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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-02-20 · Heft 8 (20.2.1903) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 8 (20.2.1903)
Date
1903-02-20
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 Berlins am Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts", Nabbiller Dr. L. A. Roseuthal-Pr. Stargardt über „Die Entstehung des Talmud". Lehrer I. Brock-Rogasen über „Die Geißlerin"; in Jnowrazlaw Lehrer Samuel über „Der grobe Kurfürst und die Juden"; in Prenzlau sprach Dr. Holzer-Schwedt a. O. über „Das Leben der Juden im deutschen Mittelalter" und in Schwedta. O. über „Die Missionstätigkeit des Judentums im letzten vorchristlichen Jahrhundert. In Breslau wurden chklische Vorträge über „Die Geschichte des Judentums in Deutschland und Frankreich bis zum 11. Jahrhundert" begonnen; die beiden ersten Vorträge hielten Rabbiner Dr. Guttmann und Dr. Rosenthal; in Glogau sprach Dr. Lucas über „Der Verein zur Förderung der Wissenschaft des Judentums"; in Magdeburg Frau Regina Neisser über „Wilhelm von Humboldt und seine Beziehungen zum Judentum"; in Erfurt Dr. C. Pinn über „Der Jude als Romanfigur" und in Eisenach über „Die Bedeutung des Judentums für die Erhaltung der Wissenschaft im Mittelalter"; in Leipzig Dr. Leimdörfer- Hamburg über „Sokrates' Philosophie und Salomons Weisheit"; in Hamburg Dr. Löweuberg über „Otto Ludwigs Makkabäer", Dr. Simchowitz über „Leopold Kompert, der Dichter des Ghetto"; in Dortmund Herr Leo Erichsen über „Palästina und Aegypten"; in Witten Herr Siegfried Freund-Dortmund über „Aron Bernstein"; in Hörde Dr. Ackermann-Brandenburg über „Judentum und Christentum". Herr Zürudorfer-Hörde über „Jakob Frank", Dr. Fuchs-Berlin über „Soziale Gesichtspunkte in der jüdischen Gesetzgebung", Lehrer Golds chm i dt-Dortmund über „Spiele bei den Israeliten"; in Höxter Dr. Rosenthal-Stargard über „Moses Chajjim Luzzatto", in Marburg über „Psalmen und Weltliteratur", in Brakel über „Die Makkabäer", in Detmold und Lippstadt über „Sirach, ein altjüdischer Dichter und Denker"; in Hameln Landrabbiner Dr. Lew in sky-Hildesheim über „Leben und Wirken eines jüdischen Weisen"; in Essen Rabbiner Dr. Goldschmidt- Offenbach a. M. über „Die Poesie unserer Gebete". Rabbiner Dr. Frank- Köln a. Nh. über „Der Kampf um den Talmud im Anfang des 16. Jahrhunderts", Dr. med. Arthur Kahn-Bonn über „Die Frau im Judentum und ihre Aufgaben", Rabbiner Dr. Ackermann- Brandenburg über „Was lehrt das Judentum über das Verhalten zum Andersgläubigen", Professor Dr. Martin Philippson-Berlin über „Die Juden im heutigen Deutschland", außerdem nunmehr im vierten Jahrgang Vortragszyklus für junge Leute, gehalten von Rabbiner Dr. Samuel-Essen, alle 14 Tage, Montag, abends 9V4 Uhr in 7 Vortragsabenden; Hauptthema für 1903: „Die Juden in Westpreußen vom Jahre 1000 bis 1492". In den bis jetzt gehaltenen drei Vortragsabenden wurden an je einem Abend die jüdisch-spanischen Staatsmänner, Dichter und Denker behandelt und erläutert. In Köln sprach Dr. Frank über „Babel und Bibel"; in Wesel Dr. Kahn-Bonn über „Jüdische Frauen und deren Aufgabe"; in Neuwied Lehrer Friedberg-Koblenz über „Raschi"; in Frankfurt a. M. Dr. Go thein-Burgkunstadt über „Fürstenguust und Wissenschaft; in München Dr. Ehren treu über „Jesaias". — Neue Literaturvereine wurden begründet in Kattowitz durch Herrn Siegfried Wiener, in Elbing durch Herrn Rabbiner Dr. Silbersteiu, in Hamm durch Herrn Lehrer Goldschmidt- Dortmund, der einer der rührigsten Agitatoren für die Sache der Literaturvereine ist und dasür volle Anerkennung verdient. 