatshans und sprach sich nach eingehender Besichtigung über die gesamten Einrichtungen sehr wohlwollend aus. Den Vorstand bilden: Herrmann Abraham, Vorsitzender, Dr. Wollheim, stellvertretender Vorsitzender, Frau Johanna Abraham, Vorsteherin. Alfred Benjamin, Schatzmeister, Hugo Weigert, stellvertretender Schatzmeister, Apotheker M. Sittner, Schriftführer, Dr. C. Rindskopf, stellvertretender Schriftführer, Direktor Wilhelm Goldstein, Louis Nosenbaum und Fabrikant L. Mosert, Revisoren, Rechtsanwalt Dr. Fränkel, Moritz Plachta und M. Schwarz. Sohrart O.-S., 6. März. Unsere Gemeinde hat einen herben Verlust zu beklagen. Der Kantor emer. I. Bock ist nach langem, schwerem Leiden am 4. d. M. sanft entschlafen. Der Verstorbene, welcher das ehrenvolle Alter von nahezu 82 Jahren erreichte, war 46 Jahre Hierselbst als ein selten pflichtgetreuer und gewissenhafter Kultusbeamter tätig. Das imposante Leichenbegängnis legte Zeugnis ab von der Wertschätzung, deren sich der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung zu erfreuen hatte. Die ganze Gemeinde, Mitglieder des Magistrats. Stadtverordnete, Lehrer und viele andere ohne Unterschied des Glaubens und Standes waren erschienen, um dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. In der überfüllten Friedhofshatte würdigte Herr Rabbiner Dr. Cohn-Kattowitz die langjährige, treue Wirksamkeit des Entschlafenen in ergreifender Weise. Namens der Amtsbrüder widmete HerrOberkantor Davidsohn-Gleiwitz dem Heimgegangenen Kollegen herzliche Abschiedsworte, indem er betonte, wie der nunmehr Verewigte — eine Zierde des Kantorenstandes — allezeit das Panier desselben hoch und in Ehren gehalten. Dem Verstorbenen, welcher bestrebt war, stets das Ideal eines wahrhaften Kultusbeamten zu verwirklichen, wird seine um ihn trauernde Gemeinde ein treues Andenken bewahren. Möge ihm die Erde leicht sein! 8. Hannover, 13. März. Am 1. d. M. <2. Adar) waren hundert Jahre verflossen, seit Professor Dr. Salomon Frensdorfs bis zu seinem Ableben (1880) Leiter der von dem sel. Landrabbinec 1 . «>

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.