Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1902)
- Date
- 1902-06-06
- Page
- Seite 274 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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274 kannten Bärmann Halberstadt (Berend Lehmann). Ihren zweiten, in der Sabbathnacht, 24. Kislew 5530^) (1769) Heimgegangenen Gatten überlebte sie um fast 2'/g Jahre, am 11. Nissan 5533") (1773) sank sie ins Grab. Ein ehrendes Andenken widmet ihr das Memorbuch zu Hannover,^) auch ist daselbst noch ihr Grabdenkmal erhalten (Reihe 27, Nr. 342). Die Inschrift ihres Grabsteines lautet: ZS ^.1X2 N21VN NW8 7NDNN N-I,7>'N NV1ZXN ^"11271 llVrr N7>'N tl'N N^2v-> 7>-IV' -INdr^l 2"2 PPVV n"2 N1ZSN siVrrin n^2 NTI'S . . 'Z-117IN n"n^ NNLSZ rr'N '1°? svVtrp 7>2^ 7,^2^^ -sisv P"LW2 p"s^> sO'Z rr"' 8 Ü1'2 7,122)1 "n"2"2c'n"z In Hannover lebte auch außer Hehinann oder Chajjim?*) dem Sohne unseres Ahron David Simon, eine Tochter, Bella, die mit dem „Hannoverischen Proviant - Kommissarius" Isaak Israel,-) bekannt unter dem Namen „Jtzig Neuwied",^) verheirathet war. Auch Dieser gekörte, gleich seinem Schwager Chajjim Bückeburg, 24) zu den 18 Männern, welche am 27. Tebet 5522 (1762) den noch heute in Hannover bestehenden „Verein zum Studium der göttlichen Lehre, zum Krankenbesuch und zur Wohlthätigkeit (Leichenbestattung)", die Chewra Kadischa ins Leben riefen.^) Er verwandte seinen Reichthum zu frommen Werken, förderte das Thorastudium auf das Eifrigste, besonders durch eine Stiftung zur Erziehung armer jüdischer Knaben.^) In seinem Hause weilten Talmudkundige, die bei ihm ein gastliches Heim fanden, wie Nehemias b. Abraham Moses aus Glogau, der daselbst Freitag, 8. Tebet 5530^) (1770) sein Leben beschloß. Jtzig Neuwied schied auS seiner segenbringenden Thätigkeit Dienstag, 11. Schebat 5541^ Schon Meyer a. a. O., A. 10 giebt das Datum au, während es bei Auerbach a. a. O. fehlt. Vergl. noch Memorbuch S. 29 und Verz. d. Grbst. S. 71. (S. Grab trägt die Nr. 141. Reihe 18). Kosmann war in erster Ehe mit Golda, einer Tochter des Jechiel Michel Halevi, verheirathet, die ihm bereits am Neumond Marcheschwan 5496 (1735) durch den Tod entrissen wurde (Memorbuch S. 17 b und Verz. d. Grbst. S. 9. ihr Grab befindet sich Reihe 24, Nr. 284. ") und Memorbuch S. 31. ") Vgl. über ihn Karpeles, S. 490 ff. (S. 345 f.) und S. 504 f. Die S. 505 nach dem Chewra-Buche (d. i. Verz. d. Grbst. S. 29) gegebene Ergänzung <Z. 3 v. u.) muß lauten: lnicht, wie irrthümlich gedruckt: ' ) Im „Hildesheimer Relations-Courier" ^mro 1757, Nr. 33 (Donnerstagischer. vom 17. Martius) ist folgender Bericht erhalten: „Nieder-Elbe, vom 9. Mart. Der Hannöverische Proviant-Kommissarius Isaac Israel hat in Hamburg für 200000 Rthlr. Getreide aufgekauft. Zu Bremen soll ebenfalls ein großer Vorrath desselben von ihm angeschaffet worden sehn. Die ganze Summe, welche zu Ankaufung des Getreides bestimmet seyn soll, und ihm anvertrauet worden ist, belauft sich der allgemeinen Sage nach, auf 600 tausend Rthlr/ - ) Im Verzeichniß der Grabsteine sind beide Namen erwähnt (S. 1). 24) Karpeles, S. 491 (S. 345). 