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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-06-06 · Heft 23 (6.6.1902) · p. Seite 273

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 23 (6.6.1902)
Date
1902-06-06
Page
Seite 273 (sequence 11)
Language
German
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273 Heinrich Heine s Urgroßvater (Ahron David Simon Bückeburg und seine Familie). Von Dr. A. Lewinsky in Hildesheini. n dem „Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann" (herausgegeben von Dr. Brann und Dr. Rosenthal, Breslau, 1900) hat der Redakteur dieser Zeitung eine längere Abhandlung über „Heinrich Heines Stammbaum väterlicherseits") geliefert, die auch in diesen Blättern fast vollständig zum Abdruck gelangte. Der Verfasser jener eingehenden Studie bringt uns, während der selige Kaufmann in seinem Werke „Aus Heinrich Heines Ahnensaal"den Stammbäum des großen Lyrikers mütterlicherseits behandelte, die Gestalten eines Isaak Heine/) seines Sohnes David Simon Heine (Bückeburg) >') und seines Enkels Hehmann Heine (Lhajjim Bückeburg)«) näher. Ueber den Letztgenannten, den Großvater- Heinrich Heines, werden einige Mittheilungen geboten, allein überaus spärlich sind die Nachrichten bezüglich des David Simon Bückeburg. Abgesehen von der Kunde, die uns die im Stadtarchive zu Hannover aufbewahrten Steuerbücher von „Simon Heine" geben, meldet nur noch das Memorbuch der Synagogengemeinde zu Hannover?) von ihm, der daselbst „David Simon Bückeburg" genannt wird. Einige ergänzende Angaben über ihn und seine Familie seien hier verzeichnet. Ein glücklicher Zufall ließ mich den Grabstein des David Simon Bückeburg, der nach Karpeles „auf dein alten Judenkirchhof zu Hannover bis jetzt nicht aufgefunden worden ist",') finden. Als ich jüngst auf dem alten Hannoverschen Gottesacker behufs Anfertigung einzelner Kopien dortiger Epitaphien, unterstützt von Herrn Lehrer Iwan Meyer, Inspektor der Meyer Michael David'schen Freischule, Umschau hielt, wandte ich mich, veranlaßt durch eine Eintragung, die ich in dem mir seitens der Verwaltung der Chewra Kadischa zu Hannover sreundlichst zur Verfügung gestellten hebräischen, vor 60 Jahren „in musterhafter Uebersichtlichkeit" angelegten Grabsteinverzeichnisse °) vorgesunden, dem mit Nummer 305 (Reihe 25) versehenen Denkmale auf jenem Gräberfelde zu, und ich erkannte an der Grabinschrift, daß ich an der Stätte weilte, welche vor 156 Jahren die irdische Hülle David Simons ausgenommen hatte, und neben welcher 35 Jahre später die sterblichen Reste seines Sohnes Chajjim Bückeburg'") gebettet worden. Das Epitaph, welches den vollen Namen „Ahron David Simon ') S. 487—505 (besondere Paginirung S. I—XIX). y 1901, Nr. 29 (S. 314 - 346), Nr. 30 (S. 355-357) und Nr. 31 (S. 366 f.). Wir citiren noch den Seiten des Gedenkbuches und setzen daneben in Klammern die Seitenzahl der „Allgem. Ztg. des Jud." In letzterer ist S. 366, A. 1, zu verbessern: M. Landsberg. Zur Geschichte u. s. w. „Hannover 1868" statt „Hildesheim 1768". ) Breslau. S. Schot Iländer, 1896. y S. 489 <S. 345). Isaak Hehne aus Bückeburg besuchte schon 1697 die Leipziger Messe, vgl. Freudenthals Aussatz, Leipziger Meßgäste, in Brann's Monatsschrift sür Geschichte und Wissenschaft des Iudenthums; 1901, (S. 474). ) S. 490 (ebendas.) °) S. 490 ff. (S. 345 s.) y S. 504 (im hebr. Anhang, der in der „Allg. Ztg. d. I." nicht veröffentlicht wurde.) «) S. 490 <S. 345). y Vgl. über dieses Verzeichniß