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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1903-02-13 · Heft 7 (13.2.1903) · p. Seite 79

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
67 (1903)
Issue
Heft 7 (13.2.1903)
Date
1903-02-13
Page
Seite 79 (sequence 9)
Language
German
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79 e: Seit« 75» viel Zorn -essa. All i verberge- -aus Roth ers gesetzt -glaubigte geben. E tadt." Erstens sondern deutscher en Sessa auf di^ der» der leich eiri nicht nur war. so ich wüßt« zekommei :ns: vor uche det rikers di nicht ent rrmutun, ne falsch " geprüf tund von utor de kurz sei» Breslar ist jetzl >en. De;m Vater rm einer »Pläne» werde» . Zuers stehender Zetteljud, er Hab sgenossei stellt sia von ihn zu. Di Jargvr auf den »t spieltdaß dies oar, wi :s, Berti ach diese ganz besonders gegen End« des Jahrzehntes der;Schauspieler Wurm geradezu auf diese Rolle reiste und dadurch ein gewisses Aufsehen machte. Dieses Auftreten Wurms veranlaßte Börne zu einer längeren dramaturgischen Abhandlung über das Stück und über die karrikirte Judenrolle überhaupt. Nicht bloß in Breslau, auch in Berlin wurde das Stück zur Aufführung gebracht, als Autor Sessa genannt. In Breslau führte es den Titel „Die Judenschule", in Berlin bekam es die Ueberschrift: „Unser Verkehr". In der ersteren Stadt wurde nach zweimaliger Aufführung die fernere Wiederholung untersagt?) Auch in Berlin wurde die Wiederholung verboten2); in Halle hatte die Vorstellung nicht den erwarteten Erfolg?) Der Autor des Stückes, der bei den Aufführungen in Breslau, Berlin und Halle genannt, als solcher auch in dem Artikel von Schütz öffentlich erwähnt und biographisch geschildert wurde, erlebte den halbe» Triumph des Stückes nicht. Er war, bevor das Drama seinen Rundgaug um die deutschen Bühnen antrat, gestorben. Kurze Zeit nach seinem Tode erschien von einem vertrauten Freunde Fr. N. I. Klein, der sich im Jahre 1804 an Sessa anschloß und bis zum Tode die Intimität wahrte, und Heinrich Ebers ein großer biographischer Artikel?) Sessa wurde in Breslau am 20. Dezember 1786 „aus - einem wälschen Hause zunächst märkischen Ursprungs" geboren. Er wurde zuerst von Hauslehrern, vom 11. bis zum 15. Jahre; durch den Professor Köhler Privatim unterrichtet, besuchte bis zu seinem 16. Jahre das von dem letzteren geleitete katholische Gymnasium. In den Jahren 1802—04 studierte er aus der leopoldinischen Universität und errang den Grad eines Magisters der Philosophie und der freien Künste. Jur Sommer 1804 begann er im Verein mit Ebers seine medizini- ' schen Studien in Breslau, setzte sie in Halle fort und vollendete sie in Wien, wo er seit Februar 1807 weilte, und promovierte 1808 irr Frankfurt a. O?) Seine Dissertation war dem Gebiete der Augenheilkunde entnommen, der er sich in Wien besonders zugewendet hatte. Diesem Zweige der Wissenschaft widmete er sich auch weiter, hatte z. B. Gelegenheit, einen Kranken nach Wien zn begleiten und dort seinen geliebten Lehrer Beer, dessen große Bedeutung als Begründers der Augenheilkunde erst jüngst von H. Cohn gewürdigt wurde, zu konsultieren. Der Wunsch, eine Universitätsstellung in Berlin einzunehmen, wurde nicht erfüllt. Seine Bemühungen in Breslau wurden durch die Uebertragung der Stelle eines Physikus im Breslauer Kreise geehrt; eiiw Stelle, die er jedoch nicht lange bekleiden konnte, denn er starb am 4. Dezember 1813. h Ich entnehme dies einein Artikel von K. I. Schütz in der „Zeitung für die elegante Welt" 1815, 4. und 6. November, Nummer 218 und 21S. y Vergl. meine Geschichte der Juden Berlins 1. Seite 150, II 191. ") Schütz a. a. O. h Schlesische Provinzblätter 1814, März—April, S. 237—247, 833—349. Im Matheft 433—436 wurde ans dem Nachlaß Sessas eine Ballade „Das Märchen vom St. Stephansturm" veröffentlicht. Als Autor des biographischen Werkes gab sich Klein zu erkennen, Ebers steuerte