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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-06-13 · Heft 24 (13.6.1902) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 24 (13.6.1902)
Date
1902-06-13
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3 Jahrein l.'lvcütuiis> n. — In r Armeustadt in ie besteh' er Firnu ks wurd engagirt. :it diesen »jährige, t, daß in Amts die ganz ienen dn ll Namen > Goecke. chte ihm men du rr Klase^ s Goecü leichfalls Sabbath re Kunst ynagogl geprüfter son ver ihlte uni aben sich tabbiner Wandsbek mt schon er vor rede gehr wich folgende m unter der Ge and sah tahnuna ath un^ ptmann' zust 1901 ngsklage lß 1. di- Lschaften ften de» getrieben cklarunc ischaften ch Gesetz ege der son des rnpetenz md dieer Umerklärte ligionsl auferkunde, tz 1 des die Anc durch ag das die Ge- , wenn . Hinder Beweit sie schaffen werden können, und daß keine gesetzliche Bestimmung existire, welche die Steuerforderung der jüdischen Gemeinde und der auf ihren Antrag eingeleiteten Zwangsvollstreckung begründen könne. Darum sei das wider die Kläger eingeleitete Verfahren als unzulässig anfznheben und die Rückzahlung der von denselben entrichteten Beiträge und Kosten zu verfügen. Die Vorstände der jüdischen Gemeinden zu Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen beabsichtigen dem Landtag eine Petition zu unterbreiten, dahingehend, unter Abänderung des bestehenden Gesetzes den Gemeinden das Recht auf zwangsweise Einziehung der L teuerbeiträge zu ertheilen. W Aus dem Fürstenthnm Birkenfeld, im Juni Ich theile - hnen heute die folgenden Personalveränderungen mit: Nach Bosen ist mit dem 1. April als Nachfolger des nach Witzenhausen berufenen. Lehrers und Kantors Levi Katz der Schulamtsbewerber > ermann Katzenstein, Abiturient vom Israelitischen Lehrerseminar in Dassel, berufen worden.—Ferner hat der Lehrer und Kantor L. Weil iu Schweich a. Mosel, der sein erstes und zweites Lehrerexamen am Lehrerseminar in Kassel bestanden, eine Berufung zum Kantor und Lehrer an die Synagogengemeinde Ob er st ein erhalten, der er zum l Juni Folge leistet. — Die Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur entwickeln sich im Fürstenthum Birkenfeld sehr gut. Bus der zu Ende gehenden Saison ist noch nachzutragen: In L-o e tern sprach Lehrer K atz-Ottweiler über „Heinrich Heine", ferner hat sich in Bosen ein Zweigverein von Soetern ubildet; es wurden hier folgende Vorträge gehalten: Lehrer Levi mtz-Bosen: „Die Frankistensekte im Judenthum"; Landrabbiner Dr. Lewit: „Rabbi Jehuda Hanassi und dieMischna." In Oberstein »rach Landrabbiner Dr. Lewit über: „Was verleiht der lyrischen Doesie der Bibel die unvergängliche Anziehungskraft aus jedes inpsängliche Herz?" In Hoppstädten wurden noch folgende Vorlage gehalten: Lehrer F. Eppstein: „Die Halacha des Talmud"; Bankier L. Kronenberger-Maiuz: „Geschichte der Juden im Mittelster in Worms und Mainz"; Rabbiner Dr. Goldschmidt-Offenbach: Die Poesie der hebräischen Gebete"; Landrabbiner Dr. Lewit: „Babel und Bibel." 