2) S. Meyer, Geschichte u. s. w. S. 7 und S. 43. (Seine Unterschrift : -Q12N2 VL'X 'VN). -') Meyer, a. a. O. S. 7. Das Memorbuch, S. 33. gedenkt mit ehrenden Worten dieses edlen, auf die Pflege des religiösen Studiums fürsorglich bedachten Stifters. Memorb. S. 29, Verz. d. Grbst. S. 51. ") Memorb. S. 33, Verz. d. Grbst. S. 1. Sein Grabdenkmal ist in Reihe 18, Nr. 137 erhalten. (1781), und nach 13 Jahren^) folgte ihm seine Gattin in das Reich der Ewigkeit. Eine Tochter unseres Isaak Israel, Klärche?») vermählte sich mit Eljakim Gottschalk b. Moses Düsseldorf, über welchen Kaufmann in „Aus Heinrich Heines Ahnensaal" berichtet; sie wurde jedoch in der Blüthe der Jahre noch zu Lebzeiten ihrer Eltern Montag. 2. Nissan 6538^) (1778) dahingerafst. Vielleicht war auch der in Hannover am Montag. 4. Ab 5532 (1772) verstorbene Leser b. David Simon^) (Namensträger seines Urgroßvaters mütterlicherseits) ein Sohn unseres Ahron David Simon Bückeburg. Schließlich sei hier noch hinsichtlich der Familie Popert (-Boppard, das ihre ursprüngliche Heimath war), welcher die zweite Frau des Chajjim Bückeburg, Mathe Eva,^) entsproß, bemerkt, daß die Vermuthung von Karpeles, Meyer Samson Popert, der Vater jener Mathe Eva, „scheine aus Emden zu stammen",^) durch die Angaben deS mir vorliegenden Memorbuches der Synagogengemeinde Emden als richtig sich erweist. In jenem Gedenkbuche werden folgendePersonen, die mit dem Namen Boppard in Verbindung stehen, genannt:^) 1. Golda, Tochter des Naftali, gest. Sonntag, 1. Kislew 5396 (1635), in „Boppard am Rhein in den Trierschen Landen", (s'1 IN) S1S1L NS NI'NS NZ'"1!22)- 2. Naftali b. Menachem Boppard (L1S1S-) gest. Sabbath, Rüsttag des Neumonds Jjar 5437 11677) und in Emden Sonntag, Neumond Jjar, beerdigt, und 3. Samson^) b. Naftali Hirz aus Boppard (LNLISv)' gest. in der Nacht auf Mittwoch, 5. Tischri 5463 (1762), ebenfalls in Emden bestattet. LUlll.L'roiM IahrM. Von Rudolf Kars. m alten Wien gab es dreierlei Arten von Juden, Hofbefreite, deren Diener, die gemeinen und fremde. Erstere, die schon unter Ferdinand I. Vorkommen, genossen besondere Privilegien. Es ist eigentlich merkwürdig, daß man in einer Zeit, in der die Juden nicht nur nicht geachtet wurden, -'') Sie starb Mittwoch. 5. Adar 5554 (1794). s. Verz. d. Grbst. S. 5; ihr Grab befindet sich Reihe 16, Nr. 105. I», Memorb. Habich keine diesbezügliche Eintragung gefunden. M) Memorb. S. 32. Verz. d. Grbst. S. 71. — S. 55, 241, 246. 366. Memorb. S. 32 u. Verz. d. Grbst. S. 71. Ihr Grabdenkmal befindet sich Reihe 17, Nr. 136. In der Reihe der von Kaufmann a. a. O. S. 243 ff. nach dem Memorbuche von Hannover erwähnten Angehörigen der Familie Düsseldorf ist Klärche Düsseldorf, geb. Neu- Wied zu ergänzen. Verz. d. Grbst. S. 43. — Ob auch „Hertz Heine" ein Bruder „Heymann Heines", also ebenfalls ein Sohn des Ahron David Simon Bückeburg gewesen, läßt Karpeles. S. 491 (S. 345) unentschieden. Es sei darauf hingewiesen, daß im Verz. d. Grbst. S. 18 ein „Hirz Naftali b. Salomo Salman Bückeburg" (?) genannt wird, der Mittwoch. 9. Siwan 5549 (1789) starb. S. 492 (S. 346). — A. a. O. Annckg. 1. Da das Emdener Memorbuch unpagiuirt ist. kann die Angabe der Seiten nicht erfolgen. -') Der in den Responsen des Jakob Emden (^2V H- Nr. 61 erwähnte S. Popert der an Jenen eine Anfrage richtete, ist wohl der Begründer der hebräischen Druckerei in Altona, Samuel (Sanwel) Popert b. Mordechai aus Koblenz, über den Steinschneider in der von Karpeles a. a. O. erwähnten Abhandlung, Hebräische Drucke in Deutschland, zu vergleichen ist.