Sam. E. Meyer. Geschichte des Wohlthätigkeitsvereins der Synagogengemeinde Hannover, Hannover 1862, S. 26 und die Anmerkung das. '°) Ueber das Lodesdatum des Chajjim Bückeburg vgl. Karpeles S. 493 (S. 346). ben Isaak Jtzig aus Bückeburg" nennt, rühmt jenes Mannes Redlichkeit, seinen guten Nus und weisen Sinn, seine im Stillen bekundete Menschenliebe und seine wahrhafte Frömmigkeit, die ihn stets als einer der Ersten das Gotteshaus aufsuche» ließ, um es als einer der Letzten wieder zu verlassen. Der gut erhaltene Grabstein trägt folgende Inschrift:") Z"S P'12 11121 1V2 V'X 2'V222 V'211 1'2112 S',1112^ 212.1 1212 :2'1V 1122N2 1'1 l'XÜ :2'1SO2 1°W2 NS' 12'L' : 2'11^1 12112 11'li :s'->nx ^V21 1.112 :ll'11222 2'212.1 2"2!^ )2 2".-l22 ll'.l'? 1'2' ^2 l'.l 1".1 :2'1N8211 2'2'1P2.1 Nil flirr 1"112 VO11S21 PL'8 ,1122 1"11 12 1122V .11122 112V2 1X2' 2 "22 I?"S^ 1"P1 28 2"2 21'2 '^11112^ 11222 12P21 Ahron David Simon war — ob in erster oder zweiter Ehe, vermag ich nicht mit Bestimmtheit zu behaupten — mit Rechla,^) einer Tochter des in Hannover hochangesehenen Joseph b. Samuel GanS") und seiner Frau Edel, geborene Leser,^) verheirathet. Ihr begegnen wir in den erwähnten Steuerbüchern unter der Bezeichnung „SimonHeine verwiLtweteJüditt"/o) ohne Nennung ihres Namens. Nach dem am 23. Ab 5505 (1745) erfolgten Tode ihres Mannes ging sie eine zweite Ehe ein, und zwar mit Kosmann Moses Halevi,^) einem Sohne des rühmlichst be- *') Die mit o versehenen Buchstaben ergeben den Namen Simon lslVKV). *-) Da die folgende Zeile nicht mehr zu entziffern ist. dürste als Ergänzung auf Grund des Memorbuches das Datum: '8 S" lesen sein, dem das übliche beizusügen ist. Bei Karpeles, S. 490 (S. 345) ist statt „23. Ab 5504" zu lesen „23. Ab 5505" nach dem Wortlaut des Memorbuches S. 504 und nach dem Texte obiger Inschrift. r3) Sie war die Namensträgerin ihrer Großmutter Rechla. der ersten Frau des Samuel b. Salomo Salman Gaus aus Hannover (beerdigt Montag, 6. Ab 5492 (1732) nach Angabe des Memorbuches (S. 17). Samuel Gans war der Sohn der Jente Mirjam Sara (Tochter des Joseph Hameln) aus ihrer Ehe mit Salman Gans, vgl- Simeon von Gelderlös Stammbaum der Familie Geldern bei Kaufmann a. a. O. S. 299 f. *') Joseph Gans starb Sonntag. 2. Jjar 5485 (1725) laut Notiz im Memorbuche S. 15. ') Gest. Donnerstag. 21 Elul 5488 (1728). s. Memorbuch S. 15 d. Der Name ihres Vaters, Leser, den das Memorbuch nicht angiebt, ist im Verzeichnisse der Grabsteine, S. 59 erwähnt. Leser Gans, der Schwiegervater des Chajjim Bückeburg. war ein Sohn des Joseph Gans, wie aus dem Verzeichnisse der Grabsteine S. 44 hervorgeht, woselbst vermerkt ist, daß er Montag, 9. Adar 5517 (1757) das Zeitliche gesegnet. Chajjim Bückeburg heirathete demnach seine Cousine, die nach ihrer Großmutter benannte Edel Gans. Letztere starb Montag. 5. Adar 1. 5518 (1758), wie sich aus dem von Karpeles S. 505 f. abgedruckten Nekrologe ergiebt; es ist demnach das Datum S. 492 (S. 346) „2. Adar 5517" zu korrigiren. In dem Verzeichnisse der Grabsteine S. 59 ist irrthümlich das Jahr „5548" (1788) verzeichnet. r6) Karpeles. S. 490 (S. 345). i') S. über ihn Auerbach, Geschichte der israelit. Gem. Halberstadt S. 85, Meyer, Gesch. u. s. w. S.^43 (S. Unterschrift: (s2 N12KN)' Wiener in Monatsschr. f. Gesch. u. Miss. d. Jud. 1864, S. 178, und Lehmann, Der polnische Resident Berend Lehmann, in s. „Gesammelte Schriften" (Berlin, 1899), S. 133 und S. 153 (Stammtafel).

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