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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-05-09 · Heft 19 (9.5.1902) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 19 (9.5.1902)
Date
1902-05-09
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 Nabbilier Dr. Beermalln-Jnsterblirg. 4. Referat: „Das Fürsorge-Erziehungsgesetz". Itesereilt: Sekretär und Lehrer Rosenthal-Königsberg. 5. Bericht über den Delegirtentag der jüdischen Lehrervereine in Hamburg, erstattet von Prediger Stnrmcmn-Osterode. 6. „Liturgische Uebuugen II", abgehalten von Oberkantor Birnbaum-Königsberg. 7. Lehrprobe.- „Das sünste Gebot", gehalten von Lehrer Sandler- Königsberg. 8. Freie Besprechungen über Standes- und Vereins- Angelegenheiten. An die Konferenz schließt sich die Generalversammlung der Pensionskasse für jüdische Neligionslehrer und Kultnsbeamte in Ostpreußen. Mittags findet ein gemeinsames Mittagessen statt. Abends gemeinschaftlicher Besuch der Transvaalansstellung und des Theaters in Inlchenthal. o. Pascwalk, 6. Mai. Aus Anregung unseres Rabbiners Dr. Finket haben die Herren Max Blitz. Julius Samuel, Emil Steruberg lind Julius Sternberg in Berlin, ehemalige Bürger unserer Stadt und Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde, der Synagoge süns kostbare. gediegen ausgeführte Mäntelchen für die Th or ar ollen gespendet, nachdem bereits im vorigen Jahre die Herren Albert Sternberg und Leo Steinberg in Berlin, die vor Jahren ebenfalls hier wohnten, der Gemeinde einen in modernem Stile gebauten Leichenwagen geschenkt hatten. Am letzten Tage des Pessachfestes nahm Dr. Finket in seiner Seelenseier-Predigt, die das Thema: „Treue gegen die Todten, Treue, gegen das Vaterland" behandelte, Veranlassung, diese Schenkung zu erwähnen. Dieses Beispiel von Pietät und Anhänglichkeit dürste bald Nachahmung finden. Wie wir erfahren, wird die hiesige Gemeinde demnächst einen Vorhang für die heilige Lade von ehemaligen Mitgliedern gestiftet erhalten. Xp. Aus der Provinz Posen, im April. Die Gemeindevertretung in Zerko w hat beschlossen, die Synagoge daselbst eingehend zu renoviren und den Friedhof mit einer Umwährung zu versehen. — Neulich starb nach kurzem Krankenlager im Alter von 38 Jahren der Fabrikbesitzer Leo Victor ins in Grand enz. Derselbe ist Mitbegründer des Verbandes Ostdeutscher Industrieller und Vorstandsmitglied des Caspar Lachmann'schen Waisenhauses daselbst gewesen. — Die Kaufleute Marcus Adam, Max Hopp und H. Breslauer in Schri mm sind zu Vorstandsmitgliedern der dortigen jüdischen Volksschule gewählt worden. — Der israelitische Hansbetteleiverein in Kofchmi n hat im abgelaufenen Jahre 400 Mark an ca. 450 Personen und der israelitische Armenverein daselbst an 423 Personen 525.55 Mark verausgabt. — In der Gemeinde Tirschtiegel besteht die Absicht, die jetzt nur noch acht Kinder zählende jüdische Volksschule anfznlösen und die Kinder der evangelischen Schule einznverleiben. — Ter i srae l i tisch e Fra ne n v er ei n in Schneidemühl hatte im letzten Jahre eine Einnahme von 842.60 Mark und eine Ausgabe von 679.23 Mark. Der eiserne Fonds beziffert sich ans 5750 Mark. Der Verein zählt 96 Mitglieder. — Lehrer Lauser in Jarotschin feiert am 4. Mai sein 25 jähriges Dienst-und Stellenjnbiläum. Herr Lauser ist Mitbegründer der freiwilligen Feuerwehr und des Lehrervereins daselbst und gehört dem Vorstande beider Vereine an. — In Ostrowo werden für das Jahr 1902 45 Prozent der Einkommensteuer als Schnlbeitrag der jüdischen Volksschule erhoben. — Der emeritirte Lehrer Löweuthal in Schildberg ist kürzlich plötzlich im Alter von 78 Jahren gestorben. — Ende März d. I. starb in Krotoschin im Alter vor, 52 Jahren der Kaufmann Jacques Au erb acl-. Derselbe gehörte 18 Jahre hindurch der Vertretung der dortigen Synagogengerneindeverwaltung an. — Ein in Amerika lebender Bürger hat seiner Heimathgemeinde Argerlau 12000 Mark als Geschenk überwiesen. Die Verwaltung der Korporation daselbst hat die Umwehrung des israelitischen Friedhofes aus diesem Fonds beschlossen. — 2issa, 1. Mai. Die 14. Jahresversammlung des Vereins jüdischer Lehrer der OstProvinzen findet am 18. und 19. d. M. in Bromberg irr Wicherts Festsälen statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Begrüßungen; 2. Berichterstattung des Vorsitzenden; 3. Bericht über den Verbandstag in Hamburg (Becker-Wollstein); 4. Kassenbericht (Grünfeld-Schwersens); 5. Wahlen: a) des Vorstandes, b) der Stellvertreter, c) der Delegirten; 6. Vortrag: Die Psalmen im Religionsunterricht lRoßkamm-Fordon); 7. Vortrag: Aus der ältesten Vergangenheit der Juden des Landes Posen — Fortsetzung (Herzberg-Broinberg); 8. Drei Anträge: a) Aendernng der Bezeichnung des Vereins, bl Vermehrung der Zahl der Vorstandsmitglieder, ch Erhöhung des Jahresbeitrages; 