8. Berlin, 17. Februar. Die jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee hat in dem nun verflossenen ersten Jahre ihres Bestehens die Probe auf ihre Lebensfähigkeit und Notwendigkeit im günstigsten Sinne bestanden, denn es sind im ersten Jahre .12067 Verpflegungslage geleistet, wosür an Menge 5472 Mark ausgegeben wurden, d. i. pro Kopf und Mann circa 47 Pfennig exklusive Verwaltungskosten. Arbeitslohn wurde von den Unternehmern 5773 Mark bezahlt. Gegenwärtig ist die Kolonistenzahl 60. Es können jedoch noch viel mehr uutergebracht werden, wenn sich genügende Beschäftigung finden möchte. Die Unternehmer finden bei billigen Löhnen, 70 Pfennig pro Tag und mietsfreien Räumen, guten Nutzen. Es ist aus verschiedenen Gründen eine Vermehrung des Verwaltungsapparates erforderlich geworden, und hat sich deshalb am 8. d. M. ein Wohlfahrtsausschuß aus 8 Personen gebildet und zwar aus den Herren H. Auerbach, Max Blumenfeld, Dr. Max Ginsberg» Sim. Hoffmaun, Norb. Lachmann, Otto Pariser, Alb. Silbermann. Dr. Struck, die sich unter dem Vorsitz des Herrn Oskar Tietz. Warenhaus Herrmann Tietz, konstituiert und in diesen Tagen die Kolonieanlage, Einrichtung und Betrieb eingehend besichtigt haben. Nähere Auskunft erteilen die Vorsitzenden Herren Markus Adler, Georgenstr. 46 a, und Moritz Rosenvw, Nitterstr. 87, auch Herr Inspektor Behrendt in der Anstalt selbst, Wörthstr. 20. Telephonamt Weißensee 192. Getragene Kleider, Wäsche, Schuhzeu^ wird höflichst erbeten, respektive abgeholt werden. " Berlin, 15. Februar. Der seit 9 Jahren bestehende Verein „Jüdische Lesehalle und Bibliothek" hält seine Räum- (Oranienburgerstr. 28) täglich von IV2—4^- Uhr, Sonnabends und Sonntags von 11—2 Uhr geöffnet. Die Benutzung der Bibliotheks bestände i4011 Bände) sowie der ausliegenden 59 jüdischen Zeitungen. Zeitschriften und Berliner Tageszeitungen ist unentgeltlich. Dü Bücher werden ausgeliehen, während die Zeitungen und Zeitschriften nur rn den Vereinsräumen benutzt werden dürfen. Die Besucherzahl der Lesehalle schwebt zwischen 40—50 täglich, am Sonnabend und Sonntag erhöht sich dieselbe bis auf 100. Um den weniger begüterten jüdischen Mitbürgern die Möglichkeit geistiger Betätigung auch ferner unentgeltlich zu teil werden zu lassen, wären weitere Beitritts erklärungen zu dem Verein dringend wünschenswert. Der Jahresbeitrag beträgt nur 6 Mark. Weitere Auskünfte erteilen und Beitrittserklärungen nehmen jederzeit an die Herren Dr. Max Ginsberg. KW. Brückenallee 1, und B. Levy, VV. Fasanenftr. 