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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-03-13 · Heft 11 (13.3.1903) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3 und Dr. med. Kamnitzer-Allenstein, I. Sebba-Tilsit, S. Davidsohn- Lyck, E. Jacoby-Rastenburg. S. Jacoby-Osterode, I. Hertz-Gerdauen, N. Lublinski-Johannisburg, H. Elöster und B. Holz-Insterburg. Am Nachmittag versammelten sich die anwesenden Mitglieder noch zum gemeinsamen Mahle. o. Nerrstettiir, 6. März. In unserer Gemeinde fand am23. v. M. zu Ehren unseres scheidenden Rabbiners, Dr. Worms, ein Abschiedssest statt. Die Toaste, die auf Herrn Dr. Worms gehalten wurden, ließen ihn erkennen, daß er während seiner dreijährigen hiesigen Tätigkeit es verstanden hat, sich die Liebe und Zuneigung der ganzen Gemeinde zu erwerben. In seiner Erwiderung gab Dr. Worms seiner Freude Ausdruck, daß das friedliche und freundliche Verhältnis, das mit der Gemeinde ihn verband, während der ganzen Zeit seiner Wirksamkeit durch nichts getrübt worden war, was beiden Teilen zur Genugtuung gereiche. — Auch die Schuljugend hatte ihrer Anhänglichkeit und Dankbarkeit für ihren Lehrer Ausdruck verliehen, indem sowohl die jüdischen Schüler des Gymnasiums wie die Schüler und Schülerinnen der Religionsschule ihm wertvolle Geschenke überreichten. — Allgemein wird der Weggang des Dr. Worms lebhaft bedauert. Lp. Ans der Provinz Posen, im März. Die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde in Gnesen haben beschlossen, sämtlichen Mitgliedern der Gemeinde die Grabstätten auf dem neu angelegten Friedhofe unentgeltlich herzugeben, auch ist eine Ehrenreihe für Persollen bestimmt, welche sich um die Gemeinde besonders verdient gemacht haben. — Der seit 1820 bestehende israelitische Wohltätigkeitsverein in Buk hatte im letzten Jahre eine Einnahme von 905,78 Mk. und eine Ausgabe von 809,35 Mk. Zum Vorsitzenden wurde in der letzten Generalversammlung Lehrer Spieldoch gewählt. — Spediteur Fränkel in Ko sch min feierte neulich unter reger Teilnahme der dortigen israelitischen Gemeinde seinen 70. Geburtstag. Herr Fränkel ist seit 1878 Repräsentant derselben. — Das langjährige Vorstandsmitglied der israelitischen Brüdergemeinde in Posen, Kaufmann Abraham Schreiber, ist im Alter von 55 Jahren gestorben. — Der Schulvorstand der jüdischen Volksschule in Ko schm in hat in seiner letzten Sitzung den Umbau des Schulhauses beschlossen und den Schuletat pro 1902 in Einnahme und Ausgabe auf 2200 Mark festgesetzt. Hierzu sollen 40 Prozent der Staatseinkommensteuer erhoben werden. — Bei der letzthin stattgehabten jüdischen Schulvorstandswahl in Czarnikan sind die Herren Dr. med. Michelsohn und Kaufmann Joseph Hirschberg gewählt worden. — Der seit mehreren Jahren in Schildberg bestehende israelitische Verein „Eintracht" hat sich durch Beschluß der Generalversammlung aufgelöst. Das Vereinsvermögen nebst Bibliothek ist dem jüngst daselbst ins Leben getretenen Literaturverein überwiesen worden. — Rechtsanwalt Ascher in Schönlankist zum Notar ernannt worden. — Kaufmann Marcus Guttmacher in Jaratschewo ist zum Magistratsmitglied daselbst gewählt worden. H. Rawilsch, 5. März. Der seltene Fall, daß ein