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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-05-09 · Heft 19 (9.5.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 19 (9.5.1902)
Date
1902-05-09
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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66. Jahrgang. Ur. 19. Lerlin, 9. Mai 1902 Weikcrge zur „Allgemeinen Zeitung des ZuöentHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 2/D Berlin, 2. Mai. In der Beitel Heine Ephraim> sehen Lehranstalt, Orallienbnrgerstraße 27, lesen vom 2. Mai angefangen (gratis): Herr Professor M. Steinschneider: Chisdai Crescas, Or Adonai, 1 Stunde wöchentlich; Auswahl aus neuhebräischer Litteratur, 1 Stunde wöchentlich. Herr Professor Barth: Targumim und palästinisch-aramäische Texte, 1 Stunde wöchentlich; Das Buch Sirach, syrisch, mit Vergleichung der hebräischen Fragmente, 1 Stunde. Meldungen im Lehrsaale. — Berlin, 5. Mai. Der Bericht des Hilfs Vereins für jüdische Studir ende über das Jahr 1901 gewährt nicht das Bild groszer Erfolge. Zunächst wird dem Andenken des jüngst verstorbenen Professor Julius Wolfs, der dem Vorstand angehörte, der Zoll dankbarer Erinnerung gewidmet. Dann folgen geschäftliche Mittheilungen. Die all sich für einen solchen Verein nicht allzugroße Zahl der jährlich beisteuernden Mitglieder ist von 604, der Summe des Vorjahres, etwas herabgesunken, Der Vorstand meint aber: „Wenn die Zahl der jährlich Beitragenden trotz wiederholter Versuche, ihren Kreis gemäß unseren gesteigerten Aufgaben zu erweitern, sich nicht erhöhen will, so erblicken wir wenigstens eine der Ursachen dafür in dem von der allgemeinen Statistik nachgewiesenen Stocken des Zuwachses der jüdischen Bevölkerung Preußens. Denn daß die Grundsätze des Vereines und die Art, wie wir sie verwirklichen, nach wie vor den Beifall der Menschenfreude ernten, dafür leisten die bedeutenden Wohlthaten, die dem Eisernen Fonds im Berichtsjahre erwuchsen, die beste Gewähr." So haben die Nachlaßpfleger des zu Nizza verstorbenen Jakob Plaut die reiche Spende von 20 000 Mark,;e zur Hälfte für Haupt- und Zweigverein, gemacht. Ferner vermachte Geheimer Rath Benjamin Liebermann für die Marianne Liebermann-Stiftung 2000 Mark. Joseph Joachim Liebermann 600 Mark. Außerdem erhielt der Verein noch 1900 Mark und von Mitgliedern als Geschenk 3580 Mark. An Gesuchen gingen ein: 180 (1900:80), 135 um laufende und 55 um einmalige Unterstützung. (Dieses gewaltige Anwachsen erklärt sich theilweise daraus, daß die Ebbe der Kasse gezwungen hatte, Eingaben von 1900 erst für 1901 vorzumerken.) Der Verein bewilligte aber nur 33 laufende und 39 einmalige Stipendien (1900 : 23 und 22). — Einschließlich früherer Verleihungen unterstützte er 1901 im Ganzen 101 Studenten (1900:128) und davon laufend nur 69 (1900:97), nämlich 17 mit je 50, 37 mit je 60, > mit je 5 Mark sürs Vierteljahr. Hiervon studirten 41 Medizin, 3 Zahnheilknnde, 1 Thierarzenei, 9 Jura, 1 Theologie, 14 Philosophie, darunter - Dame. Die lausenden Unterstützungen kosteten 13 555 (1900: 17 585) Mk. In einmaligen Beiträgen gewährte der Hauptverein erstens aus der Hauptkasse 23 Studirenden 2455 Mark (1900: 2530 Mark), nämlich > Medizinern 400 Mark (1:120, 2 je 100, 2 je 40), 2 Thierärzten 80 Mark (130 und 50), 4 Pharmaceuten 420 Mark (240. 100, 50, 30).?2 Philologen 1455 Mark (5 je 100, je einem 300. 185, 180, 110, 100, >0. 30). Zweitens gestatteten Sonderstiftungen 20 Studirenden .>740 Mark zu verleihen (1900 au 18:3460). Der Zweigverein für Gewerbe-, Bau- <md Kunstakademiker empfing 1901 44 Gesuche l900:18) und bewilligte 7 laufende und 17 einmalige Unterstützungen!900 : 8 und 1). — Er verausgabte im Ganzen an 45 Akademiker für aufende Stipendien 8310 Mark (1900 an 48:8845), und für einmalige 1190 Mark (1900:510), neben 250 Mark aus der Ferdinand Neichenheim-Stiftuug, 100 Mark aus Kuh-Zaller-Stiftung und 50 Mark aus S. und I. Levy-Stiftung. — Lausend wurden unterstützt 13 Musiker, ) Musik studirende Damen, 3 Maler, 4 Bildhauer, 1 Architekt, 1 Schiffsdauer, 8 Techniker, 2 Ingenieure, 4 Chemiker, und zwar 6 mit je 5 Mark, 30 mit je 60, 9 mit je 50 Mark fürs Vierteljahr. Von den 13 inmalig Unterstützten waren 1 Musiker, 1 Maler, 2 Malerinnen, l Architekt, 2 Techniker, 5 Chemiker, 1 