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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-05-23 · Heft 21 (23.5.1902) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 21 (23.5.1902)
Date
1902-05-23
Page
Seite 247 (sequence 9)
Language
German
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247 w übelohne besinn ciilitte Di>- n Noelle -eschieht > und der enkindll eit." üß, als ild der . Dae- >en aunboldts n au- «ilie betuchte, > »er Einigstem sich im an uns : Frau, Freude, schirre z be, der ch, das >lt, h. t fnndeu, »er Gcder G>> i. arakte trauen, be ui d rte, he t erregt, nlichke t oelt bts > Fra , «binnen orothen glichke-t sie: de r, dem Hielten efsoren, -vkrat s dessen r Folge euch oit welch'S rßischen Residenz bildete. Wilhelm von Hunrboldt hatte 1791 die geistimd gemüthvolle Karoline von Tachröden geheirathet; 1795 hatte Frau von Humboldt Rahel kennen gelernt, und Beide fanden sich sympathisch zu einander gezogen; 1798 schreibt Frau von Humboldt an Rahel aus Paris: „Paris wäre der eigentliche Ort, an dem Sie leben müßten, an den« Sie sich gefallen würden." Gabriele von Bülow hat ihre Kindheit und Jugend in dem sonnigen Italien, in der ewigen Stadt, und in der österreichischen Metropole verlebt. In der Zeit der Erhebung Deutschlands zeigte sich ihre ausgezeichnete Mutter als wahre, begeisterte Patriotin. Damals trat eine edle Jüdin, Frau Fanny von Arnstein, welche im Dienste edelster Humanität mit Frau von Humboldt und anderen hochgestellten Frauen zum Wohls der Verwundeten, Kranken und Nvthleidenden, der Wittwett und Waisen der Gefallenen «virkte, in den Gesichtskreis des heranblühenden Mädchens. Frau von Schlegel, welche in jener Zeit in drückender« Verhältnissen in Wien lebte, wurde oft von Frau von Humboldt in ihren Salon, der in Wien, »vie einst in Rom und Paris, der Vereinigungspunkt der bedeutendsten Männer und Frauen war, gezogen. Rahel weilte in jener großen Zeit in Prag, widmete sich dort mit Feuereifer großer Liebesthätigkeit, und Frau von Humboldt sandte ihr oft reiche Geldmittel zur Ausübung derselben. Die ichwärinerische Freundschaft, welche einst die Brüder Hunrboldt als Jünglinge für Henriette Herz empfanden, hatte sich nicht oermindert, allein die Jahre der Abwesenheit hatten lange keine Wiederbegegnung herbeigeführt. Gabriele war bereits die glückliche Braut Heinrichs von Bülow, als sie mit Mutter und Schwester, während Humboldt, von seinen« Schwiegersohn unterstützt, als Gesandter in London «virkte, wieder in bereinigen Stadt weilte, und dort, in« Salon ihrer Mutter, wo sich «vie einstens die beste Gesellschaft versammelte, auch Henriette Herz, Frau von Schlegel und ihren Sohn erster Ehe, den Maler Philipp Veit, wieder traf. Als Frau von Büloiv in ihren ersten Ehejahren den Eltern nahe, in Berlin, lebte, und das Humboldtsche Haus dort «vie auf dein nahen Landsitze Tegel eine Stätte edelster Geselligkeit bildete, zählte namentlich Frau von Varnhagen zu den treuesten Freunden des Hauses, und als Frau von Hunrboldt 1829 aus den« Leben schied, hat sie nächst der Familie wohl Niemand tiefer betrauert als Rahel. Die Berufung Bülows als Gesandter an« Hofe von St. James entrückten Gabriels auf Jahre den Berliner Beziehungen. Bei ihrer Rückkehr in die Heimath fand sie nur noch Henriette Herz unter den Lebenden, deren Alter Wilhelm und besonders Alexander von Hunrboldt in zartsiunigster Weise sorglos zu gestalte«« bestrebt waren. '1846 erfuhr Frau von Bülow den unaussprechlich bitteren Schmerz, ihren geliebten Gatten zu verlieren, der zu den geistig bedeutendsten Männern seiner Zeit zählte, und air dessen Seite sie das