Jude länger als 25 Jahre ununterbrochen durch das Vertrauen seiner Mitbürger mit der Verwaltung städtischer Ehrenämter betraut wurde, ist hier eingetreten. Am 9. v. M. waren es 25 Jahre, daß Herr M. S. Br ann, Stadtrat und Besitzer eines umfangreichen Fabrikbetriebes, teils als Stadtverordneter, teils als Magistratsmitglied im Dienste unserer Stadt tätig ist. Mit großer Selbstlosigkeit war der Jubilar stets bemüht, das Wohl der Stadt zu sördern, wodurch er nicht wenig zu deren Entwickelung beigetragen hat. Darum sind ihm auch sowohl seitens der Bürger aller Konfessionen, als auch seitens der Stadtverwaltung an sein em Jubeltage überaus viel Ehrungen zuteil geworden. Auch unser Kaiser ehrte Herrn Brann durch Ernennung zum Kommerzienrat. Um nun auch der Stadt ein dauerndes, sichtbares Zeichen seiner Anhänglichkeit und Fürsorge zu geben, teilte Herr Brann der Stadtverordnetenversammlung vorige Woche mit, daß er hier aul eigene Kosten ein Kaiser Friedrich-Denkmal gleich dem bereits hier befindlichen Kaiser Wilhelm-Denkmal auf der Promenade errichten lassen wolle. Dieses Denkmal nebst Planierung des Platzes soll 20 000 Mark kosten. Natürlich haben die Stadtverordneten dieses Geschenk mit Dank angenommen. Auch für die hiesige Synagoge hat Herr Brann Gasglühlichteinrichtung — die Gasleitung ist bereits vorhanden — gespendet. L.JrroWrazlaw, 1- März. Der jüdische Kultusbeamte Kuczyuski eierte am 25. v. M. seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar von allen Seiten Glückwünsche zu teil. Am Vormittag erschienen in seiner Wohnung Rabbiner Dr. Kohn, die Mitglieder des Synagogenvorstandes und des Repräsentantenkollegiums, Rabbinatsassessor Dr. Tietz, ferner die Mitglieder des jüdischen Brüdervereins und zahlreiche Freunde, um zu gratulieren. Der Vorsitzende der Synagogengemeiude Stadtrat S. Salomonsohn richtete im Aufträge der beiden Körperschaften der jüdischen Gemeinde au den bewährten pflichttreuen Beamten warme Worte der Anerkennung und überreichte dem Jubilar als Geschenk ein Sparkassenbuch. Zahlreiche Glückwunschschreiben und Telegramme, welche aus verschiedenen Städten, namentlich auch aus Berlin eintrafen, legten Zeugniß ab, daß des Jubilars auch in der Ferne mit herzlichem Anteil gedacht wurde. — Breslau, 2. März. Unter zahlreicher Beteiligung aus allen Schichten der Bevölkerung unserer Stadt fand am Freitag Nachmittag die feierliche Beisetzung des verstorbenen Fabrikbesitzers, Stadtverordneten Moritz Pringsheim auf dem israelitischen Friedhofe an der Lohnstraße statt. Die Leichenhalle war von Leidtragenden dicht gefüllt und vor derselben hatte das gesamte Arbeiterpersonal der Eisengießerei Moritz Pringsheim und eine Deputation von Zöglingen der Taubstummenanstalt unter Leitung ihrer Lehrer mit Direktor Bergmann all der Spitze. Aufstellung genommen. Als Vertreter der Kommunalverwaltuug waren die Stadträte Pringsheim und Klpke, und von der SLadtverordueten-Versammlung die Stadtverordneteu- Vorsteher Geheimer Justizrat Dr. Freund und viele Stadtverordnete in Amtstracht erschienen; außerdem bemerkten wir in der stattlichen Trauerversammlung Propst Decke von St. Bernhard und Pastor Schultze von St. Elisabeth. Vor dem mit