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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-03-13 · Heft 11 (13.3.1903) · p. Seite 122

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
Seite 122 (sequence 4)
Language
German
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gesprochen werden. Wie sollen auch die Hallellieder an einein Tage erklingen, an dein uns so recht zinn Bewußtsein kommt, daß die Hamane keiner Zeit und keinem Geschlechts fehlen! Da genügt es, sich zur bleibenden Beherzigung einznschärfen, daß trotz alledem der jüdische Stamm fest in der Erde wurzelt. Schön und sinnig ist es. was die Weisen des Midrasch znm Buche Esther anmerken: Als Mvrdechai in banger Sorge um das Schicksal seiner Glaubensgemeinde durch die Straßen der Stadt eilte, da rief er einen jüdischen Knaben zu sich heran und sagte zu ihm: „Auf, nenne mir ein Bibelwvrt, das dir besonders oertraut ist." Sogleich rief der Gefragte den Satz aus dem Propheten Jesaias aus: „Fasset einen Anschlag, er wird zerstört, verabredet nur Beschlüsse, es kommt nichts zustande, denn Gott ist mit uns." Diese Wahrheit darf in der Tat schon jedem jüdischen Kinde bekannt sein, in der Schule des Lebens lernt er sie früh genug. Mögen wir alle diese geschichtliche Wahrheit an unserem Feste beherzigen, aus daß sie uns über alle Not und alles Leid der Zeit siegreich hinweghebe. Dann feiern wir nicht umsonst unser Purim und seine Spuren können nimmer verwischen. Me Woche. Berlin, ll. März. Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampf hat allenthalben begonnen, wenn auch die Aufstellung der Kandidaten in manchen Kreisen noch nicht erfolgt ist. Die Rührigkeit der Antisemiten aller Richtungen in diesem Wahlkampf haben wir wiederholt schon hervorgehoben. In folgenden Wahlkreisen rechnen sie auf sicheren Erfolg: in Arnswalde-Friedeberg, Neustettin, Deutsch-Krone, Schlochan- Flatow,ZiCzarnikau-Filehne-Kolmar und Pyritz-Saatzig. In Sachsen haben sie durch das Kartell sichern Bestand in Bautzen, Meißen, Pirna und Dresden-A. In Hessen haben sie ebenfalls drei oder vier Wahlkreise ziemlich sicher. Außerdem haben sie Kandidaten aufgestellt in Berlin, Hamburg, Eisenach, Erfurt, Nordhausen, Holzminden-Gandersheim, Halberstadt, Gießen ll. a. Sie werden dabei vom Bund der Landwirte und, soweit es nicht den eigenen Besitzstand schädigt, auch von der konservativen Partei in der ausgiebigsten Weise unterstützt, hier und da auch von den Nationalliberalen, von den letzteren allerdings mit einer Selbstverleugnung, die einer besseren Sache würdig wäre. In jedem Falle steht zu befürchten, daß die antisemitische Partei, auch wenn nicht alle ihre Träume in Erfüllung gehen sollten, in stärkerer Zahl als bisher in den neuen Reichstag einzieheu dürfte. Demgegenüber kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß es die Pflicht aller deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ist, ihre Schuldigkeit rechtzeitig zu tun. Vielleicht niemals waren Neuwahlen von solcher Bedeutung auch für uns, als diejenigen für den nächsten Reichstag, der wahrlich nicht nur über die Zukunft unserer Wirtschaftspolitik zu entscheiden haben wird. Darum gilt es, nicht zu feiern und nicht zu kargen. Zu einem erfolgreichen Wahlkampf gehören Arbeit und Geld, viel Arbeit und viel Geld. Und die deutschen Juden haben Grund genug, alles zu tun, um ihre verfassungsmäßig gewährleisteten Bürgerrechte gegen den Ansturm von drei Parteien zu schützen. 