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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-02-13 · Heft 7 (13.2.1903) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 7 (13.2.1903)
Date
1903-02-13
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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67. Jahrgang. Nr. 7. Gerlm. 13. Kbruar 1903 'Ueikage zur „Attgemernen Zeitung des Iuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Nrutschland. O. Berlin, 3. Februar. Am 17. v. M. bot Herr Dr. Löwenberg in der Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin ein eingehendes und erschöpfendes Referat über die kürzlich erschienene Neubearbeitung der biblischen Erzählungen von Dr. Jacob Auerbach. Da die Arbeit im Austrage der Vereinigung erfolgte und die Bearbeiter die Ausstellungen und Wünsche der Kollegen bei der demnächst zu veranstaltenden zweiten Auflage des Buches tunlichst zu berücksichtigen wünschen, so nahmen sich der Herr Referent und in der lebhaft angeregten Debatte auch die Vereinsmitglieder der Beurteilung des Buches als einer dringlichen Pflicht mit Wärme an. Vom Referenten anerkannt wurden die Ausstattung des Buches, die im ganzen gelungene Auswahl, Anordnung und Einteilung des Stoffes, die größere Berücksichtigung der Propheten und Psalmen schon in der geschichtlichen Behandlung. Als Mängel wurden von ihm die nicht streng durchgeführte Stellungnahme des Buches zu den gesicherten Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung bezeichnet, die Auslassung von Einzelheiten, durch welche Charakterbilder biblischer Personen in nicht unwesentlichen Punkten ergänzt und Anknüpfungspunkte zu fruchtbaren Bemerkungen genommen würden, das Fehlen solcher Züge, die zu einer intimeren Wirkung der patriarchalischen Zeit erforderlich sind oder die Teilnahme der Schüler an den Geschehnissen erhöhen. Die Debatte brachte noch die Ansicht zum Ausdruck, daß auch solche Stoffe aufzunehmen seien, die bereits zum festen Besitzstände des modernen Gesamtbewußtseins geworden sind. — In der nächsten Sitzung wird Herr Rabbiner Dr. Blumenthal über „die Behandlung des pentateuchischen Gesetzes in der Schule" sprechen. 8. Berlin, 8. Februar. Eine dankenswerte Neuerung, weiche aus die Anregung des zuständigen Dezernenten Herrn Gemeindevorstehers Netter zurückzuführen ist, ist in den im Parterregeschoß des Verwaltungsgebäudes der jüdischen Gemeinde belegenen Räumen der Friedhofskommission getroffen worden. Die Anmeldestube für Todesfälle ist jetzt vollständig abgetrennt vom Hauptbureau und hat vom Korridor einen besonderen Zugang, so daß nunmehr die Anmeldungen und alle diesbezüglichen Fragen in diskreter Weise ihre Erledigung finden können. An der andern Seite des Korridors befindet sich die Kasse und das Hauptbureau der Abteilung. Den Abschluß bildet ein geräumiger Saal für die Sitzungen der Friedhofskommission. — Der Nachfolger des verstorbenen Kastellans Littauer, der frühere Gemeindebote Simon sohn, dessen Anstellung bereits in der Dezembersitzung der Repräsentanten bestätigt wurde, hat nunmehr die Dienstwohnung im Synagogengebäude bezogen. -/V. Berlin, 2. Februar. Der jüngst begründete Verein für Statistik hat in den meisten von Juden bewohnten Ländern Mitglieder gefunden, welche in Würdigung der wissenschaftlichen und praktischen Bedeutung des unternommenen Werkes ihm ihre Kräfte zur Verfügung stellten. Die Organisationsarbeiten sind so weit vorgeschritten, daß neben der Berliner Centrale, an die sich vier Arbeitssektionen anlehneu, zur Zeit größere statistische Vereine auch in Oesterreich (Centrale Wien). Galizien (Centrale Lemberg), Polen (Centrale Warschau). Rußland (Centrale Odessa), sowie in der Schweiz (Centrale Bern) funktioniren. Sämtliche Arbeitssektionen des Vereins sind gegenwärtig mit der Herstellung der grundlegenden Arbeit, einer kompletten Bibliographie der jüdischen . Statistik, beschäftigt. Dieselbe wird neben zahlreichen Monographien über die Lage der jüdischen Bevölkerung noch im Laufe dieses Winters im ersten Bande der Publikationen des Vereins für jüdische Statistik zur Veröffentlichung gelangen. Briefe sowie Mitgliederbeiträge (6 Mark jährlich) und einmalige größere Spenden sind an die Centrale des Vereins für jüdische