kostbaren Kränzen und Palmenwedeln bedeckten schlichten Sarge, welcher in einem Haine voll Blattgewächsen ausgebahrt war, hatten rechts und links als Ehrenwache je zwei Magistratsausrufer in altdeutscher Heroldstracht Aufstellung genommen. Nach einem die Trauerfeier einleitenden Psalm, die der Synagogenchor weihevoll vortrug, hielt Nabb. Dr. Guttmann die wohldurchdachte, von den Anwesenden tief empfundene,zu Herzen gehende Gedächtnisrede, in welcher derselbe den Edelsinn dieses so hochgeachteten, sich größter Beliebtheit in allen Kreisen erfreuenden Heimgegangenen schilderte. Die ernste Feier schloß mit dem Gesang des Totenliedes: „Es gleicht das Menschenleben der Blume auf dem Felde." Kattowitz, 10. März. Der oberschlesische Rabbiner- Verb and trat vor einiger Zeit zu einer Versammlung hier zusammen; erschienen waren die Herren Rabbiner Dr. Cohu-Kattowitz, Dr. Münz- Gleiwitz, Dr. Kopfstein-Beutheu, Dr. Loewenthal-Tarnowitz, Dr. Kaatz- Zabrze, Dr. Norden-Myslowitz, Dr. Rau-Pleß und Dr. Bäck-Oppeln. Der Vorsitzende Dr. Cohn widmete dem Heimgegangenen Kollegen Dr. Blumenthal-Ratibor einen ehrenden Nachruf. Wie wir erfahren, gehörten zu den Beratungsgegenständen mehrere religionsgesetzliche Fragen, sowie verschiedene Schulangelegenheiten, darunter auch die Dispensation der jüdischen Schüler an den Feiertagen. Bentherr (Ober-Schlesien), 10. März. In der „Allgem. Zeitung des Judentums" Nummer 37 1901 und in Nr. 7 vorn 14. Februar 1902 haben wir berichtet, wie unser Mitbürger, der Geschäftsführer Salo Brinitzer von der Firma Konrad Tack L Cie. voll seinem einstigen militärischen Vorgesetzten, dem Obersten Schalscha von Ehreufeld, wiederholt ausgezeichnet worden ist. Heut erfahren wir von einem Freunde unseres Blattes folgendes: Auf der Rückreise von Breslau, wohin er sich zur Gratulationscour zum erbprinzlichen Paare begeben hatte, am 22. Februar d. I., ist der Kommandeur des 2. Schlesischen Dragonerregiments (König Friedrich HI.) Nr. 8 in Oels in Schlesien, Oberst Schalscha von Ehrenfeld, im Ersenbahnkupee vom Schlage getroffen worden und alsbald verschieden. Der Verewigte, ein hervorragend tüchtiger Offizier, ein Muster strengster Pflichterfüllung, erfreute sich nicht nur unter seinen Standesgenossen, sondern auch wegen seiner Höflichkeit und persönlichen Liebenswürdigkeit in den ihm fernstehenden Kreisen der Bürgerschaft einer ganz besonderen Beliebtheit. Von uns Dragonern, für deren kleine Leiden und Freuden er — frei von jedem Stolz — stets das größte Interesse betätigte, wurde der so jäh aus dem Leben Geschiedene wie ein Vasir verehrt. Und mit vollem Recht; umfaßte der edle Offizier doch in seinem Gerechtigkeitssinn alle ihm unterstellten Soldaten, wenn sie ihre Pflicht erfüllten, mit der gleichen Liebe, mit demselben Wohlwollen, welcher Konfession die Betreffenden auch immer angehören mochten. Wohl alle seine Soldaten ohne Ausnahme betrauern den Vorgesetzten von wahrhaft vornehmer Gesinnung und wünschen dem teuren Verblichenen ein aufrichtiges „Leyuieseat in paee." Georg Schalscha von Ehrenfeld, am 11. Dezember 1849 geboren, hatte am 1. Dezember 1867 seine militärische Laufbahn bei

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