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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-11-28 · Heft 48 (28.11.1902) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 48 (28.11.1902)
Date
1902-11-28
Page
Seite 568 (sequence 6)
Language
German
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566 auf deren Namen der Kaufvertrag abgeschlossen wird. Mitunter betheiligt sich eine große Anzahl kleiner Händler oder eine ganze jüdische Gemeinde mit ihrer Baarschaft an einem Walderkauf. Der christliche Geschäftstheilhaber leistet nur selten eine große Einlage, und die gegenseitigen Kontrakte werden dahin abgefaßt, daß der Eine nach der Abholzuug Grund und Boden behält, wahrend der jüdische Theilhaber die Hölzer, aus die es ihm ankommt, nimmt." Einen solchen Waldschein (lm^snoje lullet) theilt Ortet, der die Verhältnisse dort genau studirt hat, in: Wortlaut mit. Die kleinen Händler verkaufen ihre Hölzer gewöhnlich an die Großen, da nur der Kaufmann erster Gilde erportiren darf. Auf den Flößen befindet sich eine „Schafsarne", d. h. ein Haus des Schaffers. Ortel sagt hierüber: „Der Schaffer ist das jüdische Handlungs- und Geschäftsfaktotum, welches im Außendienst einer kaufmännischen, gewöhnlich jüdischen Firma steht. Auf der Schaffarna ist der Schaffer die Hauptperson ... er führt das Kommando. Thaut im Frühjahr der Schnee und geht das Eis auf, so setzt sich die Trift mit der Schaffarna in Bewegung, und beide werden von Wolhynien auf Strömen und durch Kanäle bis an das Kurische Haff oder den Prypet und Dnjepr hinunter bis nach Odessa befördert. Es geschah nicht selten, daß man für die oft mehrere Monate dauernde Reise in dieser Schaffarna einen eigenen Schächter mitnahm, welcher das Vieh nach dem Ritus sür die Schaffer und die jüdischen Arbeiter schlachtete." Ein großer Theit des geflößten Holzes wird bereits in Littauen zerschnitten und vorgerichtet. So sind sämmtliche fünf (von Ortet erwähnten) Dampfschneidemühlen in Wilna irr Händen jüdischer Fabrikanten, die Ortet namentlich aufführt. Wenn man bedenkt, daß von den 104 000 Einwohnern Wilnas die Hälfte Juden sind, so dürfte das nicht weiter Wunder nehmen. In Minsk (59 <>00 Einwohner, wovon Juden) nennt Ortel 11 größere jüdische Baukfirmen und 8 Holzhändler, von denen 5 ihre Hölzer größtenteils nach dem Süden Rußlands vertreiben. Ebenso hat Pinsk <23 000 Einwohner) 8 jüdische Holzexportenre. In Kownoö bestehen bei 50 000 Einwohnern, darunter über die Hälste Juden, 5 Dampfschneidemühlen in jüdischenHänden. Ebenso giebtOrtel beiSchitomir au: 60000Einwohner, meistens Inder!, hier besitzt ein einziger Holzhändler, Chaim Gottesmann, Schneidemühlen in Gornschka, Berditschew, Tschernigow, sowie in den Forsten Hntka und Konewka und im Walde von Uschomir. Auch von Berditschew (77 <>00 Einwohner) sagt Ortet: „Die Einwohner sind zumeist Juden. Haupthandelsartikel sind Getreide, Holz, Zucker, Tabak, Vieh, Seide, Pelz, Eisen und Glas." Wer zwischen den Zeilen des von dem kaiserlichen Bankvorstand unserer Preußischen Grenzhandelsstadt Tilsit-) verfaßten Arbeit, welche auch die Kreditverhältnisse dieses Handels berührt (der russische Händler muß 0 Der Dampferverkehr von Kowno nach Deutschland (zunächst bis Georgenburg, einem Städtchen nahe der preußischen Grenze) wird vermittelst fünf Dampfer unterhalten. Diese gehören den Herren Abelmann, Gotkewitz. Frumkin (sännntlich Inden), von San in Kowno und Heimann in Wilna. Die größten Holzhändler Kownos, mehrfache Millionäre. A. und I. Bacharach, waren Talmudisten auf einer Jeschiwah und ursprünglich fast ganz mittellos. -) In Tilsit werden die russischen Hölzer besichtigt, hierher kommen (bezw. sind ansässig) die zahlreichen Kommissionäre, von denen im 18. Jahrhundert auch die ersten