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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-08-22 · Heft 34 (22.8.1902) · p. Seite 399

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 34 (22.8.1902)
Date
1902-08-22
Page
Seite 399 (sequence 5)
Language
German
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399 rng für an Be-?rt und lbst deiche Betressten >ere des jedem ums an stungen rg nicht m, daß beeinr. nicht jedoch ickelung achtung »altung, hr eine; unser Wissen- Werden, hrstühle hrt uns fte. So schaffen, en schaft ng der che das bsolvirt Arbeit nen ein , dessen!n Ailsweiteraft umin auswittens nschaftenschaft ne Ver- Endlich z eines Einzel- N, Ulld l Frage hr Vor- B erlin, ttfinden die Be' sterrnlg sasmus, m verwickeln. - Budat a. Marbnrg, -Wien, -Berlin, ronereimrath rofessor uhagen, Berlin, Alle Briefe u. s. w. sind zu richten au Rabbiner Dr. Lucas- Groß^Glogau (Niederschlesien). Die Anregung zu diesem Werke geht von den jüngeren Theologen unserer „Lehranstalt" aus, die bereits in Amt und Würden sind, und wir gestehen gern, daß gerade darauf unsere Hoffnung beruht, das Werk werde zu Stande kommen, wie wir es von Herzen wünschen. 4 Die amtliche „Straßburger Korrespondenz" brachte in dieser Woche folgende Mittheilung: „Der an den öffentlichen höheren Schulen ertheilte Religionsunterricht wnrde bisher von den staatlichen Aufsichtsorganen nur hinsichtlich der Disziplin und Methode iuspizirt; vielfach brachten es die konfessionellen Verhältnisse mit sich, daß sich die Direktoren einer Aufsicht über diesen Unterricht ganz enthielten. Mancherlei Uebelstände, die sich daraus ergaben, haben dazu geführt, daß im Einvernehmen des Oberschulrathes mit den kirchlichen Behörden, und >war sowohl mit den Bischöfen von Metz und Straßburg, wie mit dem Direktorium der Kirche Augsburgischer Konfession und dem Synodaloerband der reformirten Kirche, sowie den israelitischen Konsistorien eine kirchliche Inspektion des Religionsunterrichts an den höheren Schulen eingerichtet wird, welche unbeschadet des staatlichen .'lufsichtsrechts über diesen Unterrichtszweig den Religionsunterricht auch von kirchlicher Seite her zu heben und zu fördern bestimmt ist. Ls wird damit für Elsaß-Lothringen eine Einrichtung getroffen, wie ie in anderen deutschen Ländern bereits seit langer Zeit, in Preußen beispielsweise seit 1829 geordnet ist. Die von ^en verschiedenen kirchlichen Behörden im Einvernehmen mit dem Oberschulrath beauftragten Inspektoren des Religionsunterrichtes laben an ihre Auftraggeber zu berichten; den kirchlichen Behörden oleibt es dann überlassen, etwaige weitere Verhandlungen mit dem Oberschulrath einzuleiten." Diese Mittheilung ist, soweit sie die jüdische Religionsgemeinschaft in Preußen betrifft, wie Jedermann weiß, leider licht zutreffend. 4 Seit der Frankfurter Rabbinerversammlung ruht in den antisemitischen Blättern die Hetze nicht, die den Mädchenhandel gar zu gern ausschließlich den Juden der östlichen Länder n die Schuhe schieben möchte. Das Infamste leistete in dieser Beziehung ein bayerisches Blättchen, das, anknüpfeud an jene Debatten, zu sagen wagt: „Zwei jüdische Vereinigungen — so erzählt Herr Nosenak — haben in der Bekämpfung dieses Handels schon manchen Erfolg rzielt: in London und in Hamburg. Die Photogramme der beüchtigsten jüdischen Mädchenhändler sind in den Händen des Hamburger Komitees ... so Herr Rosenak. Es ist doch merkwürdig, daß ie jüdischen Vereinigungen die Photogramme dieser verthierten Schufte besitzen, sie wohl also auch kennen, und daß diese Bestien in Menschengestalt dennoch nicht von den Behörden dingfest gemacht werden. Wie ist denn das möglich? Das ist nur so zu erklären, daß mail sich cheut, den Behörden zur öffentlichen Abstrafung diese Menschen auswliefern, weil sie auch Juden sind; und daß außerdem die Behörden elbst nicht den genügenden Eifer entwickeln in der Entdeckung und Berfolgung der Mädchenhändler. Diesen Seelenverkäufern mag sicherlich nicht leicht beizukommen sein. Aber Herr Rosenak hat mitgetheilt, >aß manche von ihnen sich selbst der Polizei schon als Spitzel anieboten haben, um