nur einige medizinische Mitteilungen bei. y Bedurfte» alle diese Angaben eines vertrauten Freundes noch bestimmter Zeugnisse, so besitzen wir ein solches wenigstens für den Frankfurter Ausenthalt. In der von E. Friedländer herausgegebenen Universitätsmatrikel der Universität Frankfurt a. O. Berlin 1885 ff. Bd II, S. 663 heißt es: Sessa, immatrikuliert am 24. Mai 1808. Sein Vater war damals tot, als sein Vormund wird der Kaufmann Karl Friedrich Hübner in Breslau angegeben. Er war wegen seines Spottes gefürchtet, aber wegen feiner edlen Eigenschaften, seiner Treue Lehrern, Freunden und den Seinen gegenüber geachtet und beliebt, wegen seiner geselligen Vorzüge, seiner Mildtätigkeit gegen Kranke ungemein geschätzt. Seine ärztliche Tätigkeit war eine ziemlich umfassende, größer seine schriftstellerische. Durch sein Interesse für Goethes Farbenlehre kam er zum Studium der Optik; Goethes Faust las er leidenschaftlich gern; er suchte etwas ähnliches zu unternehmen, worüber er jedoch niemals recht mit sich einig werden konnte, sagt sein Biograph. Zu seinen übrigen größeren Plänen gehörte eine Geschichte der Sinne. Eine ziemliche Anzahl medizinischer Aussätze, zumeist -einem speziellen Gebiete, der Augenheilkunde entnommen, erschien im Druck. Gedichte und andere poetische Kleinigkeiten schrieb er schon seit seiner Hallenser Zeit; in Breslau gab er ein Heftchen: „Makulatur, Zeitung sür Narren und ihre Freunde", heraus. (Die Ankündigung erschien am 11. November 1810.) Außerdem schrieb er auch Dramen; zwei derselben sind freilich mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Tode, 1824 und 1825 gedruckt. ) Ein Eingehen in diese Stücke liegt der Untersuchung fern. Der Biograph, dem die vorstehenden Mitteilungen über Sessa entnommen sind, spricht sich sodann über das uns vorzugsweise interessierende Werk folgendermaßen aus: „Von diesem lustigen Zwischenspiel (der Narrenzeitung), welches den Verfasser wider Erwarten in üble Nachrede gebracht, wenden wir uns zu einer dramatischen Arbeit, welche seinen Namen gewissermaßen wieder zu Ehren bringen sollte. Es ist „Die Judenschule". (Folgt eine Charakteristik des Stückes, die für unfern Zweck gleichgültig ist.) In der Ueberarbeitnng, zu der sich der Dichter endlich wohl verstanden hatte, dürfte es durch Abkürzungen eher gewonnen als verloren haben. Diese dramatische Arbeit, welche die Vorläuferin für mehrere ähnliche werden sollte, ward nach einer langen Vorbereitung im Jahre 1813 an unsere Bühnen gebracht und einigemale mit Beifall wiederholt. Schon früher hatten wir das Stück von einem geist- und kunstreichen Mitglied des hiesigen Theaters und unserem vollendeten Freunde, der auch für die mimische Darstellung ein bewundernswürdiges Talent besaß, abwechselnd vortragen gehört und gewissermaßen darstellen gesehen." Nach allen diesen Mitteilungen sollte man meinen, ein Zweifel an der Autorschaft Sessas sei ganz unmöglich. Das Stück des Breslauer Arztes wird in Breslau zuerst aufgeführt, zwei Breslauer Freunde veröffentlichen unmittelbar nach seinem Tode eine lange biographische Darlegung, in der dieses Stück nicht nur als das seinige genannt, sondern als ein von ihm im Freundeskreise vorgelesenes charakterisiert wird. Sein Name wird in der damaligen viel verbreiteten „Zeitung für die elegante Welt" aller Welt mitgeteilt, und diese Nachricht bleibt ohne jeden Widerspruch, so daß in allen Handbüchern, die von jenem Drama zu melden haben, Sessa unbeanstandet als Autor erscheint. Mehr als 70 Jahre später nennt Treitschke nun einen andern Autor. Wer ist dies? Karl Andreas August Maertens wurde geboren als Sohn des im Jahre 1797 verstorbenen Friedrich Christoph Maertens h Vrgl. Goedekes Grundriß, alte Ausgabe. Band III., S. 962. Das eine derselben, die Sonntagsperücke, kenne ich; cs ist nicht ganz ohne Humor, aber ziemlich konventionell.

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