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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-10-22 · Heft 43 (22.10.1902) · p. Seite 507

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 43 (22.10.1902)
Date
1902-10-22
Page
Seite 507 (sequence 5)
Language
German
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507 » Alten Macht, uns die m und lich bewettere die vor ud de» ederum rr alten ober. Ir die n nicht »erden, steiben. 'treuen o wird gegen Parole etwa, nklang Mählich auf irischer gerade »ge in l nutzirgend chlaud r willzerade al bei welche t von manu n sah, Jn- , wie sewish r bestätigt luden, nd des mrden bis zu aplan. Einen cm?" „Ich habe nichts gegen sie. Im Gegentheil, einige von ihnen sind sogar meine Freunde. Im Grunde genommen sind sie genau wie ooes andere Volk. Es giebt gute und schlechte unter ihnen, genau so, lme es gute und schlechte Buren giebt." „Man nimmt an, daß sich ihre Lage jetzt unter britischer Oberhoheit verbessern dürfte?" „Ich glaube, daß sie es früher besser hatten, als es jetzt der Fall le n wird. Ich möchte nicht sagen, in wiefern." Dein General war es n eubar peinlich, über die heikle Situation zu sprechen. Jndeß fügte er hinzu: „Sie hatten volle Freiheit in ihren Geschäften." „Sie wissen wohl," fuhr er fort, „daß eine große Auswanderung roll hier nach dem Kapland stattgefunden hat, an der sich vielleicht „ihr Juden als Christen betheiligt haben." „Jawohl, und ich halte es nicht für sehr rathsam. Ich fürchte vi lmehr, daß sich die Verhältnisse für die Neuankömmlinge während do? nächsten Jahre ziemlich mißlich gestalten werden. Die Preise sind und viele Leute sind dort schon arbeitslos." Der Meinung des Burengenerals ist schon wiederholt durch Briefe mV Telegramme in der Tagespresse Ausdruck verliehen worden, und e-» wäre recht gut, wenn ein großer Theil dies beherzigen wollte. Eine L hiffsagentur in East-End hat wenigstens ein sehr gutes Geschäft gemacht durch die Beförderung jüdischer Emigranten nach Südafrika — L ate, welche nur die Aufhebung des Erlaubnißscheins, nach „Süden" z> gehen, abgewartet haben. Eine große Schuhwaarenfabrik hat mir w iter mitgetheilt, daß die Auswanderung solche Dimensionen augl.lommen hat, daß dadurch ein großer Mangel an Arbeitskräften oi igetreten ist; so liefern z. B. Meister, die es früher auf hundert I mr Schuhe brachten, jetzt nur noch zwanzig. Sollte dies der Fall so ii, so ist es dringend geboten, daß der Warnungsruf Ben Viljoens u A. die weitmöglichste Verbreitung finde. 4- Die Frage, ob Graf Julius Andrassy die von dem P inzen Alois Liechtenstein berichtete Aeußerung über den L ord in Tisza-Eszlar wirklich gethan, wird in eine seltsame Aleuchtung gerückt durch eine Mittheilung Wiener Blätter. A idrassy benutzte die Muße seit dem Rücktritte vom Amte zu ei 1er Arbeit über den staatsrechtlichen Ausgleich vom Jahre 1867, din einer Gestalt eines nahezu 500 Seiten umfassenden Werkes im Verlage der Franklin-Gesellschaft erschienen ist. L rs diesem Buche hat die „Neue Freie Presse", Oktober 1896, i m Ecvnomisten") einige interessante Auszüge gebracht, n lche das Judenthum näher angehen. Graf Andrassy gedachte u diesem Zusammenhangs auch der moralischen Erscheinungen u beiden Staaten der Monarchie, um die es in ihren extremen! indgebungen besser bestellt sein sollte. Das gab ihm v legenheit, sich über die gegenwärtigen Verhältnisse in Wien i folgender Weise zu äußern: „In der jüngsten Zeit sind in der Stadt Wie» tiefbetrübende u d hauptsächlich vom österreichischen Gesichtspunkte bedauerliche, ueil erniedrigende Erscheinungen zu beobachten. Die 1 edliebende, sympathische und wackere Bürgerschaft dieser Stadt ist > ihrer Mehrheit ein blindes Werkzeug der widerwärtigen Leidende eist des Hasses geworden. Das ivohlgelaunte, humane, gebildete ie» wurde durch den Neid in Fieber versetzt. „Nieder mit in Juden", „Nieder mit den Magyaren!", so lauten die Schlag- > nte seiner Mehrheit. Lueger, der ewig schimpfende Volkstribun, l inte Bürgermeister werden. Diese unbegreiflichen Erscheinungen t >üen, wie ich hoffe, nur auf eine nicht