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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-07-25 · Heft 30 (25.7.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 30 (25.7.1902)
Date
1902-07-25
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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rinte si er doch nit ihm 66. Jahrgang. Nr. 30. Berlin, 25. Juli 1902 r. „De; jienrath Pf nach! ge nich h nich Phrase, an,men mte, - handelt )tschaft- >ch noch est «ichruf de, per als Diener h nicht . Viel s führ! latz geihin zu glich zu , Hause ,e alte >emei„t rst. . . : „Unlandein cht UN! nt, die > ahne i' mir Deine ^un. . . Was - Den r Kind id ab, olgt.l Der GrmeLndebote. Weikage zur „Allgemeinen Zeitung öes IuöentHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 21. Juli. Die sommerliche Ruhezeit, in welcher keine Zemeindesitzungen stattfinden, ist alljährlich für das Bureau durch oine rege Thätigkeit betreffs der Einrichtung der Festgottesdienste nlsgefüllt. Die Kontrakte der neuen Räume, zu deren Miethung, wie ich unsere Leser erinnern werden, bereits in der letzten Repräsentantenitzung die Ermächtigung ertheilt worden war, sind perfekt geworden, und die Gemeinde wird nunmehr in diesem Jahre außer in denjenigen Lokalen, welche sie bisher für diesen Zweck innegehabt hat, im Langenbeckaal (Ziegelstraße), in Fröbels Konzertsälen (Schönhauser Allee) und im Hübnerschen Saale (Swinemünderstraße) Festgottesdienste veranstalten, und zwar im ersteren Saale nach dem Ritus der Neuen Synagoge, in den leiden anderen nach dem Ritus der Synagoge Kaiserstraße. Die Miethung dieser Räume hat sich als nothwendig herausgestellt, weil der Vertrag mit dem Grand Hotel Alexanderplatz, dessen Saal sich als unzureichend erwiesen hat, nicht erneuert worden ist. Der Saal des Langenbeckhauses soll den Wünschen der zahlreichen Reflektanten auf Plätze in der Neuen Synagoge, deren Raum nicht mehr für die Nachfrage ansreicht, Rechnung tragen. Auch die Zahl der Jugendgottesdienste ist in diesem Jahre um einen vermehrt worden, welcher im Saale des Brüdervereins (Unter den Linden) abgehalten werden wird. Die beiden anderen Jugendgottesdienste werden wie bisher im Beethovensaal und in der Aula der Knabenschule der jüdischen Gemeinde stattfinden. — In der letzten geheimen Sitzung der Repräsentanten ist Herr Ludwig Kali sch er zum Kantor der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Herr Kalischer bestand im Jahre 1886 sein Examen als Elementarschullehrer und wendete sich alsbald der Kantorenlaufbahn zu. Er amtirte zunächst in Göttingen bis zum Jahre 1891, von da ab bis zum Jahre 1893 in Zabrze und wurde dann zum ersten Kantor in Danzig gewählt, wo er augenblicklich noch thätig ist. — Das neue Kranken Hausstatut, welches den Gegenstand überaus zahlreicher Kommissionsverhandlungen und mehrerer Plenarsitzungen bildete, ist nunmehr von der Aufsichtsbehörde nach Abstellung aller seitens dieser Behörde erhobenen Monita genehmigt worden. Die betheiligten Faktoren, der Krankenhausvorstand und die jüdische Gemeinde, werden nun daran gehen können, die Errichtung eines neuen Krankenhauses, welches nach Anlage und Einrichtung allen modernen sanitären und hygienischen Errungenschaften gerecht werden soll, in die Wege zu leiten. Von der Gemeinde sind ja, wie erinnerlich, die Nachbargrundstücke des jetzigen Krankenhauses bereits angekauft und abgerissen worden. Ob jedoch an dieser Stelle eine Erweiterung des jetzigen Gebäudes oder ein Neubau oder aber ein Neubau an anderer Stelle vorgenommen werden soll, das sind Fragen, welche noch gar nicht aus dem Stadium der Erwägungen heraus sind. Doch ist wohl anzunehmen, daß jetzt nach dem Eintreffen der Statutenzenehmiguug des Polizeipräsidiums die Angelegenheit eine baldige Förderung erfahren und hoffentlich bald zu einem gedeihlichen Ziele geführt werden wird. 8. Berlin, 22. Juli. Am 19. d. M. verstarb nach langen Leiden in Oberhof in Thüringen, wohin er zu seiner Erholung gereist war. Herr Julius Grün Wald, Mitinhaber der Firma Julius Cunow «k Co., im Alter von 49 Jahren. Der Verstorbene zeichnete sich durch hohe Geistesgaben und lauteren Charakter aus, er war Allen, die seine Hilfe nachsuchten, ein hingebender Freund und selbstloser Berather. Dem liberalen Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde gehörte er seit der Begründung als Mitglied des Vorstandes an und bethätigte sich in hervorragender Weife an den regen Arbeiten des Vereins. Auch dem