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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-05-02 · Heft 18 (2.5.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 18 (2.5.1902)
Date
1902-05-02
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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ö«.z>chrgm,g, Nr,!» DkV GklNktNdkbvtk. «m, 2, «mlWS Weikage zur „Attgemeinen Zeitung des IuöentHurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Arutfchland. Berlin, 27. April. Aul 28. d. M. warell 25 Jahre verstrichen. seitdem Herr Maurermeister Joseph Frankel in die Armenkommission der jüdischen Gemeinde als thätiges Mitglied eintrat. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar, der in diesem Jahre das! 25 jährige Jubiläum auch als Repräsentant der jüdischen Gemeinde begehen kann, zahlreiche Ovationen dargebracht. Der Vorstand der i jüdischen Gemeinde ehrte Herrn Fränkel durch ein offizielles Dankschreiben, in dem der Wunsch ausgesprochen wird, daß es ihm noch lange vergönnt sein möge, seine segensreiche Wirksamkeit im Dienste der Gemeinde zum Wohle der Armen sortzusetzen. kss) Berlin, 28. April. Die seit einigen Wochen in Weißensee. Werthstraße 20, eröffnete Jüdische Arbeiterkolonie erweist sich bereits jetzt als eine wahre Wohlthat für arbeitslose, arbeitswillige und arbeitskräftige Personen, die vor Straßenbettelu. Almosennehmen, Hilflosigkeit und Noth gerettet werden. Die heutige Zeit erfordert andere Hilfsmittel als die frühere, da man mit Bettelgehen keine Existenzen schafft. Entsprechend den der Anstalt zur Verfügung stehenden Mittel»» ist dieselbe bisher in bescheidenem Umfange eröffnet in der Hoffnung, daß später sich mehr Gönner finde»» werden, um > dann den Betrieb vielseitiger gestalten zu können. Augenblicklich! werden 22 Kolonisten für eigene Rechnung von Unternehmern mit der! Anfertigung von Grundir- und Stückarbeiten. Holzwaaren und einer besonderen Art Teppicharbeit beschäftigt. Rach Feierabend und Sonntags werden biblische, geschichtliche und allgemeine Vorträge gehalten, auch wird der Gesang gepflegt. Für all' das hat sich in dankenswerther Weise eine Kommission gebildet, um dadurch den Geist und das Gernüth der Kolonisten zu heben. Die Einrichtung selbst ist mustergiltig. alle Wohn- und Arbeitsrünme sind von der Morgen- und Abendsonne voll beleuchtet. Ein sehr großer Hofraum, ans- , gedehntes Ackerland zum Anbau von Kartoffeln und Gemüse sowie Gartenanlagen geben dem Ganzen ein frohes und heiteres Gepräge.! Die Kolonisten Haber» sich bisher als durchaus arbeitswillig erwiesen,! bekunden großen Eifer und gutes Geschick, so daß sie ohne Zweifel > 'ich in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu brauchbaren Handwerkern! »eranbilden werden. Für Fabrikanten ist hier günstige Gelegenheit geboten, einen Theil ihrer Fabrikate ohne jedes Risiko in der Kolonie! »»»fertigen zu lassen; es stehen hierzu kleine und größere Arbeitsräume Denselben kostenfrei zur Verfügung, auch stelle»» sich die Arbeitsöhne auf nur 70 Pfennig pro Mann, da aus den Mitteln des sustituts die Kosten für Verpflegung der Kolonisten bestritten werden, cähere Auskunft ertheilen bereitwilligst die beide»» Vorsitzenden: Herr Üezirksvorsteher Markus Adler. Georgenstraße 46a, und Herr Fabrikbesitzer Moritz Rosenow, 8.. Nitterstraße 87. Die Besichtigung er Kolonie ist jederzeit gern gestattet. L2 Berlin, 27. April. Der Israelitische F o r tb i l dungserein Montefiore hat für das Sommerhalbjahr 1902 folgende ehrvorträge festgesetzt: Dienstag, 9—10 Uhr Abends, Herr Dr. Ed. uberfeld: Talmud. Traktat Makkaus. Beginn am 5. Mai cr. Sonnabend. 4—5 Uhr Nachmittags, Herr Rabbiner Dr. E. Munk: lusgewählte Psalmen. Beginn am 2. Mai cr. Zur Förderung des eselligen Zusammenschlusses der Mitglieder veranstaltet derselbe — bgesehen von dem alljährlichen großen Sommerausflug — au jeden» rsten Sonntag in» Monate einen Ausflug und an jede»»» zweiten Nittwoch im Monate ein zwangloses Beisammensein in einem Gartenckale. --- Landsberg a. W., 24. April. Die Weihe der renovirte»» iesigen Synagoge fand in feierlicher Weise zu Eiugaug des assahfestes statt. Die Feier wurde durch einen Chorgesang des ^ynagogenchors eingeleitet; alsdann wurde vom Rabbiner das neu utzündete ewige Licht in der Synagoge geweiht. Nach