Grundlagen zur jüdischen Gemeinde Tilsit gelegt wurden. Es ist an dieser Stelle interessant, daß bei dem Kaufpreise dem Käufer (nach Ortel) auch ein Prozent Matonne sich sehr oft mit Accepten begnügen, welche drei bis neun Monate laufen), zu lesen versteht, der wird erkennen, wieviel Werthe und Arbeitsgelegenheit für den gesummten deutschrussischen Osten hier jüdischer Fleiß geschaffen hat. Zur Vorbildung unserer Uabbiner. Von einem praktischen Theologe». ie Schulreform der 90 er Jahre, die größte und folgenreichste seit langer Zeit, von keinem Geringeren als Kaiser Wilhelm ll. inaugurirt, ist zu einem gewissen Abschluß gediehen. Ihre Ergebnisse liegen klar zu Tage. Um nur eines zu erwähnen, so haben bekanntlich Realgymnasium und Oberrealschule 1. Ordnung ihre Gleichberechtigung lindem humanistischen Gymnasium erkämpft; die Universitäten körmen den Abiturienten der Realanstalten ihre Thore nicht mehr verschließen. Die Bewegung war so umfassend, daß Volksschule so gut wie Hochschule mit hineinbezogen wurden. sie wird daher sür die verschiedensten Klassen, Stände und Berussarten unseres Volkes auf lange hinaus von größtem Einfluß sein. Auch der Nabbinerstand macht davon keine Ausnahme. Auch für die Allsbildung unserer jüdischen Theologen die dereinst das höchste geistliche Amt in den Gemeinden be kleiden sollen, werden ja fortan moderne Gesichtspunkte mitsprechen, und eine dieser Ausbildung mehr entsprechende soziale Stellung wird die Folge sein. Wir berühren damit ein Thema, an dem die Oeffentlichkeit allzulange mit geschlossenen Augen vorüberging. Allerdings sind Eltern, die ihre Söhne dem rabbinischen Berufe zuführen, fast als Ausnahmen zu betrachten, und der ganze Stand ist in Dentschland schwach vertreten. Aber die Sache hat doch, recht betrachtet, eine sehr allgemeine Bedeutung. Denn für die gedeihliche innere Entwickelung der jüdischen Religions gemeinschaft ist es nicht gleichgiltig, ob wir einen schwächlichen unfähigen Rabbinerstand haben oder einen tüchtigen Nachwuchs desselben, der den großen Anforderungen der Gegenwart nach jeder Richtung hin gewachsen ist. Vielleicht hätten wir die Initiative in dieser Angelegenheit der berufensten Instanz, den rabbinischen Hochschulen, selbst überlassen sollen. Leider halten sich diese seit Jahren in vornehmer Reserve und gönnen der Oeffentlichkeit kaum gelegentlich ein Wörtlein. Sie thun übel daran, weil sie damit der Nichtbeachtung weiter Kreise willkommenen Vorwand geben, Andere in ihren unzutreffenden Vorstellungen bestärke» Bedenkt mau, welchen Rang ihnen von innen heraus zukommi, und welche Bewerthung in der Anerkennung der von ihnen ausgestellten Rabbinerzeugnisse ausgesprochen liegt, so wundert man sich, wie wenigste bei alledem ihre Bedeutung der großen allgemeinen Judenheit fühlbar zu machen wissen. Sie überlassen es zu sehr dem günstigen Zufall, ob und wohin einmal ein Odem ihres Geistes gelangt, versäumen eine regelmäßig- Wechselbeziehung mit dem wirklichen Gemeindeleben und thun vor allem zu wenig für die Erweckung höherer religiöser. Beauferlegt wird. Ortel bemerkt hierzu, es ist dieses ein jüdischer Ausdruck, welcher ungesähr Geschenk bedeutet. Wahrscheinlich wird du Matonne für die Messung der Hölzer, beziehentlich für die in den Schneidemühlen oder in den Kontoren beschäftigten jungen Leine berechnet. dürfni Hegen, hat sei des B A> -der L reine! leiseste zurückkeit ui scheitei Rabbi! Preuß nicht c für di unter; sich ei< same in wie wenn Fden S genan stimm, ailstab Juden jährig ihren Wie e sträub einzig griechi Höchst mit ei noch gehen Diese höher hat a Welt tiefgei leiten die H Wir,' gefärl es di« mode -fördi läßt sehr s und selbst! unser sind abitu trägl um i zu stdie 2

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