0. Kaiserslautern, 3. Juni. Anläßlich der Wanderversammlung »er bayerischen Landwirthe fand hier festlicher Empfang für den Prinzen Ludwig von Bayern statt. Gestern besuchte der hohe Herr auch die hiesige Synagoge. Gegen 4^7 Uhr traf der Prinz mit einer Begleitung vor der Synagoge ein und wurde Hierselbst von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Landsberg sowie den Mitgliedern des Lynagogenausschusses, den Herren Leon Kehr, Mandel und Heiluronner empfangen. Dr. Landsberg begrüßte den Prinzen alsbald mit folgender Ansprache: Königliche Hoheit! Zum zweiten Male ist s mir vergönnt, hier an dieser Stätte, hier vor diesem Gotteshause im Namen der israelitischen Gemeinde hiesiger Stadt Ew. Königliche Hoheit feierlichst zu begrüßen. Vor 16 Jahren ist zum größten Theile Blrch die Opferwilligkeit der Mitglieder unserer Gemeinde dieses herrliche Haus, Gott zu Ehren, errichtet worden, nicht blos zu seiner Anbetung und Verehrung, sondern auch zur Weckung und Erstarkung der Liebe und Treue zu unserem geliebten Vaterlande und dessen Herrscherhause. Allsabbathlich erheben wir hier im Gotteshause unsere Hände und Herzen zu Gott, daß er unseren Regenten. Ew. Kgl. Hoheit erlauchten Vater, den erhabenen Prinzregenten Luitpold in seinen gnädigen Schutz nehme, ihn wie das ganze königliche Haus. Heute aber, da wir der hohen Ehre des Besuches Ew. königlichen Hoheit gewürdigt werden, bete ich dem Geiste unserer heiligen Religion gemäß, ganz besonders, daß beim Eingang Ew. königlichen Hoheit sich erfülle das alte Priesterwort: „Es segne dich der Herr und behüte dich, er laß dir leuchten sein Angesicht und sei dir gnädig, der Herr wende sein Antlitz dir zu und gebe dir den Frieden. Amen." — Nach dieser Ansprache unterhielt sich der Prinz auf das Leutseligste mit dem Herrn Rabbiner sowie mit den anderen Herren. Die Synagoge war festlich erleuchtet, und der Prinz wurde beim Betreten des Synagogenraumes mit Orgelspiel begrüßt. Am Allerheiligsten angelangt, ließ sich der Prinz die heilige Lade öffnen und sich über alles eingehend informiren. Er sprach über den herrlichen Bau seine vollste Anerkennung aus und verabschiedete sich mit den Worten des herzlichen Dankes von dem Rabbiner und dem Synagogenausfchuß. — Auch die übrigen Herren vom Gefolge ließen es sich nicht nehmen, dem Rabbiner gegenüber ihre Freude kundzugeben über den schönen Empfang und die eindrucksvolle Ansprache. ----- Mülhausen, 5. Juni. Die Israelitische Gewerbeschule des Ober-Elsaß in Mülhausen versendet ihren Bericht über das Rechnungsjahr 1901. Die Anstalt ist auf Anregung und unter Beihilfe der „Aoeietv pliilsnttn'opniue äu Haut-Htnu" zu dem Zwecke gegründet worden, jungen Leuten israelitischen Bekenntnisses unseres Bezirkes Liebe zur Arbeit eiuzuflößen und die Ellern derselben zu bewegen. ihre Söhne dem Kleinhandel zu entziehen; dies war die Aufgabe, welche die Gründer der Anstalt im Auge hatten. Seit 60 Jahren schon hat die Anstalt den Wünschen und Hoffnungen aller Jener, die so uneigennützig zu diesem Werke beigesteuert haben, vollauf entsprochen. Einige hundert Arbeiter, ehemalige Zöglinge derselben Anstalt, betreiben heute ein ehrbares Handwerk; Manche nehmen selbst hervorragende Stellungen im gewerblichen Leben ein. und von seltenen Ausnahmen abgesehen, sind alle Schüler geachtete Bürger und wohlhabende Handwerker geworden. Die Zöglinge, die während des verflossenen Jahres die Anstalt verlassen haben, gewinnen auf nützliche und ehrbare Weise ihren Lebensunterhalt. Jene, die an ihrer Stelle in die Anstalt ausgenommen worden sind, berechtigen zu der Hoffnung, daß die Bemühungen nicht unbelohnt bleiben