einem von» lantor Stern sehr gut vorgetrageuen Lied mit deutschem Text hielt Rabbiner Dr. Elsaß die Weiherede, in welcher er das neugewejhte Gotteshaus in den Schlitz der Behörde»» stellte. Gottes Segen auf de»» Kaiser, die Kaiserin, das Vaterland und die engere Heimath herabflehte und mit den Worten schloß, welche au der Außenfaeade der Synagoge angebracht sind: „Mein Haus soll ei»» Bethaus genannt werden für alle Völker." Das Gotteshaus hat eine innere Ausschmückung in arabisch-maurischer Manier erhalten. Die Wände sind vor» große»», ii» leuchtende»» Wachsfarbei» gehaltene»» Ornamenten bedeckt, während die Decke in reiche in Gold abgetönte Ornamentik gekleidet ist, was der Holzkonstruktion derselben sehr zu statte»» kommt. X. Aus Wesipreußen. im April. In» Armeuverein der jüdischen Gemeinde zu Flatow, welcher sich auch die löbliche Aufgabe gestellt, durchreisende Arme zu unterstützen, zur Steuerung der Wanderbettelei wurde jüngst die Jahresrechnuug abgenomnreu und den» Kassirer Decharge ertheilt. — In der Nacht zun» 5. d. M. draug eil» Unbefugter in die Synagoge ii» Kouitz, »vie schon kurz gemeldet, und richtete allerlei Unfug an. Fußspuren deuten daraus hin. daß nur ein Thäter in Betracht kommen kann, der seine»» Eingang über den Zaun des benachbarten Grundstücks von der Nähmerstraße her genommen hat. Aus der Laube des Pätzold'scher» Grundstücks hat er sich einen Tisch geholt und hat vor» der südliche»» Seite aus in die Synagoge einzusteigen versucht. Da ihm das jedoch nicht gelinge»» wollte, hat er die Hauptthür des Gotteshauses erbrochen und dann die Schränke innerhalb des Tempels gewaltsam geöffnet und nach Geld durchsucht, anßer den heilige»» Gerät hei» aber nichts gefunden. An den» Sitze des Rabbiners hat der Einbrecher eine Sachbeschädigung vorgenomrnen. Entwendet hat er nichts. Der ruchlose Mensch ist mit großer Umsicht zu Werke gegangen. Das Terrain des Synagogengrundstücks hat er, wie festgestellt wurde, in» Laufe des Tages abgesucht. Ursprünglich wollte er durch ei»» Fenster ei»,steigen, jedoch gelang ihn» dies infolge Eigenartigkeit desselben nicht, und ist er daun durch die Thür, die er mittelst eines 11 Millimeter breite»», scharfen Sternmeisens öffnete, eingedrungeu. Den Tisch (Altar) hat der Elnbrecher, »vas man aus augebrannten Streichhölzern schließe»» kan»», vorher abgeleuchtet, dar»»» jedenfalls eine gute Diebeslaterne zur Hand gehabt. Eine Kommission, bestehend aus den» Erste»» Staatsanwalt Schweigger. dem Bürgermeister Dedetius und den» Polizeikommissar Kleinert, war bereits zur Feststellung des Thatbestcmdes auf dem Syuagogengrundstück anwesend. Es ist »»och nicht gelungen, de»» Dieb dingfest zu machen. — I»» Marie »»bürg wurde jüngst der dortige Kultusbeamte Herr Weiß rock bei der Neichstagsersatzwahl ins Wahlbüreau als Beigeordneter und Protokollführer berufe»», rin Unikum, das jedeufalls von den» friedlichen Zusammenleben der dortigen Bürgerschaft und der allgemeinen Achtung für Herrn Weißrock zeugt. — Der Seniorchef der Firma S. Elkuß Söhne in Flatow, Kaufmann Rudolf Elkuß in S ch»»e ide u» ü h l, hat aus Anlaß des 50 jährigen Jubiläums des Geschäfts ein Altersversorgungsheim in Flatow gestiftet. Ii» allernächster Zeit soll mit den Banarbeiten begönne»» werden. An» Jubiläumstag — Mitte Mai — ist die feierliche Grundsteinlegung in Aussicht genommen. — Die Rentier M. S eg all'che»» Eheleute in Schwetz feierte»» kürzlich das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Landrath Grashoff überreichte unter Ausdruck seiner Glückwünsche dem Jubelpaar die demselben verliehene Ehejubiläumsmedaille. Auch seitens der Stadt und der Gemeinde wurden dem Jubelpaar herzliche Wünsche übermittelt. — Kürzlich starb in Berent (Westpr.) der langjährige Kantor der jüdische»» Gemeinde, Herr Markus Kohn, in» 58. Lebensjahre. Derselbe hat sich während seiner 32 jährigen Amtszeit die allgemeine Liebe und Hochachtung erworben. O Posen, 27. April. Unsere Stadt hat ei »»er» großen Verlust erlitte»». Der langjährige Stadtverordnetenvorsteher und Ehrenbürger von Posen, Geheimer Justizrath Julius Orgler, ist am 26. d. M. gestorben. I»» dem Nachruf des Magistrats und der Stadtverordnete»» heißt es: „Die Stadt Posen hat einen ihrer besten Männer, die

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