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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-02-20 · Heft 8 (20.2.1903) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 8 (20.2.1903)
Date
1903-02-20
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3 ) eingehend den Herren itterstr. 87, wrthstr. 20, Schuhzeug nde Verein i,e Räunn bends und Sibliotheks Zeitungen, tlich. Dic jeitschriften lesucherzah? ibend und begüterten auch ferner Beitritts er Jahres^ l und Bei- Ginsberg, lanukah Tätigkeit gewährten. Kleidungsan Bei- Kleidungsrrausgabte die Untermng nur >en durch - erhielt fast tigt. Zur sschließlich ch vielfach die armen die Bitte, mschen zu ' geschäftig daffäre, g entdeckt ts zu sein,! folgende rr denn je lugen ge- Dagegen r Zeit des >eg unzudaß außer n nähere der „Ost- ' Zeitung" bis heute eile jenes i eigen zu : sein, daß rschien, so rchte. 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Die Festteilnehmer wurden durch das Vorstandsmitglied, Herrn Julius Brilles mit herzlichen Worten begrüßt. Derselbe gedachte in seiner Ansprache der längst dahingeschiedenen edlen Gründer des Vereins, die sich durch die die Stiftung desselben ein Denkmal gesetzt hätten. Die Begründer waren die Herren Raphael und Jakob Brilles, Jakob Wolfs, Abraham Krohn und Moses Simonis. Hierauf brachte der Vorsteher Herr- Rudolf Wolfs in kernigen Worten den Kaisertoast aus. Die Nationalhymne wurde stehend gesungen. Von alten Mitgliedern des Vereins war Herr Kürschnermeister Moses, der dein Verein seit dem ersten Tage des Bestehens angehört, als einziger der „alten Garde" bei der Feier zugegen und wurde in würdiger Weise von Herrn Kantor a. D. Silberstein assistiert, der seit zirka 42 Jahren ebenfalls Mitglied des Vereins ist. Herr Silberstein gab in seiner Rede einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, der sich im Sinne der edlen Stifter desselben entwickelt habe und wohl auch in der Zukunst seinen Ausgaben getreu sein werde. Es reihte sich Toast an Toast, und die Festtafel, annähernd 100 Personen, nahm einen glänzenden Verlaus. Hieraus folgten musikalische und theatralische Aufführungen. Möge der Wohltätigkeitsverein noch ferner wachsen und gedeihen. e. Lissa, 12. Februar. Unsere Gemeinde hat einen unersetzlichen Verlust erlitten durch den Tod des Herrn Louis Biberseld. Schon vor 42 Jahren in die Repräsentantenversammlung gewählt, berief ihn diese vor 18 Jahren in den Gemeindevorstand. Hier machte er sich bald unentbehrlich, so daß ihm vor 12 Jahren der Vorsitz übertragen wurde, den er bis kurz vor seinem Hinscheiden mit Geschick und Umsicht führte. Das Andenken an den Verstorbenen, der Ersprießliches für seine Heimatgenleinde geleistet, wird nie erlöschen. Pfalzburg, im Februar. Die II. Generalversammlung des Elsaß-Lothringischen Rabbinerverbandes zu Straßburg (Hotel Monopol) fand am 3. v. M. statt. Der Vorsitzende Dr.Bloch' Oberehnheim eröffnete die Sitzung. Anwesend sind 19 Rabbiner. Der Vorsitzende macht Mitteilung von der erfolgten behördlichen Genehmigung des Verbandes und von den in Hinsicht auf die Verbesserung der rechtlichen Stellung der Rabbiner unternommenen Schritten. Zu Ehren des unlängst in Weißenburg verstorbenen verdienstvollen Förderers der Rabbiner-Reliktenkasse H. Henry Cerf s. A. erhebt sich die Versammlung von den Sitzen. Zu dem ersten Punkte der Tagesordnung: Vorschläge zur Hebung des Religionsunterrichtes gibt Rabbiner Dr. Wiener-Pfalzburg zunächst einen historischen Ueberblick über die einschlägigen elsaß-lothringischen Verhältnisse sowie eine Uebersicht über die geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Er erwähnt die lothringische Präsidialversügung, durch welche der Religionsunterricht in Lothringen für obligatorisch erklärt wurde (25. 1. 02), mit dem Ausdrucke des Dankes an das lothringische Konsistorium für dessen Bemühungen um die Erwirkung dieser Verordnung und dem Wunsche, daß dies Beispiel in den beiden anderen Bezirken bald Nachahmung finden möge. Referent verlangt eine bessere Vorbildung und Fortbildung der Neligionslehrer durch Gründung einer elsaß-lo thr i n gischen Kantorensch ule, Einsetzung einer Prüfungskommission für diese Beamten. Aufstellung einer Prüfungsordnung. Fortbildungsunterricht bei den zuständigen Rabbinern, Abhaltung von Konferenzen, Einführung einer zweiten Prüfung. — Es sei für ausreichende Besoldung der betreffenden Beamten Sorge zu tragen; für kleine Gemeinden müßten die Konsistorien in der Lage sein, Beihilfen zu leisten. Schulkommissionen seien im allgemeinen nur für die äußeren Schulbedürfnisse nützlich, die Aufsicht über den Schulbetrieb führe der Rabbiner. Schulkommissionen