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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-04-17 · Heft 46 (17.4.1838) · p. Seite 183

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 46 (17.4.1838)
Date
1838-04-17
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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i83 das gedruckte Heftchen, betitelt: „Aufruf an alle Israeliten Deutschlands, Betreffs der Erbauung einer allgemeinen Synagoge zu Leipzig" anzuzeigen, und neben dem übersichtlichen Inhalte dieses Heftchens auch zugleich diejenige Stelle anzumerken, wo das Eentral-Eomitv zu bemerken sich erlaubt, durch diese allgemeine Zerrung, als das beste und nächste Organ für jüdische Interessen, die Namen der Subskribenten bekannt, zu machen. Da der Erfolg jenes Aufrufs nun seiner Realisirung entgegen geht, und in vielen großen Gemeinden Deutschlands sich für diesen Gegenstand eine rege Thellnahme zeigt, so ist das Comite so frei, die Uebersendung der Listen der freiwilligen Subscrkptionen hiermit zu beginnen: 1) Br, Z. Frankl, Oberrabb. 10 Thlr. 2) L. Bendix, 100 Thlr. 3) Jacob Adr. Meyer in Berlin 100 Thlr. 4) Eosmann Rieß 50 Thlr. 5) Moritz Meyer 100 Thlr. 6) S. D. Oppenheim in Frankfurt a. M. 40 Thlr. 7) S3. Lehmann 20 Thlr. 8) Haller und Rathen au 50 Thlr. 9) K. Bendix 100 Thlr. 10) Israel Bodek 15 Thlr. 11) Meyer Magnus 20 Thlr. 12) Adolph Meyer sen. 40 Thlr. 13) G. Boas 10 Thlr. 14) Louis Meyer 50 Thlr. 15) I. L. Meyer in Hamburg 20 Thlr. 16) H. B. Oppenheimer und 17) John B. Oppenheimer 100 Thlr. 18) A. I. Aschard 50 Thlr. 19) Eduard Boas 20Thlr. 20) Hr. Gordon 20 Thlr. 21) A. Tiktin 20 Thlr. sen haben und verschließen mußten, laut rufen und verkünden: So sind wir, daö ist aus uns geworden, und das könnte noch aus uns werden. Prüfet uns ihr Völker, die wir mit euch ein Jahrtausend und darüber wohnen und eure Schicksale theilcn, und handelt an uns christlich und brüderlich! Dahin ist jene Zeit, wo man uns aus Eisenmenger und Consorren kennen lernte, man weiß nun, daß wir Besseres in unserm Innern bergen, und wir selbst machen aus unfern Fehlern kein Hehl mehr, und haben uns' in jüngster Zeit lenksam gezeigt. Doch wir können und sollen nur anregen, und der väterlichen Leitung Gottes, „in dessen Hand die Herzen der Könige wie Wafferbache sind, die er nach seinem Willen lenket" vertrauend folgen, und das, was kommen wird und muß, erwarten. „Von oben aber erscholl eine Stimme, die Stimme des Ewigen, der hoch über Wolken und Sonnen thront, und rief: Verzaget nicht o Menschenkinder, wenn es dunkelt! das Lichts daö ich geschaffen, und zu deffen Aufschauen ich euch berufen habe, kann wol verhüllt werden, aber nie verlöschen. Denn ich bin der Herr euer Gott, der König der Könige." (Krug.) Weit wichtiger aber als alle weltliche Rücksichten, erheischen unsere innern Angelegenheiten guten Willen und thatkräftigeS Wirken. Auch hier bewährt sich der Ausspruch, daß zart fühlen, gründlich denken, und energisch.handeln, die drei inhaltschweren Ausgaben unseres Lebens sind. Und hier eben ist uns ein Organ von höchstem Wcrthe, welches den Austausch.der Ideen fördernd, unsere Gefühle der Beherzigung, und unsre Gedanken der Prüfung der Welt übergebe, damit die daraus sieb resultirenden Handlungen fest und bestimmt werden, zur Ausführung gelangen mögen. Dieses Organ bieten Sie uns in Ihrer geschätzten und vielgelesenen Zeitschrift dar, und wir erachten dieselbe, mit jener des Br. Geiger, von höchstem.Nutzen, und es dürfte mit ihnen ein neuer Abschnitt der Geschichte der deutschen Juden beginnen. Beiläufig erlauben wir uns noch zu bemerken, daß in Berlin und Hamburg bereits die Subscrr'ption begonnen, und daß außerdem noch vorzüglich in Baiern ein sehr lebendige Theiluahme für diesen Gegenstand verbreitet ist. Correspondenzeri, Auszüge, Repliken. Mahren, März 1838. Zwei allgemeine und ein specieller Brief. 