werden. Die Lehrlinge arbeiten in hiesigen Werkstätten unter der Obhut pflichttreuer und bewährter Lehrherren und lernen dort ihr Handwerk. Der Unterricht wird in der Anstalt wie bisher ertheilt. Seit der Gründung der Innungen besuchen die Zöglinge die hiesige städtische Fortbildungsschule. Außerdem nehmen die begabteren Schüler täglich während zweier Stunden an den Zeichenkursen der „Industriellen Gesellschaft" Theil. Die Einnahmen betrugen 18 719.80 Mark, die Ausgaben 13857.40 Mark. Der Verwaltungsrath besteht aus den Herren: Lazare Lantz, Präsident; Heinrich Wallach, Vizepräsident; Gaston Lantz, Schatzmeister; Julius Bernheim, Schriftführer; Heinrich Lion, Verwalter; Blum, Rabbiner; Dr. Samuel, Arzt; B. Moch, Direktor; Alfred Bernheim, Carl Bloch, Marcus Cahen, Leo Dreufus, Abraham Haas, Emil Lantz, Mathias Pategay. Julius Wolf. 0. Karlsruhe, 3. Juni. Die hiesige israelitische Gemeinde ist durch folgendes Handschreiben des Großherzogs erfreut worden: „Die israelitische Gemeinde meiner Residenz hat die Aufmerksamkeit gehabt, mir in einer Adresse des Synagogenraths und Stadtrabbinats zu meinem 50 jährigen Regierungsjubiläum in warmen Worten ihre Glück- und Segenswünsche darzubringeu. Ich habe mich über diese Huldigung sehr gefreut und sage für die Kundgebung treuer und anhänglicher Gesinnung meinen aufrichtigen und herzlichen Dank, den ich bitte, allen Betheiligten zu vermitteln. Zugleich verbinde ich damit die Verbindung meiner wohlwollenden Theilnahme für die Entwickelung der israelitischen Gemeinde, gez. Friedrich." Oesterreich - Ungar«. m Wien, 9. Juni. Es ist wirklich ein Jammer, daß ich Ihnen aus unserem lieben Oesterreich von nichts anderem als von Blutlüge- Prozessen oder den Versuchen zu solchen berichten muß. Zunächst hat der Prozeß wegen des Mädchenmordes in Peblo bei Nachod eine sensationelle Wendung genommen: der Angeklagte ist des Mordes geständig und zum Tode verurtheilt worden. Bekanntlich entblödeten sich die Abgeordneten Axmann, Dr. Weiskirchner und Genossen nicht, gestützt auf ihre Immunität, in der Sitzung vom 20. Oktober 1901 eine diesen Mord betreffende, gegen die Juden gerichtete Interpellation einzubringen! — Von Interesse ist es auch, daß der Hauptzeuge im Hilsner-Prozeß jetzt als geistig nicht zurechnungsfähig erkannt worden ist. Der Sträfling Vincenz Zelinger aus Polna, der bekannte Belastungszeuge aus dem Hilsner-Prozeß, beging in der Strafanstalt Mürau, wo er eine Strafe verbüßte, fünfmal nach einander das Verbrechen der Majestätsbeleidigung. Als Motiv seiner Handlungsweise gab er an, daß er in der Strafanstalt mißhandelt werde. Als er nun sofort nach der letzten Bestrafung neuerlich dasselbe Verbrechen beging, wurde Zelinger zur Überprüfung seines Geisteszustandes in die Irrenanstalt nach Sternberg geführt. Dieser Tage wurde nun die Untersuchung abgeschlossen, welche ergab, daß Zelinger geistig nicht normal und nicht zurechnungsfähig ist. — In Budweis feierte der sehr beliebte Kreisrabbiuer Adam Wunder sein 40jähriges Amtsjubiläum unter allgemeiner Theilnahme seiner Gemeinde und der Behörden. Rabbiner Dr. Kisch-Prag hielt eine ausgezeichnete Festrede. Die städtischen Behörden verliehen dem Jubilar das Ehrenbürgerdiplom der Stadt Budweis. Zu bemerken ist noch, daß Rabbiner Wunder

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