bei der Bekämpfung des Mädchenhandels mitzuvirken — gegen den entsprechenden klingenden Lohn natürlich. Und dennoch hört man wenig und nichts von Entlarvungen und Betrafungen solcher Schufte. Irgend etwas muß dabei nicht in Ordnung sein." Es ist wirklich nur ein günstiger Zufall, daß zugleich mit diesem bayrischen Blättchen uns eine Zeitung aus Budapest Zugeht, in der mit großer Ausführlichkeit die Thaten und Abenteuer des berüchtigsten rumänischen Mädchenhündlers geschildert werden. Es ist dies der Lehrer Romulescu in Predel, der mit seinen gleichfalls christlichen Helfershelfern Velyi und Szima einen weitverzweigten Handel nach allen Ländern der Welt betrieben und Hunderte von Mädchen, auch von jüdischen, nach dem Orient gebracht hat. Schon diese eine Notiz zeigt zur Genüge, wie wenig berechtigt die Hetzereien der antisemitischen Presse auch nach dieser Richtung hin sind. Die Idee eines Kongresses über .die rumänische Judenfrage gewinnt immer mehr Anhänger, zunächst natürlich in der Kreisen, die auch die Agitation für die verfolgten Armenier betrieben haben. Allerdings weigerten sich in Brüssel noch die eigentlichen Urheber und Veranstalter, welchen es zunächst darum zu thun war, die Frage der armenischen Autonomie in Fluß zu bringen, die Sache der Armenier mit irgend einer anderen Angelegenheit zu verquicken und bemühten sich mit großer Energie und einem Aufwand von Scharfsinn jeden anderen Diskussionsstoff von dem Kongreß fernzuhalten. Denn nicht die rumänische Judennoth allein forderte von den: Brüsseler Kongreß Beachtung und Theilnahme, auch aus Finnland kamen Petitionen um öffentliche Verdammung des russischen Despotismus; polnischerseits bemühte man sich, die preußische Polenpolitik zur Sprache zu bringen, Macedonier und Albanesen waren ebenfalls erschienen und wünschten und erhofften Förderung ihrer nationalen Aspirationen von diesem Kongreß. Die Freunde der Armenier wußten es durchznsetzen, daß von all diesen Fragen keine einzige offiziell zur Verhandlung beim Kongreß zugelassen wurde. Jndeß haben doch schon dort die Mitglieder des Kongresses in privaten Aeußerungen das Vorgehen der rumänischen Regierung gegen die unglücklichen Juden in den schärfsten Ausdrücken gebrandmarkt. Man anerkannte allgemein die Nothwendigkeit, daß Gewissen der europäischen Völker und Regierungen aufzurütteln, um gegen die rumänischen Grausamkeiten energisch Einspruch zu erheben, eine Folge dieser Anregungen dürfte eben der obengenannte Kongreß sein, der sicher der rumänischen Regierung jetzt am wenigsten passen würde. 4 Das offizielle Organ des Zionismus „Die Welt" bringt folgende sehr wichtige Mittheilung: „Nach zehntägigem Aufenthalte in Konstantin opel sind die Herren Dr. Herzl, Präsident des Zionistenkongresses und D. Wolffsohn, Präsident des Jewisb Colonial Trust, zurückgekehrt. Die Herren Dr. Herzl und Wolffsohn waren am 22. Juli nach Konstantinopel gefahren; Dr. Herzl hatte eine telegraphische Einladung Sr. Majestät des Sultans erhalten. Er wurde mit der größten Auszeichnung behandelt und war während der ganzen Dauer seiner Anwesenheit Gast des Sultans. Die Verhandlungen wurden von türkischer Seite diesmal durch Se. Hoheit den Großvezier Said Pascha, sowie durch Ihre Exzellenzen den ersten Sekretär des Sultans Tahsin Beh, den Ober- Ceremonienmeister und Dragoman des kaiserlichen Divans Ibrahim Bey und den Kämmerer des Sultans Aarif Bey geführt. Herr Dr. Herzl hatte zwei lange Konferenzen mit dem Großvezier und jeden Tag im Mdiz-Kiosk eingehende Besprechungen mit den Vertretern des Sultans. Für den Sultan arbeitete Dr. Herzl in diesen Tagen mehrere Exposes in französischer Sprache aus und ließ sie durch seinen eigenen Uebersetzer in das Türkische übertragen, worauf sie dem Sultan unmittelbar vorgelegt wurden. In diesen Exposes führte Dr. Herzl den Standpunkt der Zionisten aus und formulirte die Bedingungen der jüdischen Ansiedelung in einem zusammenhängenden Theile von Palästina und in noch anderen Gebieten Kleinasiens aus der Grundlage eines Charters. Diese Propositionen wurden von türkischer

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