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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-10-10 · Heft 41 (10.10.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 41 (10.10.1902)
Date
1902-10-10
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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!sta»ldene>, onen vvn MänncW-Jahrgang. Nr. 41. ^n. 10 Oktober 1902 'Meil'crge zur „Allgemeinen Zeitung des ZuöentHums". m holend ts. folgt.! ist nah! da! erspähen, ur Feinde elehen, nah! sse Grenze )? Ist da> Menschenman aber Unwetter, sollte ein nicht den. ld unsere rsgen offen rt dasselbe llchem die mit Ver en er an wohl mir Denn ei sem verlügt, daß erir noch teigeruug nur die uf meinfelski. isatze des entantenmerksam. evorstand ldert aus festgesetzt gebe ich Blattes lnmission rmt ans Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 22 Berlin, 4. Oktober. Die Lehranstalt für die Wis senil oft des Zudenthums in Berlin theilt uns das Verzeichniß der im Wintersemester 1902/03 zu haltenden Vorlesungen mit. Herr L.. Baneth wird lesen: 1. Talmud Babli stat.: Jebamot Kap. XV,! stunden, Montags und Donnerstags 8—10 Uhr; 2. Talmud Babli!u sorisch: Baba Mesi'a Kap. IX (Fortsetzung), 4 Stunden, Sonntags ,!>d Mittwochs 8—10 Uhr; 3. Jore De'a (Tnr und Schulchan 'Aruch) XXI—I^xxv, 2 Stunden, Montags und Donnerstags 10—11 Uhr; L. Eben ha'ezer Hil. Gittin (Fortsetzung), 1 Stunde, Donnerstags 11 in 12 Uhr; 5. Mischne Thora, IV. Bllch (Fortsetzung), 2 Stunden, v^ntags und Donnerstags 12—1 Uhr; 6. Piutim, 1 Stunde, Montags U 12 Uhr. Herr Dr. Elb o gen wird lesen: 1. Erklärung der P' ilmen, 3 Stunden. Dienstags 9—11, Freitags 10—11 Uhr; 2. Bibelübersetzungen, 1 Stunde, Mittwochs 10—11 Uhr; 3. Geschichte der Juden, 2 Stunden, Dienstags und Freitags 11—12 Uhr; 4. Historische ll oungen, 1 Stunde, Mittwochs 12—1 Uhr; 5. Geschichtliches Repelu.nium, 1 Stunde, Sonntags 11—12 Uhr; 6. Hebräische Poesie, 1 Ztunde, Sonntags 12—1 Uhr; 7. Liturgik, 2 Stunden, Dienstags mb Freitags 12—1 Uhr. Herr Dr. Maybaum wird lesen: 1. Midrasch Tanchurna, 1 Stunde, Dienstags 8—9 Uhr; 2. Homiletische U düngen, 2 Stunden, Freitags 8—10 Uhr. Herr Dr. Schreiner ist für dieses Semester krankheitshalber beurlaubt. In seiner Vertretung w rden lesen: Herr Dr. Baneth: Josef Albos 'Jkkarim, 2 Stunden, T enstags und Freitags 11—12Uhr. Herr Dr. Elboge n: 1. Jüdischetzische Litteratur, 1 Stunde, Sonntags 10—11 Uhr; 2. Hebräische Sulnbungen, 1 Stunde, Mittwochs 11—12 Uhr. Herr Dr. Mayb aum: 21 Le Pentateuchkommentare, 2 Stunden, Sonnabends 11—1 Uhr. Die E Öffnung des Wintersemesters findet am 29. Oktober um 12 Uhr- Mittags statt. 22 Berlin, 4. Oktober. Der Magistrat von Berlin widmet dem v rstorbenen Stadtrath Maximilian Mamroth im „Gemeindeamt" folgenden Nachruf: „Länger als 21 Jahre hat er unserer L rwaltung angehört, nachdem er vorher durch das Vertrauen seiner Mitbürger in die Stadtverordnetenverwaltung berufen worden war. Uneigennütziger Sinn, aufopfernde Treue im Amt, unermüdete Arbeitslust haben ihn in beiden Stellungen allsgezeichnet; reiche Erfahrungen ans dem Gebiete des praktischen Lebens befähigten ihn, verantwortungsvolle Aufgaben erfolgreich durchzuführen. An der Spitze der Sparka senverwaltung, der Verwaltung des städtischen Obdachs und des Arbeitshauses, überall hat er belebend und fördernd gewirkt. Sein scheiden beklagen wir schmerzbewegt; es wird schwer sein, die Lücke, >- sein Tod gerissen hat, auszufüllen." — Berlin, 6. Oktober. Das fünfzigjährige Jubiläum der all-; mein bekannten und geschätzten Leinen- und Baumwollfirma Gebrüder Simon wurde gestern feierlich begangen. Im neuen : rachtbau, Klosterstraße 80/82, versammelten sich die zahlreichen Ange- ' llten, um die Inhaber der Firma, die Herren Kommerzienrat!) X§nis Simon, James Simon und Dr. Eduard Simon, zu beglückwünschen. Bei der offiziellen Feier hielt der älteste Angestellte, Herr Meyer, eine Ansprache, in der er betonte, wie sich das Geschäft aus mscheidenen Allfängen zu der größten Leinen- und Baumwollfirma er Welt emporgeschwungen hat. Redner gedachte der Fürsorge, welche die Inhaber stets dem Personal angedeihen ließen. Der Sohn des Seniorchefs, Dr. Eduard Simon, sprach im Namen der Inhaber ' inen herzlichsten Dank aus. Als Zeichen des Dankes hat die Firma eschlossen, den vor einigen Jahren ins Leben gerufenen Pensionsfonds ür die Angestellten und deren Angehörigen