ungetrübteste, reichste Eheglück genossen hatte. Mit dem im Herbste 1847 erfolgten Heimgange „ihrer lieben Frau Herz" erreichten Frau von Bülows Beziehungen zum Jrrdenthurn ihr Ende. Wie sie mit liebevoller Pietät die Traditionen ihres Hauses Pflegte, hat sie auch diese nie vergessen. Vier- Jahrzehnte hat Frau von Bülow ihren Gatten überlebt und betrauert; ihre hohe Seeleligröße, ihre wahre, tiefe Frömmigkeit trug würdig und gefaßt das schwere Loos. Eine neue Generation wuchs um sie heran, aber sie erfuhr auch das herbe Leid Derer, die ein so hohes Alter erreichen. Es »var ein großes Sterben um sie; Viele, ja die Meisten, die sie geliebt, sah sie vor sich dahingeheu, aber die ihr noch geblieben, blickten in Liebe und Verehrung zu ihr auf. Ihre letzte hohe Lebensfreude war die Enthüllung der Humboldtdenkinäler vorder Berliner Universität. Eine Patriarchiu, geliebt und verehrt von Allen, die sie gekannt, starb Frau von Bülow, umgeben von ihrer Familie an« 16. April 1887, aber ihr Andenken wird unvergessen und unvergänglich fortleben als einer der edelsten Frauengestalten des 19. Jahrhunderts. Wer jemals aus dein der großen Frau gewidmeten Buche geistig und seelisch Erhebung geschöpft, wird ihrer gern an ihrem hundertjährigeu Geburtstage (am 28. Mai d. I.) gedenken. Wer das Buch noch nicht kennt, der strebe es kennen zu lernen. Gabriele von Büloiv ist ihrer Familie im Leben «vie über das Grab hinaus ein Segen gewesen und bleibt für alle Zeiten eil« Vorbild für die gesammte Frauenwelt ohne Unter schied des Bekenntnisses und Standes. Gin Meisterwerk jüdischer Gelehrsamkeit. Von Rabbiner Dr. I. E.s ch el ba ch er. kritische Ausgabe des Niärasetr Lereselritl» rsbba, die Herrj. Rabbiner Dr. Theodor demnächst in Drucken geben gedenkt, ist eine so hervorragende und freudig zu begrüßende Erscheinung, daß es zur Pflicht wird, sie der Aufmerksamkeit und Theilnahnre weiter Kreise des jüdischen Publikums zu empfehlen. Eines der ältesten Werke der talmudischen und midraschischen Litteratur. das grundlegende und Hauptwerk der haggadischen Schriften, soll hierdurch eine seiner Bedeutung und den Anforderungen der Wissenschaft entsprechende Gestalt erhalten. Zum ersten Buche Moses, zu dessen Erzählungen über die Schöpfung der Welt, die Schicksale der ersten Menschen und der ihnen folgenden Geschlechter, sowie zu der Geschichteter Stammväter Israels liefert dieser Midrasch einen fortlaufenden Kommentar, bestehend aus einer Reihe mannigfaltiger Erklärungen und selbständiger, eigener Betrachtungen hervorragender Schristgelehrteu des palästinensischen und'zuin Theil auch des babylonischen Talmuds. Das Weltbild und die kosiiiogonischen Anschauungen, die in den jüdischen Schulen sich bildeten, wie solche, die ans babylonischen, Persischeu und ägyptischen, aus griechischen und römischer« Quellen zu ihnen kamen, mythologische Vorstellungen und Einwirkungen der griechischeu Philosophie, insbesondere der Gnostiker, die theils bekämpft, theils in jüdischen« Sinne urngestaltet und angeuoinruen wurden, treten in vielfach überraschenden Aeußerungeu einzelner Lehrer uns entgegen. Ganz besonders aber sind es religiöse Lehren über Gott, seine Vorsehung und seine Leitung der Welt, sowie Güte und Gerechtigkeit, wie solche über Leib und Seele, Leben und Tod, die Bestimmung des Menschen, über Tugend und Sünde, über die konimende Welt und die letzten Dinge, über den Beruf Israels und seine Stellung unter den Völkern, über die Aufgabe ^.der Thora und der.'religiösen Gebote, die in Ansführung'..des Schriftwortes «vie in Anknüpfung au dasselbe uns «nitgetheilt werden.

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