93. — Berlin, im Februar. Das Komitee für Chanukah Bescherung versendet den folgenden Bericht über j seine Tätigkeit an die gütigen Spender, welche ihm wiederum die Mittel gewährten, zu Chanukah armen Kommunalschülern die notwendigsten Kleidungsstücke und Lehrmittel zu bescheren. Das Komitee empfing an Beiträgen 18 484,50 Mark, außerdem wertvolle Textilstoffe, Kleidungsstücke, Spielzeug und andere Gegenstände. Es verausgabte 18 566,50 Mark. 640 Familien mit 1242 Kindern erbaten die Unterstützung; davon durften wir trotz strengster Nachforschung nur 15 Kinder abweisen. Für ,die übrigen 1227 Kinder wurden durchschnittlich je 15,13 Mark verwendet. — Für diesen Betrag erhielt fast jedes Kind Kleidung, Stiefel und Wäsche nach Maß gefertigt. Zur Ausführung der Arbeiten beschäftigte das Komitee ausschließlich kleine, jüdische Handwerker und erleichterte denselben dadurch vielfach ihr Fortkommen. Man sieht also, daß die Spenden für die armen Kinder sorgsam verwaltet worden sind und darf hoffen, daß die Bitte, diesem Verein auch ferner das Wohlwollen aller guten Menschen zu bewahren, keine vergebliche sein wird. ----- Danzig, 12. Februar. Während verschiedene Blätter geschäftig erklärten: Mit der neuen Spur in der Könitz er Mordaffäre, welche angeblich der praktische Arzt Dr. Wittig in Danzig entdeckt haben wollte, scheint es, wie voraussehen war, wieder nichts zu sein, schickt der genannte Arzt jetzt der „Danziger Zeitung" die folgende Erklärung: „Nach den bisherigen Feststellungen liegt weniger denn je Anlaß vor. von den am 7. Februar in den Danziger Zeitungen gebrachten Notizen auch nur das geringste zu widerrufen. Dagegen sind die Angaben der „Ostdeutschen Tageszeitung", eines zur Zeit des Konitzer Mordes in das Leben gerufenen Blattes, durchweg unzutreffend. Es erklärt sich dieses aus der einfachen Tatsache, daß außerdem Herrn Staatsanwalt Schweigger bisher niemand in nähere Details eingeweiht worden ist, am allerwenigsten Reporter der „Ostdeutschen Tageszeitung". Auch kein Redakteur der „Danziger Zeitung" hat den Arzt bisher sprechen können. Es handelt sich also bis heute lediglich um Täuschungen, Jrrtümer und vorschnelle Urteile jenes Blattes, die die „Danziger Zeitung" sich leider zum Teil zu eigen zu machen geneigt scheint. Denn es dürfte mehr als zweifelhaft sein, daß der Herr Staatsanwalt/der so gewissenhaft auf dem Plan erschien, so eilig der genannten Zeitung entsprechende Mitteilungen machte. Es heißt direkt, der Staatsanwaltschaft viel zumuten, wenn man ihr vor jeder eigentlichen Vernehmung und Nachprüfung, die bis heute ausgeblieben ist, wie festgestellt wurde, und wohl auch schwer erfolgen konnte, das vorzeitige Urteil der Voreingenommenheit unterschieben will, „das sei sofort erkannt, daß auch nicht der kleinste Anlaß zn einer Verfolgung der angeblich neuen Spur vorhanden sei." In Wahr heit handelt es sich überhaupt um keine Konitzer Familie und ebenso wenig um drei erwachsene Töchter. Inwieweit und ob überhaupt die Verdächtigen als Beteiligte, Hehler oder Mitschuldige in Frage kommen und Anlaß zur Verfolgung vorliegt, wird naturgemäß ganz von den amtlichen Erhebungen abhängeu. Ich erkläre ausdrücklich, daß ich mich vor der Hand jedes Urteils enthalte und pflichtgemäß

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