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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-11-07 · Heft 45 (7.11.1902) · p. Seite 540

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 45 (7.11.1902)
Date
1902-11-07
Page
Seite 540 (sequence 14)
Language
German
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540 der bekannte Rödelheimer Siddur Sephath Emeth Ausgabe 6 in der neuen Bearbeitung des Herrn Prof. Dr. Sulzbach, aus feinem Papiere hergestellt und sehr dauerhaft in Leinwand gebunden, im Verlage von M. Lehrberger L Co. in Rödelheim (I. Kauffmann in Frankfurt a. M.) erschienen ist. Das Buch entspricht in seiner vorzüglichen Ausstattung allen Anforderungen, die man an ein gutes Schulbuch und ein besseres Gebetbuch stellen kann. Das kräftige, weiße, holzfreie Papier läßt den Druck weit klarer erscheinen als in der seitherigen Ausgabe. Insbesondere der Lehrer wird es freudig begrüßen, daß ihm hier ein nach strengsten Pädagogischen Grundsätzen gearbeitetes und ausgestattetes Buch, das er dem Kinde beruhigt in die Hand geben darf, geboten ist. —x. ---M.Grunwald: Portugiesengräber auf deutscher Erde. Hamburg 1902. Alfred Ianßen. 160 Seiten. Der durch seine bisherigen Publikationen bekannte, besonders aus dem Gebiete der jüdischen Volkskunde unermüdlich thätige Verfasser bietet in seinem neuesten Werke zunächst eine Geschichte der spanisch-portugiesischen Inden in Hamburg, Altona, Glückstadt und Emden. Nach kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten geordnet, wird in trefflicher Darstellung das fast durchweg bisher unbekannte Material aus verschiedenen Staats-, Stadt- und Gemeindearchiven vorgeführt. Herkunft und Berufsthätigkeit der Portugiesen, ihre Gemeindeordnung (Synagogen, Schulen, Vereine u. s. w.), ihr Wohnrecht und ihre Vermögensverhältnisse werden geschildert, wobei auch das Leben der hochdeutschen Juden Berücksichtigung findet. Eine besonders eingehende Behandlung erfahren die Friedhöfe mit ihren Denkmälern, welche sich durch künstlerische Auffassung und Ausführung auszeichnen. Auch einzelne Epitaphien, sowie nach Familien geordneten, sorgfältig zusammengestellten Gräberverzeichnissen, die für die Anfertigung von Stammbäumen wichtiges Material liefern, begegnen wir in diesem Werke, dessen Lektüre Genuß gewährt. 23 Abbildungen, zum großen Theile solche von Grabsteinen, auf denen sich biblische, nachbiblische, klassische Renaissancemotive — Seite 37 sogar der Todtentanz — finden, erhöhen den Werth des Buches, das in der That bedeutende „Beiträge zur Kultur- und Kunstgeschichte" enthält. Einige Bemerkungen mögen hier folgen. S. 17. Z. 13 von unten: „ lastlau ent" ist — tastelavent (— Fasching). S. 23. Anm. 2. Die daselbst erwähnte Bittschrift der Lubliner Gemeinde aus dem Jahre 5469 (^ 1709, nicht, wie dort irrthümlich angegeben, 1969) wurde von mir in Branns Monatsschrift f. Gesch. u. Wissensch. d. Jud., 1602, S. 170 ff. veröffentlicht. S. 86. sub: Abr. Senior Teixeira l. statt und ebendaselb 8utr: Haham Mose Israel l. ^12^ statt ^^12^ S. 87. sub: Jsak Milano, Z. 2 v. u. l. si27HN statt 2N7HN- S. 88, sub: I. I. Henriquez und Frau. Die Jahreszahl 5469 (s. auch S. 111, Nr. 849) ergiebt sich durch das Zusammenzählen des Zahlenwerthes von 2^,12 des Wortes und des Wortes Sollte das Z2 des Wortes gezählt werden, so kämen statt D in die beiden Vi in Betracht. Ebendas, sub: Samuel Pallache. Das des Wortes ist zur Jahreszahl (500) mitzurechnen. (s. S. 120 sub Pallache Nr. 1326). S. 87 sub: Abr. Mussaphia Fidalgo. Das Jahr 5563 gewinnt man durch folgende Punktirung: i?iü -Q'i -wü dW S. 105, letzte Zeile (Nr. 549) hat oberhalb des Striches, im Texte, zu stehen. S. 125. Hinsichtlich der Leistungen der Juden zum Bau der Michaelskirche vgl. die Notiz im „Hildesheimer Relations- Courier 1750 Nr. 39, wo es bei Erwähnung der Sammlung zum Wiederaufbau der abgebrannten Kirche heißt: „Was von der Judenschaft . . . eingekommen, hat man noch nicht erfahren." — S. 141. Der Name „Sabel" findet sich auch in der Liste der „Schutzjuden" aufm Bergflecken St. Maurizi (Moritzberg bei Hildesheim) aus dem Jahre 1735 (Dom — (Beverinsche) Bibliothek, Nr. 355: „Samson Sabell") sowie in einem Aktenstücke, betr. Inden im Amte Gronau vom 30. May 1732 (ebendas. Nr. 363 „Zabel"). — S. 142, lieber Moses Uri Phöbüs Halevi (Sohn des R. Joseph Halevi). der die „Marannen nach Amsterdam geleitet hat" und den