Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1902)
- Date
- 1902-05-09
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
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221 Schluß 'rte zu sfs von stützen, bleiben cht der ciuin Mai. sich zu ja des et, der ugleich es gilt. Land, ß diese r uud denen k, und ffnung Lndes- Unter- >ssenen z des szeich-;enden heimer u, die ud die iininte >n geenigen Obereneru! ihuug d den ezirks-!N. oie in in gedienst!s ermfeste e auichem ch die in den zirksz des u uns »anken Kraft berufe Vaterland zu leben. Was er mit seinem Herzen voll väterlicher Güte und Liebe und seinem Geiste voll weiser und hoher Gedanken für seine Landeskinder und die Erneuerung und Festigung des Deutschen Reiches gethau. wie er allenthalben durch sein strahlendes Vorbild und begeisterndes Eintreten Recht und Gerechtigkeit, Frieden und Eintracht gefördert, wie sein edles Beispiel zu unentwegter, in heiteren wie in trüben Zeiten gleich standhafter Pflichttreue angefeuert hat, wie unter feinem sonnigen Szepter alle guten Keime emporgeblüht und zu fruchteicher Entfaltung gelangt sind — in dem allem erkennen wir Dein treues und gütiges Walten, o Ewiger! Du hast ihn zu einem Heilsboten bestellt, und Du lohnst es ihm, daß er bisher Deine Sendung so herrlich erfüllt hat. Hell leuchtet ja Dein himmlisches Wohlgefallen aus seinem Antlitz, in welchem des Greises Hoheit mit der Frische der Jugend sich erquickend paaren. Mögest Du diese Deine sichtbare Gnade, Allgntiger, auch weiterhin über unserm theuren Fürsten walten lassen! -Lieb, daß er, von unserer edelen Landesmutter unterstützt und durch eines Hauses Gedeihen und seines Volkes Wohlfahrt gestärkt, bis all des Lebens äußerste Grenzen in ungebrochener Rüstigkeit die gesegnete Väterkrone trage, ein beseligendes Zeugniß dessen, daß „Du, Ewiger, den Gerechten beglückst und ihn mit Deiner Huld wie mit einem Schilde umgiebst!" Amen. Den Schluß bildete die Absingung des „Heil unserm Fürsten, Heil!" durch die ganze Gemeinde. In Karlsruhe und Mannheim war der Gottesdienst gesanglich und musikalisch noch reicher ausgestattet. Am 28. April wurde noch dem Evangelischen Oberkirchencath ill Gegenwart der Großherzogin und des Erbgroßherzogs me aus den Herren Geheimen Regieruugsrath Dr. Mayer, wsrath Dr. Ros ill und Konferenzrabbiner Dr. Steckeln a eher bestehende Abordnung des Oberraths vom Großherzog mpfangeu, der ans ihrer Hand eine Huldigungsadresse entgegennahm. Die Überreichung erfolgte mit nachstehender Ansprache: Durchlauchtigster Großherzog! Gnädigster Fürst und Herr! Die Adresse, die wir im Namen der Landesshnagoge an den stufen des Thrones niederlegen zu dürfen bitten, enthält lediglich die Verse 2 bis 8 des 21. Psalms, die in der Nebertragung lauten ' Herr, deines Schutzes stellt sich unser Fürst, Ob deines Heils — wie jubelt er so sehr! Sein höchstes Streben hast du ihm erfüllt. Was er so heiß erfleht, ihm nicht versagt. Mit reichem Segen hast du ihn beglückt, Die edle Krone ihm aufs Haupt gesetzt. Um Leben bat er dich, du gabst es ihm, Der Jahre Fülle bis in ferne Zeit. Du ließest ihn all Ruhm und Ehre wachsen, Hoheit uud Würde hast du ihm verstehn. Zu ew'gem Segen setztest du ihn ein. Gönnst Freude ihm vor deinem Angesicht. Denn auf den Ewigen vertraut der Fürst, Des Höchsten Gnade läßt ihn niemals wanken. Wie könnten wir das Wesen dieses seltenen Tages schöner um- 'chreiben! Eurer Königlichen Hoheit Jubiliren in Gott, besonders ob der uilvollen Erringung Ihres höchsten Lebenszieles, der Einigung Deutschlands, das Hochgefühl, die gesegnete Krone der Väter durch bewegte Viten unversehrt hindurchgetragen und ihren Glanz gemehrt zu haben, die Freude am Leben, weil es all Arbeit und an Erfolgen Vch war. das erhebende Bewußtsein, die ewigen Menschheitsziele gefördert u haben — alle diese Stimmungen uud Empfindungen, vertieft uud erklärt durch ein nie wankendes Gottvertrauen, finden wir in den Vhlichten Worten des Psalmisten ergreifend ausgedrückt. Königliche Hoheit! Nimmer erlischt in den Herzen der badischen Israeliten das Gefühl innigen Dankes gegen Eure Königliche Hoheit ur die Verkündung, Durchführung und