Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1902)
- Date
- 1902-09-05
- Page
- Seite 429 (sequence 11)
- Language
- German
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429 lebendig > wahrchlosser, , nicht „Faust" dischen, Volksethe — nschel, fmanu- 4) den r kvmeradezu ffenbar ldischen wandt- . Faust" ht der ,de V.. iff aus Formel Jüd. i. auch schon zurück. Jakob s von )ieselbe ffenritt diente stand fernng . s. w. ig zur janina lt, 13), (das.) lerung anber- Srung, fiebesrossen, tondes Frarr, Saba" ihre mnten V, 39), n, den Haffen n wir cheimlelches die Elemente: Luft. Wasser und Feuer als „die Mütter" bezeichnet, während es die Sephirot als „Väter" aufführt. Der „Schlüssel", der zu den „Müttern" führt, ist schon der ältesten Mystik geläufig. „Schlüssel" nennt man mit Vorliebe die Zauberbücher. Als „die vier Schlüssel, welche öffnen und schließen" figuriren im jüdischen Volksglauben (Mittheil. V, 31) die vier Zauberworte, welche wir (das. 58) zu erklären versuchten als: „Es wird — bei den Göttern! — dem Dionysos eine Spende dargebracht." Doch schon der Talmud kennt einen solchen „Schlüssel". Das hebräische Wort für Schlüssel:! mpliteaeli enthält die Anfangsbuchstaben der Worte matar „Regen", pru'ngsn „Lebensunterhalt", teebisat lia-metim „Belebung der Tobten", auch etiajjim „Lebensdauer". Diese vier Schätze hat Gott keinem Engel anvertraut, sie bewacht er selbst, er allein besitzt dazu den „Schlüssel" (Sanh. 113a, Taanit 2 b). (Schluß folgt.) -»O§- Zur Geschichte der Juden in Weh Von Prof. Dr. Martin Philivpson. ^m 21. August 1725 war die Stadt Metz in großer Aufregung. Die junge Gattin König Ludwigs XV. von -^0^ Frankreich, „des Vielgeliebten", Maria, die Tochter des vertriebenen Polenkönigs Stanislaus Leszczynski, hielt dort ihren feierlicheil Einzug. Am folgenden Tage, um 3'/e Uhr- Nachmittags, durften die verschiedenen Körperschaften der alten lothringischen Kapitale sich der Fürstin vorstellen und ihr endlose Reden halten. Ganz zuletzt kamen auch die Vertreter der Jndenschaft und überreichten ihr einen kostbaren Becher, der mit bildlichen Darstellungen der Zusammenkunft der Königin von Saba mit Salomo geziert war. Der „Syndikus" d. h. erste Vorsteher der Juden, gab dabei eine schwungvolle Rede zum besten: „Gnädigste Frau! Unser Volk empfand ehemals weniger Freude bei der Ankunft der Königin von Saba, als wir heute fühlen, wo wir uns Eurer Majestät zu Füßen legen. Jene Fürstin kam, um die Tugenden eines großen Königs zu bewundern, und Sie, gnädigste Frau, kommen, um die Tugenden bewundern zu lasse», die das Glück des Salomo unserer Tage ausmachen werden. Welche Befriedigung aber ist es für uns, bei Eurer Majestät noch die Tugenden Esthers und die Hochherzigkeit Judiths anstauneu zu dürfen! Der ewige Gott gebe, daß Ihre erhabene Ehe mit dem Segen der Glückseligkeit erfüllt werde, wie solche über die Familie der Patriarchen ausgebreitet war. Das sind die Wünsche, die wir zu den Füßen von Eurer Majestät Thron tragen, um Ihr die ersten, demüthigen Huldigungen unserer Unterwürfigkeit und unserer Treue darzubieten. Dieser Becher überliefert einige Züge der beide» bemerkenswerthen Handlungen des Königs Salomo und der Königin von Saba. Möge Eure Majestät uns gestatten, ihn Ihr anzubieten." Der „neue Salomo" wurde der schwache nud liederliche Herrscher, der die Monarchie in Frankreich zerstörte; die „neue Königin von Saba" eine beschränkte und bigotte Frau, die bald von ihrem Gatten vernachlässigt, unter Priestern nnd Betschwestern ein trauriges und obskures Dasein führte! Allein davon ahnte man in jenen Augusttägen des Jahres 1725 nichts. Die Juden von Metz konnten sich nicht genug thun in glänzenden Freudensbezeugungen. Am 23organisirten sie einen großen Reiteranfzug, an dessen Spitze eine Art Triumphwagen einherfnhr, „in dem" — sagt die offizielle Darstellung — „der Rabbiner stand; er sang ein hebräisches Gebet, das von einer Symphonie in eigenthümlichem Geschmacke begleitet war." Man sieht jedenfalls, daß die Israeliten in Metz vor beinahe zwei Jahrhunderten immerhin eine geachtete Stellung einnahmen. Irrthumer. Eine Erzählung von B. Giusberg. XII. ^A-ally schritt zur Thür, indem er sagte: „Sie sind meine beste Freundin, Taute Blümchen," „ich weiß, — Niemand meint es so gut wie Sie... Und ich bin ein Undankbarer, ein Barbar, — der Ihnen Stunden des kostbaren Schlafes raubt, den Sie so nöthig haben. . . . Sie hätten mich längst hinauswerfen sollen; es ist spät geworden. . . Nun gute Nacht, Tante Blümchen!" „Gute Nacht!" sagte die alte Frau. Aber als er an der Thür war, rief sie ihn wieder zurück. „Ich muß Sie noch etwas fragen, Sally! Haben Sie die Evi auch ein wenig lieb?" „Nun, — wie die meisten unserer jungen Männer ihre Braut lieben. . . Wir werden uns an einander gewöhnen, — ich werde gut zu ihr sein. . . . Und so wird's mit der Zeit eine leidlich glückliche Ehe geben, — wie tausend andere!" — „Thun Sie's nicht, Sally, — thun Sie's nicht!" rief die Alte beschwörend. „Ich thörichte alte Frau, — ich mußte Ihnen noch zureden! Thun Sie's nicht! Tausend Anderen mag das gering sein — Sie aber brauchen was Besseres als eine leidliche Ehe! — Ich war glücklich, Kind, unendlich glücklich — und obwohl ich arm war, ich »röcht nicht einmal die Erinnerung an dieses Glück hergeben für Hunderttausende! Lassen Sie's sein, Sally, — und warten Sie noch! Der Himmel wird Ihnen schon mal ein Mädchen irr den Weg führen, das Sie lieben werden mit ganzer Seele, — und das Ihr reiches Gemüth und Ihr goldenes Herz zu schützen wissen wird . . . Das, Sally, — das wird dann das rechte Glück sein!" — — Da beugte sich der Mann tief zu der alten Frau nieder. „Das rechte Glück ist schon mal an mir vvrübergegangen," sagte er leise. „Ich war nicht der Mann, es fest zu halten .. . Ein Anderer streckte seine Hand danach aus — und er war stärker als ich ... . Ich Hab' schon mal geliebt mit ganzer Seele — und das werde ich nie wieder können! .... Aber seien Sie ruhig, Tantchen, — ich heirathe die Evi nicht!" Er war gegangen. Die Alte preßte ihre welken Hände in einander, — eine Thräne fiel darauf. „Lieber Gott!" betete sie — „hilf ihm und ihr! — Ich bin zu Ende mit meiner Weisheit!" -t- -i-