Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1902)
- Date
- 1902-05-16
- Page
- Seite 233 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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233 ichst du! als dies, riete ingsges; oder ,lten vc z bewe t ist, dc lle geb?t nicht! werde, tschul , eigen, zu dies aterbrii n Vorzi in viel, jainilienD ndense n. Fi Zwan er unt niliena rtterb , berü, l Then gegebe -g sittlic 'chlechtliD hen E, hwendD i Kind-iD7 gegeb Famiu 'rnhaiiM weit gc zenieß idel, i„ haftliliel 'gling ich vor m wi i en, chiMi . in >o Kinde? gerade! edürftize rhrlost,»^' Hut: et» cter Beobachter, der die Fehler und Schwächen des Kindes lernen lernt,Hum sie mit pädagogischem Verständniß, Geschick Stimm, Iui> Takt zu bannen, beziehungsweise zu mildern? Bei denen, i; in der Familienerziehung die allein erfolgreiche erblicken,!,ag ja der Wunsch der Vater des Gedankens sein. Allein mit Wünschen und Hoffnungen und theoretischen Be- A> isen darf man denn doch nicht eine Frage von so hoher sozialer ud, kultureller Bedeutung regeln wollen. Ihr gegenüber muß > m den Männern von Erfahrung ein reiferes Urtheil zubilligen ud mehr Vertrauen schenken als seinem eigenen Herzen und nen scheinbar stimmenden mathematischen Beweisen. Denn, e schön man es sich auch zurechtgelegt haben mag — es wird der Praxis dennoch nicht stimmen. Wohl dem, den ein gütiges Geschick vor der Bekanntschaft ,it Verwahrlosten bewahrt hat! Die aber, die es empfunden haben, von welch geringem A ufluß die familiäre Milde und Güte aus rohe Gemüther geieben, die in den tiefen seelischen Abgrund, in den menschher Geist und menschliches Gemüth sich verlieren können, iren Blick haben Wersen müssen, die wissen leider gar zu >t, daß man solchen Verderbten, die ihre körperlichen, geistigen id sittlicheil Fähigkeiten und die Güte, Milde und Freiheit ußbraucht haben, nur mit der Entziehung der Freiheit antorten kann, die sich in stete, beobachtete Thätigksit umsetzt. Dieser eine Gedanke sei stets festgehalten: Die Unteringuug verwahrloster Kinder in Fürsorgeerziehungsistalten bedeutet keine Strafe! Die Erziehung soll dazu nen, einen Umschwung in der Gesinnung der Verwahrlosten rvorzubringen, um ihnen vielleicht doch noch einen ausfüllren Platz in der menschlichen Gesellschaft zu sichern. Dr» Salomon Mandelkern. Von Albert Katz. s ist noch ein frisches Grab, das die irdische Hülle des Mannes birgt, der mir im Leben nahe gestanden, und dessen Schicksale. Wirken und Schaffen zu zeichnen ich r unternehme. Dr. Salomon Mandelkern hat ausgelebt und ausgerungen, d in kühler Erde ruht nun der müde Körper, den einst ein >ßer und starker Geist beseelt hat. Viele, gar Viele kannten >, mit seinen Vorzügen und mit seinen Schwächen, aber nur »igen war sein Werdegang, seine Lebensgeschichte bekannt, in psychologischer Hinsicht nicht minder bedeutsam und der achtung werth sind als sein litterarisches Schaffen, das noch ige nicht genügend gewürdigt ist. Vielleicht trägt diese Veröffentlichung dazu bei, manche rurtheile — ob sie berechtigt waren oder nicht, wollen wir r nicht untersuchen —, die in gtzwisscn Kreisen gegen den rblichenen gehegt wurden, zu zerstören oder wenigstens in milderes Licht zu rücken. Salomon Mandelkern war am 25. April 1846 in Mlhnow, em kleinen Städtchen in Wolhynien, als Sohn eines Mühlenchters geboren. Sein Urgroßvater, dessen Namen er führte, r der als hebräischer Dichter, Grammatiker und Massoreth Mlichst bekannte Salomo Dubno, der längere Zeit hier in rlin als Hauslehrer bei