Geodät, und erhielten je einer 300, 120, 80, 70, sieben je 100, und zwei 60 und 50 Mark. Rückzahlungen von früheren Stipendiaten, dieses Mal nur des Hauptvereins, erhielt der Verein 7370 Mark in 91 Posten (1900 : 7878 in 108 Posten). Im verflossenen Jahre konnte der Verein also im Ganzen nur vertheilen: im Hauptverein aus der Hauptkasse ^16 010 Mar aus Sonderstiftungen 2649 Mark — 18 650 Mark; im Zweigverein 9500 Mark, aus Stiftungen 400 Mark — 9900 Mark; also im Ganzen 28 550 Mark (neben 1200 Mark für das Ernst Neichenheim-Stipendium) gegen 34 370 Mark im Vorjahre. — Auch dieser Verein gehört zu denen, die ihr Vermögen immerfort vergrößern, allstatt die Einnahmen entsprechend für seine Zwecke zu verwenden und nur einen bestimmten eisernen Fonds für unvorhergesehene Fälle znrückzulegen. Der Hilfsverein für jüdische Studirende war einmal einer der angesehensten und beliebtesten hiesigen Vereine. Aber diese Zeit ist lange vorbei. Es fehlt dem Verein all frischem Blut, und mail vermißt die uothwendige Rührigkeit, um neue Mitglieder und größere Stiftungen zu erlangen. Hoffentlich erreicht diese Mahnung ihr Ziel, damit der Hilfsverein wieder zu der Stellung gelange, die er früher iu unserm Gemeiudeleben eingenommen hat. ----- Berlin, 4. Mai. Der S yn a g v g en v e rein Aha was Scholaum feiert jetzt das Fest des 50 jährigen Bestehens. Es war im Jahre 1852, als ein wahrhaft frommer Mann Gertschek Brach s. A.. durch Alter und Krankheit am Ausgehen verhindert, in seiner Wohnung, Grenadierstraße seine Freunde einlud, dort jeden Morgen llnd Abend Gottesdienst abzuhalten. Die geringen, dabei sich ergebenden Spenden wurden von Frau Brach s. A. verwaltet, dafür die Sabbathlichte u. s. w. beschafft. Als später Gertschek Brach starb, blieb dieses „Minjen" weiter bestehell, und für das inzwischen angesammelte kleine Kapital wurden billige Utensilien angeschafft, und zwecks Abhaltung des ferneren Gottesdienstes ein kleines Zimmer in der Mulackstraße gemiethet. Aus diesen kleinen Anfängen heraus, hat sich die jetzt bestehende Gemeinde Ahawas Scholaum, eine der größten und achtunggebietendsten Privatgemeinden, gebildet. Sie gilt mit Recht als eine Schule der jüdischen Kantoren. Aus ihr sind u. A. hervorgegaugeu: Drujän, jetzt Oberkantor in Basel; Grohmann, bei der jüdischen Gemeinde in London; Slabinski und Neustadt, bei der Berliner Hauptgemeinde. Die Gemeinde Ahawas Scholaum besitzt eine eigene Synagoge mit 550 Plätzen in der Linienstraße 197 lind anerkannt tüchtige Beamte: Rabbiner Dr. Salo Stein, ein Bruder von Professor Dr. Ludwig Stein in Bern, und Kantor Berliner: ferner eine Neligionsschule. bestehend aus vier Klassen. Seit kurzer Zeit, hat sich hierzu eine Frauenvereiniguug unter Vorsitz der Frau Jda Bernstein gebildet. Diese Vereinigung zählt, trotzdem dieselbe erst seit ganz kurzer Zeit besteht, schon weit über 100 Mitglieder, und zwar selbst aus den besten Kreisen. Der Schriftführer des Vereins Ahawas Scholaum beabsichtigt allläßlich des Jubiläums eine Festschrift herauszugebeu. L2 Berlin, 3. Mai. Der im Jahre 1823 begründete „Verein zur Unterstützung armer jüdischer Wöchnerinnen" hielt am 27. v. M. seine Generalversammlung ab. Während der Jahre 1899 bis 1901 sind 650 Unterstützungen im Gesammtbetrage von 14 051 Mark bewilligt und 28 481.37 Mark vereinnahmt worden, von denen 10252 Mark dem Fonds zugesührt wurden, der dadurch die Höhe von 41 025 Mark erreicht hat. Das dem Verein angegliederte „Institut Sandikinr" verausgabte 3120 Mark und vereinnahmte 2972,27 Mark. Seill Fonds beträgt 19 525 Mark. Bei den Vorstandswahlen wurden die bisherigen Mitglieder, die Damen Bertha Mayer. Clara Uuger, Professor Landau, Sophie Strauß. Laura Cunow, Frieda Neubrück. Rabbiner Dr. Weisse, Dr. E. Wiesenthal und Herr Oskar Berlin wieder- und Herr Fabrikant Carl Leopold Netter ueugewählt. ----- Königsberg i. Pr., 6. Mai. Die Tagesordnung für die Konferenz der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens am 19. und 20. d. M. ist folgende: 1. Jahresbericht über die Thätigkeit des Vereins, erstattet vom Vorsitzenden Prediger Sturmaun Osterode. 2. Kassenbericht, erstattet vom Kassirer, Kalltor Karo-Allenstein. 3. Vortrag: „Die Psalmen im Religionsunterricht", Referent

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