Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1902)
- Date
- 1902-09-19
- Page
- Seite 453 (sequence 11)
- Language
- German
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453 i, seine rleitete, ie Verin der »eiligen;r wirkst ganz »risches unter Israels >d doch Isaak solcher >bathai >te ge- Zyben- Ulgt.) : fynr- -fessors dichter Bruns h und tteraralter idende udern r Ent- Ehrist, -s Urmmen ls als Reise oder Dichndern rstellt, Entreilich Ich l und;i den ubige mich, bin, : getheilt recht wenn »üren m — Leser öchte, fische Arbeiten über deutsche Dichter Lenau, Grün, Grillparzer sich Ziemlicher Beachtung erfreuen, auch in jüdischen Kreisen bekannter werden. Frankl ist in erster Linie Lyriker; selbst in seinen Epen!tcitt das lyrische Moment sehr stark hervor. Unter diesen lEPen ist nur eines jüdischen Inhalts: „Der Primator", eine Idüstre, grausige, gut erzählte Geschichte; ferner ein großes Imblisches Gedicht „Rachel", das man aber kaum als ein Epos »bezeichnen kann. Die übrigen entnehmen ihren Stofs der Iösterreichischen und ungarischen Geschichte; eines behandelt lEolumbus. — Sinnigkeit hebt Werner mit Recht als eine iHauPteigenschaft der Fränkischen Muse hervor; daneben zeigt Isich das Beschauliche bei ihm nicht erst im hohen Alter, sondern bereits ziemlich früh. Zur Charakteristik seines Wesens mag wer der Schlußabschnitt der Werner-Skizze stehen: „Durch Wort und That wirkte Frankl sein Leben lang; j:»eu und rastlos hat er seine Zeit ausgenutzt, Glück und Zchmerz ist ihm geworden; an Liebe wie an Auszeichnung and Anerkennung hat es ihm nicht gefehlt; in einen» lieblichen Snkelkinde sah er sich weiter leben, und vom Tod ist er überrascht worden, ohne es zu wissen. Sollen »vir die arabische legende nicht für ihn verändern und sagen, daß bei seiner Erschaffung der Geist gern die körperliche Hülle bezog und sie darum auch leicht verlassen durfte? „Viel geprüft und doch ein Meister," so hat Frankl von sich gesagt. Aber er war ein Reister edler Menschlichkeit, ei»» Meister des Wohlthuns, ein Reister seiner selbst. Er war ein ehrlich und redlich Strebender, stn treuer Genosse der größten modernen Dichter Oesterreichs, ein edler Sohn unseres Vaterlandes und ein Dichter voll Begeisterung und Berus, der nur dann sang, »venu sein Inneres erregt und bewegt worden war. Er verdient rühmliches Gedenken." -k- -i- Jung-Stilling schreibt anFouque, 15.Juni1812 (Briefe an Fouque, Berlin 1848, S. 197): „Es giebt ein einziges Faktum, welches entscheidet, ob die jetzigen großen Weltbegebenheiten wirklich der Anfang des letzten großen Kampfes und die Vorboten der nahe»» (?) Zukunft des Herrn und seines Reiches sind oder nicht. Dieses Faktum ist, wenn die Juden »vieder in ihr Vaterland ziehen und sich zu Christum bekehren. Diese Bekehrung mag vorher oder nachher geschehen, vielleicht aber geschieht das Letztere. Dann habe ich aber sichere Data, die ich dem Papier nicht anvertrauen darf, daß wirklich der Zug der Juden nahe ist und schon den» Anfang uach beginnt." Ich gebe die Nachricht, »vie ich sie finde, kann aber weder Nachweisen, auf welche Thatsache sich Jung-Stillings Behauptung gründet, noch will ich in eine Debatte darüber eintreten, ob das Messiasreich wirklich mit der von Jung-Stilling angeführten Thatsache zu beginnen hat oder nicht. Aber denen, die sich für den Zionismus interessiren, möge,» sie ihn billigen oder verurtheilen, mag diese frühe Erwähnung ähnlicher Bestrebungen bemerkenswerth genug sein, wobei ich allerdings glaube, daß die Zionisten es nicht gerade für dringend nöthig erachten, die Rückkehr nach Jerusalem mit einer Annahme des Christenthums zu verbinden. * * * Der Dichter Karl Beck (1817-1879), von Geburt Jude aber früh zum Christenthum übergegangen, besang mancherlei jüdische Stoffe. Er behielt infolge seines jüdischen Ursprungs auch seinem neuen Glauben gegenüber eine derartige Unabhängigkeit bei, daß er seinen christlichen Lesern zurief: Ihr Herren, ich bin fürwahr ein guter Christ, — Obgleich ihr gern und viel zu sagen wißt Vom Judenthume meiner Ahnen — Doch eure Bahnen sind nicht meine Bahnen. Er besang Börnes Tod (Gedichte, Berlin 1845, S. 56 f.), verklärte das Leben eines Trödeljuden in sehr poetischer Weise (Lieder vom armen Mann, Leipzig 1846, S. 51 f.) und prophezeite in dem etwas unklaren Gedichtcyklus „Das junge Palästina" (Gedichte, Berlin 1845, S. 45 f.) eine Art Versöhnung zwischen Judenthum und Christenthum. Daneben hat er dem Hause Rothschild in dem großen Einleitungsgedieht (1—32 der erstgenannten Sammlung) eine ernste Philippika gehalten. In derselben Sammlung befindet sich noch in dem Cyklus „Neue Götter und alte Leiden" (S. 283 f.) folgendes Gedicht auf die Frankfurter Rabbinerversammlung 1846: Es kehren in Schwärmen ein In Frankfurt am gelben Main Unbärtige und bärtige Rabbinen Mit hochgelahrten Mienen. Seht, das Gerüst ist aufgeschlagen; Kaum ist's mit Worten zu singen und sagen. Wie sich die Meister plagen. Sie weissen mit großen und kleinen Besen Das altergraue Judenthum; Ihr heisererschriener Ruhm Ist wörtlich in den Blättern zu lesen. Zwar bleibt es nach wie vor beim Alten. Doch sagt sich jeder zufrieden und leise: Ich habe die herrlichste Rede gehalten. Des Abends ist Nathan der Weise! Bas Erwachen. Nach dem Englischen von Hermann Bernstein. /s^pmanuel Levin und Elisabeth Merten hatten aus reiner gegenseitiger Herzensneiguug den Bund fürs Leben geschlossen. Aber nach kaum zweijähriger Ehe trat schon zwischen ihnen eine Entfremdung ein. Einer verstand den Anderen nicht, und obgleich sie, vor allen Sorgen geschützt, ein behagliches Leben hätten führen können, wurden sie in ihren» Verhältnis) zu einander kühler, sreinder, ja oft sogar feindselig. Als sie sich heiratheten, besaß keiner von beiden mehr als ein liebendes Herz und ein hübsches Gesicht. Obgleich Emanuel der Sohn eines frommen portugiesischen Juden rvar, und seine Braut aus katholischen» Hause stammte, brauchte aus keiner Seite ein religiöses Opfer gebracht zu werden. Denn auf Religion schienen sie beide keinen Werth zu legen, und diese bildete bei ihren Begegnungen auch niemals den Gesprächsstoff. Emanuel war ein schlechter Jude, Elisabeth eine noch viel schlechtere Christin. Ihre Liebe war das Ergebniß von zwei oder drei Begegnungen in einen» Newyvrker Variete, wo sie als Sängerin oder Tänzerin auftrat. Der stark semitische Gesichtsausdrnck