'Erster Brief. Hochzuverehrender Herr Redacteur! Mit dem Gruße des Tempels zu Jerusalem begrüße auch ich und Lausende unserer Brüder Sie in weiter Ferne, und rufen Ihnen aus vollem Herzen zu: Gesegnet sei der da kommt im Namen des Herrn! — Sie haben die Idee lebendig erfaßt, daß dem Hause Israels, dessen Zustand von Außen schwankend, unsiät, und zumLheil niederdrückend, und von Innen zerfallen und locker ist, eine feste Stütze Roth thur, um die geistige Regeneration zu resultiren, welche zugleich ein Pharoü werde, wohin die verschiedenartigen Strebungen sich zu richten, und dort sich zu sammeln haben, um einst an denAusbau unsrer heiligsten Werke thatig Hand Legen zu können. Erfreulich und trostreich ist es für uns zu sehen, daß Sie diese höchst dringendeAnforderung glücklich zu lösen begannen, und wir sehen aus Ihrer Saat in der Zukunft die herrlichsten Früchte entkeimen und gedeihen. Wol ist es an der Zeit, daß wir das, was die Edelsten unter uns langst gedacht und in der Liese ihres Buseds verfchlos- I Falsche Ansichten in den Glaubensprincipicn, waren immer * nur die Folgen von Halbheit und schwankendem Räsonnement in! der Philosophie, von abgerissenem, stückweisem Wissen, und ober-! ftächlichcr Schöngeisterei, nach dem richtigen Ausspruche desBaco: Philosophia obiter libata (lucit a Deo, penitus exhausta ducit ad eum. — Dieses war der Gang des jüdischen BildungSprocesseS feit der Mendelösohnischen Reform. Der Nation wurden die Augen geöffnet, und nachdem sie gekostet vom Baume der Erkenntniß, so erfuhren sie Gutes und BöseS. Die Zerfallen- I beit begann. Das Licht drang ein, Finsterlinge mit einem groi ßen Troß von blinden Nachfolgern verschloffen dem göttlichen j Strahle die Augen, andere wurden geblendet, und der ihnen zu i starke Reiz erregte einen Taumel, in welchem sie sich wie! berauscht geberdeten, Gutes und Schlechtes von sich waiffen, und j Wüstigkeir des Kopfes und Leerheit des Herzens waren # die j traurigen Folgen bei den Meisten derselben. Nur Wenigen , war das Licht „eine glückliche Sonne und heilbringend in ih-! rer Strahlenglorie," wohlthätig, beruhigend, Geist und Herz erstarkend. — Diese drei Klaffen, die wir mit drei Worten: Obscuranten, Jndifferentisten, und Rationalisten (und rationale Supernaturalisten) bezeichnen können, stehen sich noch immerfort schroff entgegen, und würden dem denkenden Beobachter das trau-! rigste Bild darbieren, wenn er als wahrer Denker picht überzeugt; wäre, daß die höchst norhwendig gewordene Reformation des mir-! relalterlichcn Judenthums, nur aus einer Zerwerfung seiner Elc-! mente in ein Chaos, aufs Neue durch den Tiegel der Kritik rein l und lauter, wie daö gediegene Gold aus seinen Schlacken, hervorzutreten im Stande sei. — Licht und Finsterniß, Verwesung und Bildung, Zerstören und Schaffen, Vergehen und Entstehen, sind die ewigen Momente der Natur, und wir sehen ihren Reflex in der moralischen Welt. Nach dieser Analogie sind die erwähnten drei Klaffen des heutigen JudenthumS, eine wie die andere im gegenwärtigen Bildungvproceffe höchst nothwendig. Wir sehen hier, um analog zu sprechen, einen gegenseitigen Widerstand oscillirender Kräfte, welche in ihren Bestrebungen ihrem Bereit!)«- möglichste AuSdehuung zu geben, die Excentricitat gegenseitig men und verhüten. — Während daß die Indifferenteren grundloser Basis, mit ihren ephemeren Principicn, weder De

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