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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-05-30 · Heft 22 (30.5.1902) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 22 (30.5.1902)
Date
1902-05-30
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3 achter. — nur von en wegen nunmehr eine Beijewähren. ulich sein im Alter elbe, eirr e. in der se einteln Rabbiner rnterwies Zahre in hm bald de ange en guten adt und h. Stadt' Zchulvorer tro! hl er als mämtern jüdische aße übte, nan von egen der :s Leben rten am er zahl- und ge,;s waren Hn-Gleiandesar en. Ans Apandau Rabbiner rer liesmer, zu Königsen und s Wort, ren tief Zpandau he Hülle ein Allan d e s freund nsschuß rmißter ertreten rischer thungell sür die lgsburg g fand, mm ereins benahezu der um rstrzrath eimrath ilnahnre n: Au 0 Mark rstandes beträgt, zwecken, rbauten 1000 Mark zu Lehrerpensionen. Ein unschätzbarer Dienst ist damit der Erhaltung und dem Fortbestehen jener kleinen und kleinstell Gemeinden geleistet, die ohne diese Hilfe ihre wichtigsten Institutionen eingehen lassen müßten. Nach kurzer Debatte genehmigte die Versammlung aus dem Neservefond, der aus den vor einigen Jahren für die vertriebenen Numäuier gesammelten Geldern geblieben war, 1000 Mark für dringende Unterstützung, falls eine neue Hilfsaktion sür unsere armen Glaubensbrüder in Rumänien eingeleitet werden sollte oder Hilfe im Lande nöthig würde. Nach weiteren geschäftlichen Mittheilungell, so über die persönliche Intervention des Vorsitzenden gr Gunsten der bayerischen Elementarlehrer, folgte das hochinteressante Referat des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Lalldesvereins, Herrn Rechtsanwalt Ofner-München, über die Arbeiten, die Taktik und Erfolge der Abwehrkommission. Diese Kommission (Vorsitzender: Herr Rabbiner Dr. Werner-München) steht zum Zwecke des Rechtsschutzes überall in Bayern, wo die jüdische Religion und wo Juden um ihrer Religion willen angegriffen werden, unentgeltlich mit Rath und That zur Verfügung. Lebhafter Beisall lohnte die von Rebe und Begeisterung sür das Judenthnm getragenen Ausführungen. denen sich eine fruchtbringende Debatte anschloß. Hierauf wurden 63 Unterstützungsgesuche (Referent Justizrath Gunzerrhäuser) erledigt. Ueberall wurden die verlangten Summen (im Ganzen 000 Mark) genehmigt. Zum ersten Male kamen auch die von Bankier Bloch-Nürnberg gestifteten 300 Mark (Zinsen aus einer Stiftung) zur Bertheilung und wurden den zwei alten dienstunfähigen Religionslehrern zugesprochen. Eine andere Nachseite — ein Gegenstück zu der von feindlicher Seite verbreiteten Sage vom jüdischen Reichthnm — ernten wir kennen in den Referaten des Rabbiner Dr. Ziemlich und des Herrn M. Lebrecht, Nürnberg, die den Bericht der Kommission zur Regelung der Armenpflege erstatteten. Die lebhafte Debatte, an der sich die Mehrzahl der Delegirten betheiligte, hatte einen positiven Erfolg. Es wurde beschlossen: 1. das von Lebrecht, dem verdienten Bekämpfer des Wanderbettels, geschaffene „schwarze Buch" an den bestehenden Kassen einzuführen, und Erfahrungen zur Vervollständigung der Liste denl Verfasser zu übermitteln, 2. auf Antrag des Herrn Greif-Nürnberg (unterstützt von Rabbiner Dr. Kohn-Ausbach) zu versuchen, die wenigen in Bayern beheimatheten jüdischen Wanderer ansässig zu machen. Run fand der von Kommerzienrath Gallinger befürwortete Antrag, die Arbeitskolonie Weißensee zu