und Rabbiner müßten Instruktionen erhalten zur einheitlichen Durchführung aller Maßnahmen. — Normallehrpläne für die verschiedenen Schulsysteme seien zu schaffen, mehr Einheitlichkeit bezüglich der Lehrbücher wünschenswert. Auch Stoffverteilungspläne seien namentlich für die Uebergangszeit unentbehrlich. Zur Erledigung dieser Ausgaben möge eine aus Theologen und Schulmännern bestehende Kommission berufen werden. Dieselbe hätte sich auch mit der Lesebuchfrage zu beschäftigen. Auf Verbesserung der zur Zeit ungünstigen Stellung des Hebräischen sei Bedacht zu nehmen, wenn nötig durch Uebernahme der Kosten desselben aus die Kultuskassen. Was den eigentlichen Religionsunterricht betreffe, solle man prinzipiell an der Beitragspflicht der Politischen Gemeinde zu dessen Kosten festhalten. Referent schließt mit der Hoffnung, die elsaß-lothringische Judenheit werde die erforderlichen Opfer für den hohen Zweck gern bringen. (Beifall!) Korreferent Dr. Weill-Buchsweiler fordert allgemeine Beteiligung der Rabbiner am Religionsunterrichte durch mindestens vier wöchentliche Stunden, sorgfältige Vorbildung der Elementarlehrer und schließt sich bezüglich der Kantoren den Ausführungen des Referenten an. Er ist jedoch gegen eine elsaß-lothringische Kantorenschule. Die Aspiranten »nögen eine der in Altdeutschland bestehenden Anstalten drei Jahre lang besuchen. Die Mittel seien durch Gründung eines Schulfonds aufzubringen. Ein solcher würde auch zur Unterstützung armer Gemeinden nützlich sein. Durch eifrige Tätigkeit in dieser Richtung werde der Verband zu Ehren kommen. (Beifall!) Nach längerer Debatte beschließt die Versammlung eine Eingabe an die Konsistorien zu richten zwecks 1. Gründung eines Schulfonds zur Ausbildung von Religionslehrern und zur Unterstützung armer Gemeinden, 2. Erwirkung von behördlichen Verfügungen zur allgemeinen Durchführung des obligatorischen Religionsunterrichts 3. Uebernahme der Kosten des Hebräischen auf die Kultnskassen. Die übrigen Leitsätze des Referenten werden dem Ausschüsse zur nochmaligen Berichterstattung überwiesen. Ueber die Frage der Gründung einer elsaß-lothringischen Kantorenschule konnte eine Einigung nicht erzielt werden. Zn Punkt 2 der Tagesordnung: „Ueber die Notwendigkeit einer Beaufsichtigung der Mazzenbäckereien macht Referent Dr. Blo ch-Obereh nh ei m auf die zahlreichen religionsgesetzlichen Bestimmungen aufmerksam und beantragt, eine Eingabe an die Konsistorien zu richten behufs Durchführung einer zuverlässigen Aufsicht. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Auch die Anträge des Referenten Dr. Koch-Weißenburg, betreffend „Vorschläge zur Verbesserung unserer Gehalts-, Pensions- und Relikte «Verhältnisse" finden einstimmige Annahme. Es soll eine Eingabe an das Ministerium gerichtet werden behufs Einführung von Dienstalterszulagen und Regelung der Pensions- und Neliktenverhältnisse der Rabbiner nach den für die Landesbeamteu geltenden Bestimmungen. Zu dem Punkte: „Gesuch an die Konsistorien betreffend Mitgliedschaft e ine r V ertr etu n g der Rabbiner in der Verwaltung der Reliktenkas se" zeigt Referent Dr. Ginsburger- Sulz das Unrecht,das darin liegt, daß die Rabbiner von der Verwaltung ihrer Reliktenkasse ausgeschlossen sind. Nach dem einmütigen Beschlüsse der Versammlung sollen die Konsistorien um Abhilfe angegangen werden. In Anbetracht der vorgerückten Zeit werden die übrigen Punkte (1. Antrag an die Konsistorien betreffend Mitgliedschaft der Rabbiner in den Verwaltungskommissionen und Mitwirkung derselben bei Anstellung von Kantoren; 2. die Konservierung der noch vorhandenen Urkunden und Denkmäler, die auf die Geschichte der Juden in Elsaß-Lothringen Bezug haben; 3. G. O. des R. V.; 4. Antrag auf Einsetzung einer Kommission für religiöse Fragen) für heute von der Tagesordnung abgesetzt. Zu Punkt 1 wird bemerkt, daß die Plenarversammlung der drei Konsistorien der Mitgliedschaft der Rabbiner in den Verwaltungskommissivnen im Prinzip zugestimmt habe. Entsprechende Verordnungen würden hoffentlich bald ergehen. (Beifall.) Die Versammlung beschließt noch: 1. die Veröffentlichung der Verhandlungen in jüdischen Zeitungen; 2. die Veröffentlichung von Jahresberichten; 3. die Anmeldung des Verbandes bei den Konsistorien; 4. die Gründung eines Lesezirkels. Schluß der Sitzung 6 Uhr. Der Schriftführer: Dr. Wiener. Oesterreich -Ungar«. LI Wien, 16. Februar. Die Probepredigten in unseren beiden Tempeln werden noch immer ohne Erbarmen fortgesetzt. Die beiden nächsten sind Dr. Proßn itz-Mährisch-Schönberg und Dr. Rose nmanu-Floridsdorf. — Ein anmutiges Sittenbild gibt die i!

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