22 In der Debatte über das Vorgehen des Bischoss Kornn von Trier, die am 2. d. M. im Abgeordnetenhause statt gefunden hat, nahm der nationalliberale Abgeordnete Hacken berg Bezug auf katholische Kreise, „die es durch Erfahrung kennen, daß ihre Töchter durch den Umgang, durch den gleich zeitigen Unterricht und das gleichzeitige Spielen und dnreb an geknüpfte Freundschaften mit Protestantinnen und Jüdinnen an ihrem Glauben und guten Sitten keinen Schaden erleiden/ Die Erfahrungen, die Katholiken in Trier gemacht haben könnten Juden in der Metropole der Intelligenz gewiß auch gemacht haben. Um so wertiger ist es zu verstehen, daß an öffentlichen wie an privaten Töchterschulen irr Berlin noch immer jüdischen Mädchen die Ausnahme teils irr verschleierter Form, teils gerade heraus versagt wird. Die Regierung hätte sonach die Aufgabe zu zeigen, daß ihre Auffassung von der Schule diametral nicht nur der von den Ultramontanen geforderten Auffassung gegenübersieht, sondern auch derjenigen der Antisemiten. Der Abgeordnete Hackenberg erwartet, „daßdie Staatsregierung durch ihre Schulpolitik, da lvir in preußischen und deutschen Landen auf den Verkehr und den Umgang mit Anders gläubigen angewiesen sind, alles tut, um von Jugend auf Achtung und Ehrfurcht vor den Andersgläubigen in die jungen Seelen hineinzulegen." Wir wünschen mit dem Abgeordneten Hackenberg, daß „die königliche Staatsregierung in ihrer Schulpolitik die Stellung einnimmt, die einzig und allein den: konfessionellen Frieden und der Wohlfahrt unseres Staates dient." „Das soll der Ruhm unseres preußischen Vaterlandes für alle Zeiten bleiben: in dem tiefsten und innigsten Sinne des Wortes soll unter der Krone der Hohenzollern jeder nach seiner Fcwon selig werden können, soll jedem die freieste Gelegenheit gegeben werden, seilles Glaubens zu leben." Ein Blatt, das über rumänische Verhältnisse objektiv zu berichten pflegt, der„Adeverul", bringt die folgenden interessanten Mitteilungen ans dem Lande der Bojaren: „Einige politische Männer haben ernstlich dieJndenfrage studiert, haben zahlreiche Schriftstücke gesammelt und sich für eine mögliche öffentliche Besprechung vorbereitet. Im Lande haben fremdi Publizisten, französische und deutsche, welche sich mit der Negierung und mit unseren politischen Persönlichkeiten in Verbindung gesetzt haben, ihr Herz ausgeschüttet. In geheimen Sitzungen wurde die Judenfrage von den verschiedenen Parteien besprochen. Wahrscheinlich hat niemand das ganz gesagt, was er denkt, und hat sich jeder sein zurückhaltend gezeigt. Die Frage der leichteren Naturalisation der Juden ist, wie wir vernehmen, in einem Ministerrat unter den Leitung des Königs besprochen worden. Herr Sturdza meinte daß, um die Geister von auswärts zu beruhigen und die inländischen nicht zu erregen, man zu einer sofortigen ausführbaren Lösung schreiten müsse, man stimme für die Naturalisation derjenigen Juden welche bis jetzt darum nachgesucht haben, und zwar nacheinander ü der Kammer und im Senat, ohne Widersprüche der Mehrheiten. De König selbst erkundigte sich nach der Gesamtzahl der Inden, welch die Naturalisation beantragt haben. Andererseits hat der König ii der letzten Zeit mit den Herren Sturdza und Lascari gearbeitet, un die Lage der Juden des Landes zu prüfen. Endlich wurde von de Regierung in Übereinstimmung mit den Präsidenten der gesetzgebende- Korporationen der Beschluß gefaßt, ein Verzeichnis derjenigen Juden anzufertigen. welchen man die Naturalisation in dieser Session ohn Schwierigkeit gewähren könnte. Alle diese Anzeichen sind indessen keine ernsten Vorbedeutungen einer günstigen Lösung der Jndensragl Es ist wahrscheinlicher, daß es Versuche sind, die eine Ablenkung in der öffentlichen Meinung und der fremden Presse zum Zwecke haben und man erklärt sich auch die Tatsache, daß sofort eine amtliche Not. in das! ralisatio beschloss interessn und wn sagen." De richt de Einwc schlosse, inspekto Nachwe Gesetz, zwei D ins Lai zu erhe der ne, günstig auf sie > ausgesc 5. Y finden, i zu Verdi müssen, Ali bares ( mittelbesitzen sich au zu sorg vorkom recht u tunlichs Gesetz, 1. i nach de Passage vorzulex 2. 5 Hörde, untersm diese Be wander« 3. Appel' engagie liquidie an die rekurrie Leben g M. Fall sä von R< Di läge d dieser! allgem Ausfül Fez de dieseltx dort, d

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