subventioniren, lebhafter! Anklang. Nachdem Herr Osner die Kompetenz des Vereins aus den Statuten klargestellt, erfolgte die erstmalige Bewilligung von 200 Mark, au die nur die Bedingung sich knüpfte, daß auch Kolonisten aus Bayern Ausnahme finden. Auf Anregung des Rabbiner Dr. Eckstein-Bamberg wurde die Kommission erneuert, welche die Aufgabe hat. sür alte Friedhöfe in ausgelösten oder der Auflösung nahen Gemeinden ausreichende Fürsorge zu treffen. Bei den nun folgenden Wahlen wurden Vorstandschaft und Kommissionen in der alten Zusammensetzung wiedergewählt, nur in der Kommission sür Armenpflege trat eine kleine Aenderung ein. Als Ort für die nächste Tagung wurde Fürth bestimmt. Damit war die reiche Tagesordnung erledigt. Ein Mitglied des Ausschusses votirte sowohl Herrn Justizrath Gunzenhäuser den Dank der Versammlung sür die umsichtige Leitung, als auch der Gemeinde Gunzenhausen sür die gastfreundliche Aufnahme. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, daß die Einnahmen dieses wohlthätigen Vereins einen kleinen Rückgang zu verzeichnen haben. Vielleicht trügt dieser Bericht dazu bei, die Kenntniß von der Wirksamkeit des Landesvereins in weitere Kreise zu tragen und dem edlen Zwecke neue Freunde zu werben. I. Bonn, 25. Mai. Am 23. d. M. hat in dem Bonner Vorort Poppelsdorf eine Synagogeneinweihnng stattgefunden, die Ihren Berichterstatter um so lebhafter angesprochen, als bei dieser Feier alle Einwohner des Ortes sich eifrigst betheiligt haben. — Nachmittags^/^ Uhr fand die Abschiedsfeier in dem alten dürftigen Betlokale statt, und nun ordnete sich der Festzug und fort gings durch die Hauptstraßen des Ortes bis zu dem neuerbauten, sehr hübschen Gotleshause, welches die drei Vororte Bonns: Poppelsdorf, Kessenich und Endenich sich erbaut haben. Voran schritten die Vertreter der Gewerke mit ihren hübschen Fahnen und einemMusikkorps, ihnen folgten derSynagogenchor. die Schulkinder, die Schlüsselträgerin, gefolgt von einerreichen Schaar von Ehrendamen. Den Mittelpunkt des Zuges bildeten die Träger der Thorarollen unter schönem Baldachin, welchem sich die Kultusbeamten, ein zweites Mustkkorps, Ehrengäste, Behörden. Geistliche rc. anschlossen. Ein jedes Haus auf dem weiten Wege bis zur neuen Synagoge hatte Ftaggenschmuck angelegt; so gings unter Mnsikklang und Böllerschüssen bis zum Eingänge der Synagoge, wo die feierliche Handlung der Schlüsselübergabe zunächst an den Bürgermeister des Ortes und von diesem an den Rabbiner Dr. Kalischer aus Bonn stattfand. Nach den obligaten Gesängen und Umzügen im Innern der Synagoge erfolgte zunächst das Anzünder: des „ständigen Lichts" mit einer Ansprache des emeritirten Rabbiners Dr. Nülf, welcher in Poppelsdorf seßhaft ist. Hierauf betrat der Nabbiuer Dr. Kalischer die Kanzel und hielt eine sehr gediegene, sinn- und sachgemäße Weiherede. Mit dem Freitagabendgottesdienst schloß dieser Theil der schönen Feier. Die Vorsteher, Festordner, sowie der Kantor der Gemeinde Herr Roserrbarrm hatten gethan. was in ihren Kräften stand, nur das Festprogramm in bester Weise durchzuführen. Mit dieser Einweihung am Freitag war aber die Feier noch lauge nicht zu Ende. Nach dem feierlichen Gottesdienst mit abermaliger trefflicher Predigt des Rabbiners Dr. Kalischer begann am Nachmittage der festvergnügliche Theil durch Konzert, allerlei Aufführungen und abendlichem Festball, und Sonntag Nachmittag ging das ganz ebenso