Statistik. Berlin-Halensee, Ringbahnstr.125, zu adressieren. ----- Berlin, 9. Februar. Am 29. v. M. fand im Restaurant zum großen Kurfürst die vom hiesigen Lokalkomitee einberusene Versammlung der Israelitischen Erziehungsanstalt Ahlem bei Hannover statt, in der hauptsächlich für das daselbst neu errichtete Mädchenheim ein Damenkomitee konstituiert wurde. Auf Ersuchen des hiesigen und hannoverschen Vorstandes der Anstalt hat eine größere Anzahl Damen, die sich stets gern in den Dienst der jüdischen Wohlfahrt stellen, ihre Mitwirkung zugesagt und waren auch zum größeren Teile zur Sitzung erschienen. Nachdem der Vorsitzende des hiesigen Lokalkomitees Herr Louis Rosenbaum die Versammlung mit einigen einleitenden Worten begrüßt hatte, nahm der erste Vorsitzende des hannoverschen Vorstandes, Herr Konsul A. M. Simon, das Wort, um in eingehender Rede die Tätigkeit, Bestrebungen und Ziele sowohl der Knaben-, als der Mädchenanstalt zu erörtern. Es wurde von demselben besonders hervorgehoben, daß es sich hier um eine Bestrebung handelt, die von größter Bedeutung für die Jugend im Judentum sei, und daß die Ziele der Anstalt bereits weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung gefunden haben. Analog der Knaben- Anstalt, die die jüdische Jugend in Handfertigkeit, Handwerk, Gartenuud Landbatt ausbilden will, sollen die Mädchen praktisch für den ländlichen Hausstand erzogen werden, um auch unseren jüdischen Mädchen ein weiteres Feld für ihre spätere Tätigkeit zu eröffnen und von überfüllten, unlohnenden Berufen fernzuhalten. Die Fürsorge für das Mädcheninstitut am hiesigen Platze ist dem neugewählten Damenkomitee unterstellt. In den Vorstand desselben sind gewählt: Erste Vorsitzende: Frau Juftizrat Apolant, Kaiser Wilhelmstraße 1; zweite Vorsitzende: Frau Sanitätsrat Dr. Stern, Potsdamerstraße 126; Schriftführerin: Frau Dr. Frankl. Kurfürstenstraße 147; Schatzmeister: Herr- Bankier I. Freymark, Kurfürstenstraße 126. Außer Zweifel wird auch das Damenkomitee für das humane Institut segensreich wirken. Wir wünschet! der Anstalt ersprießliches Gedeihen. 8. Berlin, 10. Februar. Durchdrungen von der Notwendigkeit des durch den Erziehungsinspektor Herrn Rosenbaum-Repzin gegründeten „Israelitischen Erziehungsheims für geistig zurückgebliebene, n o ch b ildu ng sfähige Kinder" in Nieder- Schön Hausen, hat die Vorgesetzte Behörde des genannten Herrn, der Deutsch-Israelitische Gemeindebund, diesem gestattet, seinen Posten schon am 10. März a. e. zu verlassen, damit er sein „Heim" Pünktlich zum 1. April eröffnen kann. Wie wir hören, sind schon mehrere Kinder für das neue Unternehmen angemeldet und ist zu erhoffen, daß dasselbe zum Segen für ganz Israel werden wird. Dem D.-J. G.-B. aber gebührt der Dank aller Beteiligten, daß er auch für dieses Gebiet der Fürsorge soweit eintritt, als es notwendig ist. Es hat sich wieder einmal gezeigt, daß er Interesse hat für alle Bewegungen auf dem Gebiete der Erziehung unserer Jugend. Dem Unternehmen des Herrn Rosenbaum aber wünschen wir Glück und Gedeihen! Berlin, 1. Februar. Der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens hielt am Montag den 26. v. M. im Vereinslokal, Draesels Festsäle, Neue Friedrichstraße 35, seine Jahres- Generalversammlung, welche überaus zahlreich nur von Mitgliedern besucht war und vom 1. Vorsitzenden Herrn M. Herz mit Begrüßung und Dank für das so zahlreiche Erscheinen eröffnet und geleitet wurde. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung durch den Schriftführer gab der Vorsitzende Kenntnis von dem erfolgten Austritt des Vereins aus dem Verbände jüdischer Humanitätsvereine, wie dies auch seitens anderer Vereine geschehen. Der Jahres- Kassenbericht des leider erkrankten Rendanten Herrn M. Heller wurde verlesen und für in allen Teilen korrekt und richtig befunden, nach den Revisoren wurde dem Rendanten unter Dankesworten für seine große Mühewaltung Decharge erteilt. Nach dem klar und übersichtlich zum Vortrag gebrachten Jahresbericht des Vorsitzenden erfolgte Neuwahl des Vorstandes, welche folgende Wieder- resp. Neuwahl mit großer Majorität ergab: M. Herz, 1. Vorsitzender. Julius Löwenstein. 2. Vorsitzender, Isaak Prager, 1. Schriftführer, Siegfried Laboschin,

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