demselben im Emdener Memorbuche gewidmeten Nachruf vgl. Lewin, „Das Emdener Memorbuch" in Weißmanns Monatsschrift für die Litteratur und Wissenschaft des Judenth. II. Jahrgang, Jännerhest 1890, S. 31. Außer diesem 1620 verstorbenen Manne (Mose Uri Phöb.) wird in jenem Memorbuche auch der „fromme Jakob b. Jsak" genannt, »veil „er auch geholfen hat, die Gemeindender Sefardim in Amsterdam unter die Flügel der Gottheit zu bringen"; s. Lewin a. a. O. — S. 143 A. 1, Dr. med. Eleazar von Embden in Emden ist der im Emdener Memorbuche genannte Arzt R. Elieser b. K. Alexander Halevi. vgl. über ihr» und seine Familie Lewin a. a. O. im Februarheft 1890, S. 38 und dazu Anm. Zu S. 143, A. 2., vgl. noch Lewin a. a. O. S. 34, wo über den Ankauf eines Friedhofs in Emden berichtet wird. — S. 152. „Lana" vgl. dazu Kaufmann-Gedenkbuch („Der Hildesheimer Rabbiner Samuel Hameln") S. 329, A. 1. Schließlich reihe ich noch hier mit Rücksicht auf S. 10, Anm. 1., zwei Berichte der „Privilegirte Hildesheimsche Zeitung" 1782 und 1783 an, in denen es heißt: 1. Maynz vom 17. Dezember. (154. Stück: „Es haben 36 jüdische Familien von Portmahon und Gibraltar Deputirte hieher gesandt, um den Vorschlag zu thun, daß sie sich in dem Kurfürstenthum niederlassen, und Fabriken und Manufakturen von feinem Tuch, Stahl u. s. w. anlegen wollen. Diese Familien sollen sehr reich sehn, und bereits die Erlaubniß erhalten haben, sich zwischen hier und Frankfurt niederzulassen, eine Synagoge zu bauen, und erst nach Verlauf von 30 Jahren eine gewisse Grundzinse von den Häusern zu bezahlen, die sie gebaut habe»»." 2. Maynz, den 23. Januar 1783 (16 Stück): „Die Portugiesischen Juden von Gibraltar und Minorca' welche sich in den hiesigen Gegenden niederlassen wollten, wollen sich, wie man jetzt versichert in den» Heßischen etabliren." Es sei noch besonders hervorgehoben. daß dem Verfasser für sein mit Fleiß und Geschick bearbeitetes Werk der Dank und die Anerkennung aller Freunde der jüdischen Kultur- und Kunstgeschichte gebühren. Möge seine Schrift die verdiente Verbreitung finden! Hildesheim. Dr. A. Lewinsky. Kpverhsaal. Geehrter Herr Redakteur! <Mn einer seiner diesjährigen Reiseplaudereien, die ich wegen ihres verspäteten Eintreffens erst in diesen Tagen las. zerbricht sich G.K. seinen und Lindaus Kopf über die Herkunft des Wortes „Bise" und meint sogar, daß es dem Hebräischen (N12) entstamme. Es ist aber, meines unmaßgebliche»» Dafürhaltens nichts arideres als das englische bus^ in Aussprache und Nebenbedeutung, wie jedes gute englischdeutsche Wörterbuch zeigt, geradeso wie K. kund thut. In bus^-boä^ tritt der Sinngehalt des Wortes noch stärker hervor. Von wem und »vann dasselbe (mit Weglassung des bocl^) nach Deutschland transportirt »vurde (wie etwa strilre. interview rc. rc.) wäre vielleicht ein Dan. Sanders zu sagen im Stande. Der sel. Dr. Sachs war bekanntlich sprachgewaltig »vie selten Einer und ein klassischer Gelehrter eomme il kaut. Ob er aber mit fremdländischen modernen Sprachen in gleichem Maße vertraut war, weiß ich nicht. Wenn ich mich recht erinnere — es ist so lange her, daß ich das Buch gelesen — ergeht er sich in einem seiner „Beiträge zur Sprach- und Alterthumsforschung" über das Wort bus in irriger und forcirter Etymologie. Es ist nichts weiter als eine durch den alltäglichen Gebrauch in Abkürzung gerathene Form für omuibus. Hochachtungsvoll Manchester, 24. Oktober. I. 4 Sehr geehrte Redaktion! ^n dem Artikel „Ein jüdischer Lehrer" in Nr. 42 des Blattes ist Seite 498, Spalte 2, vorletzte Zeile statt innere Scheu innere Schau zu lesen, ferner muß es in der vorletzten Zeile des Aufsatzes statt Feurigkeit Freudigkeit heißen. Ich ersuche um gefl. Berichtigung dieser Druckfehler. Ergebenst Berlin, 18. Oktober. Bernhard Traubenberg. * Sehr geehrter Herr Redakteur! cS^n Nr. 43 Ihres werthen Blattes wird in der Besprechung meiner W Arbeit: Die Hauptpersonen des Richterbuches in Talmud und Midrasch I. Simson, mein Name »viederholt irrthümlicherweise mit Nenger wiedergegeben. Ich bitte Sie also, diesen Druckfehler dahin zu berichtigen, daß es in der genannten Neuzension überall „Renzer" (mit z) statt Renger heißen muß'. Genehmigen Sie die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung Berlin, den 28. Oktober 1902. Dr. I. S. Renzer. Druck uild Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.

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