lange währende Krankheit, - reu Andenken selbst dem österreichischen Volke verdrießlich sein wird, > >d ich zweifle nicht daran, daß auch der irregesührte Theii alsbald i >s die Bahn der Civilisation zurückkehren werde, auf der man diese upsindungen der Vergeltung nie als berechtigt anerkennen darf, aus t r man die Beschimpfung und das Fluchen eines ernsten Politikers > icht würdig hält, wie denn überhaupt derartige Ausbrüche nicht so lehr Demjenigen schaden, gegen den sie gerichtet waren, sondern den- »igen seiner selbst vergessenen Theil treffen, von dem sie ausgegangen »d. Ich will diese bedauerliche Verirrung dem Wiener Volke in seiner Gänze nicht aufs Kerbholz schneiden, wie man denn auch bei uns diese Ausbrüche im Allgemeine» mit Ruhe und Würde beurtheilt, und es Niemandem beifällt, dieselben in gleicher Form zu erwidern. Diese Schmach werden wir auf den ungarischen Namennichtladen." Darnach ist die Zuverlässigkeit der Mittheilung des Prinzen Liechtenstein über die angebliche Aeußerung des Grafen Julius Andrassy bezüglich des Prozesses von Tisza- Eszlar zu bemessen. Newyorker Blätter, welche der nordamerikanischen Regierung nahestehen, behaupten, die deutsche Regierung habe zwar die Note Nordamerikas in Sachen der rumänischen Juden nicht in amtlicher Gegennote beantwortet, dagegen habe Deutschland durch seinen Botschafter Herrn v. Holleben in Washington sehr zufriedenstellende vertrauliche Erklärungen abgeben lassen. Deutschland habe durchaus anerkannt, daß Nordamerika, obwohl es nicht Mitunterzeichner des Berliner Vertrages sei, auf die Jnnehaltung dieser als öffentliche Rechtsurkunden allgemein giltigen Beschlüsse zu dringen, berechtigtsei, falls es durch die Nichtbeachtung derselben sich geschädigt glaube. Demgegenüber ist eine Zuschrift, die die B. Z. aus Bukarest erhält, von wahrhast erschütternder Komik; sie lautet - „Bukarest, 11. Oktober. In einer privaten Besprechung äußerte sich der Ministerpräsident Sturdza, der Zwischenfall der amerikanischen Note sei nunmehr erledigt. Das ganze Vorgehen der Vereinigten Staaten habe a»f einem Mißverständniß beruht. Nicht Nordamerika, sondern Rumänien sei der zur Beschwerdefiihrung berechtigte Theil gewesen, denn die Einwanderungs-Aufsichtsbehörden in Nordamerika, hätten gegenüber Einwanderern aus Rumänien Maßnahmen getroffen, welche im Widerspruch mit den erlassenen Gesetzen stehen. Sturdza hoffe deshalb, daß künftig die aus Rumänien nach Nordamerika kommenden Einwanderer nicht mehr eine durch die Gesetze nicht gerechtfertigte Ausnahmebehandlung erfahren würden." Der Schuldige verschmäht es selten, sich die Hände in Unschuld zu waschen. Aber auf so komische Art, wie es hier versucht wird, haben wir die Mohrenwäsche kaum noch gesehen. Andererseits wird gleichfalls aus Bukarest gemeldet, die dortigen Regierungskreise seien geneigt, das Gewerbegesetz besonders den einheimischen Israeliten gegenüber ohne Schwierigkeiten anzuwenden und Auswandererpässe anstandslos auszufolgen. Man sei jedoch in Verlegenheit, weil die Präfekten der moldauischen Bezirke die Regierung aufmerksam gemacht haben, daß die Judenauswanderung mit einer ökonomischen Katastrophe gleichbedeutend sei. Die bei der Kammereröffnung etwa eingereichten Naturalisirungsgesuche würden eine günstige Erledigung finden. Nicht die amerikanische Note noch auch fremde Preßstimmen hätten den Anstoß dazu gegeben, sondern ein höherer Wunsch sei im Verein mit Aeußerungen angesehener Juriskonsulten ausschlaggebend gewesen, welche längst schon erklärt haben, die gegenwärtige Stellung der einheimischen Israeliten sei unhaltbar, und auf Mittel hingewiesen haben, um die Gleichberechtigung einzuführen, ohne zugleich auch politische Rechte zu bewilligen. Die Lösung der Frage sei wohl beschlossen, die Form, in der sie erfolgen solle, jedoch noch nicht. „Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube I" 4. Der amerikanische Kohlenstreik hat Wirkungen hervorgebracht, die die Urheber kaum vorhergesehen. So wird hiesigen Blättern aus Newyork telegraphirt:

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