Sicherung ihrer bürgerlichen Dteichstellung sowie für die huldvolle Gewährung einer das Allerhöchste Vertrauen ill die Entwickelung der Landesshnagoge bekundenden, ill der Jlidenheit bis jetzt einzig dastehenden kirchlichen Verfassung. Wahrer Jubel aber erfüllt unsere Brust, daß der Fürst, der uns so wohlgethan, der Wohlthäter seines g a nz en Volkes, daß er eine der leuchtendsten Herrschergestalten unserer Zeit ist! Unser theures Baden ist seit der gesegneten Negierung seines erstell Grobherzogs unter den Rechts- und Kulturstaaten stets m vorderster Reihe gestanden. Wir wollen mit allen guten Badenern, unter der begeisternden Führung Eurer Königlichen Hoheit und in allen Liebes - werken dem edelen Vorbild unserer theuren Landesmutter folgend. Zusammenwirken, daß es immer so bleibe und daß Eure Königliche Hoheit in der Eintracht und dem Gedeihen Ihres Volkes die Arbeit für dasselbe belohnt sehen. Gott erhalte. Gott segne Eure Königliche Hoheit! Hierauf erwiederte Seine Königliche Hoheit der Eroßherzog: Es freut mich, daß der Oberrath gerade den Psalm 21 gewählt hat. Freilich steht in demselben viel mehr als ich aus mich beziehen kann; aber ich erkenne ill der Wahl des Psalms den Wunsch, mir eine Freude zu bereiten, und in diesem Sinne danke ich dem Oberrath herzlich. Auch das hat mich mit lebhafter Genugthuung erfüllt, daß Sie meines Großvaters, des Grobherzogs Karl Friedrich, gedenken, der zuerst die entscheidenden Schritte in beiden Richtungen Hill gethau hat. die Sie in Ihrer Ansprache bezeichnet haben. Wenn ich selbst auf diesem Wege weitergewandelt bin und diejenigen Einrichtungen gegeben habe, welche Sie in Ihrer Ansprache erwähnt, so habe ich damit nur eine mir hinterlassene Ehrenpflicht erfüllt. Ich that es aus innerster Ueberzeugung und in festem Vertrauen, lind ich bin gewiß, daß Sie dieses Vertrauen auch ill Zukunft rechtfertigen werden. Die gediegene Ausführung einer Adresse, einer großen, eingerahinten Tafel, die auf Pergament Text und Uebertragung der Psalmverse und zur Seite, aus schöner Gartenlandschaft aufsteigend, eine hochragende, breitblättrige Palme zeigt, erfreute sich des lebhaften Interesses und der beifälligen Anerkennung der höchsten Herrschaften. Besondere Freude bereitete denselben noch die Mittheilung, daß auf den Zeitpunkt des Jubiläums mit den von der lebten Synode zur Verfügung gestellten Mitteln die Errichtung eines israelitischen Lehrlingsheims in Karlsruhe stattfinde und daß die Wittwe des kürzlich verstorbenen verdienten Bezirksältesten Dukas in Freibnrg eine Stiftung voll 25 000 Mark zur Heranbildung israelitischer Jünglinge in Landwirthschaft und Gartenbau errichten wolle. Bei diesem Anlasse gedachte die Großherzogin, lvie schon öfter, mit besonderer Anerkennung des Friedrichsheims (israelitischen Asyls) in Gailingen als eine Musteranstalt. Beim Festmahl im Schloß, zu welchem außer den Mitgliedern der obengenannten Abordnung auch die Oberräthe Ettlinger und Hamburger ill ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Stadwerordnetenvorstandes bezw. des Stadtraths der Residenzstadt, Einladungen erhalten hatten, brachte der Großherzog folgenden bemerkenswerthen Trinkspruch aus: Meine Herreil! Ich ergreife das Glas, um Ihnen Allen, zunächst Dellen, die mir gestern und heute persönlich oder im Aufträge durch Adressen Glückwünsche gebracht haben, nochmals meinen wärmsten Dank zu sagen und, insofern es Adressen sind von Körperschaften aller Art, Sie nochmals zu bitten, meinen recht herzlichen und warmen Dank zu vermitteln. Ich ergriff das Glas, uni ans Ihr Wohl zu trinken, auf Sie Alle, die heute größtentheils als Vertreter voll großen Korporationen hier anwesend sind. Ich fordere Sie aber ans, zugleich mit mir ein kräftiges Hoch auf unser liebes Vaterland ansznbringen. Rufen Sie aus Ihrem tiefsten Herzell das Wohl des Landes, das uns Allen nahe geht und uns ganz erfüllt! Daß wir stets für sein Wohl und seiil Gedeihen und seine Erhöhung Alles versuchen, was in den Bereich der höchsten Aufgaben des Lebens gehört, daß wir uns rühmen dürfen, ein braves Land zu sein! In dieser Gesinnung rufe ich: Unser Badnerland, es lebe hoch! hoch! hoch!