von 100,000 Mark auf >00,000 Mark zu erhöhen. Ferner stellte Dr. Simon in Aussicht, jährlich einen weiteren Beitrag zum Fonds zu stiften, damit jede peknnäre Sorge von den Angestellten fernbleibe. Jedem Beamten wurde am gestrigen Tage als Gratifikation ein Monatsgehalt ausgezaht. Kommerzienrath Herz gratulirte Namens des Aeltestenkollegiums und der Handelskammer. Sodann kamen Abordnungen des Vereins junger Kaufleute sowie des Kaufmännischen Hilfsvereius zu Wort, deren Vorsitzende für die ihren Vereinen überwiesenen reichen Geldspenden dankten. Allen diesen Deputationen dankte der zweite Chef der Firma des Hauses, Herr James Simon, dessen wahrhaft hochherzige Gesinnung und dessen warmes Eintreten für alle jüdischen Angelegenheiten allgemein bekannt sind. Er führte aus, daß er nicht minder wie seine Sozien es stets für die Pflicht eines jeden begüterten Mannes gehalten hätten, nicht selbstisch mit dem erworbenen Gute zu wirtschaften, sondern sich als Sachwalter der Bedürftigen und als Helfer wohlthätiger Institutionen zu fühlen. Ueberaus zahlreiche Telegramme, Blumenspenden und Adressen aus allen Kreisen bezeugten, in wie hohem Ansehen die Jnbilänmsfirma steht. Am Abend fand ein Festmahl statt. — Berlin,6.Oktober. Mit antisemit ischenKundgebungen im Militär prahlt das hiesige Antisemitenblatt. Gelegentlich der Entlassung der Reservisten in die Heimath sollen verschiedene Truppenchefs die Leute ermahnt haben, „beim Einkauf der Civilgarderobe die jüdischen Geschäfte zu meiden, da sie dort für ihr Geld wegen ihrer Unkenntniß leicht übervortheilt werden könnten. Auch im bevorstehenden Leben sollten sie eingedenk sein, daß die christlichen Kaufleute die Säulen des nationalen Volkswohlstandes seien." Insbesondere sollen die Truppenchefs auch vor den Waarenhäusern gewarnt haben. Die Ansprache hätte mit folgenden Worten geschlossen: „Thut Euer Theil, daß die christliche Geschäftswelt den Kampf ums Dasein mit Ehren besteht und im Stande ist. der jüdischen Konkurrenz die Stirn zu bieten!" Da das Blatt trotz wiederholter Aufforderung die nach ihrer Ansicht hochverdienten Truppenchefs oder auch nur den Ort, wo diese Aeußerungen gefallen sein sollen, nicht genannt hat, so wird man diese Mittheilungen als eine dreiste Erfindung ansehen dürfen. — Berlin, 6. Oktober. Wir erhalten aus Bonn a. Rh. die folgende dringende Bitte: „Von einem christlichen Augenzeugen wurde mir berichtet, in welchem bejammernswerthell Zustande'unsere rumänischen Brüder und Schwestern in Basel ankommen. Es müßte den rohesten und fühllosten Menschen erschüttern, wenn er die Leidensgestalten dieser unglücklichen Menschell betrachte. „Zerlumpt, frierend, schleichen diese Armen über den Perron, blaß und verstört aussehend. Mütter tragen fast nackte Kinder auf den Armen und suchen sie an ihrem selber frierenden Körper zu erwärmen. Viele führen außerdem noch kleine Kinder an der Hand, und selbst diese Kleinen sind so nothdürftig gekleidet, daß sie sicher den kommenden kalten Nächten erliegen müssen. Theure Brüder und Schwestern! Das hier Mitgetheilte ist nur das Bruchstück einer Schilderung von Elend und Schrecken, wie sie nur noch im Burenkrieg vorgekommen sein mögen. Aber hier entfaltet sich unmittelbar vor unseren Augen ein Massenelend, mitten im Herzen Europas und nicht etwa in einem fernen Welttheil. Hier handelt es sich um Exilirte. denen so gut wie keine Sympathien und nicht einmal ein geringer Theil von Mitleid und Hilfe zugewandt wird wie den Buren. Hungernde, frierende, blutlose, obdach- und heimathlose Juden, mit vor Kälte halb erstarrten Kindern und Frauen, die sich um keinen wärmespendenden Ofen setzen, in kein schützendes Bett legen, in keine warmen Kleider schlüpfen können, harren unserer Hilfe. Ungewöhnlich früh haben die kalten Nächte eingesetzt, und in diesen kalten Nächten, während Ihr in einem schützenden Heim der Ruhe pflegen könnt, sitzen und liegen Tausende armer jüdischer Kinder, Frauen, Männer und Greise im zugigen Eisenbahnwagen auf hartem Boden, ohne sich und die Ihrigen wärmen zu können. Bedarf es da noch vieler Worte? Helfet die Nackten kleiden und die Frierenden erwärmen! Spendet Kleider! Oeffnet Eure Schränke!! Bildet Komitees! Sammelt in Euren Gemeinden, was sich an Wäsche, Unterkleidern. Strümpfen, Schuhwerk- Röcken, Jacken, Halstücher und dergl. auftreiben läßt und

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