9. Bestimmung des Ortes für die nächste Versammlung und Anmeldung von Vorträgen für diese. Am Sonntag findet nach Verrichtung des Minchahgebets ein gemeinsames Essen statt. Alsdann ist der Besuch des Theaters und später ein Festkommers geplant. Am zweiten Tage soll ein gemeinsamer Ausflug auf dem Dampfer zur Besichtigung der Hafenanlagen und der großen Brücke erfolgen. Anmeldungen der Theilnehmer an der Versammlung sind bis zum 10. Mai zu richten an Lehrer Herzberg-Bromberg. Glogau i. Echt., 2. Mai 1902. Gestern verschied nach langem Leiden der Großkaufmann Herr Emil Friedlaend er, Seniorchef der Weltfirma S. Friedlaender und der Firma Siegismund Friedlaender, im 84. Lebensjahre. Er wurde am 19. März 1819 Hierselbst geboren und lebte von seiner Geburt bis an sein Ende ununterbrochen in unserer Stadt. Der Verstorbene, welcher im kaufmännischen sonne in, kommunalen Leben unserer Stadt eine sehr hervorragende Stelle eiunahm, erfreute sich wegen seines stets liebenswürdigen. milden und jeder Zeit zur Wohlthätigkeit bereiten Wesens, wegen seiner steten Hilfsbereitschaft und Zuvorkommenheit in allen Kreisen hier und auswärts der größten Hochachtung und Verehrung. Er gehörte auch lange Zeit hindurch dem hiesigen Stadtverordneten- Kolleginm als tüchtiges Mitglied an und war während der letzten Zeit seiner Zugehörigkeit zu der Versammlung viele Jahre hindurch der Alterspräsident derselben. Außerdem war er Mitglied der Servis- und Einquartieruugskon,Mission, der Beleuchtungs-, Verschönerungs- und Beglückwünschungsdeputation. Ferner gehörte er seit dem Jahre 1864 der Gemeindeverwaltung der hiesigen Synagogengemeinde und seit dem Jahre 1876 den, Vorstände derselben an. Der Verstorbene. welcher in sämmtlicheu Wohlthätigkeitsvereinen dem Vorstande angehörte sowie im israelitischen Frauenvereiu Kurator war, erfreute sich bis in das vorige Jahr hinein trotz seines Greiseualters einer großen Frische und Rüstigkeit; seit dem vorigen Jahre jedoch war er durch Krankheit an das Zimmer gefesselt, und seine Krankheit veranlaßte ihn auch, am 9. April dieses Jahres sein Stadtverorduetenmandat uiederzulegeu. Welch hoher Achtung und Verehrung sich der Entschlafene erfreute, bewies die überaus zahlreiche Betheiligung aller Konfessionen bei der Beisetzung. Am Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Lucas in tief empfundenen, wohldurchdachten, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten den Lebenslauf und die idealen Vorzüge dieses Edelsten der Edlen, dessen Andenken stets hoch in Ehren gehalten werden wird, und welcher sich durch seine milden Stiftungen ein Denkmal gesetzt hat. Magdeburg, 6. Mai. Nach dem Verwallungsbericht des Synagoaengemeinde-Verbandes der Provinz Sachsen für das Geschäftsjahr 1901—1902 hat sich die Zahl der Verbaudsgemeinden nicht geändert, auch die Zahl der außerordentlichen Mitglieder ist im Wesentlichen dieselbe geblieben. Dementsprechend sind die Einnahmen nicht gestiegen, dagegen sind die Ausgaben erheblich gewachsen. Das allein schon läßt erkennen, daß der Verband in dem Berichtsjahr erfreulichen Anlaß gehabt hat, das Gebiet seiner Thätigkeit zu erweitern. Den, Beschlüsse des letzten Gemeiudetages gemäß wurden in einer größeren Anzahl von Verbaudsgemeinden je zwei jüdische Zeitschriften eiugeführt. Die Auswahl derselben wurde den Gemeinden überlassen. Die Zeitschriften werden den Vorständen der Gemeinden Aschersleben, Bitterseld, Bleichervde, Burg. Egeln, Eislebeu, Gardelegen, Neuhaldensleben, Schönebeck, Stendal, Tangermünde und Zeitz von den Redaktionen direkt zngesandt; die Vorstände sorgen sür den Umlauf unter den Gemeindemitgliedern. In den von ihnen erstatteten Berichten haben sich die Vorstände über diese neue Einrichtung ausnahmslos billigend und allerkennend ausgesprochen. Das Interesse für allgemeine, das Judenthum angehende Fragen, sür die Geschehnisse in den Großgemeinden und in außerdeutschen Ländern wird durch die Lektüre dieser Zeitschriften wachgerusen; die neuen Erscheinungen der jüdischen Litteratur werden den Lesern bekannt gegeben, und es wird auf diese Weise zwischen dem Einzelnen und der Gefammtheit eine wichtige, zuweilen die einzige Verbindung geschaffen. Dem Religionsunterricht, dem wichtigsten Zweige der Verbandsthätigkeit, wurde nach wie vor die größtmögliche Fürsorge gewidmet. Der Unterricht wurde in gleicher Weise, wie wir das im vorjährigen Bericht geschildert haben, in denselben Gemeinden und voll denselben Lehrkräften ertheilt. Die Berichte der Lehrer über die Erfolge des Unterrichts lauten durchweg befriedigend, auch die Eltern der Schnlkinder bringen dieser nunmehr schon dauernd gewordenen Einrichtung reges Interesse entgegen und unterstützen die Lehrer in ihren Beslre-

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