Moses Mendelssohn fnngirte. itterlicherseits war er ein Urenkel des weltberühmten Hamburger Rabbiners H. Aschkenasi, gewöhnlich Chacham Z'wi genannt. Ein Onkel von ihm war der von Kaiser Alexander II. von Rußland mit hohen Orden ausgezeichnete Rabbiner in Lublin B. Aschkenasi. Die Erziehung, die der Verblichene genossen hat, war die bei den orthodoxen Juden des Ostens leider noch jetzt allgemein übliche: mit vier Jahren wurde er ins Cheder geschickt, ein Jahr später wußte er Bescheid in der Bibel, als sechsjähriger Knabe lernte er schon Talmud, stieg dann von Stufe zu Stufe, und als er das zehnte Lebensjahr erreicht hatte, war er — kein Kind mehr. Nun begnügte er sich nicht mehr mit dem, was ihm im Cheder gelehrt wurde. Aus freiem Antrieb fing er an, religionsphilosophische und kabbalistische Werke, so weit sie ihm zugänglich waren, zu studiren und erwarb sich in diesen Disziplinen eine Belesenheit und Gewandtheit, die die Gelehrten des Ortes und der Nachbargemeinden in Staunen und Bewunderung versetzten. Zugleich verspürte er einen großen Hang zur Poesie, und schon im Alter von 14 Jahren unternahm er kleine poetische Versuche, die bald in hebräischen Zeitschriften Aufnahme fanden. Von seinen Eltern früh verlassen, unter Chassidim ausgewachsen und erzogen und von ihnen unterstützt, verheirathete mau ihu als er kaum sein 15. Lebensjahr erreicht hatte, aus welcher Ehe sein in Newyork als Photograph lebender Sohn hervorging. Die Ehe scheint aber keine allzu glückliche gewesen zu sein, denn schon ein Jahr später sehen wir Mandelkern mit einer Horde Chassidim nach Kotzk im Gouvernement Lublin ziehen, wo er bald der Liebling des dortigen Wunderrabbi Menachem Mendel und der Intimus seines Sohnes, Rabbi David, wurde. Das war, wie er mir oft erzählte, die schönste Zeit seines Lebens. Doch sie hielt nicht lange an. Der Geist des Maimonides konnte sich mit dem des Rabbi Moses Kordovera und Jsak Luria nicht gut vertragen: der „Führer der Irrenden" entriß Mandelkern plötzlich und zum Entsetzen seiner bisherigen Freunde ihrer mystischen Weltanschauung. Er bezog, voll Privatunterricht sich kümmerlich ernährend, das Gymnasium zu Rowno und trat, nachdem er dieses schnell beendigt hatte, in die Rabbinerschule zu Wilna ein. Nach Absolvirnng derselben wurde ihm eine Stelle als Kronrabbiner in Dubno angetrage», doch lehnte er diese ab und begab sich nach Petersburg, um auf der dortigen Universität sein Studium, insbesondere der orientalischen Sprachen, fortznsetzeu. Nachdem er in der Residenz die genannten Sprachen und dazu gehörige Disziplinen mit gutem Erfolg studirt und auf die gestellte Preisaufgabe: „Kritische Abhandlung über die Parallelstellen des Alten Testaments, in Beachtung der alten Uebersetzungen Septuaginta, Vulgata, Peschito rc. und Paläographie der semitischen Sprachen" für seine eiligereichte Arbeit die goldene Medaille erhalten hatte, kam er nach Odessa, wo er ca. sechs Jahre als Hilfsrabbiner fungirt hat. Zu gleicher Zeit arbeitete er emsig an verschiedenen Zeitungen mit, schrieb die Geschichte Rußlands (3 Bände, Warschau 1875) für die er von Kaiser Alexander II. als besondere Anerkennung einen Brillantring erhielt, veröffentlichte mehrere Broschüren und Kanzelreden in russischer Sprache, und war nebenbei als stuckiosus zuris auf der Odessaer Neurnssischen Universität inskribirt, die er dann als „Kandidat" mit der Dissertation: „Das Erbrecht nach mosaischen und talmudischen Gesetzen nach Urquellen dargestellt" absolvirte. Die Rechtsphilosophie zeigte ihm den