Verein junger Kauflente von Berlin, dem er 27 Jahre hindurch als treues Mitglied und in früheren Jahren als Vorstandsmitglied angehörte, wendete er sein warmes Interesse zu. An den umfassenden Arbeiten des Verbandes für jüdische Wohlthätigkeitspflege nahm er ebenfalls lebhaften Antheil, wobei ihm seine nie versagende Herzensgute in bester Weise unterstützte. Ehre seinem Andenken! ---- Berlin, 21. Juli. Der Konitzer Mordprozeß wird eine nochmalige, wenn auch kleinere Allflage erleben in einer Verhandlung, die am 30. September und 2. Oktober vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I stattfinden soll. Wegen Beleidigung des Staatsanwalts Settegast, des Bürgermeisters Deditius zu Könitz, des Kriminalinspektors Braun-Berlin und einer Anzahl jüdischer Personell, welche lnit dem Konitzer Morde in Verbindung gebracht wurden, werden sich der Verleger der „Staatsbürger-Zeitung", W. Bruhn, und sein Redakteur Dr. Bötticher zu verantworten haben. Bruhn wird von Rechtsanwalt Dr. Hahn - Charlottenburg, Dr. Bötticher von Rechtsanwalt Simons vertheidigt werden. Es sind vierzehn Zeugen geladen, außerdem aber gegen zweihundert Personen kommissarisch vernommen worden. Zu den Zeugen gehören: Oberstaatsanwalt a. D. Wnlff-Marienwerder, die ersten Staatsanwälte Settegast-Limburg und Schweigger-Konitz. Bürgermeister Deditius, Landrichter Zimmermann, Amtsrichter Pankau aus Könitz, die Polizeikommissare Block, Braun uild Wehn, Inspektor Klatt. Für die Verhandlung, welche sich auf nicht weniger wie 27 inkriminirte Artikel erstreckt, sind drei Tage in Aussicht genommen. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Kanzow. — Breslau, 17. Juli. Der Verwaltungsbericht des Verb andsausschusses des Bezirksgemeindeverbandes Breslau- Liegnitz für das fünfte Geschäftsjahr 1901/1902 ist soeben ausgegeben worden. Er bringt zunächst nähere Mittheilungell über diejenige Seite der Thätigkeit, welche den Vorstand in besonders erheblichem Maße in Anspruch genommen hat: es war dies die Propaganda für die Gewinnung von Einzelmitgliedern. Zn diesem Zwecke wurde in Breslau ein Aufruf verbreitet, welcher ein gutes Resultat hatte. Trotz der vielfachen Inanspruchnahme der Breslauer Gemeinde- Mitglieder durch Vereine und Sammlungen traten 143 Mitglieder mit einem Jahresbeitrags von 1038 Mark dem Verbände bei. Jnsolge dadurch die Beiträge der Einzelmitglieder zu Gebote stehenden größeren Mittel war der.Verband in die Lage versetzt, mehr zu leisten. Während im voraugegangenen Geschäftsjahr die Subventionen an die Verbandsgemeinden den Betrag voll 1170 erreichten, konnten im vergangenen Jahre für diese Zwecke der Betrag von 1750 Mark verausgabt werden. Es wurden nämlich folgende Gemeinden unterstützt: Neusalz mit 100 M., Löwenberg 100 M.. Wohlan 150 M., Schwirz (Städtel) 100 M., Winzig 150 M., Löwen 150 M., Freiburg 150 M., Steinau 100 M.. Neumarkt 150 W., Reichthal 100 M.. Herrnstadt 100 M., Trebnitz 100 M.; außerdem erhielt Löwen eine außerordentliche Beihilfe für den dortigen Synagogenbau in Höhe von 300 M. Auch auf einem weiteren Gebiete, der Entsendung von Wanderpredigern und Gewährung von Beihilfen für Vorbeter, war der Verband durch die reicheren Mittel im vergangenen Jahre im Stande, mehr zu leisten als bisher. Im Berichtsjahre 19001901 wurden für diese Zwecke 525 Mark resp. 250 Mark verausgabt; im vergangenen Jahre wurden hierfür 800 Mark resp. 300 Mark aufgewendet, und während in dem ersteren nur sechs Gemeinden an dieser Institution theilhaben konnten, waren es im Vorjahre neun Gemeinden, in welche wir Prediger an den hohen Festtagen entsandten. Zur Beschaffung von Vorbetern an den hohen Festtagen wurden den Gemeinden Winzig, Goldberg, Trebnitz, Steinau, Neichthal und Jauer eine Beihilfe von je 50 Mark gewährt. Auch über die Inspektion des Religionsunterrichts ist Erfreuliches zu berichten. Es sind im abgelaufenen Jahre 17 Verbandsgemeinden inspizirt worden. Aus den von den Inspektoren erstatteten Nevisionsberichten geht übereinstimmend hervor, daß die Inspektion sich eingebürgert hat, und daß die Gemeinden infolge derselben dem Religionsunterrichte nunmehr größeres Interesse entgegenbringen. Der Stand des Religionsunterrichts kann im Ganzen als nicht ungünstig bezeichnet werden; die Lehrer sind einerseits bemüht, die bei den Revisionen zu Tage getretenen Mängel abzustellen, und beachten andererseits die von den Herren Inspektoren ihnen gegebenen Finger-

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