weiter. Oesterreich - Ungarn. LI Wien, 26. Mai. Zwei Todesfälle haben hier in weit von einander liegenden Kreisen allgemeine Theilnahme erregt. Am 19. d.M. ist der Direktor der Kreditanstalt Dr. Gustav Ritter v. Mauthner im 54. Lebensjahre einem Schlaganfall erlegen. Direktor Mauthner nahm eine hervorragende Rolle in der österreichischen Finanzwelt ein. Bei allen staatlichen Finanzoperationen, welche in den letzten zwei Dezennien zur Erledigung gelangten, hat er eifrig mitgewirkt, und sind seine Bemühungen auch wiederholt seitens der Negierung anerkannt worden. Er führte den Vorsitz in der Direktion der Oesterreichischen Kreditanstalt. Auch gelegentlich der Valuta-Engnäte hat sich Mauthner hervorgethan. Nachdem die Oesterreichische Kreditanstalt auch im Rothschild-Konsortium eine dominirende Rolle spielt, besaß Mauthner in dieser Firranzgrnppe einen weitgehenden Einfluß. Sein fachmännisches Wissen und die Geistesschärfe, mit der er finanzielle Fragen noch jederzeit erfaßt hat, wurden allgemein gewürdigt. Im September 1899 erfolgte seine Berufung in das Herrenhaus. Der Verstorbene war der Bruder des Berliner Schriftstellers Fritz Mauthuer. — Am selben Tage starb hier im 62. Lebensjahre der Rabbiner Dr. Jonathan Wolf. Wolf ertheilte durch 20 Jahre anr Leopoldstädter Obergymnasiunr Unterricht in Religion und Geschichte des Jndenthnrns. Die ideale Auffassung, die er vom Lehrberufe hatte, seine umfassende ästhetische Bildung und seine persönliche Liebenswürdigkeit erwarben ihm die aufrichtige Verehrung seiner Schüler. Als Nachfolger des Dr. Gerson Wolf inr Schulinspektorat wurde er vom Landesschulrath durch eine besondere Anerkennung ausgezeichnet Als Jellinek durch Krankheit an der Ausübung seines Amtes verhindert war, betraute ihn die KnUusgerneinde mit dessen Vertretung Wolf erwies sich als tüchtiger Kanzelredner; er wurde schließlich zum Prediger und Rabbiner an der Fünfhauser Synagoge ernannt, welchem Amte er durch sieben Jahre in musterhafter Weise Vorstand. In kurzer Zeit erwarb er sich durch seinen Pflichteifer und seine Hingebung die Liebe und Verehrung seiner Gemeinde. Ehre seinem Andenken! — Der ausgezeichnete und als einer der besten Mozart-Interpreten bekannte Konservatoriumsprofessor Julius Epstein wurde anläßlich seines 70. Geburtstages sehr gefeiert; dem Künstler ist aus diesem Anlässe das Ritterkreuz des Franz Josefsordens verliehen worden. — Die Advokatenkammer in Graz hat den Beschluß gefaßt, keinen jüdischen Eoncipieuten mehr in die Anwaltsliste anfznrrehmen! — In Kojetein starb am 25. v. M. Rabbiner Dr. Samuel Rosen zweig im Alter von 34 Jahren. — Die galizischen Zustände werden durch die folgende Mittheilung seltsam illustrirt: Das dem Abgeordneten Dr. Byk gehörige Gut Znpanie sollte verkauft werden, und die Gemeinde Znpanie beabsichtigte, es zu erwerben. Es kam ihr aber ein jüdischer Gasthauspächter zuvor. Als die Gemeinde dies erfuhr, entstand große Erregung, und mehrere Hundert Bauern sammelten sich vor dem Gasthause und stürmten es; sie zertrümmerten Thüren und Fenster, zerstörten alle vorräthigen Spirituosen und demolirten die Einrichtung. Der Pächter rettete sich mit seiner Familie; aber die Dienstboten mußten der Wuth der Menge Stand halten. Als die Gendarmerie kam, war nichts mehr zu retten. Der Untersuchungsrichter berief die Rädelsführer nach Skole. Alle Bewohner von Znpanie

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